Hörbuchtipp: Ein Akt der Gewalt

4 Uhr morgens – Katrina Marino macht sich auf den Heimweg. Schon fast an ihrer Wohnungstür angekommen, passiert es. Ein Mann mit einem Messer fällt über sie her. Schwer verletzt bleibt sie mitten auf dem Vorplatz zu ihrer Wohnung liegen. Rund Ein Akt der Gewalt_Jahn, Ryan Davidherum Wohnungen und Menschen, die auf sie herunter schauen. Doch die Polizei oder einen Krankenwagen ruft keiner von ihnen.

Ryan David Jahn geht in seinem Roman Ein Akt der Gewalt der Frage nach, wie ein solches Verbrechen vor den Augen so vieler Menschen passieren kann, ohne das jemand zur Hilfe kommt. Was geht in diesen Leuten vor, die das Verbrechen beobachtet haben, welche eigenen Probleme nehmen sie so gefangen, dass sie sich um einen hilflosen Menschen nicht kümmern können, kümmern wollen?
Immer wieder hört man den selben Satz: es wird bestimmt schon jemand anderes die Polizei verständigt haben, da müssen wir uns jetzt nicht mehr drum kümmern.

Der Roman beruht auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1964, bei der die 28-jährige Kitty Genovese früh morgens unweit ihrer Wohnung ermordet wurde. Mehrere Leute aus einem benachbarten Apartmentgebäude hörten oder sahen Teile der Tat, zur Hilfe kam der Frau aber niemand.

Die Geschichte war sehr beklemmend, traurig und erschreckend und dass das Ganze auf einem tatsächlich geschehenen Verbrechen basiert macht es noch fürchterlicher.

Die Frage warum niemand dieser Frau geholfen hat, lässt sich natürlich nie zufrieden stellend beantworten. Der Autor folgt einigen der Leute die etwas von der Tat mitbekommen haben. Wer hätte vielleicht im Normalfall geholfen, befindet sich gerade aber selber in einer so schlimmen Situation, dass er nicht dazu kommt? Wer verkennt einfach nur die Lage, weil er in dem Tatgeschehen nur ein streitendes Pärchen sieht? Wer mag einfach nicht in das Ganze mit hinein gezogen werden?
Die Geschichte wirft auf jeden Fall viele nachdenklich machende Fragen auf, auf die man nicht immer eine befriedigende Antwort finden kann.

Das Hörbuch habe ich mir übrigens des Sprechers wegen ausgesucht. Ich mag David Nathans Stimme sehr gerne und habe in der Onleihe daher nach seinem Namen recherchiert. Dabei bin ich dann unter anderem auf diesen Titel aufmerksam geworden.

Den Roman könnt ihr in der Onleihe als eBook oder eAudio oder bei uns vor Ort ausleihen.

lga

Hörbuchtipp: Die Deutschen

Auf der Suche nach einem neuen Hörbuch bin ich in der Onleihe über den Titel Die Deutschen: vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert gestolpert. Irgendwie kam mir das Ganze seltsam bekannt vor, die Inhaltsangabe verriet auch wieso. Begleitet wird das Buch nämlich von einer 10-teiligen ZDF-Doku, die ich vor Jahren mal gesehen habe. Es gibt auch ein zweites Buch und 10 weitere Folgen der Dokumentation.

In dem Hörbuch werden nun 10 Persönlichkeiten betrachtet, die an Wendepunkten der deutschen Geschichte stehen. So etwa Otto der Große, Martin Luther oder der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II.
Ich fand es spannend zu betrachten, wie einzelne Persönlichkeiten, ob freiwillig oder unfreiwillig, zur Entstehung Deutschlands beigetragen haben. Natürlich ist es nur ein Schnelldurchlauf durch 1000 Jahre deutsche Geschichte, dafür eignet es sich aber vor allem für Neulinge auf dem Gebiet.

Das Hörbuch könnt ihr bei uns in der Onleihe ausleihen.

Die Fortsetzung Die Deutschen: von Karl dem Großen bis Rosa Luxemburg haben wir zwar nicht als Hörbuch im Bestand, dafür aber als Buch in der Geschichtsabteilung in der Bibliothek am Neumarkt.

Die Folgen der ZDF-Dokumentation finden sich frei verfügbar in der ZDF-Mediathek.

lga

Hörbuchtipp: Die amerikanische Nacht

Die 24-jährige Ashley, Tochter des berühmten Regisseurs Stanislas Cordova, wird tot am Boden eines Aufzugschachts in einem unbewohnten Gebäude New Yorks aufgefunden. Das Interesse des Journalisten Scott McGrath an dem Fall ist sofort geweckt, und er beginnt Nachforschungen anzustellen. Hat Ashley wirklich Selbstmord begangen? Oder war es Mord? Scott hat vor ein paar Jahren schon einmal an einem Bericht über den mysteriösen Stanislas Cordova gearbeitet und dabei einige unkluge öffentliche Äußerungen getätigt, die seiner Karriere alles andere als gut bekommen sind. Bei seinen Recherchen über Ashley stößt Scott wiederholt auf Cordova, dessen Person immer verdächtiger erscheint.

Mit „Die amerikanische Nacht“ von Marisha Pessl bin ich mal wieder an ein sehr fesselndes Hörbuch geraten. Die Geschichte rund um Scott, Ashley und Cordova wird immer verworrener je weiter man hört und man erfährt erst ganz zum Schluss, was tatsächlich hinter allem steckt. Oder? Das Ende war nämlich erfrischend offen gehalten, sodass man für sich selbst entscheiden kann, was die Wahrheit hinter allem ist.

Die amerikanische Nacht von Marisha Pessl

Neben all den Verwicklungen, Aufdeckungen von Geheimnissen und falschen Wahrheiten, sind mir die Beschreibungen von Cordovas Filmen immer wieder positiv aufgefallen. Die Filme Cordovas handeln von menschlichen Abgründen. Während seine ersten Filme noch uneingeschränkt gefeiert werden, sind seine letzten dermaßen verstörend, dass sie nur illegal zu haben sind. Ich mochte die Beschreibungen seiner Filme, die es geschafft haben diese verschiedenen fiktiven Szenen und Elemente lebendig erscheinen zu lassen.

Einziger Wehrmutstropfen: das Hörbuch ist gekürzt. Bei gekürzten Hörbüchern habe ich immer das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Andererseits ist das ein guter Grund irgendwann die Geschichte nochmal zu genießen, dann aber zum Buch zu greifen.

Ihr könnt den Roman bei uns als Hörbuch in der Onleihe oder vor Ort als Buch in der deutschen Übersetzung oder auch im englischen Original ausleihen.

lga

Mittendrin Mittwoch #73

Das Leder fühlte sich gut an zwischen den Fingern. Sprotte sah, wie Snegla die Ohren spitzte, hörte, wie sie die Hufe im feuchten Sand aufsetzte – und wünschte sich wieder einmal, dass man Augenblicke wie diesen aufbewahren könnte, in einem Marmeladenglas oder einer Keksdose. Um ab und zu davon zu kosten, an anderen, langweilig grauen Tagen, an Tagen, die nicht nach feuchtem Pferdefell rochen. Für so viel Glück braucht man aber ein großes Glas, dachte Sprotte, während sie hinter Trude her ritt.

Die Wilden Hühner und das Glück der Erde von Cornelia Funke, Seite 165

Die Wilden Hühner – das sind Sprotte, Frieda, Trude, Wilma und Melanie. Sie sind eine Bande und haben zusammen schon so einiges erlebt. Rettungsaktionen für echte Hühner, Gespensterjagd auf Klassenfahrt, Ferien auf einem Reiterhof, immer wieder neue Racheaktionen gegen die Pygmäen, vier Jungs, die in die selbe Klasse wie die Wilden Hühner gehen (und wenn es drauf ankommt, eigentlich ganz in Ordnung sind). Ich lese momentan im vierten Buch Die Wilden Hühner und das Glück der Erde, in dem die Hühner Ferien auf einem Reiterhof machen (auf dem sich die Pygmäen natürlich auch irgendwann blicken lassen).

Als Kind habe ich Die Wilden Hühner-Bücher von Cornelia Funke immer wieder gerne gelesen. Als ich letztens mein Bücherregal etwas umgeräumt habe und die Bücher in der Hand hatte, dachte ich mir, dass ich da eigentlich auch mal wieder reinschauen könnte. Und es hat richtig viel Spaß gemacht, nach so langer Zeit mal wieder in die Geschichte einzutauchen. Bücher aus der Kindheit zu lesen, finde ich auch unter dem Aspekt spannend, dass da so viele Erinnerungen dran hängen. Vom ersten Buch hatte ich zum Beispiel auch das Hörbuch, das von Cornelia Funke selber gesprochen wird und das ich früher ebenfalls sehr oft gehört habe. So hatte ich bei bestimmten Abschnitten immer wieder Cornelia Funkes Stimme im Kopf (und habe jetzt eigentlich Lust ins Hörbuch reinzuhören).
Plötzlich kam mir dann auch wieder der Soundtrack zu den Verfilmungen der Bücher in den Sinn (auch immer noch wunderschön), die damals genau passend rauskamen, als ich die Bücher selber noch gelesen habe.
In den Büchern werden viele lebensnahe Themen verarbeitet, von geschiedenen Eltern über abwesende Väter, arbeitslose Eltern, Probleme in der Schule, Freundschaft, erste Liebe bis zu unnahbaren, bevormundenden Großmüttern. Durch diese Nähe zum echten Leben kann sich da auch jedes Kind in den Büchern wieder finden. Die Wilden Hühner unternehmen eben Sachen, die auch jedes normale Kind unternehmen könnte und jagen keine Verbrecher oder erleben sonst welche Abenteuer, die in echt nie jemandem passieren. Sie treffen sich zum Tee trinken und Waffeln backen, kümmern sich um echte Hühner, spielen Theater, legen Gemüsebeete an, schreiben sich in der Schule Zettelchen in selbst erdachter Geheimsprache.
Was mir außerdem grundsätzlich an allen Büchern von Cornelia Funke gefällt, ist, dass sie diese meist selbst illustriert. Das macht ihre Bücher auch optisch zu etwas ganz Besonderem. Das ist vielleicht Geschmackssache, aber ich mag ihren Zeichenstil richtig gerne.

Hier nochmal die Bücher der Reihe:
Die Wilden Hühner
Die Wilden Hühner auf Klassenfahrt
Die Wilden Hühner – Fuchsalarm
Die Wilden Hühner und das Glück der Erde
Die Wilden Hühner und die Liebe
Die Wilden Hühner und das Leben (Das ist allerdings die Adaption des dritten Wilde Hühner Films, der zwar teilweise auf den Büchern beruht, aber eine eigene Geschichte aufweist, die nach Die Wilden Hühner und die Liebe spielt und auch nicht von Cornelia Funke adaptiert wurde. Zu dem Buch kann ich nicht viel sagen, da ich das nie gelesen habe.)

Ausleihhinweise zu allem, was wir zu den Wilden Hühnern in der Bibliothek haben findet ihr hier.

lga

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Hörbuchtipp: Unsterblich

Unsterblich von Jens Lubbadeh

Unsterblichkeit ist das Thema, mit dem sich dieser Thriller befasst. Die Firma Immortal hat ein Verfahren entwickelt, um die Unsterblichkeit für jeden möglich zu machen. Fast jeder Mensch trägt mittlerweile einen Lebenstracker, der alles was man sagt oder denkt oder fühlt abspeichert. Aus diesen Daten wird dann nach dem Tod des Menschen ein Ewiger erstellt. Ein digitales Abbild des Menschen, das andere durch Virtual Reality Implantate wahrnehmen aber natürlich nicht anfassen können. Doch auch Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens, die zu ihrer Zeit noch keinen Lebenstracker trugen werden zu Ewigen gemacht. Marlene Dietrich erging es so, doch sie ist nun verschwunden. Dass ein Ewiger überhaupt verschwinden kann, war bisher noch nicht bekannt und so geraten nicht wenige Menschen in Panik. Der Versicherungsagent Benjamin Kari wird darauf angesetzt Marlene zu finden, wobei er sich immer mehr in ein undurchsichtiges Spiel verstrickt.

Neben einer actionreichen Handlung mit einigen sehr unerwarteten Wendungen, mochte ich vor allem das Thema, mit dem sich die Geschichte beschäftigt: Ist uns die Unsterblichkeit wirklich so wichtig, dass wir mit digitalen Abbildern von uns und unseren Verstorbenen leben möchten? Und ist das überhaupt echte Unsterblichkeit? Im Roman stimmt der Großteil der Bevölkerung dem zu, was ein sehr beklemmendes Szenario ist. Was macht es zum Beispiel mit einem Kind, wenn die Großmutter, der Vater, die Schwester plötzlich als Ewiger zurückkehrt, man diesen Menschen aber nicht mehr berühren kann, er sich nicht mehr weiter entwickelt und man mit ihm auch nicht mehr über alles reden kann? Denn allen Ewigen ist eine Todessperre einprogrammiert, sodass sie dieses Thema in Gesprächen ignorieren.

Und ist es für die Gesellschaft wirklich erstrebenswert, von einem digitalen Wesen regiert zu werden? Im Buch regieren zum Beispiel schon seit Jahren wieder John F. Kennedy und Helmut Schmidt. Und Michael Jackson bringt wieder neue Alben raus. Ob da viel Fortschritt bei rumkommen kann?

Im Gesamten war es ein wirklich spannendes Hörbuch und auch dem Sprecher konnte man gut zuhören.

Bei uns ist der Roman als eAudio oder eBook in der Onleihe oder als Buch bei uns vor Ort ausleihbar.

Hörbuchtipp: Die Geschichte der Baltimores

Nachdem ich letztens Joel Dickers Roman „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ gehört habe, habe ich auch direkt ein weiteres Buch von ihm „Die Geschichte der Baltimores“ aus der Onleihe ausgeliehen.

Was mich zuerst einmal sehr angesprochen hat, war in welcher Art und Weise Joel Dicker hier wieder Marcus Goldman als Protagonisten eingesetzt hat. Aber es ist ein anderer Marcus Goldman. Schriftsteller ist er zwar immer noch und auch einige andere Parallelen fallen auf aber er scheint ein ganz anderes Leben geführt zu haben als der Marcus Goldman, der mit Harry Quebert bekannt war.
In dieser Geschichte sehnt sich Marcus schon sein ganzes Leben lang danach ein Baltimore zu sein. Die Baltimores sind in diesem Fall sein Onkel Saul, seine Tante Anita und seine Cousins Hillel und Woody. Marcus selbst ist nur ein Goldman aus Montclairs, wo er ein ganz normales mittelständisches Leben mit seinen Eltern führt. Die Baltimores dagegen überstrahlen nach Marcus Ansicht seine eigene Familie durch all ihr Geld und ihre Besitztümer, sodass er sie gleichzeitig bewundert aber auch immer wieder eifersüchtig ist. Hillel und Woody sind seine besten Freunde und so oft es geht fährt er zu ihnen nach Baltimore.
Doch wie so oft trügt der Schein. Nach und nach erfahren wir, wie das Leben der Baltimores auf eine große Katastrophe zusteuert und wie es dazugekommen ist.

Mir hat sehr gefallen, wie man erst nach und nach alle Aspekte dieser Geschichte erfährt und so ständig Perspektiven kennen lernt und Geheimnisse aufdeckt. Je weiter man hört, desto mehr bröckelt das perfekte Bild der Baltimores.
Gelesen wurde das Hörbuch von Torben Kessler, der das Ganze sehr spannend vorgetragen hat, sodass mir das Hörbuch im gesamten wieder richtig gut gefallen hat!

Hörbuchtipp: Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

Mit dem Hörbuch „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ habe ich nicht nur eine tolle Geschichte entdeckt, sondern auch einen weiteren tollen Hörbuchsprecher. Torben Kessler trägt die Geschichte wundervoll vor. Vor allem hat er es geschafft all den vielen Figuren etwas Eigenes zu verleihen, sodass man immer direkt wusste wer gerade spricht.
Die Geschichte handelt von dem gefeierten jungen Autoren Marcus Goldman, der nach seinem ersten Roman in eine Schaffenskrise gerät und schließlich bei seinem Mentor und Freund Harry Quebert in dem kleinen Städtchen Aurora Hilfe sucht. In dessen Garten wird jedoch eine Leiche gefunden und somit der Jahrzehnte alte Fall um die verschwundene 15-jährige Nola Kellergan, mit Harry als Hauptverdächtigen, wieder aufgerollt.
Marcus verstrickt sich daraufhin immer weiter in diesen Fall, da er Harrys Unschuld beweisen und die Wahrheit über Nolas Verschwinden ans Licht bringen will.
Die Geschichte wird nicht nur aus der Gegenwart erzählt, es gibt auch immer wieder Passagen in denen die vergangenen Ereignisse in Aurora aber auch aus Marcus Vergangenheit, vor allem im Hinblick auf seine Beziehung zu Harry, in den Focus rücken. So baut sich nach und nach ein Bild auf von Aurora, von Harry und von Nola. Mit jeder neuen Information, die Marcus entdeckt verschiebt sich dieses Bild in die eine oder andere Richtung, sodass man sich als Hörer nie sicher sein kann, was denn nun die Wahrheit ist. Erst nach vielen falschen Fährten kommt man ganz zum Schluss dahinter, wie Nola gestorben ist. Es war eine Geschichte, die mich sehr in ihren Bann geschlagen hat, die mich begeistert und fasziniert hat und deren wegen ich tagelang bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten Hörbuch gehört habe (ich habe es mit Kopfhörern z.B. auch beim Rasenschneiden versucht, was leider doch zu laut war … beim Staubsaugen hat es aber funktioniert). 🙂

Hier findet ihr die Katalogdaten zum Buch, eAudio und Hörbuch.

lga

Hörbuchtipp: World War Z

In unserer Onleihe bin ich letztens über das Hörbuch „World War Z“ von Max Brooks gestolpert. Der Titel sagte mir direkt was, da gab es doch einen gleichnamigen Film, in dem Brad Pitt Horden von Zombies gegenüber steht. Beim Hören des Buches fiel mir dann aber recht schnell auf, dass der Film mit dem Buch nicht viel gemein hat.

Das Buch besteht aus vielen Interviews, die Jahre nach dem Ausbruch der Zombieseuche, als der Krieg gegen die Zombies als gewonnen gilt, mit verschiedensten Personen geführt werden.

All diese Interviews geben im Endeffekt ein Gesamtbild ab, vom Ausbruch des Zombievirus bis zum Sieg über die Zombies. Dabei gefiel mir vor allem, wie umfassend das Ganze war. Der Autor scheint sich wirklich viele Gedanken gemacht zu haben, was so eine Zombieseuche für die Menschheit bedeuten würde. So hören wir von ganz unterschiedlichen Leuten, von Soldaten, Regierungsangehörigen, Geschäftsleuten, ganz normalen Privatmenschen, die zu überleben versuchen. Von körperlich oder geistig beeinträchtigten Menschen, Studenten, Filmemachern, Astronauten. Vor allem das Interview mit dem Astronauten war sehr spannend, weil das eine Perspektive war, an die ich gar nicht gedacht hatte. Auch interessant war, wie unterschiedlich verschiedenste Länder auf die Zombieseuche reagiert haben bzw. wie manche Länder auch einfach ganz andere Voraussetzungen hatten. Man hat das Gefühl, der Autor hätte wirklich an alle möglichen Auswirkungen und Situationen gedacht.

Mir hat das als Gedankenspiel, wie so eine Zombieseuche vom Anfang bis zum Ende aussehen könnte wirklich gut gefallen, vor allem da man so eine Geschichte sonst häufig nur aus der Sicht einer Person oder nur zu einem bestimmten Zeitpunkt erfährt.

Gefallen hat mir auch, dass Interviewer und Interviewte von 2 Sprechern gesprochen wurden. Ich mochte sowohl Michael Pan als Interviewer als auch David Nathan, der die Interviewten gesprochen hat (vor allem David Nathan hat einfach eine wahnsinnig coole Stimme, den kennt man zum Beispiel auch als Synchronsprecher von Johnny Depp).

Wer jetzt auch Lust auf das Hörbuch hat, bei uns ist es in der Onleihe zu finden.
Den Film (der zwar nur lose auf dem Buch basiert aber Zombies gibt es ja trotzdem 😉 ) findet ihr hier.

lga

Hörbuchtipp

In Sachen Hörbüchern bin ich absolut nicht bewandert. Warum auch immer hatte ich einfach nie wirklich das Bedürfnis ein Hörbuch zu hören. Ich glaube das einzige richtige Hörbuch, dass ich besitze ist „Die Wilden Hühner“ von Cornelia Funke (das ist dafür aber auch wirklich toll, finde ich immer noch). Abgesehen davon, den ganzen anderen Hörspielen aus Kindheitstagen und vielleicht noch diesen nicht ganz ernst zu nehmenden Harry Potter Hörspielen von coldmirror (hier der Link, falls jemand mal reinhören möchte 😉 ) habe ich, glaube ich kein einziges Hörbuch oder dergleichen gehört.

Das wollte ich jetzt doch mal ändern und habe mir aus unserer Onleihe das Hörbuch „Das Licht der letzten Tage“ von Emily St. John Mandel, gesprochen von Stephanie Kellner ausgeliehen (neben dem Hörbuch, dass es bei uns in der Onleihe gibt, kann man vor Ort auch das Buch bei uns ausleihen). Es geht hier darum, wie schnell es gehen könnte, dass unsere Zivilisation zusammenbricht. Hier ist es eine neue Form der Grippe, an der große Teile der Weltbevölkerung sterben und nur wenige Überlebende zurückbleiben. Man begleitet verschiedene Personen in ihrer Zeit nach der Katastrophe, kehrt aber auch immer wieder in Rückblicken in die Zeit vor der Grippe zurück. Erst zum Ende hin laufen die verschiedenen Handlungsstränge zusammen.
Ich habe die Geschichte sehr gerne gemocht, weil sie mir nicht so wie die typische Geschichte einer Apokalypse vorkam und weil es sehr spannend war, wie sich erst nach und nach die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Personen und Geschichten offenbarten.

Außerdem hat mir die Sprecherin auf Anhieb super gefallen. Ich mochte sehr, wie sie die verschiedenen Personen mit ihrer Stimme zum Leben erweckt hat. Natürlich habe ich wenig Vergleichsmöglichkeiten, da das wie gesagt mein erstes Hörbuch ist, das nicht für Kinder oder aus Quatsch gemacht wurde, aber umso mehr freue ich mich, dass ich direkt eins erwischt habe, dass mir super gefällt.

Das Experiment Hörbuchhören ist für mich jedenfalls sehr gut verlaufen und in Zukunft werde ich mich wohl öfter mal in der Onleihe nach neuen Hörbüchern umschauen.

lga

Probieren geht über studieren

Als die Bibliothek mit der Ausleihe von Hörbüchern begann, wollte ich das natürlich sofort ausprobieren – und bin gescheitert.
Entweder habe ich den „Faden“ verloren (im Bus oder in der Bahn) oder bin eingeschlafen (Zuhause).

Also habe ich erst einmal beschlossen, dass Hörbücher für mich nicht geeignet sind.

Ungefähr 1 Jahr später bekam ich den Tipp, mit Hörspielen zu starten. Sozusagen als Training für die „richtigen“ Hörbücher. Da wurden doch gleich Kindheitserinnerungen wach. Ich sage nur die drei ???.

Mein erstes Hörspiel war von Martha Grimes – Inspector Jury. Das alte Kopfkino hat sofort wieder funktioniert. Die unterschiedlichen Stimmen und die Geräusche machen das Zuhören sehr interessant.
Mein extra Tipp 1: Mit Kurzgeschichten starten. Hörbücher die aus mehr als 3 CDs bestehen, sind etwas für Fortgeschrittene.

Mittlerweile habe ich Hörbücher sehr schätzen gelernt. Beim Zuhören kann man nämlich an nichts anderes denken. Das ist herrlich entspannend .

Mein extra Tipp 2: Schon gehörte Hörbücher eignen sich hervorragend zum Einschlafen. 🙂

MO