Andreas Platthaus: Lyonel Feininger

Literaturtage Bielefeld 2021
„Vom Wunsch anzukommen“

„In Feininger spiegelt sich die Zeit“.

Sachbuch "Lyonel Feininger: Porträt eines Lebens" von Andreas Platthaus

Was wissen wir eigentlich über Lyonel Feininger? Viele hängen die Reproduktionen seiner intuitiv als schön wahrgenommenen kristallinen Gemälde in ihre Wohnungen: nur Dekoration? Zum 150. Geburtstag des herausragenden Künstlers Lyonel Feininger zeigt uns Andreas Platthaus den enorm vielfältigen Ausnahmekünstler der Klassischen Moderne. Wir folgen seinem wechselhaften 84jährigen Lebensweg: in New York geboren und dort zu einem Bankier in die Lehre gegeben, als 16jähriger von den Eltern zum Musikstudium nach Deutschland geholt, glücklicherweise dann der eigenwillige Wechsel zum Kunststudium.

Andreas Platthaus ist einer der besten Kenner der Mediengeschichte des Comics, zu deren frühen Höhepunkten Feininger wesentlich beitrug. Heute ist er der einflussreiche Literatur-Ressort-Leiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Schwerpunkt dieses einzigen Sachbuchs, das in unseren Literaturtagen vorgestellt wird, liegt aber bei Feiningers prägendem Einfluss als Meister des Bauhauses. Aus der Analyse von hunderten, bisher nicht in dieser Form aufgearbeiteten Briefen Feiningers wird erstmals verständlich, warum er es als „Unpolitischer“, so beschrieb er sich selbst, vier Jahre im tausendjährigen Reich aushielt, trotz der bedrohlichen Lage für seine Ehefrau, der jüdischen Künstlerin Julia Berg. Dabei war er bereits zum Ende des Ersten Weltkriegs als „feindlicher Ausländer“ diffamiert worden. Als 66jähriger, international vernetzter Künstler ging er, der nie seine US-Staatsbürgerschaft aufgab, erst im Juni 1937 zurück in seine Geburtsstadt, wo sich das Willkommen der Kunstwelt für ihn allerdings sehr in Grenzen hielt. Das Portrait eines Künstlerlebens, präzise recherchiert, leicht erzählt.

(Text aus dem Programmheft zur Veranstaltungsreihe)


Die Katalogdaten zu den Werken von Andreas Platthaus im Bestand der Stadtbibliothek findet Ihr hier.

Literaturlisten zu den Büchern von Andreas Platthaus und zu Lyonel Feininger:

Im Feuilleton gab es einige Besprechungen und Interviews, hier ein paar Links:

  • „Ein Maßstäbe setzendes Buch“ sagt Eva Hepper im Deutschlandfunk Kultur hier.
  • Harald Eggebrecht hebt in der SZ besonders hervor, dass der Autor der Biographie auch „von der dunklen, egomanen Seite des Grafikers und Bauhaus-Meisters“ erzähle, hier.
  • Auch Stefanie Leibetseder lobt im online-Rezensionsforum Literaturkritik.de einen detaillierten und vor allem „einen wohltuend kritischen Blick“, den Andreas Platthaus auf Feininger werfe; hier.
  • Auf dem Blauen Sofa sprach Thorsten Jantschek für Deutschlandfunk Kultur mit dem Autor über sein Buch, hier.

Mittwoch, 13. Oktober, 20 Uhr
Stadtbibliothek, Neumarkt 1
Einlass: 19.30 Uhr, Beginn: 20.00 Uhr
Moderation: Dr. Udo Witthaus
Musikalische Begleitung: Dr. Djamilija Keberlinskaja-Wehmeyer, Flügel
Eintrittspreis: 10,– €, ermäßigt 6,– €, Livestream 2,– €

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