Mittendrin Mittwoch #79

The memory of Tyler haunted me that winter. I remebered the day he left, how strange it was to see his car bumping down the hill loaded with boxes. I couldn’t imagine where he was now, but sometimes I wondered, if perhaps school was less evil than Dad thought, because Tyler was the least evil person I knew, and he loved school – loved it more, it seemed, than he loved us.

Educated von Tara Westover, Seite 60

Vor ein paar Wochen bin ich auf das Buch Educated von Tara Westover gestoßen (der deutsche Titel lautet Befreit – Wie Bildung mit die Welt erschloss). Nach einer kurzen Recherche in unserem Bibliothekskatalog, die ergab, das wir das Buch nicht haben, habe ich es mir in meiner Buchhandlung des Vertrauens bestellt. Einige Zeit, nachdem ich das Buch abgeholt hatte, sah ich es dann plötzlich doch bei uns liegen, im Regal mit den Neuzugängen. Da war ich wohl etwas zu ungeduldig. Das Buch erschien auf deutsch nämlich erst im September und ein bisschen Zeit braucht es schon, bis Medien bei uns bestellt, katalogisiert, foliiert und schließlich zur Ausleihe bereit sind.
Aber dafür habe ich das Buch jetzt auf Englisch, ich hatte mir sowieso vorgenommen, vermehrt auch Sachbücher in englischer Sprache zu lesen.

Worum geht es denn überhaupt in dieser Biografie? Die Autorin Tara Westover berichtet von ihrem ungewöhnlichen Bildungsweg. Aufgewachsen ist sie in den Bergen von Idaho in den USA mit ihren Eltern und sechs Geschwistern. Ihr Vater ist ein fundamentalistischer Mormone, der fest an das baldige Ende der Welt glaubt und deswegen Essen hortet und möglichst autark leben will. Seine Kinder will er nicht in die Schule schicken, da er davon überzeugt ist, das sie dort einer Gehirnwäsche unterzogen werden und hinter allem vermutet er die Illuminati. Das Unterrichten Zuhause, das Taras Mutter anfangs noch durchziehen möchte bleibt auch irgendwann aus.
Bisher beschreibt die Autorin ihre Kindheit. Ihr drittältester Bruder ist gerade von Zuhause fortgegangen um aufs College zu gehen, was dem Vater nicht sehr gut gefällt. Da auch die beiden älteren Brüder aus dem Haus sind und sich Taras ältere Schwester ebenfalls nur noch selten blicken lässt, müssen die drei jüngsten Kinder (Tara ist mit 10 Jahren die jüngste) auf dem Schrottplatz und dem Hof der Familie mitarbeiten. Beim Schrott sortieren, damit dieser später verkauft werden kann, lernt Tara schnell, immer auf der Hut vor herumfliegenden Schrottteilen zu sein, da ihr Vater diese gerne, ohne  auf seine Kinder zu achten, in die entsprechenden Tonnen wirft. Da muss man sich vor Verletzungen hüten, vor allem da ihr Vater natürlich auch niemals einen Arzt rufen würde.
Taras Versuche eigenständig zu lernen werden immer wieder von ihrem Vater verhindert, der sie vom Lernen und von Büchen fernzuhalten versucht, in dem er sie mit teils recht sinnlosen Aufgaben beschäftigt hält, wie zum Beispiel Bäume gießen während eines Regensturms.

Bisher finde ich es sehr interessant Tara Westover durch ihre Kindheit zu begleiten, in der sie immer wieder auf all die Begebenheit, die sie mit Bildung in Verbindung gebracht haben aber eben auch auf die vielen Umstände, die sie von der selben fern gehalten haben, eingeht. Ich freue mich darauf zu erfahren, wie sie es letztendlich schafft und vor allem, wie sie damit zurecht kommt, wenn sie dann schließlich doch zur Schule geht.
Es ist außerdem erschreckend zu lesen, wie einfach es für die Eltern von Tara scheinbar war, ihre Kinder nicht zur Schule zu schicken. Die vier jüngsten Kinder hatten auch Jahre lang keine Geburtsurkunden. Die besorgte Taras Mutter erst, als einer der Brüder einen Führerschein haben wollte, den er ohne Geburtsurkunde nicht bekommen konnte, da er ja praktisch nicht existierte.

Ich werde das Buch nun bestimmt schnell durchlesen. Wo ihr das Buch bei uns findet seht ihr hier. Wir haben es in deutscher Sprache im Bestand.

lga

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