Unsere neue Auszubildende stellt sich vor

Einen schaurig schönen Herbsttag wünscht euch Louisa Vahle, die neue Auszubildende der Stadtbibliothek Bielefeld! Ich melde mich aus Brackwede, wo ich als Teil meiner Ausbildung noch bis November durch die Räumlichkeiten der Stadtteilbibliothek spuke. Als Fachangestellte in einer Bibliothek agiert man natürlich eher wie das Gegenteil eines Poltergeistes, denn die haben mit Ruhe und Ordnung bekanntlich nicht so viel am Hut. Aber genug mit den Halloween-Anspielungen – immerhin sind es ja auch noch ein paar Tage bis zum 31.

Ich bin jedenfalls sehr glücklich, dass mich mein Weg in die FAMI-Ausbildung der Stadt Bielefeld geführt hat. Sowohl die Art und Vielfältigkeit der Aufgaben als auch die Mitarbeiter in der Stadtbibliothek, die ich bisher kennen lernen durfte, haben die ersten Wochen wie im Flug vergehen lassen. Und wie mir bereits häufiger versichert wurde, werden ihnen die nächsten Wochen und Monate ebenso zügig folgen.

Ich freue mich darauf euch, liebe Leser*innen, kennen zu lernen!

Louisa Vahle

Das letzte Kapitel meiner Ausbildung

Am Montag, den 10.07.2017, bestritt ich meinen letzten Tag als Auszubildende der Stadtbibliothek Bielefeld. Gegen halb neun machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof um nach Dortmund zur IHK zu fahren, wo meine mündliche Prüfung abgenommen wurde.

Nervös war ich zur Genüge, vor allem weil ich auf die schnelle noch einen früheren Zug genommen habe – die Deutsche Bahn hatte natürlich ausgerechnet an dem Tag Verspätung. Zwar nur 10 Minuten aber bevor da nachher noch mehr draus würde bin ich lieber auf die Eurobahn umgestiegen.

So war ich dann sehr pünktlich, anderthalb Stunden vor meiner Prüfung, in der IHK. Zum Glück war ich in guter Gesellschaft mit ein paar Klassenkameraden und musste nicht alleine warten.

In die Vorbereitungszeit und anschließend in die Prüfung bin ich um 11:30 Uhr ziemlich zittrig gegangen, rückblickend betrachtet war das Ganze aber doch halb so schlimm wie vorher befürchtet.

In der Vorbereitungszeit hatte ich die Qual der Wahl zwischen zwei Prüfungsaufgaben. Ich entschied mich für eine Aufgabe zum Thema Onleihe und hatte im Anschluss 15 Minuten Zeit die Aufgabe vorzubereiten – hieß bei mir Notizen machen und das Ganze auf bunten Karteikarten visualisieren, die ich später während meines Vortrags an die Pinnwand gepinnt habe.

Gleich danach ging es dann in den Prüfungsraum. Die Prüfer sahen zum Glück alle ziemlich entspannt aus und bedachten mich mit recht ermutigenden Blicken.

Nach gegenseitigem Vorstellen und beinahe Vergessen meinerseits, den mitgebrachten Wecker aufzustellen, damit ich die Zeit im Blick behalten konnte, ging es auch schon los.

20 Minuten dauerte die Prüfung, von denen ich in etwa 15 Minuten etwas zu meiner Aufgabe erzählen sollte und danach sollten nochmal 5 Minuten Fragen gestellt werden. Die 15 Minuten habe ich auch ganz gut geschafft und die Fragen im Anschluss konnte ich auch gut beantworten.

Alles in allem war ich jedenfalls sehr erleichtert, als ich den Prüfungsraum mit der Bestätigung, dass ich die Ausbildung erfolgreich bestanden hatte, verlassen habe.

Die 3 Jahre Ausbildung vergingen wie im Flug und ich bin schon etwas traurig, dass die Ausbildungszeit nun vorbei ist. Andererseits konnte ich heute, am Dienstagmorgen meinen Arbeitsvertrag unterschreiben – weiterhin bei der Stadtbibliothek Bielefeld! 🙂

Somit geht es jetzt für mich sowohl mit schon bekanntem als auch mit neuen Aufgaben weiter. Eine gute Mischung also, auf die ich mich schon sehr freue. 🙂

lga

Neulich im Zug

Zur Berufsschule geht es für mich zweimal in der Woche mit dem Zug nach Dortmund. Und auf einer Zugreise kann man ja allerhand erleben. Ob Verspätungen, Trompetenspieler, die viel zu laut Weihnachtslieder spielen oder Leute, die mal eben Hilfe bei den Hausaufgaben für den Sprachlernkurs brauchen. Doch dass so ein Zug auch mal eine Zeitreise unternimmt, hatte ich noch nicht erlebt. Eines Tages auf der Heimfahrt hatte es uns nämlich laut Anzeige im Zug ins Jahr 1997 verschlagen. Während wir schon überlegten, wie das nur möglich war und was man 1997 wohl so alles machen könnte, mussten wir beim Umstieg in Hamm dann doch feststellen, dass wir wieder in der Gegenwart angekommen waren. Schade eigentlich, das wäre bestimmt ein ganz besonderer Ausflug geworden.

Neulich auf dem Rückweg von der Berufsschule im Regionalexpress der Deutschen Bahn (oder sollte ich besser Zeitreiseexpress sagen?)

Neulich auf dem Rückweg von der Berufsschule im Regionalexpress der Deutschen Bahn (oder sollte ich besser Zeitreiseexpress sagen?)

lga

Es war einmal…die Fernleihe!

Am 1. September vor fast 40 Jahren habe ich die Ausbildung in der Stadtbibliothek Bielefeld begonnen. Damals befand sich die Bibliothek in der Alfred-Bozi Str.. Im EG des Gebäudes gab es zwei Eingänge, rechts die Anmeldung und links die Verbuchung, also Ausleihe und Rückgabe der Bücher. Es wurde fotoverbucht , ein graues, eisernes Gerät, unter welches man die Bibliothekskarte, eine Lochkarte und die Buchtasche schob, machte ein Foto von den drei Papieren. Heute sind wir da um einiges weiter: Selbstverbuchung, Rückgabeautomat, Kassenautomat.

Die Auszubildenden kamen damals, wie auch heute, erst mal in eine der Zweigstellen und wurden dort in den Bibliotheksalltag eingeführt. Da habe ich erst mal erkannt, dass eine Ausbildung in einer Bibliothek nicht nur viele interessante Bücher um mich herum bedeutet, sondern auch Arbeit. Jeden Tag mehr oder weniger die Gleiche , als 17 jährige fand ich das eher langweilig. Die zwei Jahre der Ausbildung vergingen ziemlich schnell, das Arbeiten in der Bibliothek machte mir immer mehr Spaß, auch die einzelnen Abteilungen, in denen ich zeitweise eingesetzt war, bis auf die Fernleihe: ich begriff einfach nicht, in welcher Bibliographie ich was nachschlagen sollte, ein Graus! In dieser Abteilung wollte ich niemals, niemals landen.

So, nun 39 Jahre später sitze ich in der Fernleihe, und so schlimm ist es gar nicht, das komplizierte Nachschlagesystem ist lange abgeschafft worden und vieles ist vereinfacht.

Unsere Leser können bequem von zu Hause ihre Medienwünsche online abschicken, ein Server leitet die Bestellungen weiter an die gebenden Bibliotheken in ganz Deutschland. Auch Sonderwünsche von Lesern werden fast immer erfüllt.

Die bestellten Titel treffen nach 7-14 Tagen bei uns ein. Die Medien werden für die Ausleihe bereitgestellt, ein Datenträger ermöglicht die Ausleihe an den Leser. Genauso verleihen wir Medien aus unserem Bestand an Leser anderer Bibliothek in Deutschland und manchmal sogar ins Ausland. Besonders begehrt sind Bücher und Videofilme aus dem Magazinbestand und die Neuanschaffungen.

Die Bestellungen werden vom zentralen Fernleihserver (HBZ Köln) an uns weitergeleitet, wir suchen die bestellten Titel heraus, verbuchen die Bücher, DVD s, CD s usw. und bereiten die Medien für den Transport vor.

So spannend (oder auch nicht?) ist die Arbeit in der Fernleihe!

MRo

Ausbildung 2017 – bewirb dich jetzt!

Hast du Lust auf viele interessante Projekte? Kommunizierst du gerne mit Menschen? Besitzt du mindestens die Fachoberschulreife und beherrscht die deutsche Sprache sicher in Wort und Schrift?
Dann bewirb dich doch bei uns bis zum 13.11.2016 um einen Ausbildungsplatz für den Beruf des Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste – Fachrichtung Bibliothek 2017!

Bitte bewerbt euch über unser Online-Formular:
http://www.bielefeld.de/de/rv/stellen/ausbildung/#030

Ein Praktikum in London

Als Auszubildende in einer öffentlichen Bibliothek kommt man in den Genuss mehrerer Praktika. Vorgeschrieben sind ein Praktikum im Archiv und eines an einer wissenschaftlichen Bibliothek. Dazu wurde mir noch freigestellt ein drittes Praktikum zu absolvieren und da in der Berufsschule Praktika im Ausland so schön beworben wurden, habe ich einfach mal mein Glück beim Goethe Institut London versucht – und auch eine Zusage für ein dreiwöchiges Praktikum bekommen!

Goethe Institute fördern weltweit die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland, sowie internationale kulturelle Zusammenarbeit. Für diese Zwecke haben viele der Goethe Institute auch Bibliotheken und so auch das in London.
Die Bibliothek beherbergt 18.000 Medien (zum Vergleich: in der Stadtbibliothek am Neumarkt in Bielefeld stehen ungefähr 300.000 Medien), sowie Fläche für Veranstaltungen und einen Raum, der Platz für Sprachunterricht bietet.

Interiors: Library, Training Room, Goethe-Institut London, April 2016

Die Bibliothek des Goethe Instituts London

Die Arbeit dort beinhaltet ganz typische Aspekte einer Bibliothek, die mir schon bestens bekannt sind, wie etwa Bestandspflege oder Beratung von Nutzern. Daneben konnte ich aber auch noch ganz neue Eindrücke gewinnen. Sehr spannend war zum Beispiel die Mitarbeit bei der Vorbereitung von Lesungen und anderen Veranstaltungen. Darüber hinaus war auch der Bereich Social Media oder auch die Arbeit mit Kulturinstituten anderer Länder sehr interessant.

Aussicht auf die Tower Bridge

Der Sky Garden: Aussicht auf die Tower Bridge

Ein weitere großer Pluspunkt waren außerdem die tollen Kollegen, die mir auch viele gute Tipps gegeben haben, was in London sehenswert ist. (Ich hatte selber zum Beispiel noch nie vom Sky Garden gehört – der liegt in den obersten Stockwerken des Walkie Talkie, einem Wolkenkratzer, mit ästhetisch gesehen eher fragwürdigem Aussehen, der aber eine wirklich fabelhafte Aussicht über London bietet!)
Neben dem Praktikum galt es natürlich auch, London zu erkunden. Und das hat meine Freizeit auch eigentlich komplett in Anspruch genommen – ist halt eine große Stadt (vor allem im Vergleich zu meinem Dörfchen mit schnuckeligen 1300 Einwohnern). Neben Buckingham Palace, Big Ben und der Tower Bridge habe ich mir auch einige Museen, wie das British Museum und das Victoria & Albert Museum angeschaut. Auch St. Paul’s Cathedral und die vielen schönen Londoner Parks, zum Beispiel Hyde Park und Regent‘s Park, standen auf dem Programm. Als Harry Potter Fan war ich natürlich auch noch bei King’s Cross und Gleis 9 3/4 (wo mir aber leider weder Zauberer noch Eulen oder ein Zug nach Hogwarts begegnet sind).

Auch wenn ich in England war habe ich tatsächlich erstaunlich wenig Englisch gesprochen. Im Goethe Institut zum Beispiel spricht man fast nur Deutsch, was ja eigentlich auch logisch ist – ist ja immerhin ein deutsches Kulturinstitut und die meisten Mitarbeiter kommen somit selber auch aus Deutschland. Es gab aber auch die eine oder andere Kollegin, mit der auf Englisch geredet wurde und auch auf einer Ausstellungseröffnung, die zusammen mit Kulturinstituten anderer Länder organisiert wurde konnte ich mein Englisch mal ausführlicher testen (und feststellen, dass da noch Luft nach oben ist …).

Am Ende waren die drei Wochen dann doch sehr schnell vorbei. Es war für mich auf jeden Fall eine wertvolle Erfahrung. London Fan bin ich jetzt wohl auf Lebenszeit (auch wenn ich mir momentan nicht vorstellen könnte jemals dort zu leben – ich bin es einfach seit 21 Jahren gewohnt, dass die nächsten Nachbarn mindestens in 500m Entfernung wohnen, weshalb mir da teilweise viel zu viele Menschen herum liefen) und auch aus dem Praktikum konnte ich viel mitnehmen.
Jetzt bleibt nur noch die Frage, wo es als nächstes hin geht – ich bin nämlich irgendwie auf den Geschmack gekommen und es wird bestimmt irgendwann nochmal eine Möglichkeit geben für ein paar Wochen oder Monate ins Ausland zu gehen!

Abends an der Themse

Abends an der Themse

lga

Mein Weg in die Ausbildung zur FaMI – Fachrichtung Bibliothek

Am 01.08.2016 habe ich die Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (auch kurz und zur Vereinfachung „FaMI“ genannt) in der Stadtbibliothek Bielefeld begonnen. Der Weg dorthin war keinesfalls gradlinig und auch mir selbst war lange Zeit nicht bewusst, dass man in Bibliotheken eine Ausbildung machen und wie vielseitig das Arbeiten in der Bibliothek sein kann.

„,Eine Ausbildung zu Was?
Dafür braucht man eine Ausbildung?
Und was lernt man dort?
Warum hast Du Dich dafür entschieden?“

Diese Fragen werden immer gestellt, wenn das Gespräch auf die Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste in der Fachrichtung Bibliothek fällt. Da kommt es schon einmal vor, dass man sich um Kopf und Kragen redet, wenn man erklärt, dass es in der Ausbildung um mehr als nur das Einsortieren und Lesen von Büchern geht.

Über eine Ausbildung in der Bibliothek habe ich das erste Mal nachgedacht, als meine jüngere Cousine freudestrahlend von einem Schulausflug nach Hause kam und mir von ihrer Bibliotheksbesichtigung erzählte.
Irgendwann im Laufe ihrer Erzählung, fragte sie mich dann, was man machen müsse, um in der Bibliothek  arbeiten zu können. Das brachte mich zum Nachdenken und zum Recherchieren. Mit einem Studium konnte man Bibliothekarin werden, aber von einer Ausbildung in der Bibliothek  hatte ich zuvor noch nichts gehört.

Ich informierte mich und dann musste ich mich noch zwischen öffentlicher oder wissenschaftlicher Bibliothek entscheiden und den Ort festlegen. Mir persönlich war von Anfang an klar, dass ich gerne in eine Stadtbibliothek möchte, da dort ein breiteres Spektrum an Kunden anzutreffen ist und es ein größeres Veranstaltungsangebot, vor allem für Kinder und Jugendliche gibt, die sich vermutlich eher selten in eine wissenschaftliche Bibliothek begeben. Die Symbiose aus körperlicher und geistiger Arbeit ist ein weiterer ausschlaggebender Punkt, der für mich für die Ausbildung spricht.

Nun bin ich hier in der Bielefelder Stadtbibliothek gelandet und bin sehr zufrieden mit der Wahl. Ich wurde freundlich begrüßt und meine Fragen werden ausführlich und mit sehr viel Geduld beantwortet. Ich freue mich auf die nächsten drei Jahre und bin gespannt, was die Ausbildung noch mit sich bringen wird-Langeweile ganz sicher nicht!