Ausgediente Bücher

Die Medien, die in unseren Regalen stehen, gehen durch viele Hände. Man kennt das vielleicht vom eigenen Lieblingsbuch, das man über die Jahre immer wieder liest und irgendwann ziemlich zerfleddert aussieht. Und was dann einfach kaputt ist, wo Seiten raus fallen, der Einband eingerissen ist, das landet in der Mülltonne.

Auch Bücher, die einfach nicht mehr ausgeliehen werden, kommen weg – was noch gut erhalten ist, landet im Keller, so dass wir es bei unserem hin und wieder stattfindenden Flohmarkt anbieten können. Momentan findet zum Beispiel unser Sommerflohmarkt auf der Ausstellungsfläche im 1. OG der Stadtbibliothek am Neumarkt statt. Noch bis zum 14.09.2019 könnt ihr dort Romane, Krimis, Kinder- und Jugendbücher, Sachbücher und Filme ergattern.

Das Aussortieren macht auf jeden Fall Sinn. Was nicht mehr ausgeliehen wird, nimmt auf den Regalen nur Platz für neue Bücher weg, und was halb auseinander fällt oder durch fehlende Seiten nicht mehr vollständig ist, will verständlicherweise auch keiner mehr ausleihen.
Trotzdem war ich minimal verstört, als ich ganz am Anfang meiner Ausbildung das erste Mal Bücher makulieren, also aus dem Bestand aussortieren sollte. Bücher wegwerfen, das geht? Nach einer kleinen Überwindung landeten die kaputten Bücher dann also im Müll. Wenn ein Buch 100-mal oder mehr ausgeliehen wurde, hat es seinen Dienst ja auch erfüllt. 😉

Einige der Bücher haben aber auch das Glück noch ein zweites Leben als Dekoobjekt anzutreten. Wir bieten schon seit ein paar Jahren Veranstaltungen an, bei denen man in die Kunst des Buchfaltens einsteigen kann.

Dabei entstehen dann richtige Kunstwerke. Nur ein wenig Geduld braucht man, wenn man zwei-, dreihundert Buchseiten zu falten hat. 🙂

Die nächste Veranstaltung zum Buchfalten findet  am 20.09.2019 von 14:30 Uhr bis 17:30 Uhr statt. Eine frühzeitige Anmeldung ist durchaus zu empfehlen, da die Veranstaltungen immer gut ausgebucht sind. 🙂

lga

Mittendrin Mittwoch #101

Meggie blickte auf die Buchstaben, schwarz und schön. Sie suchte den Geschmack der ersten Silben auf ihrer Zunge, versuchte sie sich vorzustellen, die Welt, von der die Wörter flüsterten, die Bäume, die Vögel, den fremden Himmel…

Tintenblut von Cornelia Funke

Momentan lese ich die Tintenwelt-Bücher von Cornelia Funke. Seit der Grundschule habe ich die Bücher oft erneut zur Hand genommen, das letzte Mal ist jetzt aber sicherlich schon sechs Jahre her.

Tintenherz handelt von der 12-jährigen Meggie, die zusammen mir ihrem Vater Mo, einem Buchbinder, lebt. Eines nachts steht plötzlich im strömenden Regen ein merkwürdiger Fremder mit einem ebenso merkwürdigen Namen vor ihrer Tür. Staubfinger warnt Meggies Vater vor einem Mann namens Capricorn. So viel Meggie auch nachfragt, ihr Vater will ihr nichts über diesen Mann verraten. Überstürzt reisen sie am nächsten Morgen zu Meggies Tante Elinor, einer streng wirkenden Dame, deren riesiges Haus von oben bis unten gefüllt ist mit Büchern. Dort versteckt Mo ein Buch, das bald finstere Gestalten zu Elinors Haus führt. Nach und nach deckt  Meggie auf, wer Capricorn ist, was passiert, wenn Mo vorliest und wo Staubfinger herkommt.

Mir macht es richtig Spaß die Bücher wieder einmal zu lesen. Ich mag diese Geschichte über die Macht der Worte und des Vorlesens und die Idee, Menschen, Tiere und Gegenstände aus Büchern herauszulesen – oder sich selber in eine Geschichte hineinzulesen.

Was mir schon immer gefallen hat, ist, dass jedes Kapitel der drei Bücher mit einem Zitat aus einem anderen Buch startet, dass in irgendeiner Weise mit dem Inhalt des kommenden Kapitels zu tun hat. Durch diese Zitate habe ich auch schon andere Bücher für mich entdeckt, wie zum Beispiel Die Brautprinzessin von William Goldman.

Und was ich allgemein an allen Büchern von Cornelia Funke liebe, ist, dass sie diese oft selbst illustriert. Bei den Tintenwelt-Büchern stammen die Illustrationen auf dem Einband und die Illustrationen im Innenteil, die am Ende der meisten Kapitel zu finden sind, von der Autorin. Die Illustrationen zeigen meistens irgendeine Situation, eine Person oder einen Gegenstand aus dem jeweiligen Kapitel. Wenn ich Bücher von Cornelia Funke lese, denke ich mir immer, dass es eigentlich schade ist, dass es nicht in viel mehr Romanen Illustrationen zu sehen gibt.

Vor einiger Zeit habe ich übrigens auf der Website von Cornelia Funke gelesen, dass sie schon seit längerem an einer Fortsetzung der Tintenwelt arbeitet, die fünf Jahre nach den Geschehnissen von Tintentod spielen soll. Wann dieses Buch veröffentlicht werden wird, dazu gibt es noch keine Informationen – da heißt es wohl gespannt zu warten. 🙂

Hier könnt ihr die Bücher der Trilogie bei uns ausleihen:
Tintenherz
Tintenblut
Tintentod

lga

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Lesetipp: Die Seiten der Welt – Trilogie

Furia Faerfax lebt gemeinsam mit ihrem Vater und Bruder Pip auf einem entlegenen Landsitz mit einer scheinbar endlosen und lebendigen Bibliothek. Furia und ihr Vater sind Bibliomanten. Das heißt, sie können die Magie von Büchern nutzen. Natürlich strahlt diese Magie auch in die Umgebung aus. In der Bibliothek leben kleine Origami-Vögel, die den Staub von den Büchern und Regalen wischen (sowas könnten wir auch gut gebrauchen), in Furias Zimmer können Sessel und Leselampe sprechen und sich fortbewegen.

Diese Welt hat natürlich auch ihre Schattenseiten. Furias Vater ist auf der Jagd nach den leeren Büchern, um eine Entschreibung aller Bücher zu verhindern, die zur Folge hätte, dass neben allen existierenden Büchern auch die bibliomantische Welt ausgelöscht werden würde.

Zu Beginn der Trilogie darf Furia ihren Vater zum ersten Mal auf dem Weg zu einem leeren Buch begleiten. Dabei wird ihr Vater angeschossen und stirbt. Zur selben Zeit wird der Landsitz überfallen und Furia muss nach Libropolis fliehen, einem bibliomantischen Refugium (eine Parallelwelt von vielen) in London. Dort freundet sie sich mit der Diebin Cat und dem Rebellen Finnian an, die sie bei der Suche nach den verbleibenden leeren Büchern unterstützen. Die Gefahr der leeren Bücher soll aber nicht das einzige Problem bleiben. Zwischen den Seiten der Welt breiten sich sogenannte Ideen aus, die ein Refugium nach dem anderen verschlucken…

Kai Meyer entführt den Leser in eine phantastische Parallelwelt innerhalb der realen Welt. Lebende Origami-Vögel, Romanfiguren, die aus ihren Büchern gefallen in den Gettos der Refugien leben, und verschiedene Welten zwischen den Seiten der Welt. Daneben aber auch die Gefahren durch eine Entschreibung aller Bücher und die Bedrohung der Welt durch die sogenannten Ideen. Die Trilogie ist sehr spannend geschrieben und man kann sich die Welt sehr gut vorstellen.

Reihenfolge der Bände:

  1. Die Seiten der Welt
  2. Die Seiten der Welt – Nachtland
  3. Die Seiten der Welt – Blutbuch

JB

Es weihnachtet (noch nicht so) sehr

Kaum zu glauben nach dem ewigen Sommer, den wir dieses Jahr hatten, aber so langsam ist tatsächlich schon wieder die Vorweihnachtszeit in Sicht. Die Temperaturen haben sich dem ja immerhin auch schon ein wenig angepasst, sodass man durchaus schon darüber nachdenken kann Lebkuchen, Spekulatius und Co. zu kaufen und zu verspeisen.

Bei uns in der Bibliothek fängt es ebenfalls wieder an weihnachtlich zu werden. Die Weihnachtsbücher sind aus dem Keller geholt und stehen zur Ausleihe bereit und für alle die sich schon mal auf Weihnachten und den Advent einstimmen wollen, bieten wir verschiedene Veranstaltungen an:

Vielleicht ist ja etwas für euch dabei? 😉

lga

 

Unerwartete Entdeckungen

In Bibliotheken spielt sich heutzutage weit mehr ab, als nur die Ausleihe und Rückgabe von Büchern. Aber trotzdem sind Bücher natürlich immer noch ein Bestandteil unserer Arbeit. Jeden Morgen schwärmen wir zum Beispiel in der Bibliothek aus, um all die Bücher, die über Nacht und am vergangenen Tag zurückgegeben wurden, wieder in die Regale einzustellen. Das Allermeiste wandert ohne einen zweiten Blick wieder an seinen angestammten Platz aber ab und an habe ich plötzlich ein Buch in der Hand, dessen Titel und Cover unmissverständlich sagen: „Leih mich aus!“.

Ich entdecke natürlich gerne neue interessante Bücher  allerdings kommt es so, dass bei mir Zuhause im Bücherregal, immer einige Bibliotheksbücher darauf warten gelesen zu werden. Mache warten jedoch auch vergeblich, denn die Leihfrist ist manchmal schneller rum als man glaubt (trotz Verlängerungsmöglichkeit 😉 ) und schon müssen die Bücher wieder abgeben werden, ohne, dass ich alle gelesen habe.

Aber zum Glück laufen sie mir ja nicht weg 😉

Bücherflohmarkt

Momentan beherbergt unsere Ausstellungsfläche im 1. OG der Stadtbibliothek am Neumarkt keine Ausstellung im üblichen Sinne, sondern unseren Bücherflohmarkt. Bis zum 31. August könnt ihr dort noch stöbern und Bücher gegen eine kleine Spende erwerben. Vielleicht versteckt sich ja darunter ein Buch, dass ihr schon immer haben wolltet? Oder ihr macht eine ganz neue Entdeckung!
Es warten auf euch Bücher aus den Bereichen Belletristik, Krimi, Kinderbücher, Jugendbücher, fremdsprachige Bücher, Sachbücher, Kunst und Bildbände.

Schaut einfach mal vorbei! 🙂

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Parthenon der Bücher (Parthenon of books)

Am 10. Juni beginnt in Kassel die 14. Documenta, weltweit größte Ausstellung für zeitgenössische Kunst. Eines der Kunstwerke ist das „Parthenon der Bücher“ von der argentinischen Künstlerin Marta Minujín.

Auf dem Friedrichsplatz, gegenüber vom Fridericianum, wurden am 19. Mai 1933 bei der „Aktion wider den undeutschen Geist“ etwa 2000 Bücher verbrannt. Hier wurde jetzt das Parthenon der Bücher errichtet. Vorbild ist der Tempel auf der Akropolis, der die erste Demokratie repräsentiert.

Die Installation besteht nach Fertigstellung aus etwa 100.000 verpackten Büchern, die zeitweise verboten und später neu aufgelegt wurden, bzw. welche in manchen Ländern bis heute verboten sind. Dafür wurde zu Bücherspenden aufgerufen. Eine kurze Liste verbotener Werke enthält ca. 170 Einträge. Hier finden sich u. a. Werke von Autoren, die im Nationalsozialismus verboten waren, wie von Bertolt Brecht und Heinrich Heine.

Ebenfalls auf der Liste sind Werke neueren Datums zu finden: Paolo Coelhos „Der Alchimist“ ist wie auch seine anderen Werke im Iran verboten. Die „Harry-Potter“-Bücher wurden aus vielen Amerikanischen Schulen verbannt.
Am Ende der Documenta ist geplant, die Bücher wieder in den Umlauf zu bringen.

 

Juliane

Schullektüren

Im Laufe einer Schulzeit kommt man ja in den Genuss, so einige Lektüren lesen zu dürfen bzw. zu müssen. Während ich noch die Bücher aus der 5. (Rennschwein Rudi Rüssel) und 6. Klasse (Das fliegende Klassenzimmer) damals sehr gerne gelesen habe, habe ich mich durch die scheinbar unverzichtbaren Jugendbücher zum Thema Drogen-, Alkoholkonsum, Leben auf der Straße usw. eher durchgequält (da hatte ich vor allem mit einem Buch ganz große Probleme, da die Protagonistin so ein quengeliges Mädchen war, dass mich nur aufgeregt hat).

Da hat es mir dann tatsächlich besser gefallen, in der 9. und 10. Klasse im Deutschunterricht Klassiker zu lesen. Das waren bei uns Die Physiker von Dürrenmatt und Kabale und Liebe von Schiller.

Schön ist es ja auch, wenn man zu so einer Lektüre auch mal was ganz anderes als die üblichen Analysen macht (wobei ich das ja auch immer gerne gemacht habe, vor allem Gedichtsanalysen…). Zu einem Buch, das wir im Englischunterricht gelesen haben (Thirteen Reason Why von Jay Asher), sollten wir zum Beispiel einen Trailer drehen. Das war natürlich auch mal ganz cool in der Schulzeit durch die Stadt ziehen zu können und Szenen zu drehen. Und der Clip ist auch heute immer noch gut anzusehen und vor allem gut dazu geeignet mit Freunden in Erinnerungen zu schwelgen.

Im Abitur hatte ich dann das Glück eine ganz tolle Deutschlehrerin zu haben, bei der wir Lektüren immer ganz toll bearbeitet haben. Wir haben da z.B. Clavigo von Goethe und Nora. Ein Puppenheim von Henrik Ibsen gelesen und ganz besonders gut hat mir Schlafes Bruder von Robert Schneider gefallen (auch wenn die Verfilmung, die wir uns dazu angeschaut haben leicht verstörend war).

Ich glaube ich hatte da noch sehr viel Glück, dass ich immer tolle Deutschlehrerinnen hatte und wir auch hauptsächlich Bücher gelesen haben, die mich wenigstens halbwegs interessierten. Sich durch Bücher durchquälen zu müssen, wie ich das sowohl im Deutschunterricht als auch in Englisch dann doch hin und wieder hatte, nimmt einem ja doch ziemlich die Lust am Lesen und am Unterricht…