Mittendrin Mittwoch #3

Worte zeugen wieder Worte und Widerworte auch. Widerworte können Machtworte hervorrufen, oder, so man wie Luther nur die Feder, nicht das Schwert hat, sie rufen Drohungen hervor wie gedruckt. Auf die Zwölf Artikel hatte er mit der Ermahnung zum Frieden reagiert. Als diese Ermahnung nichts fruchtete, schickte er die Aufforderung zur schonungslosen Niederschlagung des Bauernaufstands hinterher (Auch widder die reubischen und mördisschen rotten der andern bawren) und dann, nachdem die Herren des Reichs mit ihren Söldnern die Sache erledigt hatten, noch die Rechtfertigung Sendbrief von dem harten Büchlein wider die Bauern. Darin warnt er alle, „welche mein Büchlein tadeln, daß sie das Maul zuhalten und sich vorsehen“. Das Gleiche hatte Kaiser Karl in Worms von Luther verlangt.

aus: Preisendörfer, Bruno : Als unser Deutsch erfunden wurde : Reise in die Lutherzeit. – Köln : Galiani Berlin, 2016. – S. 53

Fettgedruckt sind Titel der Schriften Luthers bzw. der Bauern (Zwölf Artikel)

Vorbereitungen zu „Luther und die deutsche Sprache“

Ich habe in dem Buch gleich mehrere Lesezeichen, da ich es gar nicht komplett lesen wollte; mich interessierten an dem Sachbuch nur einige Abschnitte über die deutsche Sprache während der Lutherzeit und Luthers Einfluss auf die Sprache bis heute. Die passenden Kapitel aus dem Inhaltsverzeichnis heraussuchen, noch ein wenig quer lesen, alles Brauchbare mit einem Lesezeichen markieren – das reicht mir, dachte ich.

Bruno Preisendörfer „schaut Luther und vielen seiner Zeitgenossen über die Schulter“, so der Klappentext. Gezeigt wird nicht nur der Alltag der Könige, Kardinäle, Kaufleute und Künstler, sondern auch des gemeinen Volkes vom Landsknecht bis zum Lumpensammler, vom Bauern bis zum Bettler. Wie bereitete man seine Mahlzeiten zu? Welcher Stand durfte welche Kleidung tragen? Wie lebten Mann und Frau zusammen? Vom Kinderkriegen bis zum Sterben, vom Kaiserlichen Hof bis zu den „Hausarmen“, Preisendörfer erzählt umfassend und mit vielen Zitaten, Anekdoten und Beispielen. Ein Sachbuch, das viel Wissen vermittelt – auch Dinge, die sonst in keinem Geschichtsbuch stehen -, und mit so mancher Schnurre aus der Lutherzeit unterhält. Am Ende gibt es im Anhang u.a. noch ein Schimpfwort-ABC. Wäre auch ein schönes Mittendrin-Zitat gewesen.

Ich wollte nur schnell die für mich wichtigen Informationen herausziehen. Doch statt dessen habe ich mich dann doch an so manch anderem Kapitel jenseits meines eigentlichen Themas festgelesen. In dieser Woche muss ich das Buch eigentlich abgeben – eigentlich …

hilda

 

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

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