Spieletester: Splatoon 2

Seit einiger Zeit haben wir bei uns im Haus eine Spieletestergruppe. Die Spieletester wurden vom Spieleratgeber NRW ins Leben gerufen. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen werden unter Anleitung aktuelle und interessante Spiele getestet und beurteilt.
Unsere Gruppe haben wir in Kooperation mit dem Bielefelder Jugendring aufgebaut. Sie besteht aus 5 Spieletestern zwischen 13 und 15 Jahren, die sich regelmäßig im Gamingraum der Stadtbibliothek am Neumarkt treffen, um an unseren Konsolen neue Spiele auszuprobieren und Beurteilungen zu schreiben. Ihre Erfahrungen mit den Spiele möchten wir nun auch hier auf dem Blog mit euch teilen.
Zu einem der ersten getesteten Spiele gehört Splatoon 2. Lest hier, wie das Urteil unserer Tester ausfällt. 🙂

Splatoon 2 hat ein gutes Gameplay, es hat weder Fehler in der Steuerung, noch im Spieldesign. Allgemein ist die Grafik des Spiels gut, da sie flüssig läuft und es gibt viele Details, wie zum Beispiel die Tintenflecke, die auch als solche zu erkennen sind. Zudem gibt es keine Gamecrashs. Der Online-Modus macht besonders Spaß, weil man dort gegen abwechslungsreiche Spieler antreten kann.

Was dem Spiel allerdings fehlt, ist eine klare Story. Das Ziel ist nur ein Vorwand zum Spielen. Auch wenn der Online-Modus Spaß macht, liegt der Fokus zu sehr darauf und es fehlt an Kreativität im Storytelling des Einzelspieler-Modus, weshalb dieser schnell langweilig wird. Zudem sind die Level nicht immer fair gestaltet. Teilweise stehen dem Spieler zu viele Gegner bei zu schwachen Waffen entgegen. Die Altersvorschrift von 6 Jahren trifft zwar auf den Inhalt des Spieles zu, jedoch nicht zu empfehlen, da das Spiel für junge Kinder zu hektisch ist.

Zusammenfassend ist das Spiel für 10 bis 12-Jährige, die an Shooter-Spielen interessiert sind und bereits eine Online-Mitgliedschaft besitzen um die Vorzüge des Online-Modus zu nutzen, gut geeignet.

Nachhaltigkeit und Bibliothek – passt das zusammen?

In der Stadtteilbibliothek Brackwede sehr wohl!

Begonnen hat es 2011, aus Anlass der 100 Jährigen Feier der Stadtteilbibliothek. Damals wurde der erste Offene Bücherschrank Bielefelds aufgestellt. Der kam so gut an, dass es mehrere Nachfragen gab, als nach der Feier der Schrank abgebaut wurde. Deshalb wurde er nach einer kurzen Sommerpause wieder aufgebaut.

Seit ca. 1,5 bis 2 Jahren gibt es den Verschenke-Schrank/das Tauschregal im Eingang der Bibliothek. Das Tauschregal ist für Gegenstände gedacht und funktioniert nach dem Prinzip eines offenen Bücherschranks: auch ohne Tausch darf jeder Gegenstände ins Regal stellen und/oder mitnehmen.

Das Angebot umfasst meistens Haushaltsgeräte, Spielzeug, Modeschmuck, Bastelartikel. Nicht erlaubt sind Bücher, Lebensmittel und Kleidung. Außerdem sollten die Sachen sauber und funktionstüchtig sein. Einer freut sich Zuhause entrümpelt und aufgeräumt zu haben, der Andere ist glücklich über den gefundenen Wasserkocher, schöne Bilder oder die perfekte Vase. Sehr selten bleiben die Sachen länger als ein paar Tage im Schrank stehen.

Weil der Offene Bücherschrank und der Verschenke-Schrank so gut angenommen wurden, überlegte das Bibliotheks-Team, das Tauschprinzip auch für Stofftaschen anzubieten.

Stofftaschen sind nützliche Helfer und spielen im Alltag im wahrsten Sinne des Wortes eine tragende Rolle. Für uns war es besonders wichtig, dass sie mehrfach verwendet werden können, nicht aus Plastik und nachhaltig sind.

Jeder kann sie jederzeit kostenfrei mitnehmen, und bei Gelegenheit dieselbe Tasche oder eine andere zurückgeben. Damit vermeidet jeder Plastikmüll und trägt etwas zur Nachhaltigkeit bei.

Das Bibliotheks-Team findet, dass es gelungene Aktionen sind, die die Stadtteilbibliothek Brackwede ins Gespräch bringen und weiter im Ortsteil verankern.

K.G.

Klare Ansage(n)

Wir erleben ja so einiges. Vieles davon während des Publikumsdienstes. Manchmal seitens der Leser, manchmal schlägt uns die Technik ein Schnippchen, manchmal auch alles zusammen.
Auch die Bücher haben’s drauf, vor allem die älteren Jahrgänge. Auf dem einen klebte etwas, aus einem anderen fiel mir ein Zettel entgegen:

Die Schrift wird zum Ende des Satzes hin wirklich immer kleiner, es liegt nicht an meinem merkwürdigen, „oh-das-ist-interessant-ich-mach-schnell-ein-Foto-im-Vorbeigehen“- Kamerawinkel.

Scheinbar gab es früher auch schon Unholde, die nicht angemessen mit Bibliothekseigentum umgingen und man teilte ihnen schriftlich mit, was sich schickt und was nicht. Auch im Interesse ihres Wohlbefindens, wie folgende besorgte Ermahnung:

kwk

Buchtipp: Das Mädchen im Strom

„Es hatte eine Zeit vor dem Krieg gegeben, und nun gab es eine Zeit nach dem Krieg.
Auch wer ihn ohne Schaden überstanden hatte, würde ihn künftig in sich tragen.“

Eine ebenso nüchterne wie bittere Wahrheit im ersten Roman von Sabine Bode. (Katalogdaten zum Roman – gedruckt, als eBook und eAudio – hier)

Die Kölner Autorin und Journalistin wurde bekannt durch ihre wichtigen Sachbücher über die Traumata und seelischen Spätfolgen des Krieges, die sich von den Kriegskindern über die Nachkriegskinder bis zu den Kriegsenkeln übertragen, und sie hat sich als eine der ersten Autorinnen überhaupt an dieses schwierige und sensible Tabu-Thema herangewagt. (Hier die Katalogdaten zu allen Werken von Sabine Bode)

Ich habe Sabine Bode vor vielen Jahren bei der Vorstellung ihres Sachbuches „Kriegsenkel“ kennengelernt, und ihre Lesung hat mich zutiefst berührt. In vielen Lebensberichten habe ich mich wiedergefunden, hörte dieselben Fragen, die ich mir auch immer gestellt habe – und vieles fiel mir plötzlich wie Schuppen von den Augen. Ich habe das Buch verschlungen.

Als ich nun ihren Roman „Das Mädchen im Strom“ in Händen hielt, war ich einfach neugierig.

Sabine Bode nimmt die Leser*innen mit auf die Flucht und die Lebensgeschichte der Jüdin Gudrun Samuel.  Die Protagonistin ist mutig und selbstbewusst, aber als Tochter einer reichen jüdischen Familie in der Zeit des Nationalsozialismus ist für sie kein normales Leben möglich. Wir erleben ihre erste große Liebe zu Martin, die bereits vom aufkommenden Rassismus der Nazis überschattet wird. Dann Gestapo-Verhöre und Gefängnis, Flucht durch Russland bis nach Shanghai. Ihr Leben ist geprägt von Armut, Demütigung und ständiger Bedrohung, aber sie gibt nie auf und hat einen unerschütterlichen Willen – „Selbstachtung als Überlebensstrategie“, so hat die Autorin es umschrieben.

Die Erzählweise des Romans ist eher nüchtern gehalten, manches fast beiläufig erzählt, und ich musste mich erst mal einlesen in den distanzierten Schreibstil. Ungewöhnlich ist, dass bei der direkten Rede die entsprechende Zeichensetzung fehlt.

Gudrun war mir nicht von Anfang an sympathisch und ist mir auch nicht ans Herz gewachsen, aber gerade durch die emotionale Distanz war es leichter, die aufwühlende und spannende Lebensgeschichte zu verfolgen. Sehr besonders war die Brieffreundschaft zwischen Gudrun und ihrer Jugendfreundin Margot, die nie ganz abriss und die verdeutlichte, wie sehr das Trauma der Überlebenden auch Jahrzehnte nach Kriegsende noch andauerte.

Hinter der Geschichte von Gudrun Samuel (die sich später Judy nennt) steht übrigens eine wahre Person: es ist die Überlebensgeschichte von Gertrude Meyer-Jörgensen aus Mainz, die Sabine Bode erzählt. Sie hat sieben Tage lang mit der Überlebenden des Nazi-Terrors gesprochen, die 2011 im Alter von 93 Jahren starb.

Alles in allem finde ich das Buch sehr lesenswert: ein Roman mit biographischen Elementen sowie eine geschichtlich sehr interessante und fesselnde Geschichte.

S.Q.

Faltkunst

Herzen, Hundepfoten, kurze Wörter, wie Lesen oder Danke, Katzen, Blumen – aus einfachen Buchseiten lassen sich – von leicht bis kniffelig – die schönsten Kunstwerke falten. Dazu braucht es auch gar nicht viel: ausgediente Bücher mit einer angemessenen Seitenzahl; sowie Bleistift, Lineal, Schere und Cuttermesser für die anspruchsvolleren Motive, die nicht nur gefaltet sondern auch ausgeschnitten werden.

In unserer FreitagsKreativReihe „Irgendwas is immer“ bieten wir seit einiger Zeit „Buchfaltkunst“ an. In dieser sind viele wunderbare Exemplare der oben genannten Motive entstanden. Die Vorlagen sucht überwiegend Christine Köhler als Leiterin der Veranstaltung aus. Manchmal bringen die Teilnehmer*innen aber auch eigene Ideen mit oder fragen gezielt nach Vorlagen.
Wie im Fall des Notenschlüssels. So wunderschön er aussieht, wenn er fertig ist, umso friemeliger ist aber der Weg dort hin: Denn die vielen Rundungen haben es in sich. Um diese hinzubekommen werden die einzeln Seiten nicht nur fein säuberlich gefaltet, sondern es wird auch sehr viel ausgeschnitten. Zu all dem Fingerspitzengefühl gehört aber auch noch ein großer Topf Geduld und Ausdauer. Denn auf Grund des Schwierigkeitsgrads ist es nicht gerade ein Projekt, das sich in einem Rutsch herstellen lässt. Rund fünf Stunden reiner Arbeitsaufwand sollten schon eingeplant werden.

Woher wir das wissen? Meine Kollegin Christine Köhler nimmt auch gerne die Herausforderung an und probiert die Ideen und Wünsche der Teilnehmer*innen oft auch selber aus. So war es auch bei dem Notenschlüssel. 🙂

Doch ich finde, Arbeit und Mühen haben sich in jedem Fall gelohnt. Und ein Plätzchen zum Verweilen hat der Notenschlüssel ebenfalls schon gefunden: Er ziert das Büro einer Kollegin und erfreut sie so gleichzeitig mit seiner Anwesenheit. Nur ab und an am Freitag muss er seinen Platz dort für ein paar Stunden verlassen – um sich bei „Irgendwas is immer“ zu präsentieren und vielleicht als Inspiration zu dienen.

 

kte

Buchtipp: Space Girls

Maiken Nielsen erzählt in Space Girls die Geschichte der Mercury 13. Es sind Frauen, allesamt Pilotinnen, die in den 1960er Jahren erfolgreich die selben Tests wie zuvor die Mercury-Astronauten durchliefen. Neben den realen Frauen, folgen wir der fiktiven Juni. Sie wächst in den 1950er Jahren in New Orleans auf. Schon früh nimmt ihr Stiefvater Ben sie mit auf den Flughafen und sie ist von Anfang an vom Fliegen begeistert. Sie wird Pilotin und ist Feuer und Flamme, als das Angebot für die Astronautentests kommt.
Wir folgen aber auch Junis Mutter Martha, die mit der kleinen Juni aus Nazideutschland über Frankreich in die USA fliehen musste.

Es war sehr spannend zu verfolgen, welche Hürden den Pilotinnen immer wieder in den Weg gelegt wurden und wie sie viele dieser Hürden trotzdem überwunden haben.
Es tauchten zudem auch immer wieder kurze Kapitel auf, in denen Wernher von Braun zu Wort kommt. Nachdem er in Deutschland während des zweiten Weltkriegs, die V2 Rakete mitentwickelte, mit der unter anderem London bombardiert wurde, holten ihn die Amerikaner nach dem Krieg, seiner Forschung wegen, in die USA. Dort erlangte er immer größere Popularität, da er öffentlich für die Raumfahrt warb und so zu einer prominenten Persönlichkeit auf dem Weg zur Mondlandung wurde.

Es war interessant, in Space Girls von diesen zwei Seiten von Wernher von Braun zu lesen. Einerseits seine absolute Leidenschaft für die Raumfahrt und wie er diese Begeisterung an andere weitergibt. Andererseits seine Vergangenheit, die zeigt, dass er für seinen Traum, ins Weltall zu fliegen, bereit war viel Schreckliches in Kauf zu nehmen. Irgendwie eine sehr ambivalente Persönlichkeit. Ich habe schon geschaut, und natürlich haben wir auch ein paar Biografien zu von Braun, da werde ich mir demnächst mal eine aussuchen. Bisher habe ich immer eher über seine Errungenschaften in der Raumfahrt gelesen, die natürlich nicht abzustreiten sind. Dennoch würde ich gerne erfahren, was er im Nationalsozialismus alles getan hat und ob man ihn nicht kritischer betrachten sollte.

Neben von Braun waren auch immer wieder kurze Kapitel aus der Sicht von Michael Collins eingefügt. Collins war zusammen mit Neil Armstrong und Buzz Aldrin in der Mannschaft für die erste Mondlandung. Während die anderen beiden auf dem Mond landeten, blieb Collins allein im Raumschiff.

Aber vor allem standen natürlich die faszinierenden Geschichten der Pilotinnen im Vordergrund. Dabei spielte Junis Geschichte die wichtigste Rolle. Ihr Leben auf dem Weg zur Pilotin, ihre Vergangenheit, die ihre Mutter jahrelang vor ihr verheimlicht.
Mir hat auch gefallen, wie Maiken Nielsen die Geschichte der Space Girls beginnend mit einer Flucht aus Deutschland, über Junis Kindheit und Erwachsenwerden in New Orleans bis hin zur Mondlandung, ab und an unterbrochen durch Gedanken von Wernher von Braun und Michael Collins, erzählt hat.

Spannend fand ich auch noch Nielsens Nachwort, in dem sie kurz darlegt, wo ihr Roman auf Tatsachen beruht und wo nicht und welche Sachbücher ihr bei diesem Thema empfehlenswert erscheinen (noch mehr Bücher, die ich lesen möchte… 🙂 ).

Hier seht ihr, wo ihr das Buch bei uns ausleihen könnt.

lga

Wir sind wieder für euch da!

Vor einigen Wochen mussten wir dauernd schlechte Neuigkeiten bekannt geben. Stadtbibliothek am Neumarkt geschlossen, Stadtteilbibliotheken geschlossen, Veranstaltungen fallen aus… Es macht richtig Spaß, nun nach und nach die gegenteiligen Nachrichten verkünden zu können. Nach dem schon die Zentralbibliothek am Neumarkt wieder erfolgreich öffnen konnte, folgen ab Dienstag, den 02.06.2020, nun auch die Stadtteilbibliotheken.

Die Stadtbibliothek am Neumarkt ist ja wie gehabt montags bis samstags von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Die Servicezeiten sind montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr.

Die Stadtteilbibliotheken sind nun zu folgenden, teilweise etwas geänderten Zeiten für euch da:

Stadtteilbibliotheken Brackwede und Sennestadt
Dienstag bis Freitag 10.00 – 13.00 Uhr und 15.00 – 18.00 Uhr
Samstag 10.00 – 13.00 Uhr

Stadtteilbibliothek Stieghorst und Schildesche
Montag 10 – 14 Uhr
Dienstag bis Freitag 10 Uhr – 13 Uhr und 15 Uhr – 18 Uhr

Stadtteilbibliothek Jöllenbeck
Dienstag 10 – 13 und 15 – 18 Uhr
Mittwoch 10 – 13 Uhr
Donnerstag 15 – 18 Uhr
Freitag 15 – 18 Uhr

Stadtteilbibliothek Baumheide
Dienstag 10.00 – 13.00 Uhr
Dienstag, Mittwoch, Donnerstag 15.00 – 18.00 Uhr
Samstag 10.00 – 13.00 Uhr

Stadtteilbibliothek Dornberg
Dienstag 10.00 – 12.00 Uhr, 15.00 – 17.00 Uhr
Donnerstag 15.00 – 17.00 Uhr
Freitag 15.00 – 17.00 Uhr

Stadtteilbibliothek Heepen
Mittwoch 15.00 – 18.00 Uhr
Freitag 15.00 – 18.00 Uhr
Samstag 10.00 – 13.00 Uhr

Nach wie vor gelten aber auch noch einige Einschränkungen. Zum einen bitten wir alle Besucher*innen in den Bibliotheken einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Um die nötigen Abstandsregeln einhalten zu können, wird außerdem nur eine begrenzte Anzahl an Besucher*innen gleichzeitig Zutritt erhalten. Ein Aufenthalt in Gruppen ist noch nicht möglich.

Generalprobe in der Stadtteilbibliothek Brackwede – das Abstand halten wurde erfolgreich geprobt!

Des Weiteren sind wir laut der CoronaSchutz-Verordnung des Landes Nordrhein-Westfalen verpflichtet eine namentliche Registrierung aller Besucher*innen durchzuführen. In der Stadtbibliothek am Neumarkt erfolgt die Registrierung mittels Bibliothekskarte über ein Lesegerät. Wer noch keine Bibliothekskarte besitzt oder eine Stadtteilbibliothek besucht registriert sich vor Ort über ein Formular.

Wir freuen uns auf jeden Fall, dass wir nun an allen Standorten wieder für euch da sein können! Und auf die nächsten guten Nachrichten. Denn auch auf unsere Veranstaltungen müsst ihr nicht mehr lange verzichten – aber dazu in Kürze mehr. 🙂

Der erste Beitrag…

… nach anderthalb Jahren Elternzeit ist ganz schön schwer zu schreiben. Wo fängt man an? Natürlich – Corona veränderte den Einstieg in das Arbeitsleben, so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Aber wie sagt man? „Wir müssen es nehmen, wie es kommt.“ Also, Ärmel hochgekrempelt und los geht’s.

Was ist das für ein Gefühl, nach so einer Zeit wieder an der alten Wirkungsstätte zu sein? Vertraut und doch neu trifft es ganz gut. Vertraute, alte Bildschirmmasken (Bibliotheca, WordPress…), neu, auf einmal mit Windows 10 am PC konfrontiert zu sein. 😉 Das Kollegium- vertraut, aber auch neu (neue Leitung, Azubis, FSJler). Die Fahrt zur Arbeit (selbe Strecke, aber neue Züge, Mundschutz). Die Aufgaben – Medien einstellen wie immer, aber huch, da steht ein anderes Regal…

Man selber ist anderthalb Jahre älter, denkt als Neu-Mama anders und beurteilt Situationen anders. Natürlich kann ich nur für mich sprechen, ich weiß nicht, ob es anderen auch so geht. Diese andere Sicht auf viele Dinge ist nicht das schlechteste.
Und ganz ehrlich- mir tut es gut, aus einer anderen Perspektive das Arbeitsleben zu betrachten. Oft hat man nicht die Gelegenheit, im positiven Sinne seine Sichtweise zu ein bisschen zu ändern bzw. aus Gewohnheiten auszubrechen, oder? Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier.

kwk

Buchtipp: Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse

Laut der Kartenapp war sie fast da. Charlotte hob die Hand, um ihre Augen abzuschirmen, und als sie es plötzlich direkt vor sich erblickte, wusste sie, dass sie angekommen war.

Es war ein typisch viktorianisches Stadthaus. Der obere Teil war aus Backstein gemauert, der untere mit einer zinnoberroten Fassade versehen, es sah charmant englisch aus. Das Einzige, was das Bild störte, war, dass jemand massenhaft Gerümpel in das überfüllte Schaufenster gestellt hatte. Ansonsten wirkte es sehr ansprechend.

Charlottes Herz machte einen Sprung. Zwar war das Gebäude eher klein und stand etwas eingequetscht zwischen zwei anderen da, dennoch hatte es mit seinen Fensterläden und anderen Blumenkästen einen eigenen Charakter, und aus irgendeinem Grund beschleunigte das ihren Puls.

Ein Taxi hupte wütend, als sie über die Straß ging, ohne sich umzusehen, doch sie konnte den Blick einfach nicht von dem Haus wenden. Über dem vollgestopften Schaufenster prangten vergoldete Buchstaben. The Riverside Bookshop, las Charlotte.

Die kleine Buchhandlung an der Themse / von Frida Skybäck. Seite 27

Als ich das Buch bei uns in der Bibliothek aus dem Rückgabe-Korb fischte, musste ich es mir einfach genauer ansehen. Denn nicht nur der Titel sprach mich sofort an, sondern auch das hübsch gestaltete Buchcover. Nachdem ich schnell noch den Klappentext gelesen hatte, war die Sache beschlossen: Das gute Stück ausleihen und zum Lesen mit nach Hause nehmen. 🙂

Schon nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte, war mir klar: das ist so ein nettes Buch, das muss ich einfach auf dem Blog vorstellen. Da ich alles in allem schreiben kann: Es ist nicht nur optisch ansprechend, es ist auch wunderbar zu lesen. Gut geeignet, wenn es mal nichts allzu Aufregendes, Spannendes oder Dramatisches sondern ein wenig gemäßigt sein soll.
Vielleicht kaufe ich es mir sogar noch, nicht nur wegen des adretten Aussehens, sondern weil es sich sicherlich auch gut ein zweites Mal lesen lässt. 🙂

Charlotte lebt in Schweden und ist dort eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Ihr gehört die Kosmetikfirma c/o Charlotte, die sie seit dem Unfalltod ihres Mannes Alex vor etwas mehr als einem Jahr, alleine führt. Da es ihr immer noch schwer fällt seinen Verlust zu akzeptieren, vergräbt sie sich seitdem gerne in ihrer Arbeit und meidet – soweit möglich – den Kontakt zu anderen Menschen. – Bis die junge Witwe eine Buchhandlung in London erbt: den Riverside Bookshop. Zu Verdanken hat Charlotte diese unerwartete Erbschaft ihrer Tante Sara, der Schwester ihrer Mutter Kristina, der sie obendrein kein einziges Mal im Leben begegnet ist.

Es hilft alles nichts, Charlotte muss nach London reisen. Ihr Plan: Den Laden so schnell wie möglich verkaufen, um mindestens genau so schnell wieder nach Schweden zurückzukehren. Doch als Charlotte das erste Mal vor dem Laden steht, geraten ihre Pläne ins Wanken. Denn sie ist vom ersten Augenblick an von dem urigen Geschäft fasziniert. Nichtsdestotrotz hält sie an ihrem Beschluss fest. Bis ihr Vorhaben mehr und mehr durchkreuzt wird: Durch den Laden selbst, der hoch verschuldet ist, was aber niemand wusste – schon gar nicht die Mitarbeiter; durch die mit der Zeit entstehende Freundschaft zu eben jenen; durch Familiengeheimnisse die gelöst werden wollen – in die Gegenwart fließen immer wieder Kapitel aus der Vergangenheit, die die Geschichte von Sara und Kristina erzählen; durch William, ein smarter Autor, der ausgerechnet in einer der beiden Wohnungen über der Buchhandlung wohnt (in der anderen, die Charlotte während ihres Aufenthalts für sich beansprucht, lebte ihre Tante Sara); und nicht zuletzt durch Saras eigenen Kater Tennyson, der sie zu ihrer neuen Freundin auserkoren hat.

Alle „diese Umstände“ tragen dazu bei, dass Charlotte sich mehr und mehr wohlfühlt und länger in London bleibt als beabsichtigt. Aber: Wird es ihr gelingen, den Geheimnissen auf die Spur zu kommen? Gelingt es ihr, herauszufinden, warum Sara die Buchhandlung ausgerechnet ihr vererbt hat? Und vor allem wird Charlotte es wagen, einen Neuanfang zu starten?

Lest selbst nach – ausleihen könnt ihr das Buch vor Ort oder in der Onleihe.

kte

Recherche-Tipps #4: Google, erweiterte Suche

Googeln kann doch jeder.

Nun, nichts für Ungut, aber wir erleben hier in der Praxis etwas anderes. Sobald es um etwas komplexere Recherchen geht, haben allzu viele Nutzer Schwierigkeiten. Und das trifft auch auf viele sogenannte Digital Natives zu, denn die effektive Internetrecherche ist leider nicht unbedingt Teil des Lehrplans.

Wer kennt und nutzt die Erweiterte Suche bei Google?

Hier kann man von vornherein mehrere Suchbegriffe kombinieren, aber auch einzelne Begriffe ausschließen, nach Phrasen oder gezielt nach bestimmten Dateiformaten suchen, man kann die Suche auf einen Zeitrahmen eingrenzen oder auch auf eine Sprache, ein Land, eine bestimmte Lizenz.

 

 

Zur Erweiterten Suche gelangt Ihr, wenn Ihr in der Einfachen Suche eine Suchanfrage startet und dann unter Einstellungen die Erweiterte Suche aufruft. Manchmal ist Einstellungen auch nur mit einem Zahnrad-Icon dargestellt.

 

Wir zeigen hier einmal ein paar Beispiele mit Suchanfragen für eine Facharbeit Welche Auswirkungen hat die globale Erwärmung auf die Tierwelt in der Polarregion? (siehe Recherche-Tipps #2: Recherche vorbereiten)

  • UND-Suche: Seiten suchen, die … alle diese Wörter enthalten:
    In dieses Feld könnt Ihr mehrere Begriffe eingeben, die alle im gesuchten Text an irgendeiner Stelle vorkommen sollen.
  • ODER-Suche: Seiten suchen, die … eines dieser Wörter enthalten:
    In dieses Feld könnt Ihr Begriffe aus Eurer Synonymenliste eintragen, es werden dann Texte gesucht, die mindestens eines der angegebenen Wörter enthalten.
  • Phrasensuche: Seiten suchen, die … genau dieses Wort oder diese Wortgruppe enthalten:
    Hier könnt Ihr zusammenhängende Begriffe eingeben z.B. globale Erwärmung oder auch ganze Textzeilen z.B. von einem Gedicht oder einem Songtext (Leise zieht durch mein Gemüt).
    Probiert dieses Feld mal mit Eurem eigenen vollständigen Namen und vergleicht das Ergebnis mit der Trefferliste, die Ihr bei der einfachen Sucheingabe bekommt.
  • NICHT-Suche: Seiten suchen, die … keines der folgenden Wörter enthalten:
    Hier könnt Ihr Begriffe ausschließen. Sinnvoll, wenn es zu einem Begriff mehrere Bedeutungen gibt, z.B. Ihr sucht etwas über Käfer, gemeint sind die Krabbeltiere, nicht das Auto, also gebt Ihr in dieses Feld Auto ein und erhaltet eine entsprechend bereinigte Trefferliste (nur Werbung wird trotzdem angezeigt).

    Eingrenzen nach der letzten Aktualisierung: hier kann man zwischen verschiedenen Zeitspannen wählen

    Zeiteinschränkung: Ergebnisse eingrenzen … Letzte Aktualisierung
    Nützlich, wenn Ihr nur aktuelle Dokumente haben wollt.

  • Dateiformat: Ergebnisse eingrenzen … Dateityp
    Um an zitierfähiges Material heranzukommen, möchtet Ihr vielleicht gleich Einträge von irgendwelchen Internetquellen wie z.B. Blogeinträge oder Zeitungsmeldungen ausschließen; wenn Ihr hier gezielt nach PDF-Dateien sucht, kommt Ihr zwar auch nicht ausschließlich auf wissenschaftliche Quellen, aber Ihr habt zumindest schon so einiges ausgeschlossen, die Auswahl ist damit leichter.

Probiert zu Eurem Thema verschiedene Kombinationen mit Synonymen und einschränkenden Faktoren aus. Wenn Ihr zu wenig findet mit Eurem Suchweg, dann habt Ihr vielleicht zu sehr eingeschränkt.
Noch ein kleiner Tipp: Um sich doppelte Arbeit zu ersparen, lohnt es sich übrigens, eine Art Rechercheprotokoll zu führen.

Mit Hilfe der sogenannten Booleschen Operatoren könnt Ihr übrigens auch in der Einfachen Google-Suche sehr differenziert recherchieren. Aber das erklären wir vielleicht mal in einem eigenen Artikel.

HilDa