Wie es früher war und heute ist

Von damals zu heute gibt es so viele Unterschiede gar nicht. Könnt Ihr Euch daran erinnern, wie es früher zu Hause war? Die Familie saß gemeinsam an einem Tisch und hat gehandarbeitet. Gut, heute gibt es diese Form des Familienverbandes nicht mehr so oft. Am Stricken, Häkeln und Nähen hat sich aber nichts geändert. Es gibt höchstens neue Muster oder Schnitte, je nach Mode.
Wir haben diese Idee aufgegriffen, um auch gemeinsam an einem Tisch zu sitzen. Heutzutage trifft man sich zum Handarbeiten in der Bibliothek. Bücher mit Handarbeitsmustern vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen inklusive und griffbereit. Dadurch ist eine illustre Strick- und Handarbeitsrunde aus ganz vielen verschiedenen Personen entstanden. Es wird gestrickt, gehäkelt und sogar per Hand genäht. Neben dem Austausch von Ideen und Mustern werden auch die Tages- und Wochengeschehnisse sowie Urlaubserinnerungen besprochen, der ein oder andere Witz zum Besten gegeben und natürlich ganz, ganz viel gelacht. Und sei es nur über fallengelassene Maschen, die dann wieder über improvisierte Muster dekorativ hineingemogelt werden. 🙂
Wer jetzt Lust bekommen hat mitzumachen, ist ganz herzlich eingeladen vorbei zu kommen. Wir treffen uns regelmäßig jeden 2. und 4. Freitag im Monat ab 14.30 bis 17.30 im Erdgeschoss im Bereich der Literaturbühne der Stadtbibliothek. Erkennungszeichen: eine große Tischrunde mit Wolle.

Viele liebe Patentmustergrüße,

Eure Petra

Upcycling- zuhause und bei der Arbeit

„Upcycling“ ist ja im Moment neben „do it yourself“ der Trend schlechthin.  Ich finde das ziemlich gut, auch wenn ich nicht soo der kreative Mensch bin. Es gibt ja Leute, die gucken sich eine leere Flasche an und haben gleich fünfzig Ideen, was man damit alles anstellen könnte. ^^‘

Ab und zu blätter ich mal durch Wohnzeitschriften und achte in letzter Zeit echt immer mehr darauf, ob ich nicht altes Zug zuhause habe, was vielleicht so ähnlich aussieht wie in dem Magazin oder was man ein bisschen „aufpimpen“ könnte. Und Tatsache- in einer Ausgabe war  ein Upcycling-Projekt verbunden mit etwas „do it yourself“. Eine alte kleine Obstkiste wurde zur Sommerdeko umfunktioniert. Da bei uns so ein kleines Ding schon geraume Zeit schon im Hauswirtschaftsraum so vor sich hin stand (und ich mich in diesem Moment an es erinnerte!), hatte es mich gepackt. Als Werkzeug brauchte man nur noch Acrylfarbe und einen Pinsel. Los ging es. Ich baute das Kistchen auf ein paar Blättern Zeitung auf, holte mir meinen Pinsel…und dann scheiterte es an den Acrylfarben. Ich weiß ganz genau, dass ich zumindest die Grundfarben habe, aber sie waren nicht zu finden. Vermutlich stehen sie beim Schwesterherz, welches aber im momentan im Ausland weilt. Gut, ich wütete innerlich etwas und musste das kleine Projekt verschieben. Ein Wochenende später waren dann die Arbeitsmittel komplett da. In der Zeitschrift war das Teil schön türkis angepinselt, meins ist jetzt königsblau geworden. Nun werde ich im Urlaub das schwedische Möbelhaus beehren und einen Haufen weißer Stumpenkerzen in verschiedenen Größen besorgen, die ich in die kleine Kiste stellen werde. Ich bin noch am überlegen, ob ich außen noch Muscheln und Co. aufkleben soll. Für mich gehört das zur Sommerdeko einfach dazu! 🙂

Übrigens, in der Bibliothek wird auch ganz toll gebastelt und gebaut. In unserer Werkstatt waren viele kleine und große Hände fleißig am werkeln und herausgekommen ist das hier:

Eine Murmelbahn aus vielen Alltagsgegenständen. Ich war ziemlich beeindruckt, wozu man leere Röhrchen und Plastiklöffel so verwenden kann. Ein kleiner Junge trug seine Bahn am Ende der Veranstaltung stolz vor sich her- und wurde prompt vom Personal am Info-Schreibtisch angehalten. Wir mussten uns das erstmal genauer anschauen und mit ihm zusammen ausprobieren. Coole Sache!!! :-). Wir haben uns dann nacheinander in die Werkstatt geschlichen und uns das genauer angesehen. Auch die Erwachsenen haben fleißig aus- und herumprobiert, der Kreativität sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt! 🙂

kwk

Wir präsentieren: Unsere Werkstatt!

A Makerspace is a space where you can make – nee… DO – (creative) things. Das ist schon mal keine schlechte Formulierung. Aber geht das auch auf Deutsch bitte?

Hm … Ein Makerspace ist ein Ort, an dem jeder kreativ sein und vorhandene Geräte und Werkzeuge nutzen kann. Gleichzeitig wäre es schön, wenn Aktive anderen Interessierten zeigen und erklären, was er oder sie da gerade so treibt. Dann haben die auch einen Nutzen davon und lernen vielleicht sogar noch etwas Neues.

Das ist allerdings keine offizielle Beschreibung. Sicherlich gibt es einige ausführliche aus der Fachwelt und von Institutionen (die erspare ich euch an dieser Stelle aber) – eine richtige, einheitliche Definition gibt es nicht.
Nun hab ich Makerspace aber immer noch nicht eingedeutscht. Da ich hier keine falschen Bedeutungen verbreiten will, frage ich das Online-Wörterbuch „Leo“. „Leo“ kennt den Begriff überhaupt nicht – ob es wohl daran liegt, dass es keine einheitliche Definition gibt?
Ich für mich würde es eins zu eins „Mach-Raum“ übersetzen. Klingt aber total bescheuert, oder? Also dann vielleicht doch lieber Makerspace oder ein Begriff, der dem am nächsten kommt. Wie Hobbyecke, Bastelraum oder Kreatives Labor.

Was aber hat das alles mit uns zu tun? Viele neidische Blicke habe ich oft genug Richtung Stadtbibliothek Köln geworfen, fasziniert den Kollegen-Vorträgen aus Hamburg auf der AIBM (Tagung für alle deutschen Musikbibliotheken) gelauscht und gespannt verfolgt, was die Düsseldorfer in ihrem LibraryLab so treiben. Habe insgeheim von einem eigenen Bastelraum, Nähmaschinen und der neuesten Spielkonsole für unser wöchentliches Gaming geträumt.

Nicht erst seit heute, aber nach diversen Umbauarbeiten, langen Besprechungen, Diskussionen, Haare raufen und was alles zu solchen Planungen neben ganz viel Vorfreude noch dazu gehört, haben wir endlich unseren Makerspace-Werkstatt- Raum. Denn so heißt er ganz offiziell: Die Werkstatt. Zu finden ist sie in der Zentralbibliothek im 1. OG.
Unter dem Motto „Entdecken Entwickeln Erleben“ stehen dort rollbare Werkbänke mit Schneidbrettern bestückt. Es gibt Heißklebepistolen, Verlängerungskabel, Schraubzeugs – einfach alles was das Werkelherz begehrt. Sogar ein 3D-Drucker wartet auf Motivvorlagen und den Startschuss zum fröhlichen Vor-sich-hin-drucken. Er ist zwar nicht der schnellste, aber in der Warteschleife lassen sich andere lustige Sachen machen. Wie vielleicht die Ozobots und MBots ausprobieren. Das sind lustige kleine Robotergesellen, die für den ersten Einstieg in die Roboterbedienung und -programmierung bestens geeignet sind.

Ozobots können wunderschön leuchten und blinken und wenn ihnen eine schwarze Linie unter die Füße kommt, folgen sie der überall hin. Durch den Einbau von Farbreihenfolgen, wie zum Beispiel rot-blau-grün, kann er auch ein Tänzchen einlegen. Oder sich ganz schnell umdrehen und mit high-speed in die andere Richtung flitzen. Das ist dann aber wieder ein neuer Farbbefehl. Noch dazu kann jeder seinen Ozobot hübsch gestalten. Sei es durch einen attraktiven Helm, Hasenohren oder bunte Aufkleber. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt.
MBots müssen zuallererst zusammengebaut werden. Das allein ist schon aufregend und manchmal auch etwas fisselig. Aber es macht sehr viel Spaß. (Da entdeckt sicherlich so mancher das Kind in sich wieder). Anschließend  können sie anhand einer Software programmiert werden. Blinken kann er nicht ganz so schön wieder Ozobot (meine Ansicht), dafür hat er aber schöne Kulleraugen (auch meine Ansicht). Praktisch veranlagt wie wir Bibliotheksmenschen nun mal sind, haben wir ihm schon beigebracht wie ein Wirbelwind durch die Regale zu flitzen. Nur beim Einstellen der Bücher ist er noch keine große Hilfe. Da versteckt er sich lieber hinterm Bücherwagen. Aber das bringen wir ihm auch noch bei.

Neben der ganzen Bastelei darf auch das Spielen nicht zu kurz kommen. Und so haben auch die Liebhaber von MarioKart, Fifa und Co. ihren GamerSpace (das Wortspiel übersetze ich an dieser Stelle nicht – trotz redlicher Bemühungen klappt das leider auch nicht immer) bekommen. Noch dazu neue Konsolen, wie die Nintendo Switch oder die PS4 inklusive VR-Brillen. Da man damit ja sozusagen direkt in das Spiel eintaucht, kann einem dabei ganz schön schwindelig werden. Also nichts für so anfällige Menschen wie mich, denen schon komisch wird, wenn sie nur den Brummkreisel bei seinen Drehungen verfolgen.

Aber auch analog geht es mit unseren Freitagsrunden weiter: Wir stricken, spielen und basteln und denken uns mit Sicherheit noch viele weitere Dinge aus.

Denn Irgendwas is ja (bekanntlich) immer.

Ermöglicht hat uns das Projekt „Makerspace“ die Fachstelle des Landes NRW in Düsseldorf.  Die Förderung kommt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW. Vielen Dank dafür. 🙂

katinkasbackofen