Buchtipp: „Frau Shibatas geniale Idee“ von Emi Yagi

Im Blog Literarische Abenteuer bin ich kürzlich auf das Buch Frau Shibatas geniale Idee der Japanerin Emi Yagi gestoßen.

Unsere alleinstehende Protagonistin, Frau Shibata, ist gefangen in einem einengenden Büroalltag. Vor allem ihre männlichen Kollegen scheinen das Problem zu sein. Obwohl sie genug mit ihrer eigentlichen Arbeit zu tun hat, ist immer sie es, die Kaffee für Besprechungen kochen muss, die Küche aufräumen, den Müll entsorgen oder Geschirr wegräumen soll. Weil sie eine Frau ist und für die Männer in ihrem Büro selbst Instant-Kaffee zu kochen scheinbar eine nicht zu meisternde Aufgabe darstellt.

Die Arbeitstage werden immer länger und diese auf sie abgeladenen Aufgaben immer lästiger. Bis ihr aus einer Eingebung die geniale Idee kommt. „Ich kann nicht.“, sagt sie dem Abteilungsleiter, als sie wieder einmal anderer Leute benutzte Kaffeetassen aufräumen soll. „Ich bin schwanger.“. Und sogleich passiert es – sie darf pünktlich Feierabend machen und wird vom ewigen Kaffeekochen befreit. Man nimmt plötzlich Rücksicht auf sie. Weil eine Frau in der japanischen Gesellschaft erst geschätzt wird, wenn sie schwanger wird? Also ihren eigentlichen Zweck erfüllt?

Frau Shibata lädt sich eine Schwangerschafts-App herunter und verliert sich immer mehr in der Vorstellung schwanger zu sein, sie stopft sich etwa den Bauch aus oder meldet sich für einen Aerobic-Kurs für Schwangere an. Und irgendwann spürt sie sogar eine Bewegung in ihrem doch eigentlich kinderlosen Bauch. In Kapiteln, die nach den einzelnen Schwangerschaftswochen unterteilt werden, folgen wir Frau Shibata durch ihre oft surreal anmutende „Schwangerschaft“.

Gefallen hat mir auch der von subtilem Humor begleitete Blick in die japanische Gesellschaft. Dahingehend fand ich auch schon Die Ladenhüterin von Sayaka Murata sehr interessant, dass ich vor einiger Zeit bei uns in der Onleihe als Hörbuch gehört habe. Auch dort geht es um eine alleinstehende Frau, die – allerdings auf andere Weise – den Druck der Gesellschaft zu spüren bekommt.

Das Buch habe ich mir über die Fernleihe bestellt, da wir es nicht in unserem Bestand haben. Wir haben zwar schon Unmengen an Büchern aber natürlich können wir nicht alles vorhalten. Für solche Fälle gibt es die Fernleihe. Hier könnt ihr nach einer Anmeldung mit euren Zugangsdaten (Ausweisnummer und Passwort) nach Medien, die ihr bei uns nicht findet, recherchieren und Titel bestellen. Wir beschaffen dann das gewünschte Buch aus einer anderen Bibliothek in Deutschland. Plant etwas Zeit ein, eine Bestellung kann ein bis zwei Wochen dauern und kostet 3 €.

lga

Buchtipp: „Das Mädchen“ von Stephen King

Es sollte eigentlich eine ganz normale Wanderung werden. Ein paar Meilen auf dem Appalachian Trail in Maine mit ihrer Familie. Wenn sich ihre Mutter und ihr Bruder nur nicht ununterbrochen streiten und sie dabei gar nicht mehr bemerken würden. So schlägt sich die neunjährige Trisha unbemerkt in die Büsche, um mal kurz auszutreten. Ein Platz nicht zu nah am Weg, wo sie keiner sehen kann, soll es sein. Und wenn sie dann einfach hier vorne eine Abkürzung nimmt sollte sie ruckzuck wieder zurück auf den Weg finden. Und so verirrt sich Trisha im Wald.

Wir folgen ihr nun, wie sie umher irrt. Wie sie versucht nicht in Panik zu geraten. Wie sie in Panik gerät. Wie sie Strategien entwickelt. Welche Richtung schlägt sie am besten ein? Wie kommt sie an Essen und Trinken? Und natürlich erleben wir ihre Ängste. Was geht ihr nachts, im dunklen Wald, ganz allein, durch den Kopf? Und was ist es, das sie im dunklen hört? Einbildung? Etwas ganz reales? Oder doch etwas viel düstereres?

Immerhin hat sie eine Sache mit der sie sich ablenken kann: Baseball. Sie ist großer Fan und so folgt der Aufbau des Buchs dem Ablauf eines Baseballspiels und ist in Innings unterteilt. Ich habe von Baseball und Innings zwar rein gar keine Ahnung, das war aber ohnehin nur der Rahmen für die Handlung. Ob ich Baseball nun verstehe oder nicht tut der Geschichte keinen Abbruch.

Nun könnte man meinen, dass dieses Buch bald langweilig wird: Mädchen läuft durch Wald, mehr passiert ja eigentlich nicht. Aber der tiefe Einblick in Trishas Gedankenwelt, dem wir folgen, trägt ohne Probleme durch die gesamte Geschichte.

Das Buch gibt es bei uns als eBook in der Onleihe oder vor Ort als Hörbuch auszuleihen.

lga

Buchtipp: Das Jesus-Video

Bei Ausgrabungen in der Nähe von Jerusalem findet der Ausgrabungshelfer Steven etwas sehr Seltsames. Zuerst hält er es für einen Scherz. Denn was hat eine Anleitung für eine Videokamera, die erst in einigen Jahren erscheint, in einem uralten Beutel neben uralten Knochen zu suchen? Und warum sieht die Anleitung selbst so uralt aus? Handelt es sich hier etwa um einen Zeitreisenden?

Ausgehend von diesem Fund entspinnt sich nun eine Geschichte auf den Spuren des potentiellen und titelgebenden Jesus-Videos. Dabei ist nicht nur Steven auf der Suche, auch der Geschäftsmann und Sponsor der Ausgrabungen John Kaun will das Video finden, um möglichst viel Kapital daraus zu schlagen.

Den Großteil des 700 Seiten starken Buchs habe ich an einem Tag verschlungen. Ab einem gewissen Punkt konnte ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen und wollte unbedingt hinter all die verschlungenen Geheimnisse kommen.

Im Lauf der Geschichte werden verschiedenste Theorien entwickelt, wie die Videoanleitung in die Vergangenheit geraten ist. Hat jemand von langer Hand geplant einen Zeitreisenden in die Vergangenheit zu schicken, um Jesus zu filmen – bzw. wird das jemand planen?

Sehr eindrücklich waren die Beschreibungen Israels bzw. Jerusalems im Besonderen. Bilder von Sand und Wüste, uralten Gemäuern und der unglaublich weit zurückreichenden Geschichte dieses Landstrichs kamen auf.

Die grundsätzliche Idee, was es bedeuten würde, könnte man beweisen, dass Jesus wirklich gelebt hat oder eben auch das genaue Gegenteil, war ein sehr spannendes Gedankenspiel. Wer hätte Interesse an einem solchen Video, was würde die Kirche dazu sagen, wie würden ganz normale Leute darauf reagieren?

Erschienen ist das Jesus-Video schon vor einer ganzen Weile, im Jahre 1998. Anfang der 2000er gab es auch eine Verfilmung. Ich habe mir dazu einen Trailer angesehen, der allerdings nicht ganz so vielversprechend ausschaute. Da werde ich mich wohl lieber dem Jesus-Deal zuwenden. Diese Fortsetzung erschien 2014 und ich bin sehr gespannt, wie Eschbach die Geschichte dort weitererzählt.

Hier geht es zu den Katalogdaten.

lga

Meine Sprache, deine Sprache

Meine Sprache, deine Sprache – das ist ein Projekt der Stadtbibliothek Bielefeld mit einer internationalen Klasse der Luisenschule und einer OGS Gruppe des Schulverbundes Hellingskampschule / Standort Josefschule. Es ist ein Projekt zur Lese- und Sprachförderung für Schüler und Schülerinnen, die erst kurze Zeit in Deutschland leben. Gefördert wird das Ganze vom Lions-Club Bielefeld-Ravensburg.

Mit viel Leidenschaft, Ideenreichtum und Engagement haben wir den Schülern und Schülerinnen, die bisher nur geringe Deutschkenntnisse besitzen, das Lesen näher gebracht. Auch im Jahr 2020/21 wurden, trotz Corona, Projekte umgesetzt und neue Wege gefunden, Wissen und Kultur zu vermitteln. Unsere Bibliothek spielt dabei als Ort der Begegnung eine wichtige Rolle. So können Schüler und Schülerinnen in der Gemeinschaft Hemmschwellen abbauen, ihre Sprachkenntnisse erweitern und spielerisch neue Erfahrungen machen, die ihnen zur Selbstorientierung verhelfen.
Wir freuen uns immer wieder, wenn „unsere Kinder“ auch über den wöchentlichen Klassenbesuch hinaus die Bibliothek als Lern- und Begegnungsraum nutzen.

Die einzelnen Projekte wollen wir euch heute näher vorstellen.

Lesen
Wir möchten die Leselust der Kinder wecken, sie zum Erzählen und Sprechen anregen, das alles in einer gemütlichen und sicheren Atmosphäre, in der sie sich ausprobieren und einbringen können. Dafür bieten wir verschiedenste Anlässe, zu denen wir oft auch von den Kindern selbst angeregt werden. Sie dürfen die Bibliothek als IHREN Raum zum Lernen und Stöbern kennen lernen. Hier dürfen sie ihre eigenen Sprach-Interessen finden und entwickeln. Wir begleiten sie, fordern sie manchmal heraus und unterstützen sie im Rahmen unserer Möglichkeiten.

Spaziergang
Weil wir uns noch nicht wieder in der Bibliothek treffen durften, machten wir einen gemeinsamen Ausflug in die Umgebung der Schule und der Bibliothek. Mit Hilfe von Büchern lernten wir die Baumarten kennen und sammelten ihre Herbstfrüchte. Bewegung, Spaß und gemeinsame Entdeckungsfreude an frischer Luft tun allen gut!

Ringelnatz
Im Winter ein Wintergedicht – auch wenn die Sprache des Gedichtes nicht gleich verständlich war, haben die Kinder den Witz mit dem Gips und dem Stips sofort verstanden. Wir übten zusammen das Schönschreiben und gestalteten das Rehgedicht.

Honigbienen
Yassine ist der Bienenexperte bei den Dienstagskindern. Wir vertieften das Thema mit einer Sachgeschichte als Kamishibai-Erzähltheater über das Leben der Bienen. Jeder malte seine eigene Biene und zur Erinnerung wurde der Entwurf in eine echte Stoffbiene verwandelt! Kinder sind halt genauso individuell wie Bienen! 🙂

Lebkuchenmänner
Leider untersagte uns die Corona-Hygienevorschrift das Backen und Singen in der Vorweihnachtszeit. So bastelten wir uns halt unsere eigenen Lebkuchenmänner. Dazu sammelten wir viele Winterwörter, die wir dann rappen und klatschen konnten. Stärkung gab es mit Mandarinen, die, selbst geschält, einen tollen Duft verbreiteten. So entstand doch noch eine weihnachtliche Stimmung. Und spannend war es auch, sich über Weihnachtsbräuche und -wünsche auszutauschen!

Digitales Lernen für alle
Die Luisenschule ging zwischenzeitlich ins Homeschooling, alle Projektkinder bekamen Tablets von der Schule geliehen. Damit sie sicher verwahrt sind, nähten wir Taschen aus alten Jeanshosen. Und über eine Lernplattform konnten wir auch in der Lockdown-Zeit zusammen arbeiten und auch selber dazulernen.

Post
Während des Lockdowns – was macht man denn, wenn man sich nicht sehen kann? Unsere Antwort heißt: Briefe schreiben! Also machten wir uns auf den Weg in die Hellingskampschule und erzählten, was Briefe schreiben bedeutet, wie die Post funktioniert und wozu eine Briefmarke nötig ist. Zusammen schrieben wir dann selber Briefe an liebe Menschen und lasen sie uns gegenseitig vor.

Ich bin ich
Endlich wieder in der Bibliothek! Nach dem Lockdown durften die Kinder ihr Bild von sich an unserem Kinderzimmer verewigen. Damit die Bibliothek nicht noch einmal so lange ohne sie auskommen muss. Und ob mit oder ohne Maske, wir sind, was wir sind: Die Dienstagskinder!

Wundertüte
Damit die Dienstagskinder uns nicht vergessen, schickten wir Wundertüten in die Schule mit einer Geschichte, Bastelanleitung und Material zum Thema Vogelstimmen. Passend dazu sangen wir über Whatsapp das Lied „Kommt ein Vogel geflogen“.
Mit diesem Lied wurden wir von den Kindern beim ersten Wiedersehen in der Bibliothek begrüßt!

Vogelbaum
Die Kinder haben so viel Freude am Basteln gehabt, dass sie uns beim ersten Besuch nach dem Lockdown ihre Vögel schenkten. Wir gestalteten einen Baum am Fenster des Kinderzimmers, auf dem alle bunten Vögel ihren Platz fanden. Die Kinder haben sich Botschaften überlegt, die die Vögel überbringen – für alle Kinder, die in die Bibliothek kommen.

Maker Space
Kurz vor den Sommerferien gab es ein besonderes Erlebnis: Wir machten einen Technik-Workshop und bastelten echte Lichtschwerter. Gar nicht so einfach, die richtigen Strippen zu ziehen, bis die Lampen der Lichterketten wirklich alle leuchteten. Aber DIE MACHT ist mit uns!

Lettering
Wir ließen Türschilder sprechen, die gerade für das Homeschooling und die lange Zeit Zuhause hilfreich waren. Oder einfach als lieben Gruß und herzliches Willkommen, für die Zeit, als ein Wiedersehen wieder möglich war!

Wir pflanzen…
…und wachsen wieder zusammen
Nach dem langen Winterlockdown ließen wir beim ersten Treffen in der Bibliothek neue Blumen wachsen. Vorgezogene kleine Pflanzen wurden bestimmt und eingetopft. Durch selbstgeschriebene Pflanzenstecker blieben die Namen in Erinnerung. Die Blumen wurden mit in die Schule genommen und dort beim Weiterwachsen begleitet.

Wiesenkräuter
Die gepflanzten Wiesenkräuter wuchsen in der Luisenschule weiter. Vertiefend lernten wir die Arten mit Hilfe von Büchern kennen. Beim Abzeichnen war ganz genaues Hinschauen gefragt.

Nähprojekt
In den Sommerferien kamen Schülerinnen freiwillig und nutzten das Nähangebot der Bibliothek.
Erstes Nähprojekt war ein Bücherrucksack, der auch gleich gefüllt wird!

Buchtipp: 1918 – Die Welt im Fieber

2018 gab es ein Jubiläum. 100 Jahre waren nach dem Ausbruch der Spanischen Grippe 1918 vergangen. Passend dazu erschien ein Buch, dass die Spanische Grippe und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft beleuchtet.

1918 – Die Welt im Fieber von Laura Spinney ist eins dieser Bücher, dass mir in der Bibliothek immer wieder in die Hände fällt und scheinbar unbedingt von mir gelesen werden will. Dieses Jahr hat es dann endlich geklappt. Und da wir uns bekanntlich momentan ebenfalls in einer Pandemie befinden, blickt man ganz anders auf die Schilderungen dieser vergangenen Pandemie.

Laura Spinney erzählt uns die Geschichte der Spanischen Grippe. Wie sie sich ab 1918 über die Welt ausbreitete, welche Orte besonders schlimm betroffen waren und welche auch nicht. Warum es eigentlich „Spanische Grippe“ heißt und warum dieser Name nicht zutreffend ist. Und Spinney analysiert die Auswirkungen der Spanischen Grippe auf die damalige Gesellschaft. Dabei findet natürlich ein anderes Ereignis immer wieder Erwähnung – der Erste Weltkrieg. Spinney versucht die Auswirkungen dieser beiden Ereignisse auseinanderzudröseln. Gar nicht so einfach, da der Erste Weltkrieg schon damals viel mehr in der Erinnerung verankert war. Spinney stellt zwar fest, dass in den letzten Jahren ein vermehrtes Interesse an dieser Pandemie, die 1918 über die Welt hereinbrach, besteht – aber so richtig aus dem Schatten des Ersten Weltkriegs ist sie bisher nicht herausgetreten. Und das, obwohl schätzungsweise zwischen 50 und 100 Millionen Menschen an der Spanischen Grippe starben – zum Vergleich: im Ersten Weltkrieg starben 17 Millionen Menschen. Und tatsächlich weiß ich noch, dass mich diese Zahlen sehr erschreckt haben, als ich das erste Mal von der Spanischen Grippe las. Da war ich doch erstaunt, dass ich von dieser Pandemie, die so vielen Menschen das Leben kostete, so viel weniger gehört hatte, als vom Ersten Weltkrieg. Laura Spinney versucht diesen Umstand, dass die Spanische Grippe so lange eine Randnotiz der Geschichte war, zu erklären.

Mir hat das Buch die Spanische Grippe auf jeden Fall anschaulich näher gebracht. Natürlich können viele Informationen heute, nach gut 100 Jahren, nicht mehr letztlich verifiziert werden. Aber die verschiedenen Vermutungen und Theorien werden vorgestellt und erläutert.

Besonders interessant las sich der Ausblick zum Ende des Buches. Wann wird es die nächste gefährliche Grippepandemie geben? Oder wird es einen anderen Erreger geben, der eine Pandemie auslöst? Äh, ja… Hätte ich das Buch tatsächlich schon das erste Mal, als es mir in die Hände fiel, gelesen, hätte mich die ganze Coronageschichte vielleicht ein kleines bisschen weniger überrascht.

Wer sich also mal mit einer anderen Pandemie als der aktuellen beschäftigen möchte, dem sei 1918 – Die Welt im Fieber sehr empfohlen. Hier geht es zu den Katalogdaten.

lga

Buchtipp: Carsten Henn – Der Buchspazierer

Der Buchhändler Carl Kollhoff liefert nach Ladenschluss Bücher an Kunden aus, für die er häufig der einzige Kontakt zur Außenwelt ist. Auf einem seiner Spaziergänge trifft er auf die neunjährige Schascha, die ihn von nun an begleitet. Durch sie lernt Carl seine Kunden besser kennen und lernt, dass er nicht die Bücher liefern muss, die sie wollen, sondern solche, die sie brauchen. Denn jeder hat mit eigenen Problemen zu kämpfen wie Einsamkeit, Analphabetismus oder Gewalt.

Schließlich verstirbt Carls ehemaliger Chef, mit dem er eng befreundet war. Die neue Inhaberin sieht in Carls Service ein Relikt aus vergangenen Tagen und kündigt ihm schließlich. Nach einem Unfall benötigt er selbst die Macht der Bücher und die Hilfe von Schascha.

Der Buchspazierer ist eine Hommage an Bücher und die Brücken, die sie zwischen Menschen schlagen können. Mir haben Buch und Personen sehr gut gefallen.

Carl, der eigentlich bereits im Ruhestand sein könnte, kann sich schlecht Namen merken, so dass er seine Kunden treffend nach Romanfiguren benennt. Wie sein ehemaliger Chef glaubt er, man könne jeden zum Lesen bringen, wenn man ihm nur das richtige Buch gibt. Auch bei Praktikant Leon, der – obwohl Fußballfan – das von Carl offensichtlich platzierte ‚Fever Pitch‘ von Nick Hornby nicht anfasst – gibt er die Hoffnung nicht auf.

Durch ihre offene Art bewirkt Schascha, dass sich Carls Kunden öffnen und man sie besser kennenlernt. Sie sieht mehr zwischen den Zeilen als Carl und ist davon überzeugt, dass sich ein Problem einfacher lösen lässt, wenn man erst einmal ein Eis isst. Und natürlich versucht Carl auch für sie einen Namen aus einem Roman zu finden.

Juliane


Wir haben die Kolleginnen und Kollegen nach ihren Lesetipps für diesen Sommer gefragt und werden diese so nach und nach hier veröffentlichen.


Viel Freude beim Lesen!

Buchtipp: Mädelsabend

Ruth und Walter leben seit Ruths Sturz im Seniorenheim. Walter möchte am liebsten sofort zurück nach Hause. Ruth hingegen genießt die Gesellschaft von Gleichgesinnten. Sie lauscht den Lebensgeschichten der anderen Frauen und singt endlich wieder im Chor. Unter keinen Umständen möchte sie von hier weg. Als ihre Enkelin Sara, Mutter eines kleinen Sohnes, die Zusage für ein Forschungsstipendium in Cambridge erhält und von ihrem Mann vor eine Entscheidung gestellt wird, sucht sie Rat bei Ruth.

Geschickt verwebt Anne Gesthuysen Gegenwart und Vergangenheit und erzählt von einem bewegten Frauenleben am Niederrhein, das den Bogen vom Zweiten Weltkrieg über die Fünfziger- und Siebzigerjahre bis in die Jetztzeit spannt. Eindrücklich zeigt sie, dass es keine einfachen Antworten gibt, nur individuelle Wege zum Glück.

Das innige Verhältnis zwischen der Oma und der Enkelin hat mich an meine Oma erinnert. Ich, die aus einer ganz anderen Ecke der Welt stamme, habe viele Begebenheiten in dem Roman entdecken können, die ich aus meiner Kindheit ähnlich kannte.

Und dieser Satz aus dem Buch hätte auch von meiner Oma stammen können: „Kämpfe nicht gegen dich selbst, sondern richte Dich in dem Leben ein, das Dich froh macht. Du hast nur dieses eine.“

Diesen Roman findet ihr bei uns als Buch, Hörbuch oder eBook. Hier geht es zu den Katalogdaten.

MRo




Wir haben die Kolleginnen und Kollegen nach ihren Lesetipps für diesen Sommer gefragt und werden diese so nach und nach hier veröffentlichen.
Viel Freude beim Lesen.

Buchtipp: Miss Merkel – Mord in der Uckermark

Frau Merkel wird zur kommenden Bundestagswahl nicht noch einmal antreten und sich wohl in den Ruhestand verabschieden. Einer repräsentativen Studie aus den Jahren 2013 und 2016 zufolge gingen 57 % der Befragten mit konkreten Plänen in den Ruhestand. Am häufigsten wurde mit 59 % der Wunsch zu reisen genannt. Einem Hobby nachgehen wollten 38 % und die Übernahme eines Ehrenamts war von 23 % der Befragten geplant.

Romane von David Safier

Über Angela Merkels Pläne gibt es Spekulationen, aber nichts, was sie selbst geäußert hätte. Ex-Bundespräsident Joachim Gauck glaubt einem Interview aus dem Jahr 2019 zufolge nicht, dass es völlig still um sie herum wird. So sieht das auch David Safier in seinem Roman Miss Merkel.

Nach ihrer Amtszeit als Bundeskanzlerin zieht sich Angela Merkel mit ihrem Mann Joachim Sauer, Personenschützer Mike und Mops Putin ins beschauliche Klein-Freudenstadt in der Uckermark zurück. Zunächst fällt es ihr schwer, sich auf die Ruhe einzulassen. Nach einem Fest im Schloss der Familie von Baugenwitz wird der Schlossherr, Freiherr Philipp von Baugenwitz, tot im Weinkeller aufgefunden. Während der Polizeichef den Fall als Selbstmord ad acta legen will, geht Angela von einem Mordfall aus. An Motiven mangelt es nicht.

In dem Buch geht es nicht nur um den Kriminalfall selbst. Angela möchte in dem Ort natürlich auch Anschluss finden. Dazu lernt man Joachim und Personenschützer Mike näher kennen. Das Buch ist lustig und spannend geschrieben und einfach zu lesen. Nicht fehlen dürfen dabei Anspielungen auf andere Politiker und die Merkelraute. Sehr zu empfehlen, allerdings gekürzt, ist das Hörbuch. Gelesen wird es von Nana Spier, die Angela Merkels Stimme sehr gut imitieren kann.

Juliane

Romane von David Safier in unserem Katalog hier.

Quellen:
(Un-)Ruhestände in Deutschland

Gauck genießt seinen Ruhestand“ – n-tv-Beitrag vom 03.10.2019


Wir haben die Kolleginnen und Kollegen nach ihren Lesetipps für diesen Sommer gefragt und werden diese so nach und nach hier veröffentlichen.
Viel Freude beim Lesen.

Buchtipp: Potilla von Cornelia Funke

Eine meiner Lieblingsautorinnen ist schon seit langem Cornelia Funke. Als Kind habe ich Die Wilden Hühner oder Drachenreiter geliebt und immer wieder von neuem gelesen. Und mache das auch jetzt noch manchmal. 🙂

Potilla hat mir vor vielen Jahren mal eine Freundin ausgeliehen. Da kannte ich auch schon andere Bücher von Cornelia Funke und ich habe das Buch auch seither in Erinnerung behalten, allerdings aus unerfindlichen Gründen nie ein zweites Mal gelesen. Das habe ich jetzt geändert! Das Buch wird auf der Verlagsseite für Leser und Leserinnen ab 10 Jahren empfohlen, ungefähr in dem Alter habe ich es damals auch kennen gelernt. Aber auch jenseits der 10 Jahre hat mir das Buch wieder viel Spaß gemacht.

Arthur ist zu Besuch bei seiner Tante, seinem Onkel und seinen unsäglichen Cousins. Bei einem Spaziergang im Wald findet er ein seltsames Bündel, das sich als Socke herausstellt. Und darin steckt die Feenkönigin Potilla. In der Socke steckt sie nicht freiwillig und mit ihrer Befreiung ist Arthur unwiederbringlich in die Rettung von Potillas Feenvolk verstrickt.

Damals wie heute mag ich diese lustige und auch ein bisschen spannende Geschichte sehr gerne – und wie so oft bei Cornelia Funkes Büchern gibt es auch noch ihre wundervollen Illustrationen zu bestaunen.

Ausleihen könnt ihr das Buch bei uns natürlich auch. Hier geht es zu den Katalogdaten.

lga

Geschichtenzeit

Die Geschichtenzeit in der Kinderbibliothek startet wieder! Ehrenamtliche lesen Geschichten für 3-6jährige Kinder und ihren Eltern. Es geht los am Samstag, 3.7., wie immer um 11.30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung wird allerdings nicht wie gewohnt im Kinderzimmer stattfinden, sondern auf der Fläche vor der Bühne, dort haben wir ausreichend Platz, um genügend Abstand zu halten.