Mittendrin Mittwoch #41

Sie näherten sich ihrem Ziel, der Königsstadt Segovia, in der der König, wie in so vielen Städten seines Reiches, einen Alcazar besaß. Doch der Palast von Segovia war nicht nur irgendeiner unter vielen. Er zählte zu den prächtigsten, in denen sich der König gern aufhielt, und er enthielt die Schatzkammer des Reiches. Schon lange bevor die Stadt vor ihnen auftauchte, erhoben sich die schneebedeckten Berge der Sierra de Guadarrama weit in der Ferne vor ihnen in den blauen Frühlingshimmel. Sie war ein Teil der lang gezogenen Cordellera Central, die das Hochland von Kastilien in Ost-West-Richtung zerschnitt und deren Überquerung für die Zugtiere vor den Karren der Händler viel Mühe und Schweiß bedeutete.

Ulrike Schweikert | Das kastilische Erbe | Roman

Zwei außergewöhnliche Frauen – vom Schicksal vereint

In einem Antiquariat stößt die Münchner Journalistin Isaura auf ein altes Buch, dessen Autorin sich »La Caminata« nennt. Die Worte erscheinen ihr seltsam vertraut, und sie ist fasziniert von der Geschichte der jungen Hofdame Jimena, die im 15. Jahrhundert an der Seite von Isabel von Kastilien lebte. Isaura begibt sich auf Spurensuche in Spanien, und kommt in dem kleinen Städtchen Tordesillas einem jahrhundertealten Geheimnis auf die Spur, das sie tief in ihre eigene Familiengeschichte führt …

Mir gefällt dieses Buch sehr gut. Die Autorin schafft es durch geschickte Gegenwarts- und Vergangenheitswechsel die Spannung aufrechtzuerhalten bzw. aufzubauen.
In diesem Roman wird überhaupt nicht langweilig über die historischen Ereignisse geschrieben.
Schnell taucht man in das Spanien im 15. Jahrhundert ein, findet sich mitten im Machtgerangel um den Thron von Kastilien und Léon wieder und verfolgt gebannt das aufregende Leben von Jimena und Isabel.

Jimena im 15.Jahrhundert und Isaura im 21.Jahrhundert sind durch die Gabe des „Sehens“ miteinander verbunden. Beide Frauenschicksale werden gekonnt miteinander verknüpft.
Die Handlungsabschnitte, die im 15. Jahrhundert in Spanien spielen, nehmen den größeren Teil des Romans ein, und man lernt Jimena, Teresa und Beatriz kennen, die als Hofdamen im Dienst von Isabel von Kastilien stehen und dieser von Jugend an freundschaftlich verbunden sind

Die Autorin hat sich beim Schreiben dieses Buches so gut es geht an die historischen Fakten gehalten. Der mystische Teil der Geschichte ist natürlich Fikton. Ein gelungener Auftakt der Trilogie, der definitiv Lust auf mehr macht.

Moe

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