Bitte, ein Gedicht #10

Heute gibt es ein Gedicht für alle, die sich auch mal wieder ein bisschen Schnee wünschen. Bei den milden Temperaturen ist eine weiße Weihnacht dieses Jahr, zumindest hier in Bielefeld und Umgebung, leider wieder außerhalb des Möglichen. Dann lese ich zumindest ein Gedicht darüber und träume von ein bisschen Schnee… 🙂

Neuschnee

Flockenflaum zum ersten Mal zu prägen
mit des Schuhs geheimnisvoller Spur,
einen ersten schmalen Pfad zu schrägen
durch des Schneefelds jungfräuliche Flur –

kindisch ist und köstlich solch Beginnen,
wenn der Wald dir um die Stirne rauscht
oder mit bestrahlten Gletscherzinnen
deine Seele leuchtende Grüße tauscht.

Christian Morgenstern (1871 – 1914)

Bitte ein Gedicht – das ist Wunsch und Angebot zugleich. In unregelmäßigen Abständen möchten wir gerne zur Lyrik verführen und präsentieren einzelne Gedichte oder weisen auf besondere Lyrikbände aus unserem Bestand hin.

Bitte, ein Gedicht #9

Lied im Advent
Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
dass er leuchte uns sehr
durch die dunklen Stunden.

Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.

Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!

Matthias Claudius (1740 – 1815)

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Bitte, ein Gedicht #8

Des Wunders lächelnd staunend, das geschah,
Stand ich am Morgen leise fröstelnd, sah
Die Heide blitzend, funkelnd, übersät;
Als die Dezembersonne mild und spät
Hinter den Kiefern aufstieg … Silberblinken,
Glitzern und Blitzen aller Nähe, Weite
Im Winterlicht … Und bronzen ein Geläute
Vom Dorf her: – Morgenglocken; – und ein Winken
Des Horizontes blauzart; fernklar, fein:
Wie hingehaucht. Und eine Stille dann
Fing durch das Strahlende zu wandern an,
Und fand auf weißen Wegen sich allein. … O, ganz allein.

Karl Röttger (1877-1942)

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Bitte, ein Gedicht #7

Verse zum Advent

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
Aber als Knecht Ruprecht schon
Kommt der Winter hergeschritten,
Und alsbald aus Schnees Mitten
Klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
Bunt auf uns herniedersah,
Weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
Und das Jahr geht auf die Neige,
Und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
Heute bist du uns noch fern,
Aber Tannen, Engel, Fahnen
Lassen uns den Tag schon ahnen,
Und wir sehen schon den Stern.

Theodor Fontane (1819 – 1898)

 

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Windbeutel Rezept

Etwas, das ich immer wieder gerne backe, sind Windbeutel. Oder wie mein Opa sie nennt: Luftsäcke. Sie sind einfach und schnell zu machen und schmecken, zumindest mir, immer wieder gut. 🙂

Die Zutaten:
175 ml Milch
50 g Butter
1 Prise Salz
50 g Weizenmehl
25 g Speisestärke
3 Eier

1 Glas Kirschen

200 g Sahne

Die Zubereitung:

Milch, Butter und Salz in einen Topf geben und aufkochen lassen. Mehl mit Speisestärke mischen und in die kochende Flüssigkeit geben. Die Masse mit einem Holzlöffel solange gut verrühren, bis sich am Topfboden eine weiße Schicht gebildet hat.
Mit Frischhaltefolie bedeckt auf einem Teller 20 Minuten abkühlen lassen. Die Masse danach in eine Rührschüssel geben und die verquirlten Eier nach und nach unter die Brandteigmasse rühren, bis ein cremiger Teig entstanden ist.
Den Brandteig mithilfe von Löffeln oder eines Spitzbeutels auf ein Backblech geben.

Anschließend 15 bis 20 Minuten im vorgeheizten Backofen bei 210°C backen, bis die Windbeutel eine goldgelbe Farbe annehmen.

Bei uns gibt es Windbeutel immer mit heißen Kirschen und Schlagsahne, man kann sie bestimmt aber auch mit vielen anderen leckeren Sachen genießen (diese Varianten muss ich aber erst noch erproben 🙂 ).

Ein Glas Kirschen abtropfen lassen, mit einem Päckchen Tortenguss nach Packungsanweisung zubereiten und schon sind die Kirschen fertig.
Die Sahne mit einem Päckchen Vanillezucker und nach Bedarf einem Päckchen Sahnesteif schlagen. Für ein bisschen nachweihnachtliche Stimmung habe ich noch einen gestrichenen Löffel Zimt in die Sahne gegeben.

Viel Spaß beim Nachbacken! 🙂

lga

Es weihnachtet (noch nicht so) sehr

Kaum zu glauben nach dem ewigen Sommer, den wir dieses Jahr hatten, aber so langsam ist tatsächlich schon wieder die Vorweihnachtszeit in Sicht. Die Temperaturen haben sich dem ja immerhin auch schon ein wenig angepasst, sodass man durchaus schon darüber nachdenken kann Lebkuchen, Spekulatius und Co. zu kaufen und zu verspeisen.

Bei uns in der Bibliothek fängt es ebenfalls wieder an weihnachtlich zu werden. Die Weihnachtsbücher sind aus dem Keller geholt und stehen zur Ausleihe bereit und für alle die sich schon mal auf Weihnachten und den Advent einstimmen wollen, bieten wir verschiedene Veranstaltungen an:

Vielleicht ist ja etwas für euch dabei? 😉

lga

 

Advent, Advent, die 4. Kerze brennt …

… am Sonntag. Und gleichzeitig ist dann dieses Jahr auch schon Heiligabend.

Wir möchten euch allen an dieser Stelle schon mal ein frohes Weihnachtsfest wünschen und verabschieden uns bis nach den Weihnachtsfeiertagen mit einem Gedicht von Joseph von Eichendorff:

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh’ ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus in’s freie Feld,
Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schneees Einsamkeit
Steigt’s wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!

lga

 

 

Advent, Advent, die 3. Kerze brennt…

…am Sonntag. Zu Weihnachten gehören natürlich auch Musik und Weihnachtsfilme.  Klassiker zu Weihnachten sind natürlich „Der Kleine Lord“, „Kevin allein zu Haus“ und „Kevin allein in New York“.

Es gibt einige tolle Verfilmungen von der Weihnachtsgeschichte nach Charles Dickens. Die schönste aber war für mich bis jetzt die Muppets-Verfilmung: Ebenezer Scrooge ist ein geiziger und unfreundlicher Zeitgenosse, der für seine Mitmenschen und für Weihnachten erst Recht nichts übrig hat. Am Weihnachtsabend wird er von den Geistern seiner ehemaligen Kollegen Marley & Marley – verkörpert durch Waldorf und Statler – heimgesucht. Sie warnen ihn, dass er genau so enden würde wie sie, wenn er sich nicht ändert. Im Laufe der Nacht wird Scrooge von drei weiteren Geistern heimgesucht. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Ein weiterer wunderschöner Weihnachtsfilm ist „Ist das Leben nicht schön?“ aus dem Jahr 1946. Nicht zu verwechseln mit „Das Leben ist schön“ – auch wenn dies auch ein sehr schöner Film ist. Leider haben wir ersteren derzeit nicht in der Bibliothek. Aber er läuft am Samstag morgen vor Weihnachten und Sonntagnacht (wenn man nicht schlafen kann 🙂 ).

In dem Film geht es um George Bailey, den Leiter einer kleinen Bausparkasse. Als er alles zu verlieren droht, möchte er sich an Weihnachten von einer Brücke stürzen. Der Engel Clarence, der zurückgeschickt wurde, um sich seine Flügel zu verdienen, versucht ihn aufzuhalten. Bailey wünscht, niemals geboren zu sein. Dieser Wunsch wird ihm von Clarence gewährt. Er kehrt in die Stadt zurück, in der er nie geboren wurde. Wäre das Leben für viele wirklich besser verlaufen, wenn er niemals geboren worden wäre?

Natürlich gehört zu Weihnachten auch die richtige Musik zum Kekse backen oder basteln. Ein besonders schönes Album ist „Irish Christmas“ von Angelo Kelly & Family:

Eigentlich ist die irische Musik sehr vielseitig. Wenn man nach Irland reist, kommt man nicht umhin, in einen der vielen Pubs zu gehen. Oftmals spielen hier traditionelle Bands live oder es findet gerade eine sogenannte „Irish Session“ statt. Hier treffen sich Musiker (auch Hobbymusiker) um gemeinsam zu spielen, zu singen, und das ein oder andere Guinness zu trinken. Man sollte meinen, dass sich hier auch viel irische Weihnachtsmusik finden lässt. Angelo Kelly lässt sich 2013 mit seiner Familie in Irland nieder und stellt fest, dass irische Weihnachtsmusik rar gesät ist. „Man greift auf die populären Weihnachtslieder zurück, die auch hier im Radio laufen“, wie Kelly in einem Interview erzählt. Dies wollte er ändern. Zusammen mit seiner Familie verbindet Angelo Kelly traditionelle und andere bekannte Weihnachtslieder mit irischer Musik. Musikalisch unterstützt werden die Kellys von der irischen Band ‚Barrule‘ mit Gitarre, Geige, Flute, Tin Whistle, Uillean (sprich: Illjen), Pipe, Harfe und anderen Instrumenten. Besonders gefallen hat mir, dass in einem Lied Strophen auf „gaeilge“ (sprich: gaelje) gesungen werden.

Zu empfehlen ist auch der musikalische Adventskalender der Nikolaikirche Bielefeld. Jeden Abend bis zum 23. Dezember gibt es um 19 Uhr ein kleines Konzert in der Nikolaikirche bzw. an manchen Tagen an anderen Orten oder Zeiten der Stadt. Die Kinderkonzerte sind natürlich früher. Auch wenn nicht jede Musik jeden Geschmack trifft, ist es doch immer eine wunderschöne Atmosphäre.

 

Juliane

Vanilleplätzchen

Die Adventszeit hat endlich begonnen und somit auch die Zeit des fleißigen Plätzchenbackens. Dabei backe ich ganz gerne auch mal außergewöhnliche Plätzchen aber noch lieber doch die ganz einfachen Rezepte, wie Spritzgebäck oder die Vanilleplätzchen, um die es in diesem Beitrag geht.

Erster Pluspunkt: es kommen ganz normale Zutaten in den Teig, die man auch Zuhause hat, ohne dass man extra dafür einkaufen gehen muss.

500g Weizenmehl
2 gestrichene Teelöffel Backpulver
150g Zucker
4 Päckchen Vanillezucker
2 Portionen Vanillearoma (ich habe immer diese in den kleinen Glasteilen)
2 Eier
250g Butter oder Margarine

(das ist jetzt übrigens die doppelte Menge des eigentlichen Rezepts; einfache Menge finde ich normalerweise zu wenig, das lohnt sich dann ja gar nicht)

Alle Zutaten nun in eine Rührschüssel geben und mit dem Knethaken zu einem Teig verarbeiten (oder selbst Kneten, wies beliebt).

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche, zu Rollen (Durchmesser ca. 3 cm) formen. Diese in Frischhaltefolie wickeln und für einige Stunden oder auch über Nacht in den Kühlschrank legen.

Die gut gekühlten Teigrollen in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden, auf Backbleche legen und in den vorgeheizten Backofen schieben.

Ober-/Unterhitze: ca. 180 °C
Heißluft: ca. 160 °C

Die Plätzchen etwa 12 Minuten backen. Anschließend auf einem Kuchenrost erkalten lassen.

Bisschen Schokolade schadet in der Weihnachtszeit ja eigentlich auch nicht. Darum können die Vanilleplätzchen auch noch nach Herzenslust mit Schokolade verziert werden.

Guten Appetit! 😉

lga

Advent, Advent – die 1. Kerze brennt…

…noch nicht ganz – erst am 3. Dezember – aber ab heute können Adventskalender geöffnet werden. Ob selbst gebastelt oder ein klassischer mit Schokolade.

Ein Selbst gebastelter, der mir gut in Erinnerung geblieben ist, war mit Puzzle-Teilchen gefüllt. In jedem Säckchen waren für mich und meinen Bruder je ca. 20 Teilchen. Natürlich auf der Rückseite markiert, damit man sie auseinander halten konnte. Am 24. Dezember hatten wir je ein komplettes 500er-Puzzle zusammen. 20 Teile hört sich erst einmal wenig an, die Teile mussten aber nicht unbedingt gleich zusammen passen. Manchmal hatte man mehrere Pärchen.

Natürlich dürfen auch Adventskalendergeschichten nicht fehlen. Eine davon ist „Schnüpperle – 24 Geschichten zur Weihnachtszeit“. Gehört habe ich diese Geschichten in meiner Grundschulzeit. Die Vorweihnachtszeit war immer etwas Besonderes. In der 1. Stunde kam auf jeden Tisch eine echte (!) Kerze, dann wurden Lieder gesungen, Kekse gegessen und in einem Jahr hat uns unsere Klassenlehrerin Schnüpperle vorgelesen. Die durch das Wochenende verpassten Geschichten wurden natürlich nachgeholt. Schnüpperle ist ein 6jähriger Junge, der unter anderen zusammen mit seiner älteren Schwester und seinen Eltern die Vorweihnachtszeit erlebt. Kekse backen, Bratäpfel essen, basteln, und vielen andere Dinge wurden gemacht, bis der 24. Dezember endlich da ist.

 

Adventskalendergeschichten gibt es natürlich auch für Erwachsene. Eine davon ist „Kerzen, Killer, Krippenspiel“ mit 24 Krimis von verschiedenen Autorinnen und Autoren. Die Handlung der Kurzgeschichten ist auf ganz Deutschland verteilt. Einige Handlungsorte sind in Österreich und der Schweiz. Einer der Krimis spielt übrigens in Bielefeld. Es handelt sich um „Einmal Ägypten“ von Mechthild Borrmann.

Eine sehr schöne Adventskalender-Geschichte neueren Datums ist „Du spinnst wohl“ von Kai Pannen: Der 1. Dezember läuft für die Stubenfliege Bisy nicht gut. Er hat es eilig – Termine wie Kuchen auf einem Geburtstag essen zum Beispiel – und verfängt sich in dem im Weg hängenden Spinnennetz von Karl-Heinz. Dieser freut sich sehr über den frisch gefangenen Weihnachtsbraten. Bisy hat 24 Tage Zeit, um Karl-Heinz davon zu überzeugen, dass er keinen guten Braten abgibt. Ob das gelingt? Mit seinem Essen spricht man doch nicht, oder?

Juliane