Filmtipp: „Loving Vincent“

Armand Roulin erhält von seinem Vater, dem Postmeister, den Auftrag, einen Brief des verstorbenen Vincent van Gogh an dessen Bruder zu liefern. Es stellt sich heraus, dass dieser ebenfalls bereits verstorben ist. Auf seiner Reise versucht Roulin, van Gogh besser kennen zu lernen. Er trifft auf verschiedene Personen aus dem Leben des Malers:  darunter den Farbenverkäufer, die Hauswirtin der Pension, in der van Gogh zuletzt gelebt hat, und seinen Therapeuten. Nach und nach entsteht ein Bild von van Goghs letzten Jahren, seinem Leben und den Umständen seines Todes. Im Laufe des Films erhärtet sich bei Roulin der Verdacht, dass van Goghs Tod eventuell kein Selbstmord gewesen sein könnte…

Loving Vincent ist eine im Krimistil erzählte Filmbiographie. Er ist der erste Animationsfilm in Spielfilmlänge, der mit realen Personen gedreht, und anschließend Bild für Bild mit Öl nachgemalt wurde. Dadurch erwachen die Bilder von van Gogh zum Leben: 130 Bilder wurden als Kulisse genutzt. Reale Schauspieler spielten ihre Szenen vor einem Greenscreen oder Teilkulissen, anschließend wurde Bild für Bild abgemalt. War das erste Bild einer Szene fertiggestellt, wurde es abfotografiert, um anschließend nur noch die Änderungen aus dem Filmmaterial übernehmen zu müssen. Schließlich wurden die gemalten Bilder in die Kulissen eingefügt.

Insgesamt wurden 65.000 Bilder auf über 1000 Leinwänden gemalt. Über 100 Maler arbeiteten an den Werken. Insgesamt wurde über 6 Jahre an dem Film gearbeitet. 2 davon, um die Bilder fertigzustellen. Die Inspiration, den Film komplett als Ölgemälde zu schaffen, war quasi ein Zitat van Goghs aus seinem letzten Brief an seinen Bruder: “Wel, de waarheid is, dat we niet anders kunnen spreken dan door middel van onze schilderijen“ (Nun ja, die Wahrheit ist, dass wir nicht anders sprechen können, als mithilfe unserer Werke).

Mir hat der Film sehr gut gefallen. Er ist spannend erzählt und durchaus auch für Zuschauer geeignet, die sich ansonsten nicht für Malerei interessieren. Die handelnden Personen sind sehr detailreich gestaltet und van Goghs Bilder bilden eine sehr schöne Hintergrundkulisse.

Juliane

 

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