Das war STADTRADELN 2019

Noch einmal STADTRADELN, ja. Wir sind Euch noch unsere Ergebnisse schuldig. Und ergänzend ein paar persönliche Eindrücke.

Das Team „Stadtbibliothek auf Rädern“ hatte 29 aktive Teilnehmer, das allein ist schon ein Rekord für uns. Gleich den ersten Stadtradeltag in Bielefeld begannen mehrere mit einer gemeinsamen Tour direkt nach Dienstschluss, Ausgangspunkt war also die Bibliothek am Neumarkt. Es ging nicht ganz 30 Kilometer durch den Bielefelder Grünzug – ohne großen Ehrgeiz, schön gemütlich und mit viel Spaß. Da kam prompt der Wunsch auf, ähnliches auch unabhängig vom Stadtradeln zu wiederholen.

An den restlichen Tagen fuhren wir nur noch virtuell gemeinsam, indem wir unsere jeweiligen Kilometer in die Team-Tabelle eintrugen. Der Teamgeist war aber offensichtlich eine ganz besondere Motivation: Für die insgesamt drei Wochen, in denen jeder Kilometer zählte, hatten wir ganz optimistisch die 4.000er Marke angepeilt – doch am Ende steht da in der Tabelle 9.079,8 km für unser Team! Allerdings hatten wir auch zwei echte Radprofis, die allein schon jeweils über 1.000 km gefahren sind; andere waren im deutlich hohen dreistelligen Bereich. Puh.

Also, ich bin froh, überhaupt eine dreistellige Zahl erradelt zu haben, das war mein bescheidenes Ziel; aber die erhofften 150 km, also 50 km pro Woche, habe ich knapp verfehlt. Nun, da bin ich nur mir selbst Rechenschaft schuldig – und eigentlich nicht mal das. Was zählt: Ich habe mich nach meinen kleinen Touren einfach gut gefühlt, habe Spaß gehabt und mich nach dem Dienst oder am Wochenende gut beim Fahren entspannen können.

Und ich hatte einige schöne Erlebnisse zwischendurch und konnte interessante Beobachtungen machen. Im Vorbeifahren habe ich einen Blick in Gärten und zu Balkonen hoch geworfen, um mir einige Anregungen zu holen. Auch die Natur bot kleine Schauspiele am Wegesrand: Da war die leicht nervöse Entenmutter, die ihre neugierig umherpaddelnden Gösselchen zusammenhalten musste und mich offensichtlich irritierend fand. Oder im Park das Schwanenpaar mit seinen Kindern: Er behielt die menschlichen Zuschauer im Auge und mit drohendem Fauchen notfalls auch auf Abstand, während Mutter Schwan auf die verfressenen Kleinen achtete.
An einer schmalen Stelle schwirrte eine blauschimmernde, erstaunlich große Libelle genau in Kopfhöhe auf der Stelle und zwang mich zum Bremsen und Absteigen; sie flog einen großen Kreis um mich herum, stand noch zwei, drei Sekunden im Sonnenlicht und – war dann einfach weg.
An anderer Stelle stand ein Reiher einbeinig im Wasser, unbeweglich glaubte er für uns unsichtbar zu sein; als er dann aber unsere Aufmerksamkeit spürte, drehte er sich gaaanz langsam um, als wollte er sagen „ihr könnt mich mal, ich habe doch keine Angst vor euch“.
Kurz zuvor war schon ein Fasan blitzschnell ins Gebüsch geflüchtet, so dass ich fast nur die schönen langen Schwanzfedern kurz zu sehen bekam.

Ich habe Ecken in Bielefeld entdeckt, die ich bisher noch nicht kannte, nette Menschen getroffen, die mir für die Vorbeifahrt Platz machten oder nett grüßten, weil ich ihnen den Vortritt, die Vorfahrt ließ.
Nun ja, und ich habe vielleicht einige Gramm Mücken verschluckt.

Nebensonne über Bielefeld

Höhepunkt war eine sogenannte Nebensonne an einem Abend der letzten Woche. Das Foto gibt leider nur einen schwachen Eindruck, aber die regenbogenähnlichen Farben sind zu erkennen. Was eine Nebensonne ist und wie dieses Phänomen entsteht, ist auf Wikipedia gut erklärt.

Drei Wochen Stadtradeln sind um, der Anreiz ist da, öfter einmal eine zusätzliche Radfahrt nur zur Entspannung und zum Spaß zu machen, zumindest solange es noch hell genug dafür ist. Vielleicht auch mal wieder im Team, da müssen wir nicht erst ein Jahr warten, liebe KollegInnen.

Nur sollte ich langsam mal mein Fahrrad putzen, das sieht nach den Fahrten während der staubtrockenen Tage nämlich aus, als wäre ich durch die Wüste gekurvt.

HilDa

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