Buchtipp: Das NEINhorn

Muss ich dieses Buch noch empfehlen? In meinem Freundeskreis wird es längst überall herumgereicht, war ein beliebtes Geschenkbuch – und zwar unter Erwachsenen, auch wenn es ein Kinderbilderbuch ist. Ja, natürlich haben auch Kinder ihre Freude am NEINhorn (Katalogdaten zu Buch und Hörbuch hier), aber eben auch die Erwachsenen, egal ob beim Vorlesen, gemeinsam Lesen oder selbst Entdecken. Die herrlichen Sprachspielereien waren bei uns sogar schon Partygespräch.

Aber wen wundert’s, spätestens wenn der Name des Autors fällt, ist alles klar: Marc-Uwe Kling (Katalogdaten zu seinen Werken in der Stadtbibliothek hier) ist längst berühmt für seine Känguru-Chroniken, Bestsellerautor mit „Qualityland“ und jetzt eben ein Kinderbuch, das genauso wenig in ein Schema passt wie sein Känguru – dafür ist es aber schön illustriert von Astrid Henn.

Nun ja, das NEINhorn will ja auch schlichtweg nicht in irgendein Schema passen. Alle rosa und regenbogenbunten Einhörner wissen, was sich für Einhörner gehört. Alle. Nur das NEINhorn tanzt aus der Reihe. Immer. Ja, es ist ein wenig anstrengend. Aber irgendwie kann man es auch verstehen, denn die ewig gut gelaunten, plüschig-langweiligen anderen Einhörner mit ihrem Anspruch, alles müsse immer auf diese eine Art geschehen, können auch nerven. Wie gut, dass es da noch andere Wesen gibt, die auch so ihre Eigenarten haben: der nie richtig zuhörende WASbär zum Beispiel oder der NAhUND, dem einfach alles egal zu sein scheint.

An diesen Namen erkennt man schon, der Autor liebt das Spiel mit Sprache; seine Einfälle wirken nur auf den ersten Blick schlicht – aber die Phantasie kennt keine Grenzen. Und die schönste Stelle im Buch ist sowieso der Aufruf an die kleinen und großen Leser, weitere seltsame Wesen zu erfinden. Das macht nicht nur Kindern Spaß.

Für mich die größte Freude ist aber das laute Lesen, um dabei die kleinen Minidramen zwischen den unterschiedlichen Charakteren mit je eigenen Stimmen und Stimmungen zu interpretieren: Nein! – Waaas? – DOCH! – Na und?

Daraus kann man vielleicht auch ein Spiel entwickeln: Einer stellt Fragen und der andere antwortet motzig mit Variationen von „Nein“; geht auch mit mehreren Mitspielern, die dann die Eigenarten anderer Figuren nachahmen. Das ist so einfach, dass auch Kinder mitmachen; das könnte aber auch zu einem Improvisationsspiel mit Sprache und Betonung für Amateurdarsteller ausgebaut werden.
Oder gar zu einem Partyspiel.
Ach, nur so eine alberne Idee aus dem einsamen HomeOffice zu Coronazeiten. Ich mag nämlich keine Partyspiele.
NEIN!

Damit die Erwachsenen nicht immer das NEINhorn-Bilderbuch aus der Kinderbibliothek für sich blockieren, kaufen wir noch ein Exemplar für den Bereich Comics für Erwachsene. Und wenn Ihr das unpassend findet, ist mir das doch egal!
WAS? – NA UND!

HilDa

2 Gedanken zu “Buchtipp: Das NEINhorn

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