Stadtwanderung

Ich habe auch zu denen gehört, die zur Kirschblüte in die Straße „Auf dem langen Kampe“ gepilgert sind, um ein Foto von der Blütenpracht zu machen. Dabei stand unter fast jedem Baum bereits ein Grüppchen junger Leute, die sich gegenseitig in allen möglichen Posen mit der rosa Allee im Hintergrund fotografierten: lächelnd, hüpfend, scherzend, allein, zu zweit im Arm liegend, küssend; Eltern hockten mit den Kindern auf der Straße für ein Foto, da mussten die Autos halt kurz warten. Es gab viele Spaziergänger wie mich und auch Radfahrer. Nahezu jeder hatte sein Smartphone griffbereit und suchte die eine besondere Perspektive, das eine originelle Motiv. Oder beobachtete die anderen bei ihren Posen. Ich habe mich gar nicht getraut, mein Handy zu zücken. Wer möchte schon inmitten all der Möchtegern-Influencer* für eine Möchtegern-Influencerin gehalten werden?

Aber bei diesem einen Baum fast schon am Ende der Allee, der als einziger weiße Blüten hatte, konnte ich dann doch nicht widerstehen. Blöderweise waren kurz zuvor Wolken aufgezogen, so sieht man nicht gut, dass der Baum auch einige Äste mit rosa Blüten hat, eine botanische Besonderheit, die gerade niemanden sonst interessierte. Nun ja, ich bin auch keine gute Fotografin, ein Filter hat etwas geholfen.

Ihr werdet im Netz mit dem Hashtag #AufDemLangenKampe genügend Bilder finden: Schnappschüsse, Selfies, professionelle Fotografien, jeder Baum einzeln, die volle Blütenpracht in der Totalen und sogar Luftaufnahmen.

Die Straße ist übrigens auch zu jeder anderen Jahreszeit ein Spaziergang wert, nicht nur in den wenigen überlaufenen Tagen der Kirschblüte. Zumal man die Allee in einen Rundweg einbauen kann, als Spaziergang ein ordentlicher Marsch und auch als kleine Radtour gut geeignet. Mein Abendspaziergang nach dem Dienst hatte natürlich die Bibliothek am Neumarkt als Ausgangspunkt. Bis zum Ostbahnhof gibt es einen etwas versteckten Fußweg durch Kleingartenanlagen (parallel zur Werner-Bock-Straße hinter der Seidenstickerhalle vorbei, dann Am Stadtholz überqueren und rechts an der Feuerwache vorbei bis zur Bleichstraße).

Graffiti an einer Kleingarten-Vereinshütte

Ich muss gestehen, dort habe ich etwas die Orientierung verloren und bin einmal im Kreis gegangen, aber man kommt an der Bleichstraße in der Nähe des Ostbahnhofs heraus, an dem auch schon die insgesamt 1,3 km lange, mit Japanischen Kirschbäumen gesäumte Wohnstraße mit dem ungewöhnlichen Namen Auf dem Langen Kampe beginnt. Am anderen Ende erreicht man die Radrennbahn und kann von dort auch noch weiter wandern oder fahren z. B. in Richtung Heepen. Ich habe den Rückweg an den Lutter-Stauteichen vorbei gewählt. Bis zur Teutoburger Straße kann man durch einen Grünzug gehen und danach durch verkehrsberuhigte Wohnstraßen ins Zentrum gelangen (Ravensberger Straße). Auch ohne Kirschblüten gibt es genug zu sehen auf dieser Wanderung oder Radtour: Schrebergärten, Wasservögel, Spielplätze u.v.m. Ganz zu schweigen von den Menschen, die man unterwegs trifft, denn nicht nur zur Kirschblütenzeit haben auch andere diese stadtnahen Möglichkeiten entdeckt und nutzen sie bei schönem Wetter ausgiebig. Natürlich verrate ich hier alles andere als einen Geheimtipp; ich empfehle in dieser Zeit sicher nicht, dass sich jetzt halb Bielefeld zur gleichen Abendrunde aufmachen soll – während der Kirschblüte war es anstrengend genug, den Abstand einzuhalten, ein Slalomlauf.

Spielplatz in einer Wohnsiedlung
Weg zwischen Kleingärten
Stauteich in der Abendsonne

Bielefeld und seine nähere Umgebung bieten viele Möglichkeiten für Spaziergänge oder Radtouren. Es muss gar nicht die großgeplante Tour sein. Selbst ein Spaziergang durch das eigene Wohnviertel, durch Straßen und Fußwege, die man sonst nie nutzt, kann zu interessanten Entdeckungen und Beobachtungen in der eigenen Stadt führen: Mich interessieren zum Beispiel die Siedlungsarchitektur, die Bepflanzung und Gestaltung in Vor- und Schrebergärten, alte Hausfassaden, Haustüren aus Holz, schmiedeeiserne Gitter und Geländer, originelle Graffiti, … . Und dann sind da noch die Naturbeobachtungen, die man ohne viel Aufwand machen kann: zurzeit das Ergrünen und Aufblühen im Frühling, Schwäne und Enten mit ihren Küken, Reiher in Lauerstellung, Singvögel bei Nestbau oder Futtersuche, …

Ihr müsst nur los ziehen, die Augen offen halten und aufmerksam sein.

Die fabelhafte Wibke Ladwig (@sinnundverstand) nennt es ihre #CoronaWanderreisen, in denen sie ihre Stadt Köln neu kennen lernt. Und ihren #GangInsHeimbüro, bei dem sie in ihrem eigenen Viertel ungewöhnliche Alltagsentdeckungen macht. Die Fotos mit ihren witzigen Kommentaren findet Ihr bei Instagram und Facebook oder auch in einigen Beiträgen ihres Blogs (z.B. Gang ins Heimbüro hier). Ihr besonderer Blick für scheinbare Kleinigkeiten war es, der mich zu nun auch zu meinen Stadtspaziergängen angeregt hat. Und ihre wertschätzende Offenheit ist ein gutes Vorbild. Ich kann zumindest sagen: Es tut mir gut.

Im Juni ist in Bielefeld wieder für drei Wochen Stadtradeln, auch eine gute Gelegenheit, sein Umfeld neu zu „erfahren“.

HilDa

Fernweiterbildung – Das erste Jahr

Schloss Sanssouci

Vor gut einem Jahr, im November 2019, habe ich mit der Berufsbegleitenden Fernweiterbildung Bibliothekswissenschaft an der Fachhochschule Potsdam begonnen. Die Perspektive etwas neues zu lernen, neue Leute zu treffen, mich mit anderen Bibliotheksmenschen auszutauschen und ab und an nach Potsdam zu fahren, fand ich ziemlich ansprechend. Größtenteils findet die Fernweiterbildung online über Moodle statt, aber vier Mal im Jahr gibt es je zwei Präsenztage an der FH Potsdam. Und Potsdam ist wirklich richtig schön. Gleich die erste Präsenz habe ich im Voraus für einen kleinen Kurzurlaub mit zwei Freundinnen genutzt (da konnte man noch bedenkenlos reisen), und wir haben unter anderem Schloss Sanssouci besichtigt. Und auch bei der zweiten Präsenz im März 2020 konnte ich Potsdam noch ein bisschen weiter erkunden. Der Märztermin war auch echt lustig, wir kannten uns alle schon etwas besser und haben ein ganz tolles Restaurant entdeckt, in dem wir im Juni 2020 eigentlich wieder Cocktails trinken wollten. Durch Corona ist es bisher aber bei zwei Präsenzen in Potsdam geblieben.

Seitdem finden unsere Präsenzen online statt. Über Zoom können wir uns immerhin trotzdem sehen, und am ersten Abend unserer Zweitagespräsenzen konnten wir uns jeweils für ein paar Stunden in Zoom „treffen“. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist das schon, vor allem, wenn man vorher schon den ganzen Tag vorm Computer gesessen hat. Aber so konnten wie uns dennoch austauschen und schöne Abende miteinander verbringen. Ein bisschen Spaß muss schließlich auch sein.

Jetzt habe ich aber noch gar nicht über die Weiterbildung an sich gesprochen. Da gab es bisher tolle Module und eher langweilige – wie das halt so ist. Ein Highlight war auf jeden Fall unser Englisch-Dozent. Den haben wir im letzten November und März auch noch persönlich kennenlernen können. Und sind so in den Genuss seiner selbstgebackenen Kekse gekommen! Das Modul hat generell viel Spaß gemacht. In einem anderen Modul haben wir wissenschaftliches Arbeiten gelernt und auch gleich die erste Hausarbeit geschrieben. Da war ich ja schon unsicher, weil ich tatsächlich bisher nicht mal eine Facharbeit im Abi schreiben musste (warum auch immer) – aber letztens kamen endlich die Noten, und es hat doch besser geklappt als gedacht bzw. gefürchtet.

Auch in der letzten Präsenz im November haben wir wieder Einführungen in neue Module erhalten und zwar Informationsrecht, Projektmanagement sowie Informationsverhalten und Wissenschaftssoziologie. Und mein Internet hat mich während der Einführungen nur einmal im Stich gelassen, als gerade nichts Wichtiges besprochen wurde. Glück gehabt! Die Verbindung ist bei mir meistens gut. Nur zwischendurch hängen Bild und Ton mal, es hält sich aber noch in Grenzen.

Ich freue mich jedenfalls schon auf das nächste Treffen im März, auch wenn ich bis dahin noch einiges zu tun habe. Über Weihnachten, Neujahr und Urlaub habe ich die FH eventuell etwas vernachlässigt… 🙂 Aber bis März ist ja noch Zeit, das sollte ich noch gut schaffen.

Im Großen und Ganzen klappt das Lernen neben dem Vollzeitarbeiten für mich recht gut. Ganz ohne ist es aber manchmal nicht. Bei einer Hausarbeit dachte ich eigentlich, zeitlich gut geplant zu haben, doch dann war privat und hier auf der Arbeit so viel los, dass ich kaum dazu gekommen bin an der Arbeit zu schreiben. Zum Glück hat es letztendlich doch noch geklappt, und für die nächsten Male weiß ich, dass ich am besten mit allem so früh wie möglich anfange. Dann kann auch mal was dazwischen kommen, ohne das eine Abgabefrist unerwartet schon vor der Tür steht. 🙂

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass ich demnächst zu den Präsenzen wieder in Potsdam präsent sein kann. Für März wurde uns schon angekündigt, dass der Temin per Zoom stattfinden wird, aber wer weiß schon, wie es danach weitergeht. Vielleicht ist Ende des Jahres ja doch mal wieder eine kleine Reise nach Potsdam möglich und wir können das Cocktail-Trinken endlich nachholen!

lga

Zugfahrten mit Corona

Mein Arbeitsweg führt mich jeden Morgen an einen Bahnhof und in einen Zug, der mich nach Bielefeld bringt. Eigentlich mag ich Zugfahrten auch sehr gerne. Zum einen, weil ich dann kein Auto fahren muss. Das ist mir entweder zu langweilig oder ich rege mich viel zu sehr über die ganzen verrückten Autofahrer auf, die über die Straßen brausen. Zum anderen ist das meine fest eingeplante Lesezeit. Selbst wenn viel los ist und ich sonst keine Zeit zum Lesen finde, habe ich zumindest die 30 bis 40 Minuten, die ich täglich im Zug sitze. Das einzige, was ich dabei immer befürchte ist, irgendwann einmal so versunken in ein Buch zu sein, dass ich meine Station verpasse. Bisher ist mir das zum Glück noch nie passiert (vor ein paar Monaten hatte ich zwar einen Moment der Panik, weil die Durchsage plötzlich schon die nächste Station verkündete, ein Blick nach draußen brachte aber Beruhigung – da hatte sich wohl jemand vertan, das sah doch noch nach Bielefeld aus 🙂 ).

Versperrte Sicht

Nur leider vermiest mir Corona so ein bisschen meinen Lesespaß im Zug. Die Brillenträger werden es kennen: Brille plus Mundschutz verträgt sich nicht immer so super miteinander. Vor allem wenn man vorher schon mit dem Fahrrad zum Bahnhof geeilt ist und es sommerlich warm ist. Und mit beschlagener Brille liest es sich wiederum nicht so gut. Und ohne Brille auch nicht, da müsste ich die Nase wortwörtlich ins Buch stecken, um ordentlich sehen zu können, das ist auch nicht das Wahre.

Daher habe ich in letzter Zeit oft Hörbücher gehört und achte immer darauf einen Sitzplatz mit freier Sicht nach draußen zu suchen. In dem Zug, den ich am häufigsten nehme, befindet sich nämlich bei vielen Plätzen, genau auf meiner Augenhöhe eine Fensterunterteilung. Ein eindeutiger Konstruktionsfehler – da haben die Zugplaner selber wohl nie in einem Zug gesessen und mal nach draußen schauen wollen. 🙂

Ansonsten macht Zug fahren gerade aber richtig viel Spaß, weil es so schön leer und damit oft auch ruhig ist. Dauerhaft sind so unausgelastete Züge wohl nicht so toll und auf lange Sicht werden sie sich hoffentlich wieder füllen. Bis dahin erfreue ich mich aber an den leeren Zügen und nehme eben mit meinen Hörbüchern vorlieb. 🙂

lga

Mixed-Trees

Als Hausbesitzer benötigt man öfter mal Dinge aus dem Baumarkt. Und nebenbei gesagt, gehe ich gerne durch Baumärkte. Die Hälfte der Dinge dort kenne ich nicht mit Namen und weiß nicht, wofür man sie benötigt, aber gerade das finde ich durchaus faszinierend.
Bei den Pflanzen angekommen überlegte ich, welche Exemplare denn noch in den heimischen Garten einziehen könnten. Ich wühlte mich durch die tropfenden Regale und stand dann bei den Bäumen. „Och, die kann ich mir ja auch noch ansehen“ dachte ich mir. Mein Kind saß friedlich im Wagen und war vollauf damit beschäftigt dieses Metallteil, was man zur Sicherung der Wagen benötigt, zu inspizieren. Wie heißt das Ding eigentlich…ihr wisst, was ich meine oder? Diese Kette, für die man einen Chip oder einen Euro braucht, um seinen Wagen von den anderen los zu ketten.

Egal, zurück zur Natur. Nun denn, die Bäumchen.
Ich erwartete Apfelbäume, Birnenbäume… was man halt so kennt und es womöglich auch in kleinen Züchtungen für kleine Gärten gibt. Was ich sah, war anders. Dort stand nirgendwo ein normaler Obstbaum. Man bekam Züchtungen, deren Namen ich beim Lesen quasi wieder vergessen habe. Kreationen wie „Granatapfel-Passionsfrucht-Mix“, „Pflaume-Elefantenfrucht-Mix“ und derartige Geschichten. Ich war durchaus fasziniert, möchte so etwas aber nicht im Garten stehen haben. (Nennt mich ruhig altmodisch 😉 ). Zu guter Letzt sah ich noch ein Eukalyptusstämmchen… ob es den Koala beim Kauf von mehreren dazu gab? Und dann sind wir, das Kind, der Einkaufswagen und ich, gegangen. Zuhause war ich noch immer verdattert, besuchte die Homepage des Marktes und sah sehr erleichtert, dass online sehr wohl Apfel „Elstar“ und Co. zu erstehen waren. Na, zum Glück. 🙂

kwk

Der Turm der Sparrenburg – wie hoch ist er wirklich?

Vor einiger Zeit wurde der Turm der Sparrenburg von Radio Bielefeld und einem Vermessungsbüro neu vermessen. Dabei stellte sich heraus, dass der Turm nicht wie gedacht 37 m hoch ist, sondern kleiner ist als gedacht. Nur 31,5 m misst der Turm tatsächlich. Die Sparrenburg selbst liegt 60 Meter über der Stadt. Das ist immer noch hoch genug, wie ich finde.

Urkundlich erstmals erwähnt wurde sie im 13. Jahrhundert, und im Laufe der Jahrhunderte erweitert. Sie ist die nördlichste Spornburg Deutschlands. Eine Spornburg hat zu mindestens zwei Seiten steil abfallendes Gelände. Außerdem hat man einen sehr guten Überblick über das umliegende Gebiet. Nach dem 30-jährigen Krieg verliert die Sparrenburg ihre Bedeutung als Festung. Sie wird als Gefängnis genutzt und schließlich dem Verfall preisgegeben. Um 1840 gründete sich ein Komitee zur Wiederherstellung des Turmes. 40 Jahre später kaufte die Stadt Bielefeld die Burg vom Staat Preußen für 8.934,90 Mark.

Zurück in das Jahr 2020 vor einigen Wochen auf der Sparrenburg: Ich hatte das schöne Wetter für einen Spaziergang zur Sparrenburg genutzt. Der Weg führte mich in den Burghof und anschließend einmal rum. Als ich den Hof verlassen wollte, wurde dieser von einer Familie betreten. Das etwa 4-jährige Kind sah nun den Turm und rief: „WOW! Ist der hoch!“ Hier hatte sich der Tag also schon mal gelohnt. Auf der anschließenden Runde fiel mir ein etwa 10 bis 12-Jähriger auf (ich kann schlecht schätzen), der – wie man das heute so macht – sein Smartphone in Richtung Turm hielt und andächtig sprach: „Das ist der Turm der Sparrenburg. Wie im Mittelalter. Einfach genial!“ Ob für eine Instagram-Story oder vielleicht doch für eine Schulaufgabe ist nicht überliefert.

Juliane

Spiekeroog-Treff ohne Freunde

Wegen der momentanen Situation sollen wir auf soziale Kontakte verzichten und zu Hause bleiben.

Unsere Freunde und wir sind Spiekeroog-Fans, waren auch schon oft zusammen auf der Insel und treffen uns in regelmäßigen Abständen zu unserem „Spiekeroog-Treff“. Bei diesem Beisammensein wird gegrillt, leckerer Salat und Nachtisch serviert, sowie noch Kaffee und Kuchen genascht.

Nun hat Corona uns leider gezwungen, zu Hause zu bleiben und da haben mein Mann und ich kurzerhand unser Treffen zu zweit gemacht. 😊

Grillen und Salat

         

Essen und Nachtisch

         

Kaffee und Kuchen

Es war zwar ein ungewöhnliches Treffen, aber trotzdem ein schöner Sonntag. 😊

A.K.

Deutschlands schönste Insel

Im Mai 2019 wurde die Nordseeinsel Borkum von den Lesern von „Travelbook“ zu Deutschlands schönster Insel gewählt. Borkum gewinnt knapp vor Rügen und Norderney, und mit Vorsprung vor Sylt. Das Ergebnis gibt es übrigens hier: https://www.travelbook.de/ziele/inseln/voting-schoenste-insel-deutschlands. 2018 ist der Borkumer Südstrand bereits zum schönsten Strand gewählt worden.

Neben Langeoog und Norderney ist Borkum nicht von der Tide abhängig. Wer nicht mit dem Auto anreisen möchte fährt mit dem Zug bequem bis an den Anleger. Die Bahnverbindungen sind auf die Fährverbindung abgestimmt – sehr praktisch, sofern die Bahn auch dann ankommt, wenn sie es soll. Die Überfahrt von Emden dauert zwei Stunden mit der Fähre und etwa eine Stunde mit dem Katamaran. Vom Hafen fährt die Inselbahn bis in den Ort.

Vom Bahnhof gelangt man in weniger als 5 Minuten zu einem der Hauptbadestrände, dem Nordbad mit Blick auf die Seehundbank „Hohes Riff“. Den besten Blick auf die Seehunde bekommt man von den Buhnen am Strand aus. Bei Ebbe ist es möglich, zu Fuß bis auf die Sandbank zu gelangen. Natürlich sind mit genügend Abstand zum Ruheplatz Grenzpfähle errichtet, bis zu denen man laufen darf, um die Tiere nicht zu stören. Dabei sollten immer die Zeiten von Hoch- und Niedrigwasser im Blick behalten werden.

Borkums Strände und das Ostland laden zu ausgedehnten Wanderungen und Radtouren ein. Zurück am Nordbad: Richtung Süd-Westen gelangt man nach etwa einem Kilometer auf der Promenade zum Aquarium und weiter zum Südstrand. Richtung Osten wird es nach dem Jugendbad und dem FKK-Strand ruhiger. Man kann noch mehrere Kilometer weiterlaufen, wir nehmen aber den Aufgang zur Aussichtsplattform „Olde Düne“. Das dürfte der erste Aufgang nach dem FKK-Strand sein (Viel zuverlässiger als meine Orientierung am Strand ist ein Inselplan!). Weiter im Inneren der Insel gelangt man zu zwei Cafés im Ostland, in denen man zur Stärkung einkehren kann. Für den Rückweg überqueren wir die Insel und kehren über den Tüskendör-Deich in den Ort zurück. Von hier hat man einen guten Blick aufs Watt und auf die Salzwiesen.

In Borkum Ort darf natürlich ein Besuch des neuen Leuchtturms nicht fehlen. Erbaut wurde der Turm mit der roten Mütze im Jahr 1879 in weniger als 5 Monaten, nachdem der alte Leuchtturm abgebrannt war. Auf dem Weg nach oben finden sich an mehreren Stationen Tafeln zur Geschichte des Turms und zur Funktion der Leuchtfeuer. Oben angekommen gelangt man über eine steile Leiter auf die Aussichtsplattform. Hier oben ist es sehr stürmisch, aber man wird mit einem herrlichen Blick über die Insel belohnt.

Ich war bislang einige Male auf Borkum und bin dort immer wieder gern. Noch nie aber war ich an der Ostspitze. Die ist beim nächsten Mal dran.

Weitere Infos gibt’s hier.

Natürlich haben wir auch Reiseführer für Borkum im Bestand.

Juliane

Ein Tag im Miniatur-Wunderland

Über Rosenmontag fuhr ich für zwei Tage nach Hamburg. Das Wetter sollte unbeständig werden, wie ein Aushang in meinem Hotel verkündete. Kein Wetter, um sich im Freien aufzuhalten. Ich war aber vorbereitet: Im Falle einer solchen Wetterlage war ein Besuch im MiWuLa angedacht.

Auf zwei Stockwerken in einem Gebäude in der Speicherstadt sind verschiedene „kleine“ Welten aufgebaut. Angefangen von den Regionen Hamburgs und Mitteldeutschlands über Italien, die Schweiz bis hin zu Nordamerika. Mit Knuffingen, gibt es auch eine eigene fiktive Region die irgendwo zwischen Harz und Alpen liegt. Fertig mit Bauen ist man noch lange nicht. Im Moment wird an Monaco und der Provence gearbeitet.

Die Städte, Landschaften und Figuren sind mit sehr viel Detailtreue gearbeitet. Es gibt einiges zu entdecken: Züge, Landschaften, kleine Menschen und Tiere, mit denen viele Alltagssituationen nachgebaut sind: Mittagessen mit der Familie auf einem Balkon, ein Fußballspiel im Stadion, Urlaub am Strand, Wandern und Rast in den Bergen, fotografierende Touristen (Ach was! – Ja, die auch, aber auch kleine, wenige cm große Figuren) und vieles mehr.

Natürlich steht die kleine Welt nicht still: Züge und Autos fahren, auf Knopfdruck lassen sich kleine Aktionen auslösen. In regelmäßigen Abständen findet in allen Regionen ein Tag/Nacht-Wechsel statt. Zum Teil mit simuliertem Sonnenuntergang.

Ein Tag reicht bei weitem nicht aus, um sich alles genau anzusehen. Am besten ist es, sich für mehrere Tage zwei, drei Regionen vorzunehmen. Auch ist zu empfehlen, sich eine Zeit vorab zu reservieren, um Wartezeit zu vermeiden. Das MiWuLa ist nicht nur für Modellbau-Liebhaber interessant. Jeder kann hier etwas entdecken.

Natürlich haben wir auch Medien zum Modellbau in der Bibliothek:

https://www.stadtbibliothek-bielefeld.de/open/Mediensuche/Einfache-Suche?searchhash=OCLC_9575e31d471097f0bc14af2aa6df7b26a3946b98

Darunter auch drei Filme über das MiWuLa:

https://www.stadtbibliothek-bielefeld.de/open/Mediensuche/Einfache-Suche?searchhash=OCLC_9575e31d471097f0bc14af2aa6df7b26a3946b98&top=y&facets=_____2

Auf der Webseite des MiWuLa gibt es weitere interessante Informationen: https://www.miniatur-wunderland.de/

Juliane

Die Toten Hosen

Letzten Samstag waren nach fünf Jahren die Toten Hosen zu Gast im kleinen Minden. Damals dachte ich „ok, die sagen zwar, es hat denen super gefallen, aber ob sie wirklich nochmal wieder kommen…?“. Taten sie. Karten hatten wir keine, aber das machte nichts. Vormittags schlenderten wir schon einmal an der Weser entlang und beobachteten den restlichen Aufbau der Technik am anderen Weserufer. Das Wetter war toll und irgendwie lag ein Hauch von großem Konzertfeeling in der Luft, was man sonst nur aus Berlin, Köln und Co. kennt.

40.000 Leute wurden erwartet und bereits eine Woche vorher stand in unserer kleinen Zeitung, welche Straßen man abends vor und nach dem Konzert meiden sollte. Da Minden ja nicht groß ist, quasi alle. Und den Bahnhof am besten auch wegen der Sonderzüge. Pflichtbewusst nahm ich mir dann Samstag nochmal das Tablet und suchte in sämtlichen vergangenen Online-Ausgaben diesen kleinen Artikel. Gefunden habe ich ihn natürlich nicht. Aber egal, wir haben zumindest vormittags noch einen Parkplatz bekommen und gesperrt war nur ein kleiner Weg zum Gelände.
Abends sind wir dann auch nochmal in die Stadt gefahren weil wir hofften, ein klein wenig mit hören zu können. Da sah das mit dem Parkplatz schon anders aus. ^^‘ In einer Kleinst-Seitenstraße wurden wir dann aber fündig und spazierten Richtung Weserufer. Auf der anderen Seite tobten schon die Massen und die Jungs waren schon fleißig am Singen.

Und was soll ich sagen- wir waren sowas von positiv überrascht. Natürlich war es voll an der Weserpromenade, aber es herrschte eine total tolle Stimmung. Mit Decken und Picknickkörben ausgestattet, hatten es sich ganz viele Leute bequem gemacht. Viele waren mit dem Fahrrad da und blieben einen Moment stehen um zu lauschen. Zwischen zwei Bäumen hindurch hatte man sogar einen guten Blick auf die große Leinwand bei der Bühne. Nach vierzig Minuten sind wir voller Begeisterung wieder gefahren. Da war dann auch mittlerweile die große Weserbrücke gesperrt. Machte nichts, wir kennen uns ja aus. Nur die Parkschilder für die Besucher des Konzertes haben uns verwirrt. Die führten irgendwie an komische Orte und wir fragten uns, wie man von dort aus zum Veranstaltungsgelände kam. Egal, die Zeitung meldete Montag, das es allen gefallen hat. Dem kann ich nur zustimmen. Danke an die Toten Hosen, dass ihr wieder da wart! 🙂

kwk

Einfach mal weg.

Ihr Lieben, wem geht es nicht so- der Gedanke „ach, ich könnte jetzt einfach mal ans Meer fahren“ spukt doch oft in unseren Köpfen herum. In meinem Sommerurlaub haben wir das dann spontan gemacht. Es ging für drei Tage an die Schlei. Mein Babybauch und ich haben uns leider nicht mit dem Bett in der Ferienwohnung anfreunden können, aber es hat sich trotzdem gelohnt. Ruhe, Wasser und Sonne- mehr wollten wir gar nicht. Und das alles haben wir bekommen. Gottseidank waren wir vor der großen Hitze dort, denn bei 35 Grad mag man sich nichts mehr anschauen und auch am Meer liegen ist dann (insbesondere für mich als Vertreterin der rothaarigen Menschen) nicht mehr schön.

Nach einer endlos langen Autofahrt (Niedersachsen ist momentan herrlich, ich weiß nicht, ob es einen Abschnitt gibt, in dem nicht gebaut wird?) kamen wir am Zielort an. In Sundsacker, direkt dem kleinsten Städtchen Deutschlands, Arnis, gegenüber. Nur auf der anderen Seite der Schlei. Aber macht nichts, die kleine Fähre war zu putzig!

die Schlei

Dort oben gibt es wundervolle kleine Orte, viele Fahrradfahrer und einiges zu sehen. Zum Beispiel Haithabu. Das war mal eine Siedlung dänischer Wikinger. Seit über neun Jahrhunderten ist der Ort Haithabu verlassen und ist gemeinsam mit dem Danewerk (das ist der Befestigungswall der Siedlung) das bedeutendste archäologische Bodendenkmal in Schleswig-Holstein und zählt seit 2018 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Beeindruckend ist das kleineMuseum. Dort werden Originalfunde ausgestellt. Ich finde es immer Wahnsinn, was die Leute früher alles schon gemacht haben. Goldschmuck, bearbeitete

Haithabu

Edelsteine und erste Münzen- viel hat Gottseidank die Zeit überdauert und kann uns so einen kleinen Einblick in das Leben von vor etlichen Jahrhunderten geben.

 

 

Natürlich durfte der Sprung in die Ostsee nicht fehlen. Herrlich! 🙂

Spontan haben wir beschlossen, Flensburg einen Besuch abzustatten. Wenn man schon mal „da oben“ ist. Ich wusste nicht mehr über Flensburg, als dass es an der Grenze zu Dänemark liegt, kenne die SG Flensburg-Handewitt (Handballverein) und weiß, dass dort die „Punkte in Flensburg“ zu Hause sind.
Was war es für eine Überraschung- Flensburg ist sooooo schön!!! (Das letzte Mal hat mich vor Jahren Helsinki so überrascht. Auch eine kleine Ostsee-Perle^^) Nicht zu groß, einfach angenehm. Der erste Blick auf die Stadt vom Auto aus war direkt der bekannte Blick auf die Flensburger Förde… und es hatte mich gepackt.

Beim Schlendern durch die Innenstadt fiel uns ein Laden auf: „Gandalph“. Ein Paradies für Fantasy-Lektüre-Liebhaber und Spiele- Fans. Ich hab versucht, heimlich ein paar Fotos zu machen. Wenn ihr da seid- stattet dem Geschäft unbedingt einen Besuch ab! Die Verkäufer waren klasse, sie wussten, was sie verkaufen und konnten Familien, die einfach nach netten Gesellschaftsspielen suchten oder Einzelpersonen, die spezielle Fantasy- Games für sich entdeckt hatten, problemlos weiter helfen. Ich liebe solche Läden. Leider werden sie immer seltener. Natürlich haben auch wir unsere Spielesammlung erweitert. 🙂

 

Gegessen haben wir in einem sehr netten Restaurant. Letztens sprach ich mit einer Kollegin darüber, dass man beim schlendern durch Fußgängerzonen in Städten ruhig öfter mal nach oben schauen soll- oft zieren tolle Giebel die Häuser. Aber auch bei Außensitzplätzen von Restaurants kann es sich lohnen:

Die Mädels, die dort bedient haben, wechselten übrigens mühelos von Deutsch ins Dänische und wieder zurück. Richtig nett!

Das spontane Entfleuchen aus dem Alltag hat sich sehr gelohnt. Das könnte man eigentlich öfter machen. 🙂

 

kwk