Buchtipp: 1918 – Die Welt im Fieber

2018 gab es ein Jubiläum. 100 Jahre waren nach dem Ausbruch der Spanischen Grippe 1918 vergangen. Passend dazu erschien ein Buch, dass die Spanische Grippe und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft beleuchtet.

1918 – Die Welt im Fieber von Laura Spinney ist eins dieser Bücher, dass mir in der Bibliothek immer wieder in die Hände fällt und scheinbar unbedingt von mir gelesen werden will. Dieses Jahr hat es dann endlich geklappt. Und da wir uns bekanntlich momentan ebenfalls in einer Pandemie befinden, blickt man ganz anders auf die Schilderungen dieser vergangenen Pandemie.

Laura Spinney erzählt uns die Geschichte der Spanischen Grippe. Wie sie sich ab 1918 über die Welt ausbreitete, welche Orte besonders schlimm betroffen waren und welche auch nicht. Warum es eigentlich „Spanische Grippe“ heißt und warum dieser Name nicht zutreffend ist. Und Spinney analysiert die Auswirkungen der Spanischen Grippe auf die damalige Gesellschaft. Dabei findet natürlich ein anderes Ereignis immer wieder Erwähnung – der Erste Weltkrieg. Spinney versucht die Auswirkungen dieser beiden Ereignisse auseinanderzudröseln. Gar nicht so einfach, da der Erste Weltkrieg schon damals viel mehr in der Erinnerung verankert war. Spinney stellt zwar fest, dass in den letzten Jahren ein vermehrtes Interesse an dieser Pandemie, die 1918 über die Welt hereinbrach, besteht – aber so richtig aus dem Schatten des Ersten Weltkriegs ist sie bisher nicht herausgetreten. Und das, obwohl schätzungsweise zwischen 50 und 100 Millionen Menschen an der Spanischen Grippe starben – zum Vergleich: im Ersten Weltkrieg starben 17 Millionen Menschen. Und tatsächlich weiß ich noch, dass mich diese Zahlen sehr erschreckt haben, als ich das erste Mal von der Spanischen Grippe las. Da war ich doch erstaunt, dass ich von dieser Pandemie, die so vielen Menschen das Leben kostete, so viel weniger gehört hatte, als vom Ersten Weltkrieg. Laura Spinney versucht diesen Umstand, dass die Spanische Grippe so lange eine Randnotiz der Geschichte war, zu erklären.

Mir hat das Buch die Spanische Grippe auf jeden Fall anschaulich näher gebracht. Natürlich können viele Informationen heute, nach gut 100 Jahren, nicht mehr letztlich verifiziert werden. Aber die verschiedenen Vermutungen und Theorien werden vorgestellt und erläutert.

Besonders interessant las sich der Ausblick zum Ende des Buches. Wann wird es die nächste gefährliche Grippepandemie geben? Oder wird es einen anderen Erreger geben, der eine Pandemie auslöst? Äh, ja… Hätte ich das Buch tatsächlich schon das erste Mal, als es mir in die Hände fiel, gelesen, hätte mich die ganze Coronageschichte vielleicht ein kleines bisschen weniger überrascht.

Wer sich also mal mit einer anderen Pandemie als der aktuellen beschäftigen möchte, dem sei 1918 – Die Welt im Fieber sehr empfohlen. Hier geht es zu den Katalogdaten.

lga

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