Einsichten Teil drei :)

Wir haben es oft nicht leicht. Auch wenn viele das denken. Standardmäßig wird unser Beruf nämlich erstmal wie folgt abgestempelt: „Du arbeitest in einer Bibliothek? Dann kannst du ja immer schön lesen während der Arbeit.“
Hrrrmm. 😡
Ich weiß nicht, ob es mal so war, dass man das konnte, aber wenn man in der Zentralbibliothek eines Großstädtischen Bibliothekssystems oder einer ihrer Zweigstellen arbeitet, ist das nicht sooo ganz richtig. Unsere Bibliothek besteht nun mal nicht nur aus Büchern und Ruhe, sondern aus Datenbanken, Online-Angeboten, CDs, DVDs, Konsolenspielen, der Artothek, Technik zum Anfassen und natürlich unseren Lesern.

So manches haben wir schon einmal in Beiträge verpackt, zum Beispiel die herrliche Begegnung mit dem fossiliensuchenden Jungen oder die schwierige Entscheidung, welches Buch denn nun als Urlaubslektüre taugt.

Wir haben ein paar neue Anekdötchen aus unserem Arbeitsalltag für euch:

  • Manchmal brauchen auch wir Nervennahrung. Wir sind auch nur Menschen. Kein Leser zu sehen, alles ist ruhig -nach reiflicher Überlegung hat man sich für das kleinste Gummibärchen aus der Packung entschieden, da kommt prompt der Anruf… also: *kauen, kauen, schluck, mpf* „Schönen guten Tag, Stadtbibliothek Bielefeld…“
  • Das selbe passiert übrigens auch gerne, wenn man sich dazu entschließt, endlich einen Schluck Wasser zu trinken.
  • Der Klassiker zu Beginn der ebook-Ausleihe: „Wo haben sie denn hier die ebooks stehen?“  (Jaaa, ganz geheime Sache.)
  • „Ich suche das Buch xy.“ – „Das ist leider entliehen.“ – „Haben Sie nicht von jedem Buch, was hier steht, eine Kopie im Keller?“ (Hm, könnte man mal als „Beschäftigung-falls-sonst-nichts-anderes-zu-tun-ist“ an die Lektoren weitergeben.)
  • „Ich möchte das Buch xy aus der Zweigstelle … herbestellen.“ – „Das ist momentan leider nicht möglich, weil die Zweigstellen jetzt geschlossen haben, sie öffnen erst wieder am Ende der Sommerferien.“ – „Kann da nicht wer mit einem Schlüssel hinfahren und mir das Buch gerade rausholen?“ (Öhm, nö.)
  • „Ich würde gern mein Auto anmelden.“ (Supi, hat’s einen Personalausweis?). Immer wieder. Die Kfz-Zulassungsstelle ist bei uns um die Ecke.
  • Papa zur Tochter: „Jetzt gehen wir erstmal nach Hause und essen zu Mittag. Dann kommen wir nochmal wieder, bringen deine Karte mit, und leihen was aus. Was hältst du davon?“ Tochter strahlt: „Großartige Idee!“ (Finden wir auch 🙂 )
  • Anderer Papa zu seinem kleinen Sohn: „Was essen wir denn heute Mittag?“ Der Kleine überlegt kurz, lächelt und sagt begeistert: „Brokkoli!!!“ (Mist, wir haben auf Nudeln getippt 😉 )
  • „Haben Sie eine Schere? / Büroklammern? / Tacker? / einen !schwarz! schreibenden Kugelschreiber? / Kugelschreiber allgemein? / Locher? / Taschentücher? / Zettel-aber bitte Din- A4 und weiß?/ einen kleineren Zettel? /  Stift UND Zettel? / Lineal? / Geodreieck?…“ Naja, durch die Frage nach Büromaterial to go kommt man auch ins Gespräch. Nix mit „Haben sie Literatur zum Thema….“ 😉
  • „Sie stellen IMMER das Internet aus, wenn ich hier bei Ihnen vorm Schreibtisch stehe und die Nachrichten lesen will!“ (zur Erklärung: hinter dem Empfang läuft ein Screen mit den  Schlagzeilen von N24. Wenn die durch sind, erscheint kurz unser Logo und dann geht’s auch schon weiter. Besagte Person wollte davon allerdings nichts wissen. Gut, dann bleiben wir bei der Variante mit dem Ausschalt-Knöpfchen unterm Schreibtisch.)
  • Desweiteren hängen öfter mal Bibliothekskarten in der Einzugvorrichtung für Geldscheine beim Kassenautomaten fest (kein Problem, die Pinzette hat schon einen festen Platz in der Schreibtisschublade), man versucht sich immer wieder an den Kopierern „ja also, ich möchte das gerne vergrößert kopieren, aber bitte nur diiiesen Ausschnitt und dann soll das mit dem auch noch doppelseitig ausgedruckt werden…“  (es gibt immer wieder Varianten, die wir noch nicht ausprobiert haben!

Die Sätze in den Klammern sind übrigens unsere spontanen Gedankengänge 😉 Jubel, Trubel, Heiterkeit, aber wir geben immer unser Bestes. 🙂 🙂 🙂

kwk

Mittendrin Mittwoch #2

Es passte nicht zur Stellung einer Anführerin, sich selbst zitternd an die Brust eines untergeordneten Mitarbeiters zu werfen und die eigene Unsicherheit zuzugeben. Auch passte es nicht zur Stellung einer Anführerin anzudeuten,  dass sie sich in einer unhaltbaren Situation befinden könnten und deshalb dankbar für jeden Verbündeten sein sollten, den zu bekommen sie in der Lage waren. 

Aufgabe einer Anführerin war es vielmehr, nach außen hin zu zeigen, dass sie die Situation in Ruhe bewältigte, während sie immer noch ausreichend Zeit fand, ihren Untergebenden dazu zu ermutigen, eigene Fertigkeiten zur Entscheidungsfindung zu entwickeln. Ausgehend von der Annahme, dass er die richtigen Entscheidungen traf.

Die Aufgabe einer Anführerin war ein Eimer voll Scheiße.

Aus „Die unsichtbare Bibliothek“ von Genevieve Cogman, S. 167-168

Ich stecke momentan mitten in diesem Buch, das sich um eine Bibliothek dreht, bei der man schonmal von einem Ende zum anderen mehrere Tage braucht, die Bibliothekare in alle möglichen Paralellwelten schickt, um seltene Bücher zu beschaffen und die ehrlich gesagt leicht dubios klingt (ich meine Leute losschicken um Sachen zu klauen, ist nicht gerade die feine englische Art…). Aber genau die Kombination macht das Ganze eigentlich erst spannend.

Und ganz toll ist vor allem die Protagonistin. Irene ist Junior-Bibliothekarin, die für ihre neueste Mission in eine vom Chaos verseuchte Welt geschickt wird. Und Chaos, das bringt alle möglichen unnatürlichen Erscheinungen mit sich, wie Elfen, Superhelden oder Vampire – oder mit anderen Worten Unmengen an Problemen.

Ich sollte wohl schnell wieder in diesem Buch versinken, damit ich von Mittendrin im Buch zum Ende komme … so wie sich das jetzt liest wird das nämlich bestimmt noch ziemlich spektakulär. 😉

lga

 

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.