Acrylic Pouring

Im letzten Sommer bin ich bei YouTube auf ein Video zum Acrylic Pouring gestoßen. Das bunte Vorschaubildchen fand ich erstmal etwas irritierend. Ging es dabei jetzt wirklich nur darum Acrylfarbe auf Leinwände zu kippen? Nachdem ich das Video tagelang vorgeschlagen bekommen habe, siegte letztendlich meine Neugier. Und tatsächlich geht es dabei darum Acrylfarbe auf Leinwände zu gießen. Je mehr Videos ich dazu gesehen habe, desto mehr wurde aber auch klar, dass schon mehr dabei ist als nur fünf Farben auf eine Leinwand zu kippen und dass es verschiedenste Techniken gibt. Letztendlich sind die Ergebnisse aber dennoch immer zum Teil dem Zufall geschuldet.

Das Ganze fand ich immer faszinierender und so machte ich mich in einer Mittagspause auf den Weg zum idee Creativmarkt in der Bielefelder Altstadt – und lief dort prompt an einer Warenausstellung genau zum Thema Acrylic Pouring vorüber. Das scheint wohl momentan im Trend zu liegen. Dort waren schon einige der Zutaten versammelt, nur die Farben musste ich noch auswählen.
Am nächsten Morgen in der Bibliothek, beim Rücksortieren der Medien, hatte ich den Wagen mit den Kunstbüchern erwischt. Ich stellte gerade ein Zeichenbuch zurück als ich plötzlich in der Auslage ein Buch mit bunten Farbschlieren auf dem Cover vor Augen hatte. Beim schnellen durchsehen der Gruppe entdeckte ich dann gleich noch ein zweites Buch zum Acryl gießen. Diese beiden wanderten schnell auf mein Ausleihkonto und ich war gewappnet fürs Wochenende, wo ich das Acryl gießen nun selbst ausprobieren wollte.

Das Wochenende war etwas regnerisch, deshalb kam der Garten nicht in Frage (das Haus fiel sowieso schon raus, da wären nachher wahrscheinlich sämtliche Oberflächen mit Farbe bekleckst gewesen). So suchte ich mir ein Plätzchen im Carport und trug alles Nötige herbei.

Tatsächlich habe ich dann einfach ohne großen Plan angefangen, mit den YouTube Videos und den Anleitungen aus den beiden ausgeliehenen Büchern im Hinterkopf. Und war sehr fasziniert, wie vor meinen Augen bunte Bilder entstanden. Farben auswählen, anrühren, zusammengießen, auf die Leinwand stülpen oder gießen – dabei entstand eine unglaubliche Sauerei. Sowohl ich als auch der Boden waren mit bunter Farbe dekoriert. Glücklicherweise ließ sich der Boden wieder sauber schrubben. Abhilfe hätten wohl ein paar Zeitungen auf dem Boden gebracht. Wer keine farbigen Hände bekommen möchte sollte sich vielleicht auch noch Handschuhe besorgen, ohne geht es aber auch (man muss halt nur ein bisschen Zeit fürs Händewaschen einplanen).

Leinwände hatte ich noch genug stehen, und so lagen zum Schluss 6 bunte Bilder im Carport verteilt. So viele hatte ich eigentlich gar nicht machen wollen aber da ich so viel Spaß hatte, fiel mir das Aufhören etwas schwer und ich habe gefühlt den halben Tag mit Farbe um mich geworfen.

Es sind vielleicht nicht ganz so tolle Bilder wie in den Vorlagen gezeigt entstanden, aber im Großen und Ganzen bin ich doch recht zufrieden mit den Ergebnissen. Die Leinwände auf denen nicht ganz so viel los ist, kann ich bestimmt noch etwas aufpeppen. Zum Beispiel als Hintergrund, um Fotos darauf anzubringen (was bestimmt auch eine gute Geschenkidee ist) oder um zum Beispiel einen schönen Spruch drauf zu pinseln.

So viel Spaß das Ganze auch macht – mein neues Hobby kann es wohl nicht werden. Man verbraucht nämlich schon extrem viel Farbe, ich war richtig überrascht, dass meine ganzen Tuben zum Schluss so leer waren. Um das regelmäßig zu machen, wäre mir das schon wieder eine zu große Verschwendung und auch wohl zu teuer. Außerdem muss ich mit den ganzen Bildern ja auch irgendwo bleiben. 🙂

Einen zweiten Versuch habe ich einige Wochen später aber dennoch gewagt und hatte wieder genauso viel Spaß. Sobald draußen wieder wärmeres und schöneres Wetter herrscht werde ich es bestimmt auch noch ein drittes Mal ausprobieren.
Wer übrigens umsichtiger ist als ich, kann das Ganze mit etwas Sorgfalt bestimmt auch im Haus umsetzen, da ich mich aber kenne, möchte ich das lieber nicht riskieren.

Für alle, die jetzt neugierig sind, was man fürs Acryl gießen so braucht, hier eine kleine Liste:

  • verschieden farbige Acrylfarbe
  • Pouringmedium
  • Silikonöl
  • destilliertes Wasser
  • Holzstäbchen
  • Becher (Beim ersten Versuch nahm ich Plastikbecher. Ich hatte die Vorstellung diese am Ende einfach auszuwaschen, habe sie aber wohl in zu heißes Wasser getan, sodass sie alle verformt waren und dann leider doch im Müll landeten. Für Versuch Nr. 2 habe ich einige Zeit Jogurth-Becher und ähnliches gesammelt, mit denen ging es genauso gut.)
  • Küchentücher
  • ggf. Handschuhe
  • Kleidung, die Farbe abbekommen darf
  • Zeitungspapier oder ähnliches, um alles was nicht farbig werden darf auszulegen
  • Spachtel

Den Arbeitstisch und alle Flächen in der Nähe mit alten Tischdecken oder Zeitungspapier auslegen.
Die Farben werden jeweils mit dem Pouringmedium und einem Schuss Wasser angerührt. Für das perfekte Mischverhältnis habe ich auch schon verschiedenste Zusammensetzungen gesehen, da heißt es dann testen, was für einen selbst am besten passt. Dazu kann man dann in die verschiedenen Farben noch ein paar Tropfen Silikonöl geben. Das sorgt dafür, dass die Farben Zellen bilden (was bei mir allerdings eher mäßig geklappt hat). Zum umrühren eignen sich Holzspatel sehr gut (wie in einem der Bücher empfohlen, habe ich diese in der Apotheke besorgt).  Anschließend beliebige Farben zusammen in einen Becher gießen und danach auf die Leinwand stülpen (gerade hierfür fand ich die beiden Anleitungsbücher aber auch YouTube sehr hilfreich, da man eine Vorstellung davon bekommt, auf welche unterschiedlichen Arten man die Farben zusammen rühren und auf die Leinwände gießen kann.)

Danach wird die Farbe durch schwenken der Leinwand auf dieser verteilt. Dabei kann man auch noch ein bisschen beeinflussen, wie sich das Bild entwickelt. Und dabei landet ganz viel Farbe auf dem Tisch. Mit einem Spachtel habe ich diese so gut es ging in einem Becher gesammelt. Zum Schluss war jeweils ein ganzer Becher voll mit überschüssiger Farbe, aus der ich dann noch ein letztes Bild gegossen habe. Beim ersten Mal kam dabei ein eher eintöniges Bild heraus, beim zweiten Mal war ich richtig überrascht, wie toll das Ergebnis aussah.

Spannend ist auch, wie manchmal Farben einfach so verschwinden. Bei dem zweiten Restebild habe ich zum Beispiel noch übrig gebliebene orange Farbe mit hinein gegeben. Die hat sich allerdings entschieden unsichtbar zu bleiben, nur an einer kleinen Stelle zeigt sie sich etwas … 🙂

Das erste recht langweilige Restebild

Restebild Nr. 2 sieht viel interessanter aus.

Zum Schluss müssen die Bilder noch trocknen. Das dauert ein paar Tage wegen der vielen Farbe auf den Leinwänden. Nach dem sie vollständig getrocknet waren, habe ich sie vorsichtig gereinigt und dann noch mit einem Sprühlack versehen, der das Bild schützen und die Farben besser zur Geltung bringen soll.

Ich hatte bei der ganzen Sache auf jeden Fall richtig viel Spaß. Wenn ich das weiterhin ab und an mal mache, sollte ich allerdings anfangen zu Weihnachten nur noch bunte Leinwände zu verschenken, sonst stapeln die sich demnächst bei mir… 🙂

Diese Bücher zum Thema gibt es bei uns im Bestand:

Diesen YouTube-Kanal fand ich besonders interessant, man findet aber auch darüber hinaus viele weitere Anleitungen.

lga

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