Kinderbücher von Sasa Stanisic

Dass Saša Stanišić ein großartiger Erzähler ist, wissen wir nicht nur von seinen Romanen. Wir durften ihn einige Male in Live-Veranstaltungen auf der Bühne erleben, wie er aus seinen Büchern nicht etwa vorliest, sondern fast frei erzählt und sein Publikum in den Bann zieht. Da kann ich mir auch gut vorstellen, wie er mit seinem Sohn zusammen fabuliert und phantastische Geschichten für ihn und auch mit ihm zusammen erfindet. Nun, er hat einige davon auch für uns aufgeschrieben und zusammen mit der Illustratorin Katja Spitzer ein Kinderbuch zum Vorlesen und Zuhören daraus gemacht.

Buch und Hörbuch "Hey, hey, hey, Taxi!" von Sasa Stanisic, beide stehen auf einer Fensterbank; durch das Fenster sieht man Bäume und Gebäude

„Hey, hey, hey, Taxi!“ ist quitschebunt, nicht nur die Bilder, auch und vor allem die Geschichten. Auf der Suche nach einem Vorlesebuch für unsere Kinderveranstaltungen habe ich mir das Buch gleich gekauft, als ich davon hörte. Und dachte dann beim Lesen des „Vorortes“ (kein Schreibfehler!) etwas enttäuscht: Das ist vielleicht doch nicht das richtige.

Saša Stanišić empfiehlt, seine Geschichten als lose Vorgaben zu nutzen, da er sie ja speziell für seinen Sohn verfasst hat und sie aus seinen Erfahrungen leben; jeder Vorleser möge sie verändern und Variablen aus der eigenen Welt und der seiner Zuhörer daraus machen. Da ich aber normalerweise eine Vorleserin bin, die sehr am vorgegebenen Text klebt, schien dieses Konzept für mich weniger geeignet. Trotzdem habe ich es ausprobiert: Ich habe meinen Vater gebeten, den Zuhörer zu spielen und mir zu sagen, ob meine kleinen Improvisationsversuche ausreichen.

Was soll ich sagen: Ich liebe diese verrückten Geschichten, und meinem Vater gefiel es auch.

Da kommt ein Taxi, um den Ich-Erzähler abzuholen, denn er muss dringend irgendwohin: zum Hafen, zum Bahnhof, ja einmal auch in die Bibliothek. Aber am Ende jeder Geschichte kehrt er zurück: nach Hause zu dir – also zu dem Sohn des Erzählers, der immer wieder direkt angesprochen wird.

Tja, es ist klar, dass ich dieses Geschichtenende für ein Vorlesen vor vielen Kindern nicht verwenden kann. Dass viele Taxifahrten zu Orten aus Hamburg führen, stört nicht. Warum soll man die Kinder nicht mit auf eine Reise in eine andere Stadt nehmen? Ich würde mir eine kleine Einleitung einfallen lassen, vielleicht in Form einer neuen Rahmenhandlung. Und ich müsste mir die passenden Geschichten aussuchen und so ein Vorleseprogramm für ca. 20-30 Minuten erstellen. Das Einbeziehen der zuhörenden Kinder und das dafür notwendige Improvisieren werde ich üben müssen. Vielleicht hilft mir wieder mein Vater dabei. Aber die fantastisch-skurrilen Abenteuer mit den Schrumpfpiraten oder den auf einer Riesenwelle surfenden Bienen, mit einem kleinen Riesen namens Riesling oder einem Käsetaxi mit Maus als Fahrerin, von der man sich sogar bis zum Mond kutschieren lassen kann – ja, das ist es wert, ich will einmal etwas anderes ausprobieren, als nur Wort für Wort abzulesen.

Meine Kolleginnen haben sich übrigens in das Hörbuch hineingehört und begrüßen mich schon lachend mit „Odjo, odjo!“ – Das ist ein Zitat und gehört zu einer der lustigsten Figuren im Buch – natürlich ein Taxifahrer, einer von vielen. Mehr verrate ich jetzt aber nicht.

Und wenn Ihr glaubt, ich hätte hier schon die verrücktesten Figuren aufgeführt, dann ruft Euch selber ein Taxi und fahrt mit Saša Stanišić und seinem Sohn in alle Richtungen, die die Fantasie so zulässt: Ihr werdet Euch wundern. Hey, hey, hey Taxi! (Katalogdaten hier)

Mittlerweile gibt es schon ein neues Kinderbuch von Saša Stanišić. Prompt sind wir mitten in der Pandamie. 😉 Ha! Nein, wieder kein Schreibfehler. Da sind nämlich Panda-Bären mit ihrer Lieblingsspeise Bambus. Doch ein Panda aus China, der natürlich Nicht-Peter heißt, weil Pandas aus China natürlich nicht Peter heißen, macht die großartige Entdeckung, dass man mit Bambus auch Töne erzeugen kann: Musik. Und mit mehreren zusammen macht das Musizieren richtig Spaß. Also wird eine Panda-BPand gegründet. … – Damit wäre schon mal das Wortspiel im Titel erklärt. In der Geschichte gibt es noch mehr von diesen Sprachspielereien und vom umwerfend-fantasiereichen Humor des Saša Stanišić.
Sicher demnächst auch in der Stadtbibliothek.

Kinderbuch "PandaPand: Wie die Pandas mal Musik zum Frühstück hatten" von Sasa Stanisic

Nachtrag 30.11.2021: Ja, Buch und Hörbücher der „PandaPand“ sind geliefert,
müssen zum Teil aber noch eingearbeitet werden.
Hier findet Ihr die Katalogdaten.

Am 19. November 2021 ist übrigens der Bundesweite Vorlesetag.

Was auch immer Ihr heute vorlest, ob herrlich verrückt oder knuddelig-verspielt, habt viel Spaß dabei. 😉

HilDa

Logo für den Bundesweiten Vorlesetag

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