15-jähriges Jubiläum der Stadtteilbibliothek Heepen

Am 8. Oktober 2019 war es soweit: vor 15 Jahren gründete sich die ehrenamtliche Stadtteilbibliothek Heepen.  Als die beliebte Bibliothek von der Stadt Bielefeld aus Kostengründen geschlossen werden sollte, stemmten sich Heeper Bürger, Lehrer, Schüler und ortsansässige Politiker erfolgreich dagegen. Was niemand von den Verantwortlichen für möglich hielt, ist eingetreten: seit 15 Jahren versorgen 30 Ehrenamtliche zuverlässig und mit viel Engagement die Leserinnen und Leser mit Büchern, Zeitschriften, Hörbüchern und Filmen.

Wegen der Vielfalt des Angebots steigen nicht nur die Ausleihzahlen stetig an, auch die Möglichkeit, in den Bibliotheksräumen bei einer Tasse Kaffee zu verweilen, den neuen Kinder-Aufenthaltsbereich zum Vorlesen zu entdecken oder die beiden öffentlichen PCs zu nutzen, laden ein länger zu verweilen. All das trägt dazu bei, dass Heepen erklärtermaßen „Lieblingsbibliothek“ geworden ist.

Das wurde am 8. Oktober mit den Ehrenamtlichen, Sponsoren, der Leitung der Stadtbibliothek Bielefeld, Gästen aus Politik und Geschäftswelt sowie Freunden aus der Bücherszene gebührend gefeiert.

Petra Mülller (Förderverein der Stadtteilbibliothek Heepen; Blog der Stadtteilbibliothek Heepen)

42 – Die Antwort auf all unsere Fragen

"Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams

„Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams

Heute sind es noch 42 Tage bis zu unserem 111. Geburtstag – und bei dieser Zahl kam uns gleich „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams in den Sinn. Da baut eine außerirdische Kultur einen Super Computer (Deep Thought), der doch bitte für sie die Antwort auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ berechnen soll. Kein Problem für Deep Thought – er braucht nur leider 7,5 Millionen Jahre Zeit dafür. Die Antwort ist dann auch leider nicht ganz so wie erwartet. Deep Thought verkündet sie laute „42“ – das Problem war wohl die ziemlich ungenau formulierte Frage …

Neben Super Computern und recht unhilfreichen Antworten geht es in dem Buch auch noch um Arthur Dent. Der dachte einen ganz normalen Tag zu verleben als plötzlich ein Bulldozer vor seiner Tür steht, der sein Haus für eine Umgehungsstraße platt machen soll. Und viel schlimmer noch –  kurze Zeit später wird die gesamte Erde zerstört, denn sie steht dem Bau einer Hyperraum-Expressroute im Wege. Arthur wird im letzten Moment von seinem Freund Ford Prefect gerettet, der in Wirklichkeit gar nicht von der Erde stammt. Er bringt sich und Arthur als Anhalter auf ein Raumschiff.

Sehr gefallen haben mir die ganzen Figuren, die einen ziemlich skurrilen Haufen darstellen. Da wäre zum Beispiel Arthur, dem das wichtigste oftmals eine Tasse Tee ist. Oder Marvin ein Roboter, der von furchtbarem Selbstmitleid geplagt wird und so ziemlich das deprimierteste Wesen darstellt, das mir je begegnet ist. Aber auch Zaphod Beeblebrox, zweiköpfig, dreiarmig und ziemlich abgedreht sorgt für viele unterhaltsame Momente.

Außerdem schreibt der Autor in einer sehr schönen, leichten und unterhaltsamen Weise. Alles in allem einfach ein total witziges Buch, voller Quatsch und Unsinn und Abenteuer.

lga

An ABBA Story

All begins in the year 74 with „Waterloo“: “The winner takes it all”! But “Do you know the name of the game”? “Money, money, money” perhaps? “I have a dream” for a “Happy new year”, so please, “Chiquitita”, “Lay all your love on me” like “The way old friends do”!
I remember your “Angeleyes” in the “Summer night city”, “I do I do I do”! It was “Our last summer”, “Honey Honey” and I wished it would go “On an on and on”, my sweet “Dancing Queen”!

But “Knowing me, knowing you” we better said “So long”.

So “One of us” ran “Head over heels” as fast as an “Eagle” in the lights of the “Super Trouper”. There I “Put on my white sombrero” because I was “The Piper” “When I kissed the teacher”… His name was “Fernando”: “Mamma Mia”!!!

Only left to say:

“Thank you for the music”!

abba

ABBA-things I own…

Kürbissuppe

In unserem Instagram Countdown  ist heute Tag 77 und dazu passend haben wir das Buch „77 Super Suppen“ abgelichtet. Zwar dürfen wir heute noch einmal sommerlich heiße Temperaturen genießen aber der Herbstanfang steht trotzdem schon vor der Tür, deshalb gibt es zur Einstimmung ein Rezept für eine Kürbissuppe:

 

Die Zutaten:

  • 30 g Butter
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 1 ½ l Hühnerbrühe
  • 750 g ausgelöstes Kürbisfleisch
  • 1 Becher Creme fraîche
  • Salz und Pfeffer aus der Mühle (bestimmt tut’s aber auch der einfache Streuer…)
  • Muskat
  • Thymian
  • Oregano
  • Petersilie

 

Die Zubereitung:

Zuerst die Butter in einem Topf erhitzen, dann die kleingehackten Frühlingszwiebeln dazugeben und dünsten. Anschließend die Hühnerbrühe hinein schütten (aber mit Bedacht, sodass nichts überschwappt) und das ganze zum Brodeln bringen.

Das Kürbisfleisch in Würfel schneiden und ebenfalls in den Topf werfen (aber vorsichtig) und 45 Minuten kochen lassen.

Nun einen Pürierstab hervorholen und damit die Suppe verfeinern. Im Anschluss weiter verfeinern mit Creme fraîche, Salz, Pfeffer, Muskat, Thymian und Oregano. Zum Schluss gehackte Petersilie drüber rieseln lassen (im Anklang an herabfallende herbstbunte Blätter).

Wahlweise Croutons, Schinkenwürfel oder geriebenen Käse dazu servieren (oder alles was einem sonst noch so schmeckt).

Und abschließend … Guten Appetit!

Ein Kürbis im Garten

lga

Das Phantom der Oper

Woran denkt man, wenn man „Das Phantom der Oper“ hört? An einen Mann mit Maske, ein fallender Kronleuchter und irgendwie auch an Sarah Brightman.

Parallel zu unserem Instagram-Geburtstags-Countdown wollen wir hier etwas näher auf dieses bekannte Musical eingehen.
Allerdings möchte ich keine Inhaltsangabe heruntertippen, die Geschichte dürfte allgemein bekannt sein. Deshalb einfach ein paar interessante Fakten:

  • 1911 veröffentlicht Gaston Leroux das Buch Le Fantôme de l’Opéra. Die Geschichte spielt in der Pariser Oper um 1880.
  • Bei der Uraufführung des Musicals spielten Michael Crawford als Phantom und Sarah Brightman als Christine Daaé die Hauptrollen.
  • Es dauert zweieinhalb Stunden, bis der Darsteller des Phantoms fertig geschminkt, verkabelt und beklebt ist.
  • Der Kronleuchter wiegt eine Tonne
  • Bei jeder Vorstellung werden 230 Kostüme, 250 kg Trockeneis und 10 Rauch- und Nebelmaschinen benötigt

2007 stattete ich dem Musical einen Besuch ab- im Her Majesty’s Theatre, Haymarket, London. Und was soll ich sagen…unbedingt ansehen! Alles passte. Die düstere Underground-Atmosphäre während der Szenen, die in den Katakomben der Oper spielen, der künstliche See, die Kostüme, die Darsteller, das Singen- Andrew Lloyd Webber verwendet oft Töne, die nicht einfach zu treffen sind. So kennt man ihn. 🙂

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Wer sich das ganze lieber Zuhause ansehen möchte- kein Problem. Der Spielfilm mit Emmy Rossum und Gerard Butler ist sehenswert, ebenso die DVD mit der Show zum 25. Geburtstag des Musicals aus der Royal Albert Hall mit Sierra Bogges und Ramin Karimloo.

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„Wer in aller Welt bin ich? Ja, das ist doch das große Rätsel!“

In unserer kleinen Countdown-Serie auf Instagram, in der wir auf den 111.Geburtstag der Stadtbibliothek Bielefeld am 1.12.2016 hinunterzählen (https://www.instagram.com/explore/tags/111stabiel/), haben wir vor kurzem den Tag 106 mit einer Grafik aus Lewis Carrolls Jahrhundertbuch Alices Abenteuer im Wunderland begangen. Die Illustration von John Tenniel findet sich im Kapitel Eine verrückte Teegesellschaft.  Wir haben sie dem Bändchen 9746 aus Reclams Universalbibliothek (Danke!) entnommen. Hier sind Alice, der Märzhase, der Siebenschläfer, der auch während der Teetafel seinen Schlaf nicht unterbricht, und der verrückte Hutmacher zu sehen. Und eben jener, der als The Mad Hatter allerorten zitiert wird, wirbt für sich und sein Gewerbe mit einem kleinen Preisschild am eigenen Zylinder: 10/6 – also 10 Shilling und 6 Pence für einen Hut ‚In this Style’. Wir haben daraus die 106 gemacht, das Zwölfersystem von Pence, Shilling und Pound missachtend.

Instagram_Countdown_Tag106

Allerdings sind es weniger Werbung und Hutmode, die die Figur berühmt gemacht haben, als vielmehr seine Rätsel  und Sprachspiele. So eröffnet er die nahezu immerwährende Teegesellschaft mit dem berühmt gewordenen Rätsel, was denn ein Rabe mit einem Schreibtisch gemeinsam habe. Eigentlich nichts. Es gibt keine Lösung für dieses Rätsel, geben uns der Hutmacher und der Autor Auskunft. Also ein eher absurdes Rätsel, wie so vieles in dieser Erzählung rätselhaft und verrückt und absurd erscheint. Günther Flemming hat aber im Nachwort im oben zitierten Reclam-Bändchen eine parat: Zeitgenössischen Leserinnen und Lesern war Edgar Allan Poes The Raven bekannt – und so besteht die Gemeinsamkeit darin: Because Poe wrote on both. Moderner und intertextueller kann man kaum schreiben.

Angetan hat es uns The Mad Hatter auch, weil er Alice in eine Debatte über sprachliche Logik und ihren Aussagegehalt verwickelt. Wenn Alice behauptet, „Ich sage, was ich meine“ und „Ich meine, was ich sage“ seien dasselbe, dann hält ihr der Hutmacher entgegen, dass es doch wohl kaum dasselbe sei, wenn man behaupte, „Ich seh’, was ich esse“ und „Ich esse, was ich sehe.“ Usw. usf.

Man kann wie Gero von Wilpert in seinem Standardwerk Lexikon der Weltliteratur. Werke A-K (³1993) Lewis Carrolls Buch unter die Nonsense-Literatur einordnen. Aber das reicht wohl nicht hin. Denn das vermeintliche Kinderbuch ist gleichermaßen träumerisch, phantastisch und vergnüglich wie  anspielungsreich und modern. Schauen wir uns nur das oben gewählte Motto aus dem zweiten Kapitel Der Tränenteich an, in der Reclam-Ausgabe auf S.22. Ohne die Frage, wer man denn sei und was die eigene Identität ausmache, wären die moderne Literatur nicht denkbar und die Wissenschaften von der mentalen Gesundheit grund- und brotlos. Vielleicht sogar eine komplette Sparte der Ratgeberliteratur unnötig. Gleichwohl hat Alice in den englischsprachigen Ländern eine ungeahnt breite und anhaltende Rezeption erfahren, die bis in die populäre Kultur, bis in den Film und die Musik, reicht. So haben The Stranglers auf ihrem Album Aural Sculpture aus dem Jahre 1984 dem Mad Hatter ein kleines akustisches Denkmal errichtet und der Jazzer Chick Corea nannte 1978 sein Album The Mad Hatter.

Harald Pilzer