Bibliotheksgeschichte(n) – Oh, was ist das?

Ein weiteres Artefakt aus dem kleinen Museum des Kollegen. Sieht ein bisschen aus wie ein Eiskratzer, oder? 😉

Nein, das kleine Ding macht den Bildschirm des PCs sauber. Quasi ein „Staubkratzer“. Unser Bibliothekssystem, Bibliotheca, haben wir früher von der Firma „Bond“ bezogen. Da gab es dann eben so ein nettes Teil dazu. Um das Jahr 2000 herum muss das gewesen sein. Ich finde es irgendwie ganz niedlich, ob wohl es in die Kategorie „Klüngelkram“ gehört, welcher ganz schnell in den Tiefen der Schreibtischschublade verschwand – und möglicherweise nie benutzt wurde.

kwk

Bibliotheksgeschichte(n) – Das Rechnungsbuch

Zeit für die Bibliotheksgeschichte(n)!

Da wartete doch ein neues Objekt im „Museum“ meines Kollegen auf mich. Ich nenne es mal „das Rechnungsbuch“. Keine Ahnung, ob man das wirklich so genannt hat. Jedenfalls geht es bis 1976, ist also schon etwas älter und mit diesem wunderbar auffälligen Aufkleber versehen, seht selbst:

In diesem Buch wurden damals alles mögliche an Ausgaben verzeichnet, in DM versteht sich. 🙂 Seien es Ausgaben der Fernleihe für den Postversand, Handkassen oder Rechnungen, die Karstadt von uns beglichen haben wollte.

Am Ende des Jahres erfolgte dann die große Rechnerei und es musste natürlich alles gegenzeichnet werden. Ordnung muss sein. Irgendwann hat auch diesen Part die EDV übernommen. Aber ich muss schon sagen, damals wurde viel Wert auf sauberes Schreiben und Ordentlichkeit gelegt. Nicht auszudenken, wenn jemand ein Sternchen hier und ein Sternchen dort eingefügt hätte, man wäre vermutlich mit den Ein- und Ausgaben ganz schön ins Schleudern geraten! Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich kann mir stundenlang schön von Hand geschriebene Seiten anschauen. Auch ohne genau zu wissen, worum es eigentlich geht. 😉

 

kwk

Bibliotheksgeschichte(n) – Die Urica-Datenbank

Im letzten Beitrag hatte ich euch die Bandkataloge gezeigt und ein bisschen erklärt. Darauf folgte der Zettelkatalog, zu dem ich in einem anderen Beitrag auch noch kommen werde. Heute begebe ich mich auf ein für mich noch unbekannteres Terrain. Wir befassen uns heute mit der URICA-Datenbank, dem Nachfolger des Zettelkatalogs. Der Beitrag ist etwas technisch angehaucht, aber auch das gehört eben zu uns. 🙂

Gehört hatte ich das Wort „URICA“ wohl schon, allerdings nur in Gesprächen, die in etwa so lauteten: „Ja, und dann bekamen wir URICA und alles wurde umgestellt…“. Das half mir nur bedingt weiter, also machte ich mich auf die Suche nach mehr. Glücklicherweise vergessen die Kolleg*innen und das Internet nie- einige Telefonate mit der EDV-Abteilung und ein Artikel der „Computerwoche“ aus dem Jahr 1986 verhalfen mir zu mehr Wissen.

Mit der URICA-Datenbank starteten wir 1984, übrigens als erste Bibliothek in Europa. Der Server hatte einen Hauptspeicher von sage und schreibe 1 MB und ein Festplattenlaufwerk mit einem Speichervolumen von 256 MB. Entwickelt wurde die Datenbank vom Flugzeughersteller McDonnell Douglas (MDD) in den USA und war zunächst nur auf anglo-amerikanische Bibliothekssysteme ausgerichtet. Diese Datenbank löste den alten Zettelkatalog nach und nach ab und war der Vorläufer unseres jetzigen Bibliotheca-Systems. Die Oberfläche am PC sah wie eine DOS-Oberfläche aus, schwarzer Bildschirm mit grüner Schrift. Das Ganze war nur über die Tastatur zu bedienen, zur Ausleihe oder Rückgabe von Medien drückte man eine der „F“-Tasten und dann konnten über den Scanner der Barcode der Medien und des Ausweises erfasst werden. Konkreter Umstellungsanlass war die Eröffnung einer weiteren Stadtteilbibliothek und man wollte in die etwas veraltete Technik kein Geld mehr investieren. Zusätzlich zu unserem Bestand wurde der Medien- und Buchbestand des Stadtarchivs mit eingepflegt und wir konnten sozusagen Bestandsübergreifend recherchieren.

Doch zunächst musste der gesamte (!) Bestand mit seinen bibliografischen Daten (Titel, Sachtitel Autoren, Übersetzer, Urheber, Herausgeber, Seitenzahlen, Fußnoten, Schlagwörter, Verleger, Serientitel usw.) erfasst werden. Ein ganzes Team außerplanmäßig eingesetzter Mitarbeiter war damit beschäftigt, von denen viele anschließend bei uns bleiben konnten. 🙂

Das Nachfolgeprodukt von URICA, welches dann von MDD angeboten wurde war HORIZON, welches u.a. die Stadtbibliothek Dortmund einige Jahre noch genutzt hat. Wir haben uns aber dagegen entschieden. 1996 folgte BIBLIOTHECA, damals von der Firma Bond, heute ist der Anbieter OCLC. Und damit schließt sich der Kreis, denn OCLC ist heute in den USA wie damals MDD groß vertreten.

Ich habe leider kein Bild zu URICA – nur diesen Ordner, in dem damals das Benutzerhandbuch abgeheftet war…

kwk

 

 

Bibliotheksgeschichte(n) – Das Bücherverzeichnis

Wie haben die Leser unserer Bibliothek vor 100 Jahren bestimmte Bücher finden könne? PCs gab es damals bekannterweise noch nicht. Beim Stöbern durch die Regale in unserem kleinen Museum fiel mir ein ziemlich altes Buch auf. Es entpuppte sich als ein Nachtrag von 1920 zu einem Bücherverzeichnis:

Zugegeben – ein bisschen habe ich im Nachhinein recherchieren müssen, was ein Bücherverzeichnis überhaupt ist (obwohl ich mir das schon irgendwie dachte, der Name spricht ja für sich). Also bin ich in die Magazinräume gestiefelt und habe mir das Hauptwerk von 1915 angesehen:

Überraschung, es sieht nicht viel anders aus, es ist nur fünf Jahre älter als der Nachtrag. Nun, was ist denn überhaupt ein Bücherverzeichnis?

Diese Kataloge haben die Form eines großen Buches, in dem die Werke einer Bibliothek nacheinander aufgeführt sind. Die Titel wurden in alten Verzeichnissen per Hand eingetragen. Zur Eröffnung der Bielefelder Bücherei 1905 erschien bereits das erste Verzeichnis mit 94 Seiten. Nach zehn Jahren hatte es 472 Seiten und bis 1930 wurden drei Nachträge herausgegeben. Und so sah eine Seite aus der Rubrik „Geographie und Reisen“ darin aus:

Wie ihr sehen könnt, ist da nicht wirklich Platz für Änderungen oder Nachtragungen. Also wurden an manchen Stellen Zettel zwischen die Seiten gelegt, auf denen weitere Bücher vermerkt werden konnten. Wurde nun ein Nachtrag gedruckt oder handschriftlich verfasst, bekamen die Bücher auf den Zetteln auch einen Platz im Katalog.

kwk

Haben Sie nächste Woche geschlossen?

Update: Wir bleiben auch im November offen! Wir bitten euch weiterhin, die geltenden Hygienemaßnahmen zu beachten und eure Aufenthalte bei uns zu reduzieren. Gemeinsam schaffen wir das!


Tja, das wissen wir selber noch nicht so genau. Für die Statistik führen wir jeden Tag Strichlisten, wie viele Auskünfte wir erteilt haben. Am Empfang haben wir die Strichliste heute Mittag mal aufgeteilt in „Auskünfte“ und „Haben Sie nächste Woche geschlossen?“. Weil uns letztere Frage überproportional häufig gestellt wird.

Gerne würden wir euch da schon eine klare Antwort geben, das ist ja schließlich eine berechtigte Frage. Explizit werden Bibliotheken in den neuen Vorgaben nicht erwähnt. An einer Stelle ist nur von „ähnlichen Einrichtungen“ die Rede. Daher müssen wir abwarten, welche Beschlüsse das Land und auch die Stadt Bielefeld treffen.

Wir hoffen, dass wir euch dann Anfang nächster Woche hier genauere Infos mitteilen können.

Bis dahin stricheln wir noch ein bisschen weiter auf unserer Liste. 🙂

Bibliotheksgeschichte(n) – der „Wunsch-Zettel“

Zum Wochenende- ein klitzekleiner Beitrag aus der Bibliotheksgeschichte.

Heute laufen die Anschaffungsvorschläge meistens in digitaler Form bei uns auf, früher gab es diese netten Zettel. Dort konnte das gewünschte Buch vermerkt werden und dann nahmen die Dinge ihren Lauf. Damals hießen wir noch „Stadtbücherei“. Die Öffnungszeiten sind sehr interessant und nicht ganz leicht zu merken. 😉

„Wünsch dir was“ aus den 1960er-1970er Jahren:

 

kwk

Bibliotheksgeschichte(n) – Das Berichtsheft

In meinem Betrag „Bibliotheksgeschichte(n)“ hatte ich ja schon darauf verwiesen, dass ich mir einzelne Sachen aus der Historie unseres Hauses einmal vornehme und etwas näher darauf eingehe.

Los geht es mit einem Berichtsheft. Während der Ausbildung hat man ein Berichtsheft zu führen, ob es einem gefällt oder nicht. Ich habe es auch noch handschriftlich gemacht, ein paar Jahre später kam dann aber die Ausfüllvariante am PC. Das Berichtsheft dient als vollständiger Nachweis über die Ausbildung. Man hält jeden Tag kurz fest,  was man an diesem Tag gemacht hat. Der Ausbilder/die Ausbilderin muss es in regelmäßigen Abständen gegenlesen und unterzeichnen. Früher mussten auch noch zusätzlich Abteilungsberichte geschrieben werden, also am Ende der Zeit in einer Abteilung wurde vom Azubi ein großer Bericht  über die Arbeit dort verfasst.

Dieses Berichtsheft stammt aus dem Jahre 1966. Ihr seht, Vordrucke gab es damals noch nicht. Es wurde auf einfachem Papier geschrieben und in einem Aktenordner abgeheftet.
Was sehr interessant ist- zusätzlich zu den Berichten aus den Abteilungen wurde ebenfalls darüber geschrieben, wie man sich vor Feuer schützt und was Gewerkschaften sind.

Zweierlei Bibliotheksausweise – damals wurde noch zwischen einheimischem und auswärtigem Leser unterschieden…

Teil eins einer Übersicht über die wichtigsten Begriffe. Oben am Blattrand erkennt man, dass Büroklammern auf lange Sicht dem Papier nicht gut tun.

 

Auf dem Bild seht ihr, wie katalogisiert wurde. Die eckigen Kästchen stellen die Katalogkarten da. Heute wird das alles über eine Eingabemaske am PC gemacht, das sind dann quasi virtuelle Katalogkarten.

Ich könnte noch so viel mehr zu den einzelnen Seiten schreiben. Aber das wird zu viel. Außerdem muss ich aufpassen, dass ich alles verständlich erkläre und nicht noch mehr Fachbegriffe einstreue (ganz schön schwierig…). Die Katalogkarten werden uns aber weiterhin begleiten, versprochen… 😉

kwk