Es war einmal… Weihnachten

Es gibt viele Geschichten über Weihnachten, wie es früher war, hier mal eine etwas andere.

In einem sehr kleinen Dorf, in Kasachstan, weit weg von Bielefeld, wurde ich geboren. Im Winter war es bitterkalt und es tobten heftige Schneestürme.
Die wenigen Häuser waren unter meterhohen Schneemassen begraben, so dass man teilweise nicht mal mehr die Dächer sah, nur die Schornsteine, aus denen weißer Rauch aufstieg. Hatte der Sturm sich gelegt, war alles weiß bedeckt und wir Kinder konnten vom Hausdach unserer Oma Schlitten fahren. Wenn wir unsere Großmutter besuchen wollten, mussten wir durch einen einige Meter langen Schneetunnel gehen, das kleine Häuschen war unter dem Schnee verschwunden.
In der Stube war es dunkel, das elektrische Licht fiel sehr oft aus, eine Öllampe diente als Beleuchtung, der Ofen bullerte warm und kuschelig, an dem konnten wir uns aufwärmen.

Heiligabend war etwas ganz Besonderes. Wir Kinder lernten schon Wochen vorher Weihnachtsgedichte und freuten uns auf den Abend. Am Weihnachtsabend wurden wir in dicke Mäntel, Mützen Tücher, Handschuhe und „Burschstiefel“ (sehr steife, aber mollig warme Filzstiefel“) gepackt, der kleine Bruder in eine dicke Decke gehüllt und auf den Schlitten gesetzt, so machten wir uns auf den Weg. Am Himmel leuchteten die Sterne, und der Mond beleuchtet das Weiß, die Schneekristalle funkelten, glitzerten und knirschten unter den Füssen. Es gab keinerlei Beleuchtung im Dorf, und trotzdem war es hell.

Am Abend des 24. Dezember versammelten sich alle Deutschstämmigen bei „Omaopa“, einem älteren Ehepaar, ich kann nicht sagen, warum ausgerechnet da.
Vermutlich hatte der ehemalige Lehrer Spaß an der Organisation des Abends. Da in der Steppe keine Tannenbäume wachsen, hatten unsere Väter aus tannenähnlichen Zweigen einen Tannenbaum gebunden, der Baum war wunderschön geschmückt und die große Stube voller großer und kleiner Leute. Um den Weihnachtsbaum versammelt wurden Lieder wie „O Tannenbaum“ und „Stille Nacht…“ gesungen, wir Kinder sagten Gedichte auf, und dann kam endlich der Weihnachtsmann. In seinem großen Jutesack war eine Tüte für jedes Kind. Bonbons, Kekse, Walnüsse, Äpfel, und wenn wir viel Glück hatten, auch eine Apfelsine oder ein Granatapfel. Zum Abschluss gab es Tee und selbstgebackene Plätzchen, und die Väter rauchten im Flur eine Papirosse, danach stapften wir durch den Schnee nach Hause. In der Nacht legte uns der Weihnachtsmann Geschenke unter den Tannenbaum.

Diese schönen Erinnerungen an Weihnachten, vor mehr als einem halben Jahrhundert, werden für mich von Jahr zu Jahr wertvoller.

MaRo

Kindheitserinnerung Nr. 2

Nachdem ich euch im letzten Erinnerungs-Beitrag was zu den „Lelly Kelly“-Turnschuhen erzählt hab, kommt hier nun der nächste. Dieses Mal nicht so sehr pink-lastig.

Ich weiß gar nicht wieso, aber pink zählte nie zu meinen Lieblingsfarben. Meine Tante ist gelernte  Schneiderin und meine Cousine hatte die wunderbarsten Karneval-Prinzessinnenkleider, die ich durchaus auch toll fand. Natürlich waren sie pink und lila. Aber da meine Cousins als Spielgefährten damals in der Überzahl waren, hat mir das „Guck mal Mama, wir sind Ritter“- Spiel besser gefallen. Nebst dem „Schmieden“ von Schwertern und Schildern versteht sich. Soll heißen, wir standen (manchmal mit Opa, manchmal ohne) in seiner kleinen Werkstatt bei der Garage, jeder mit etwas altem Sperrholz und Nägeln bewaffnet und dann wurde drauf los gehämmert. Wenn man ganz viel Lust hatte, hat man die fertigen Schwerter auch noch abgeschmirgelt und mit Tusche bemalt. 🙂 Aber meistens blieb es bei der einfachen Waffe und man war froh, wenn der Nagel hielt, der die beiden Holzstücke miteinander verband. Ich weiß leider nicht mehr, was wir als Schild benutzt haben… aber es war toll. Waren wir fertig, musste auch Oma einmal das Tischdecken für das Kaffeetrinken unterbrechen, herauskommen und das „Do it yourself“-Projekt bewundern, so würde man es heute wahrscheinlich nennen.

An solche Momente erinnert man sich sehr gern, oder?

kwk

Kindheitserinnerung

Manchmal denkt man ja an die verrücktesten Sachen. Und oft weiß ich noch nicht mal, wie ich darauf komme.
Ich glaube, in diesem Fall war es ein Nachdenken darüber, was man früher so als Kind angezogen bekommen hat. Schuhe waren bei mir immer blau, schwarz, grau, weiß. Aber nicht nur weiß, denn die wurden ja zu schnell schmutzig. Witzig fand ich es immer, wenn die Schuhverkäuferin fragte, ob ich die Turnschuhe lieber mit Klettverschluss oder zum Schnüren haben wollte. Ich hasse Klettverschlüsse und deshalb hatte ich nur welche mit Schnürbändern. Wenn die Bänder zu lang waren, machte ich halt eine Doppel- oder Dreifachschleife. 🙂 Oft erstaunte es die Verkäuferin, da wohl die meisten Kinder zu den Klettverschlüssen tendiert haben.

Während der Grundschulzeit hatte ein Mädchen aus meiner Klasse auf einmal pinke Turnschuhe  an, die vor Sternchen, Blumen und Glitzer nur so funkelten. Ich glaube, die Sohle blinkte auch noch. Was waren wir neidisch auf diese Schuhe der Marke „Lelly Kelly“. Sagt euch das noch was?
Leider (oder zum Glück) bekam ich nie solche Schuhe. Als ich mal wieder neue Schuhe brauchte, habe ich natürlich im Schuhgeschäft vor der Schuhpyramide mit den Glitzerteilen gestanden, aber es gab für mich dann doch wieder die üblichen blauen Turnschuhe, aber mit quietschgrünen Elementen drin. An der Kasse ging dann ein Träumchen in Erfüllung. Jemand wollte bei einem Lelly-Kelly-Schuhkauf den Karton nicht mitnehmen und die Verkäuferin hat meine Schuhe kurzerhand in diesem Karton gepackt. Oh, ich war so stolz! So einen hübschen Schuhkarton hatte ich nie wieder. Im Vergleich aus heutiger Sicht zu den Schuhen war der wirklich toll. Altrosa mit pinken Rosen drauf.  Und das sich darin keine Glitzerschuhe befanden, fand ich dann auch gar nicht schlimm. Ein paar Monate später hat sie eh keiner mehr getragen. Den Karton allerdings habe ich jahrelang behalten… 🙂

kwk

Kindheitserinnerungen

Kennt ihr das auch? Man geht durch den Supermarkt und entdeckt Sachen, die einen quasi schon das ganze Leben begleiten. Oft sind diese Dinge generationenübergreifend und wenn man ganz genau drüber nachdenkt, fallen einem doch ganz schön viele Sachen ein, die es quasi schon ewig gibt.
Im Kollegenkreis schwelgten wir letztens in „ach wie hieß denn das nochmal…. ich weiß genau, welche Verpackung es hat… ich glaube heute heißt das anders…“. Auslöser war die Ahoj-Brause. 🙂 Ein Grund für mich, mal wieder ein klitzekleines bisschen „interessantes, vielleicht nützliches Wissen“ zu verbreiten! 😉

Was uns aufgefallen ist- wir alle haben die Brause aus den bunten Tüten selten in ein Glas Wasser gekippt und getrunken (das schmeckt nämlich nicht sooo besonders gut), man hat lieber den Finger ins Päckchen getaucht und das Pulver pur verspeist.
Apropos früher: Das Brausepulver gibt es bereits seit 1925! Allerdings wurde es damals noch in Tablettenform mit Zitronen- oder Orangengeschmack produziert. Erst Anfang 1930 wird die Tablette zum Pulver und bekommt zwei neue Geschmacksrichtungen: Waldmeister und Himbeere. Und nun ziert auch der blau gekleidete Matrose die Packung. Vierzig Jahre später war dann der Brause-Lolly erhältlich 😀 . 2010 feierten die Frigeo Brause-Produkte ihren 85. Geburtstag und die Ahoj-Brause wird zur Marke des Jahrhunderts ausgezeichnet.

Mittlerweile gibt es Ahoj-Gummibonbons und dieses Jahr kommt/ist die Brause fertig gemischt in einer Dose zum Trinken auf den Markt. Danach könnte man ja mal Ausschau halten- ob der Inhalt wohl schmeckt?

kwk

Quelle: Website Ahoj-Brause