Zora del Buono: Die Marschallin

Literaturtage Bielefeld 2021
„Vom Wunsch anzukommen“

Einen lebenssatteren Roman mit interessanteren Figuren kann man derzeit kaum finden.

Elke Heidenreich

Zora del Buono schreibt über Zora del Buono. Aber sie schreibt nicht über sich, sondern über ihre gleichnamige Großmutter – die Marschallin! Den Namen bekam diese für ihre Verehrung des Marschalls Josip Broz Tito. Gleichzeitig spiegelt diese Titulierung auch ihre herrische Seite wieder, denn Zora del Buono war eine streitbare, eine widersprüchliche Frau. In ihr vereinten sich ganz unterschiedliche Begabungen und Eigenschaften. Sie war klug und kühn, eigenwillig und charismatisch, großzügig und gleichzeitig beängstigend. Geboren wurde sie vor dem ersten Weltkrieg in einem kleinen Ort in Slowenien. Dort lernte sie ihren späteren sizilianischen Ehemann, den Radiologie-Professor Pietro del Buono kennen. Sie folgte ihm nach Bari in Italien. Dort führten die beiden, obgleich überzeugte Kommunisten, ein großbürgerliches Haus mit Angestellten, großen Gesellschaften und einer angeschlossenen Privatklinik. Zora rieb sich an ihrer tradierten Frauenrolle, wollte nicht ausschließlich Mutter sein, wollte gestalten. So entwarf sie die eigene Villa – modern und schnörkellos, verbündete sich während des Krieges mit Partisanen, leistete vehementen Widerstand gegen Mussolinis Faschismus, dominierte das Leben ihrer Brüder und drei Söhne. Gleichzeitig war das Schicksal dieser unbeugsamen Frau geprägt von entsetzlichen Verlusten. Es scheint, als läge ein Fluch über der Familie und damit nicht genug, auch ein fatales Familiengeheimnis.

Zora del Buono ist Schriftstellerin, Architektin und Mitbegründerin der Zeitschrift „mare“. Sie lebt in Zürich und Berlin.

(Text aus dem Programmheft zur Veranstaltungsreihe)


Die Katalogdaten zu den Werken von Zora del Buono im Bestand der Stadtbibliothek findet Ihr hier.

Eine Literaturliste als PDF haben wir auch:

Die web-Adresse von Zora del Buono findet Ihr hier.

Der Roman wurde oft im Feuilleton besprochen, einige Rezensionen haben wir verlinkt:

Im Literaturclub des SRF-Kultur diskutierten vier Literaten am 6.10.2020 über den Roman; mit einer kurzen Lesung durch den Schauspieler Thomas Sarbacher. (Video, insgesamt etwas mehr als 11 Minuten)

Marie Sagenschneider interviewte die Autorin auf dem Blauen Sofa des ZDF am 16.10.2020 (Video, 16 Minuten; in der Mediathek nur noch verfügbar bis 16.10.2021).

Dienstag, 5. Oktober, 20 Uhr
Stadtbibliothek, Neumarkt 1
Einlass: 19.30 Uhr, Beginn: 20.00 Uhr
Moderation: Angelika Teller
Musikalische Begleitung: Valentin Katter, Gesang und Trompete; Leon Brames, Schlagzeug; Milan Böse, Bass
Eintrittspreis: 10,– €, ermäßigt 6,– €, Livestream 2,– €

In Kooperation mit dem Verein der Freunde und Förderer der Stadtbibliothek Bielefeld, e.V.

Zum Online-Ticketverkauf

Zur Livestream-Buchung

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