Mittendrin Mittwoch #78

„Aber im Moment bist du die verdammte persische Königin, also rauf auf die Bühne und benimm dich königinnenlich.“

Ich ging auf die Bühne und benahm mich königinnenlich.

(Narren und Sterbliche, Seite 51)

In den letzten Monaten gab der Dienst meine Lektüren vor: Die Autoren und Autorinnen der Literaturtage und unserer Lesereihe „Ankommen hat viele Seiten“ boten ja auch hervorragenden Lesestoff. Aber nun im Urlaub will ich einfach nur einen gut geschriebenen Unterhaltungsroman zum puren Vergnügen lesen. Von meinem Spontankauf erwarte ich allerdings auch kaum weniger, stehen da doch zwei große Namen als Bürgen: Bernard Cornwell, der Meister des historischen Abenteuerromans, und ein Theatermann im London des Jahres 1595 namens Shakespeare.

Narren und Sterbliche / von Bernard Cornwell

Ein Schauspieler, der nur Frauenrollen spielen darf und der seinen geringen Lohn durch kleinere Diebstähle aufzubessern sucht. Auch der erfolgreiche Bruder macht es nicht einfacher, der Zwist zwischen Richard und William sitzt tief. Cornwell führt uns mit seiner Hauptfigur Richard Shakespeare in die ganz und gar nicht glamouröse Welt des elisabethanischen Theaters, in die verruchtesten Winkel der aufstrebenden Hauptstadt London und mitten in die  Entstehung und Erst-Inszenierung einiger der berühmtesten Theaterstücke der Weltliteratur.

Shakespeare und die Schauspieltruppe des Theatre sollen für die Familie ihres Sponsors ein aufwendiges neues Hochzeitsstück liefern. Doch das Manuskript wird gestohlen und ausgerechnet Richard soll seine zweifelhaften Talente einsetzen, um es rechtzeitig zurückzustehlen.

Für einen Vortrag hatte ich mich schon vor einigen Jahren ins London um 1600 begeben und in die Theaterwelt der Shakespearezeit eingelesen. Die Namen und Orte im Roman klingen vertraut. Die Abenteuergeschichte um die ungleichen Brüder ist erfunden, in Wahrheit wissen wir fast nichts über Will Shakespeare, seine Familie und sein Leben. Aber der historische Hintergrund ist gut recherchiert, Bernard Cornwell gibt in einem knappen Nachwort darüber Rechenschaft.

Eigentlich bin ich kein Fan von historischen Unterhaltungsromanen, die meisten sind mir zu flach und zu konstruiert. Aber dieser Autor erzählt kenntnisreich, spannend und mit Witz; die Story scheint vielversprechend und sein Schreibstil gefällt mir bisher.

Hier unsere Katalogdaten: Roman und Hörbuch sowie das englischsprachige Original als eBook.

HilDa

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

3 Gedanken zu “Mittendrin Mittwoch #78

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