Zugfahrten mit Corona

Mein Arbeitsweg führt mich jeden Morgen an einen Bahnhof und in einen Zug, der mich nach Bielefeld bringt. Eigentlich mag ich Zugfahrten auch sehr gerne. Zum einen, weil ich dann kein Auto fahren muss. Das ist mir entweder zu langweilig oder ich rege mich viel zu sehr über die ganzen verrückten Autofahrer auf, die über die Straßen brausen. Zum anderen ist das meine fest eingeplante Lesezeit. Selbst wenn viel los ist und ich sonst keine Zeit zum Lesen finde, habe ich zumindest die 30 bis 40 Minuten, die ich täglich im Zug sitze. Das einzige, was ich dabei immer befürchte ist, irgendwann einmal so versunken in ein Buch zu sein, dass ich meine Station verpasse. Bisher ist mir das zum Glück noch nie passiert (vor ein paar Monaten hatte ich zwar einen Moment der Panik, weil die Durchsage plötzlich schon die nächste Station verkündete, ein Blick nach draußen brachte aber Beruhigung – da hatte sich wohl jemand vertan, das sah doch noch nach Bielefeld aus 🙂 ).

Versperrte Sicht

Nur leider vermiest mir Corona so ein bisschen meinen Lesespaß im Zug. Die Brillenträger werden es kennen: Brille plus Mundschutz verträgt sich nicht immer so super miteinander. Vor allem wenn man vorher schon mit dem Fahrrad zum Bahnhof geeilt ist und es sommerlich warm ist. Und mit beschlagener Brille liest es sich wiederum nicht so gut. Und ohne Brille auch nicht, da müsste ich die Nase wortwörtlich ins Buch stecken, um ordentlich sehen zu können, das ist auch nicht das Wahre.

Daher habe ich in letzter Zeit oft Hörbücher gehört und achte immer darauf einen Sitzplatz mit freier Sicht nach draußen zu suchen. In dem Zug, den ich am häufigsten nehme, befindet sich nämlich bei vielen Plätzen, genau auf meiner Augenhöhe eine Fensterunterteilung. Ein eindeutiger Konstruktionsfehler – da haben die Zugplaner selber wohl nie in einem Zug gesessen und mal nach draußen schauen wollen. 🙂

Ansonsten macht Zug fahren gerade aber richtig viel Spaß, weil es so schön leer und damit oft auch ruhig ist. Dauerhaft sind so unausgelastete Züge wohl nicht so toll und auf lange Sicht werden sie sich hoffentlich wieder füllen. Bis dahin erfreue ich mich aber an den leeren Zügen und nehme eben mit meinen Hörbüchern vorlieb. 🙂

lga

Mixed-Trees

Als Hausbesitzer benötigt man öfter mal Dinge aus dem Baumarkt. Und nebenbei gesagt, gehe ich gerne durch Baumärkte. Die Hälfte der Dinge dort kenne ich nicht mit Namen und weiß nicht, wofür man sie benötigt, aber gerade das finde ich durchaus faszinierend.
Bei den Pflanzen angekommen überlegte ich, welche Exemplare denn noch in den heimischen Garten einziehen könnten. Ich wühlte mich durch die tropfenden Regale und stand dann bei den Bäumen. „Och, die kann ich mir ja auch noch ansehen“ dachte ich mir. Mein Kind saß friedlich im Wagen und war vollauf damit beschäftigt dieses Metallteil, was man zur Sicherung der Wagen benötigt, zu inspizieren. Wie heißt das Ding eigentlich…ihr wisst, was ich meine oder? Diese Kette, für die man einen Chip oder einen Euro braucht, um seinen Wagen von den anderen los zu ketten.

Egal, zurück zur Natur. Nun denn, die Bäumchen.
Ich erwartete Apfelbäume, Birnenbäume… was man halt so kennt und es womöglich auch in kleinen Züchtungen für kleine Gärten gibt. Was ich sah, war anders. Dort stand nirgendwo ein normaler Obstbaum. Man bekam Züchtungen, deren Namen ich beim Lesen quasi wieder vergessen habe. Kreationen wie „Granatapfel-Passionsfrucht-Mix“, „Pflaume-Elefantenfrucht-Mix“ und derartige Geschichten. Ich war durchaus fasziniert, möchte so etwas aber nicht im Garten stehen haben. (Nennt mich ruhig altmodisch 😉 ). Zu guter Letzt sah ich noch ein Eukalyptusstämmchen… ob es den Koala beim Kauf von mehreren dazu gab? Und dann sind wir, das Kind, der Einkaufswagen und ich, gegangen. Zuhause war ich noch immer verdattert, besuchte die Homepage des Marktes und sah sehr erleichtert, dass online sehr wohl Apfel „Elstar“ und Co. zu erstehen waren. Na, zum Glück. 🙂

kwk

Der Turm der Sparrenburg – wie hoch ist er wirklich?

Vor einiger Zeit wurde der Turm der Sparrenburg von Radio Bielefeld und einem Vermessungsbüro neu vermessen. Dabei stellte sich heraus, dass der Turm nicht wie gedacht 37 m hoch ist, sondern kleiner ist als gedacht. Nur 31,5 m misst der Turm tatsächlich. Die Sparrenburg selbst liegt 60 Meter über der Stadt. Das ist immer noch hoch genug, wie ich finde.

Urkundlich erstmals erwähnt wurde sie im 13. Jahrhundert, und im Laufe der Jahrhunderte erweitert. Sie ist die nördlichste Spornburg Deutschlands. Eine Spornburg hat zu mindestens zwei Seiten steil abfallendes Gelände. Außerdem hat man einen sehr guten Überblick über das umliegende Gebiet. Nach dem 30-jährigen Krieg verliert die Sparrenburg ihre Bedeutung als Festung. Sie wird als Gefängnis genutzt und schließlich dem Verfall preisgegeben. Um 1840 gründete sich ein Komitee zur Wiederherstellung des Turmes. 40 Jahre später kaufte die Stadt Bielefeld die Burg vom Staat Preußen für 8.934,90 Mark.

Zurück in das Jahr 2020 vor einigen Wochen auf der Sparrenburg: Ich hatte das schöne Wetter für einen Spaziergang zur Sparrenburg genutzt. Der Weg führte mich in den Burghof und anschließend einmal rum. Als ich den Hof verlassen wollte, wurde dieser von einer Familie betreten. Das etwa 4-jährige Kind sah nun den Turm und rief: „WOW! Ist der hoch!“ Hier hatte sich der Tag also schon mal gelohnt. Auf der anschließenden Runde fiel mir ein etwa 10 bis 12-Jähriger auf (ich kann schlecht schätzen), der – wie man das heute so macht – sein Smartphone in Richtung Turm hielt und andächtig sprach: „Das ist der Turm der Sparrenburg. Wie im Mittelalter. Einfach genial!“ Ob für eine Instagram-Story oder vielleicht doch für eine Schulaufgabe ist nicht überliefert.

Juliane

Spiekeroog-Treff ohne Freunde

Wegen der momentanen Situation sollen wir auf soziale Kontakte verzichten und zu Hause bleiben.

Unsere Freunde und wir sind Spiekeroog-Fans, waren auch schon oft zusammen auf der Insel und treffen uns in regelmäßigen Abständen zu unserem „Spiekeroog-Treff“. Bei diesem Beisammensein wird gegrillt, leckerer Salat und Nachtisch serviert, sowie noch Kaffee und Kuchen genascht.

Nun hat Corona uns leider gezwungen, zu Hause zu bleiben und da haben mein Mann und ich kurzerhand unser Treffen zu zweit gemacht. 😊

Grillen und Salat

         

Essen und Nachtisch

         

Kaffee und Kuchen

Es war zwar ein ungewöhnliches Treffen, aber trotzdem ein schöner Sonntag. 😊

A.K.

Deutschlands schönste Insel

Im Mai 2019 wurde die Nordseeinsel Borkum von den Lesern von „Travelbook“ zu Deutschlands schönster Insel gewählt. Borkum gewinnt knapp vor Rügen und Norderney, und mit Vorsprung vor Sylt. Das Ergebnis gibt es übrigens hier: https://www.travelbook.de/ziele/inseln/voting-schoenste-insel-deutschlands. 2018 ist der Borkumer Südstrand bereits zum schönsten Strand gewählt worden.

Neben Langeoog und Norderney ist Borkum nicht von der Tide abhängig. Wer nicht mit dem Auto anreisen möchte fährt mit dem Zug bequem bis an den Anleger. Die Bahnverbindungen sind auf die Fährverbindung abgestimmt – sehr praktisch, sofern die Bahn auch dann ankommt, wenn sie es soll. Die Überfahrt von Emden dauert zwei Stunden mit der Fähre und etwa eine Stunde mit dem Katamaran. Vom Hafen fährt die Inselbahn bis in den Ort.

Vom Bahnhof gelangt man in weniger als 5 Minuten zu einem der Hauptbadestrände, dem Nordbad mit Blick auf die Seehundbank „Hohes Riff“. Den besten Blick auf die Seehunde bekommt man von den Buhnen am Strand aus. Bei Ebbe ist es möglich, zu Fuß bis auf die Sandbank zu gelangen. Natürlich sind mit genügend Abstand zum Ruheplatz Grenzpfähle errichtet, bis zu denen man laufen darf, um die Tiere nicht zu stören. Dabei sollten immer die Zeiten von Hoch- und Niedrigwasser im Blick behalten werden.

Borkums Strände und das Ostland laden zu ausgedehnten Wanderungen und Radtouren ein. Zurück am Nordbad: Richtung Süd-Westen gelangt man nach etwa einem Kilometer auf der Promenade zum Aquarium und weiter zum Südstrand. Richtung Osten wird es nach dem Jugendbad und dem FKK-Strand ruhiger. Man kann noch mehrere Kilometer weiterlaufen, wir nehmen aber den Aufgang zur Aussichtsplattform „Olde Düne“. Das dürfte der erste Aufgang nach dem FKK-Strand sein (Viel zuverlässiger als meine Orientierung am Strand ist ein Inselplan!). Weiter im Inneren der Insel gelangt man zu zwei Cafés im Ostland, in denen man zur Stärkung einkehren kann. Für den Rückweg überqueren wir die Insel und kehren über den Tüskendör-Deich in den Ort zurück. Von hier hat man einen guten Blick aufs Watt und auf die Salzwiesen.

In Borkum Ort darf natürlich ein Besuch des neuen Leuchtturms nicht fehlen. Erbaut wurde der Turm mit der roten Mütze im Jahr 1879 in weniger als 5 Monaten, nachdem der alte Leuchtturm abgebrannt war. Auf dem Weg nach oben finden sich an mehreren Stationen Tafeln zur Geschichte des Turms und zur Funktion der Leuchtfeuer. Oben angekommen gelangt man über eine steile Leiter auf die Aussichtsplattform. Hier oben ist es sehr stürmisch, aber man wird mit einem herrlichen Blick über die Insel belohnt.

Ich war bislang einige Male auf Borkum und bin dort immer wieder gern. Noch nie aber war ich an der Ostspitze. Die ist beim nächsten Mal dran.

Weitere Infos gibt’s hier.

Natürlich haben wir auch Reiseführer für Borkum im Bestand.

Juliane

Ein Tag im Miniatur-Wunderland

Über Rosenmontag fuhr ich für zwei Tage nach Hamburg. Das Wetter sollte unbeständig werden, wie ein Aushang in meinem Hotel verkündete. Kein Wetter, um sich im Freien aufzuhalten. Ich war aber vorbereitet: Im Falle einer solchen Wetterlage war ein Besuch im MiWuLa angedacht.

Auf zwei Stockwerken in einem Gebäude in der Speicherstadt sind verschiedene „kleine“ Welten aufgebaut. Angefangen von den Regionen Hamburgs und Mitteldeutschlands über Italien, die Schweiz bis hin zu Nordamerika. Mit Knuffingen, gibt es auch eine eigene fiktive Region die irgendwo zwischen Harz und Alpen liegt. Fertig mit Bauen ist man noch lange nicht. Im Moment wird an Monaco und der Provence gearbeitet.

Die Städte, Landschaften und Figuren sind mit sehr viel Detailtreue gearbeitet. Es gibt einiges zu entdecken: Züge, Landschaften, kleine Menschen und Tiere, mit denen viele Alltagssituationen nachgebaut sind: Mittagessen mit der Familie auf einem Balkon, ein Fußballspiel im Stadion, Urlaub am Strand, Wandern und Rast in den Bergen, fotografierende Touristen (Ach was! – Ja, die auch, aber auch kleine, wenige cm große Figuren) und vieles mehr.

Natürlich steht die kleine Welt nicht still: Züge und Autos fahren, auf Knopfdruck lassen sich kleine Aktionen auslösen. In regelmäßigen Abständen findet in allen Regionen ein Tag/Nacht-Wechsel statt. Zum Teil mit simuliertem Sonnenuntergang.

Ein Tag reicht bei weitem nicht aus, um sich alles genau anzusehen. Am besten ist es, sich für mehrere Tage zwei, drei Regionen vorzunehmen. Auch ist zu empfehlen, sich eine Zeit vorab zu reservieren, um Wartezeit zu vermeiden. Das MiWuLa ist nicht nur für Modellbau-Liebhaber interessant. Jeder kann hier etwas entdecken.

Natürlich haben wir auch Medien zum Modellbau in der Bibliothek:

https://www.stadtbibliothek-bielefeld.de/open/Mediensuche/Einfache-Suche?searchhash=OCLC_9575e31d471097f0bc14af2aa6df7b26a3946b98

Darunter auch drei Filme über das MiWuLa:

https://www.stadtbibliothek-bielefeld.de/open/Mediensuche/Einfache-Suche?searchhash=OCLC_9575e31d471097f0bc14af2aa6df7b26a3946b98&top=y&facets=_____2

Auf der Webseite des MiWuLa gibt es weitere interessante Informationen: https://www.miniatur-wunderland.de/

Juliane

Die Toten Hosen

Letzten Samstag waren nach fünf Jahren die Toten Hosen zu Gast im kleinen Minden. Damals dachte ich „ok, die sagen zwar, es hat denen super gefallen, aber ob sie wirklich nochmal wieder kommen…?“. Taten sie. Karten hatten wir keine, aber das machte nichts. Vormittags schlenderten wir schon einmal an der Weser entlang und beobachteten den restlichen Aufbau der Technik am anderen Weserufer. Das Wetter war toll und irgendwie lag ein Hauch von großem Konzertfeeling in der Luft, was man sonst nur aus Berlin, Köln und Co. kennt.

40.000 Leute wurden erwartet und bereits eine Woche vorher stand in unserer kleinen Zeitung, welche Straßen man abends vor und nach dem Konzert meiden sollte. Da Minden ja nicht groß ist, quasi alle. Und den Bahnhof am besten auch wegen der Sonderzüge. Pflichtbewusst nahm ich mir dann Samstag nochmal das Tablet und suchte in sämtlichen vergangenen Online-Ausgaben diesen kleinen Artikel. Gefunden habe ich ihn natürlich nicht. Aber egal, wir haben zumindest vormittags noch einen Parkplatz bekommen und gesperrt war nur ein kleiner Weg zum Gelände.
Abends sind wir dann auch nochmal in die Stadt gefahren weil wir hofften, ein klein wenig mit hören zu können. Da sah das mit dem Parkplatz schon anders aus. ^^‘ In einer Kleinst-Seitenstraße wurden wir dann aber fündig und spazierten Richtung Weserufer. Auf der anderen Seite tobten schon die Massen und die Jungs waren schon fleißig am Singen.

Und was soll ich sagen- wir waren sowas von positiv überrascht. Natürlich war es voll an der Weserpromenade, aber es herrschte eine total tolle Stimmung. Mit Decken und Picknickkörben ausgestattet, hatten es sich ganz viele Leute bequem gemacht. Viele waren mit dem Fahrrad da und blieben einen Moment stehen um zu lauschen. Zwischen zwei Bäumen hindurch hatte man sogar einen guten Blick auf die große Leinwand bei der Bühne. Nach vierzig Minuten sind wir voller Begeisterung wieder gefahren. Da war dann auch mittlerweile die große Weserbrücke gesperrt. Machte nichts, wir kennen uns ja aus. Nur die Parkschilder für die Besucher des Konzertes haben uns verwirrt. Die führten irgendwie an komische Orte und wir fragten uns, wie man von dort aus zum Veranstaltungsgelände kam. Egal, die Zeitung meldete Montag, das es allen gefallen hat. Dem kann ich nur zustimmen. Danke an die Toten Hosen, dass ihr wieder da wart! 🙂

kwk

Einfach mal weg.

Ihr Lieben, wem geht es nicht so- der Gedanke „ach, ich könnte jetzt einfach mal ans Meer fahren“ spukt doch oft in unseren Köpfen herum. In meinem Sommerurlaub haben wir das dann spontan gemacht. Es ging für drei Tage an die Schlei. Mein Babybauch und ich haben uns leider nicht mit dem Bett in der Ferienwohnung anfreunden können, aber es hat sich trotzdem gelohnt. Ruhe, Wasser und Sonne- mehr wollten wir gar nicht. Und das alles haben wir bekommen. Gottseidank waren wir vor der großen Hitze dort, denn bei 35 Grad mag man sich nichts mehr anschauen und auch am Meer liegen ist dann (insbesondere für mich als Vertreterin der rothaarigen Menschen) nicht mehr schön.

Nach einer endlos langen Autofahrt (Niedersachsen ist momentan herrlich, ich weiß nicht, ob es einen Abschnitt gibt, in dem nicht gebaut wird?) kamen wir am Zielort an. In Sundsacker, direkt dem kleinsten Städtchen Deutschlands, Arnis, gegenüber. Nur auf der anderen Seite der Schlei. Aber macht nichts, die kleine Fähre war zu putzig!

die Schlei

Dort oben gibt es wundervolle kleine Orte, viele Fahrradfahrer und einiges zu sehen. Zum Beispiel Haithabu. Das war mal eine Siedlung dänischer Wikinger. Seit über neun Jahrhunderten ist der Ort Haithabu verlassen und ist gemeinsam mit dem Danewerk (das ist der Befestigungswall der Siedlung) das bedeutendste archäologische Bodendenkmal in Schleswig-Holstein und zählt seit 2018 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Beeindruckend ist das kleineMuseum. Dort werden Originalfunde ausgestellt. Ich finde es immer Wahnsinn, was die Leute früher alles schon gemacht haben. Goldschmuck, bearbeitete

Haithabu

Edelsteine und erste Münzen- viel hat Gottseidank die Zeit überdauert und kann uns so einen kleinen Einblick in das Leben von vor etlichen Jahrhunderten geben.

 

 

Natürlich durfte der Sprung in die Ostsee nicht fehlen. Herrlich! 🙂

Spontan haben wir beschlossen, Flensburg einen Besuch abzustatten. Wenn man schon mal „da oben“ ist. Ich wusste nicht mehr über Flensburg, als dass es an der Grenze zu Dänemark liegt, kenne die SG Flensburg-Handewitt (Handballverein) und weiß, dass dort die „Punkte in Flensburg“ zu Hause sind.
Was war es für eine Überraschung- Flensburg ist sooooo schön!!! (Das letzte Mal hat mich vor Jahren Helsinki so überrascht. Auch eine kleine Ostsee-Perle^^) Nicht zu groß, einfach angenehm. Der erste Blick auf die Stadt vom Auto aus war direkt der bekannte Blick auf die Flensburger Förde… und es hatte mich gepackt.

Beim Schlendern durch die Innenstadt fiel uns ein Laden auf: „Gandalph“. Ein Paradies für Fantasy-Lektüre-Liebhaber und Spiele- Fans. Ich hab versucht, heimlich ein paar Fotos zu machen. Wenn ihr da seid- stattet dem Geschäft unbedingt einen Besuch ab! Die Verkäufer waren klasse, sie wussten, was sie verkaufen und konnten Familien, die einfach nach netten Gesellschaftsspielen suchten oder Einzelpersonen, die spezielle Fantasy- Games für sich entdeckt hatten, problemlos weiter helfen. Ich liebe solche Läden. Leider werden sie immer seltener. Natürlich haben auch wir unsere Spielesammlung erweitert. 🙂

 

Gegessen haben wir in einem sehr netten Restaurant. Letztens sprach ich mit einer Kollegin darüber, dass man beim schlendern durch Fußgängerzonen in Städten ruhig öfter mal nach oben schauen soll- oft zieren tolle Giebel die Häuser. Aber auch bei Außensitzplätzen von Restaurants kann es sich lohnen:

Die Mädels, die dort bedient haben, wechselten übrigens mühelos von Deutsch ins Dänische und wieder zurück. Richtig nett!

Das spontane Entfleuchen aus dem Alltag hat sich sehr gelohnt. Das könnte man eigentlich öfter machen. 🙂

 

kwk

Mallorca

Seit gefühlten Jahrzehnten (na gut, 4 Jahre sind noch lange kein Jahrzehnt aber egal ) hatten ein paar Freunde und ich vor zusammen nach Mallorca zu reisen. Uns kam leider immer der Umstand dazwischen, dass wir fast alle noch in der Ausbildungszeit steckten und ganz unterschiedliche Zeiten hatten, in denen wir Urlaub nehmen konnten. So hat es sich nach langem Warten erst in diesem Jahr ergeben, dass wir eine Woche gefunden haben, in der tatsächlich alle Zeit hatten.

Ohne Probleme hat uns erst der Zug nach Düsseldorf gebracht, dann das Flugzeug nach Mallorca, ein Shuttle zum Mietwagenverleih und dann die Mietwagen zu unserer Finka in Cala Pi. Das Haus sah nicht nur auf den ersten, sondern auch auf den zweiten und 20ten Blick noch sehr toll aus und das Wetter hätte besser nicht sein könne. Der Urlaub konnte also starten!

Unsere Mietwagen haben uns zuverlässig über die Insel gebracht, zum Beispiel auf den Puig de Randa (da hoch fahren war fürchterlich, alle paar Meter Kurven und hinter jeder Kurve ein Haufen Fahrradfahrer, die mir ganz arg im Weg waren – der Ausblick hat dafür aber alle mal entschädigt), zum Platja des Trenc, zur Kathedrale in Palma, nach Sóller…

Für einen Tag hatten wir eine Tour mit dem Speedboot nach Cabrera, der kleinen Insel, die südlich von Mallorca liegt, gebucht. Unser Bootsführer versprach uns erst noch eine ruhige Fahrt, der Wind hatte dann aber doch aufgefrischt, sodass die Fahrt einerseits sehr viel rasanter war, andererseits wurden wir dafür aber auch Literweise mit Salzwasser übersprüht… Bei unserer Rundfahrt konnten wir die Insel von allen Seiten betrachten und zwischendurch auch mal vom Boot hüpfen und eine Runde schwimmen. Das war vor allem in der Cova Blava (kastilisch Cueva Azul, „Blaue Grotte“), sehr eindrucksvoll. Leider hat uns dort zum Schluss eine Qualle aus dem Wasser vertrieben. Auch ein kleiner Landgang gehörte zur Tour, bei dem wir einen ehemaligen Festungsturm besteigen konnten, bei dem man sich durch eine außerordentlich schmale Wendeltreppe nach oben schlängeln musste – Gegenverkehr war da nicht mehr möglich.
Was wir recht nett fanden, war, dass wir erst im Nachhinein erfahren haben, dass am selben Tag bei Cabrera seit 30 Jahren mal wieder ein weißer Hai gesichtet wurde. Auch wenn wir dem natürlich nicht begegnet sind, war es schön, dass er uns nicht beim Meeresaufenthalt im Hinterkopf herumschwamm.

Enttäuschend war einzig das Fußballspiel Deutschlang gegen Südkorea, dass wir uns zuerst noch sehr zuversichtlich auf unserer Terrasse sitzend angeschaut haben angeschaut haben. Aber das Urlaubsfeeling hat ganz gut davon abgelenkt. 🙂

Mallorca ist irgendwann auf jeden Fall noch mal einen weiteren Besuch wert! 🙂

lga

Warum in die Ferne schweifen…

…sieh, das Gute liegt so nah!

Wisst ihr, woher das kommt? Diese Worte sind angelehnt an Goethes „Erinnerung“:

„Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen,
Denn das Glück ist immer da.“

Wir haben diese Zeile oft im Hinterkopf, wenn es um das Reisen oder Urlaub machen geht. Aber auch die unmittelbare Umgebung kann so viel schönes bieten. Die Zeilen aus dem Gedicht sind leichter geschrieben oder gelesen als getan. Wir sind oft schon so abgestumpft für die Dinge, die wir tagtäglich sehen. Wie wäre es mit einem kurzen Innehalten? Und das ganz einfach bei einem Spaziergang oder selbst auf dem Weg zur Arbeit. Schaut mal, meine Kollegin lga hat es probiert und es sind wunderbare Aufnahmen entstanden.

Den Kleinigkeiten (wie das Licht fällt…) schenkt man irgendwie viel zu wenig Beachtung. Ich glaube ich weiß, was ich am Wochenende mache… die Kamera schnappen und auf geht’s! 🙂

Ihr könnt auf die Fotos klicken, dann erscheinen sie größer.

kwk, Fotos: lga