Mittendrin Mittwoch #98

In Bezug auf meine deutsche Staatsangehörigkeit musste ich jetzt ähnlich denken. Ich konnte sie nicht mehr so einfach wieder loswerden, auch wenn, sagen wir, der Brexit vielleicht doch nicht stattfinden sollte – was ich trotz allem immer noch sehr hoffe.

Exit Brexit : wie ich Deutsche wurde von Kate Connolly, Seite 284

Als ich damals davon erfahren habe, dass die Briten tatsächlich dafür gestimmt haben die EU zu verlassen, war ich einigermaßen schockiert und irritiert über diese Entscheidung. Kate Connolly beschreibt in ihrem Buch immer wieder, dass das eine ziemlich verbreitete Reaktion der ihr bekannten Deutschen war, die ihr auch immer wieder die eine Frage stellten: Warum wollen denn die Briten die EU verlassen?

Ich habe mich damals sehr für dieses Thema interessiert und das Ganze in den Medien verfolgt, vor allem, weil ich im Rahmen meiner Ausbildung ein paar Wochen nach dem Referendum ein Praktikum in der Bibliothek des Goethe Instituts in London gemacht habe. Der Brexit war auch bei den Kollegen dort ständiges Gesprächsthema. Viele der deutschen Kollegen machten sich Sorgen, ob es für sie in der Zukunft noch so einfach sein würde im Vereinigten Königreich zu leben und zu arbeiten, und auch die britischen Kollegen äußerten sich eher weniger begeistert vom Ergebnis des Referendums und fragten sich, was der Austritt aus der EU für Auswirkungen auf ihr Land haben könnte. Dennoch sind alle das Thema mit einer gewissen Gelassenheit und viel Humor angegangen.

Drei Jahre ist das mit dem Referendum nun her, und ich muss zugeben, dass mich das Thema Brexit zunehmend ermüdet hat, da gefühlt nichts vorangeht.
Vor kurzen bin ich dann auf das Buch Exit Brexit aufmerksam geworden. Die in England geborene Journalistin Kate Connolly lebt schon seit einigen Jahren in Deutschland und berichtet unter anderem für den britischen Guardian. In ihrem Buch erzählt sie von ihrer Entscheidung, nach dem Referendum die deutsche Staatsbürgerschaft zu beantragen, wie der Brexit sie und ihre Familie im Vereinigten Königreich spaltet und von vielen Begegnungen mit anderen Briten, die ebenfalls im EU-Ausland leben und arbeiten. Das macht das Buch einerseits zu einem sehr persönlichen Bericht über den Brexit, andererseits legt Connolly aber auch die vielfältigen Gründe dar, die zum Brexit führten, und die verschiedenen Ereignisse vor und nach dem Referendum.

Das letzte Kapitel in Connollys Buch fehlt mir noch, die paar Seiten kann ich aber bestimmt heute Abend im Zug noch schaffen. 🙂

Das Buch könnt ihr bei uns vor Ort oder als eBook ausleihen.

Zum Thema Brexit gibt es übrigens mittlerweile noch sehr viel mehr Literatur. Wer andere Bücher zum Thema sucht, hier der Link zu unserem Katalog.

lga

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Mittendrin Mittwoch #97

Lange Zeit glaubte ich, daß es im Irrenhaus eine Abteilung für gescheiterte Hobby-Handwerker gibt. Heute weiß ich es. Denn ich lebe dort, hihi.

(Ich hab’s euch immer schon gesagt / von Axel Hacke. Seite 27)

Buch auf einer Decke

Ich hab‘s euch immer schon gesagt / von Axel Hacke

Es gibt so Bücher und Geschichten, die kann man so zwischendurch vernaschen, wie ein Konfekt oder (für mich passender) einen Keks; so zum Kaffee vielleicht oder vor dem Einschlafen, wenn man bereits zu müde für den dicken Roman ist. Oder an einem schlechten Tag, wenn man einfach etwas leichtes, anregendes und vor allem lustiges braucht, wenn man heute wenigstens einmal grinsen, ja laut lachen möchte. Axel Hacke schreibt solche Geschichten.

Meine erste Begegnung mit ihm war „Der kleine Erziehungsberater“ – vor vielen Jahren, da kannte ihn noch kaum jemand in meinem Bekanntenkreis; mittlerweile sind deren Kinder aber schon erwachsen. Nun, Axel Hacke schreibt Kolumnen über den Alltagswahnsinn, also den Alltag, der uns in den Wahnsinn treibt. So wie in der Geschichte „Vorhangstangen sind eigentlich doch schön“, die wie oben zitiert beginnt.

Kolumnen und Glossen lese ich einfach gerne. Diese kurzen, überspitzten Texte sind auch eine gute Vorlese-Übung. Es ist nicht leicht, die Ironie und die Pointe richtig herüber zu bringen, da müssen die Betonung, der Rhythmus, die Lesegeschwindigkeit und die Pausen genau gesetzt sein. Und der Vorleser selbst muss ganz ernst bleiben, sonst wirkt es nicht.

Texte von Axel Hacke dürfte ich nie irgendwo vorlesen. Ich habe gerade schon fast wieder meinen Kaffee über den Schreibtisch geprustet.
Ach.
Ich übe einfach noch ein wenig.

HilDa

Hacke, Axel : Ich hab’s euch immer schon gesagt : mein Alltag als Mann. – München : Kunstmann, 1998.

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Mittendrin Mittwoch #96

Irene blickte aus verweinten Augen auf und sah Ismael fragend an. Der Junge nickte und hob einen Finger, um ihr zu bedeuten, dass sie still sein solle. Das Klopfen wiederholte sich, hart und metallisch hallte es durchs Haus.

Der dunkle Wächter von Carlos Ruiz Zafón

Simone und ihre beiden Kinder, Irene und Dorian, ziehen nach dem Tod des Vaters, der sie mit hohen Schulden zurückgelassen hat, von Paris nach Baie Bleue in der Normandie. Dort hat Simone eine gute Stelle als Hauswirtschafterin bei dem ehemaligen Spielzeugfabrikanten Lazarus Jann auf dessen Anwesen Cravenmoore gefunden. Zu der gut bezahlten Stelle gehört auch das Haus am Kap, in dem sich die Familie schnell einlebt.
Simone gefällt die Arbeit bei Lazarus, Irene freundet sich mit der lebhaften Hannah an, Lazarus einziger anderen Angestellten, und Dorian ist fasziniert von dem Spielzeugmacher und seinen Kreationen.
Doch es wird immer deutlicher, dass über Lazarus Jann und Cravenmoore ein bedrohlicher Schatten schwebt – wortwörtlich.

Das Buch erschafft während des Lesens zunehmend eine schauerliche Atmosphäre und offenbart nach und nach, was es mit dem mysteriösen Schatten auf sich hat. Gleichzeitig entfaltet sich aber auch eine Romanze zwischen Irene und dem etwa gleichaltrigen Ismael, die die Schaurigkeit der Geschichte immer wieder aufbricht.

Ich befinde mich nun schon im letzten Teil des Buches und werde wohl auf den nächsten Seiten herausfinden, was nun hinter dem geheimnisvollen Schatten steckt.

Hier seht ihr, wo ihr das Buch bei uns in den Bibliotheken finden könnt.

lga

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Mittendrin Mittwoch #95

Eines Tages beschlich die hohen Offiziere der ruhmreichen Nation Pandurien ein Verdacht: daß in den Büchern Ansichten stehen könnten, die dem Prestige des Militärs abträglich sind.
(Ein General in der Bibliothek / von Italo Calvino. Seite 74)

Anlass war eine Benutzerfrage: Jemand suchte kurze Erzählungen zum Vorlesen bei einer öffentlichen Kulturveranstaltung, Zuhörer würden also Erwachsene sein; der Vorleser wollte drei oder vier einzelne Erzählungen für insgesamt 20 Minuten vortragen, möglichst alle von einem Autoren oder zu einem gemeinsamen Thema, gerne mit Humor.

Ich habe bisher kein größeres Werk von Italo Calvino gelesen, erinnere mich aber an seine Märchensammlung. In diesem Band mit Erzählungen fand ich vier Geschichten, die ich selbst zum Vorlesen für geeignet hielt und empfahl sie weiter. Übrigens noch mit einem Alternativvorschlag, ein anderes kleines Buch, das ich vielleicht später mal an dieser Stelle vorstellen werde, denn der Nutzer hat das gewählt (hätte ich an seiner Stelle vielleicht auch). Das gibt mir die Gelegenheit, Calvinos Erzählungen weiterzulesen.

Der Sammelband „Prima che tu dica ‚Pronto’“ ist 1993, acht Jahre nach Calvinos Tod, erschienen, die deutsche Übersetzung von Burkhart Kroeber mit dem Titel „Ein General in seiner Bibliothek und andere Erzählungen“ wurde sogar erst 2004 im Hanser-Verlag veröffentlicht. Italo Calvino ist in Italien Schullektüre, er gilt vielen als der bedeutendste italienische Schriftsteller seiner Generation.

Da ich ja Geschichten zum Vorlesen suchte, hatte ich zunächst die kürzeren Erzählungen laut gelesen. Jetzt lese ich auch die anderen, die ich bisher nur überflogen habe. Dabei halte ich mich allerdings nicht unbedingt an die vorgegebene Reihenfolge.

Buch mit Lesezeichen vor einem vollgestopften Bücherregal

Der General in der Bibliothek und andere Erzählungen / von Italo Calvino. Hanser, 2004

Das Zitat oben ist aus der Erzählung, die für die deutsche Übersetzung der Sammlung titelgebend wurde. Eine märchenhaft-groteske Geschichte über die Wirkung von Buchempfehlungen durch einen alten, pfiffigen Bibliothekar auf einen General und seine Soldaten, die eigentlich in der Bibliothek Zensur üben sollen, statt dessen aber durch die Lektüren zum Denken und Diskutieren angeregt werden. Logisch, dass ich diese Erzählung empfehle!

Calvinos Sprache ist wunderbar klar. Seine Geschichten driften gerne ins Phantastische oder man liest sie als pure Ironie; die Aussage ist meist politisch und gesellschaftskritisch – und wirkt nach wie vor aktuell. Oder wieder. Oder immer. Ach.

Egal, ob Ihr die Erzählungen für Euch lesen wollt oder eventuell Vorlesen möchtet: hier unsere Katalogdaten.

HilDa

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Mittendrin Mittwoch #94

Nachdem das Telefonat beendet war, behielt Christoforo Vacchi den Apparat noch eine Weile auf dem Schoß, während sein Blick in unbestimmte Ferne ging. Er lächelte leise.
Gregorio räusperte sich und zerstörte den Zauber des Augenblicks.
Der Padrone seufzte unhörbar. Junge Leute haben noch keinen Sinn für die subtilen Kräfte, die hinter den Kulissen der scheinbar objektiven Wirklichkeit am Werk sind, dachte er.

Eine Billion Dollar von Andreas Eschbach (Seite 263)

Der 28-jährige John Salvatore Fontanelli lebt in New York, arbeitet als Pizzabote und ist stets knapp bei Kasse. Da wird er von vier Anwälten aus Florenz aufgesucht, den Vacchis, die ihm nach und nach beibringen, dass er ein riesiges Vermögen geerbt hat. Johns italienischer Urahn Giacomo Fontanelli legte in seinem Testament fest, dass der jüngste männliche Nachfahre, der am 23. April 1995 am Leben ist, sein Vermögen erben soll. 500 Jahre hat die Familie Vacchi dieses Vermögen verwaltet, dass durch Zins und Zinseszins über die Jahrhunderte auf die gewaltige Summe von einer Billion Dollar angewachsen ist. John tritt das Erbe an, und damit auch die Prophezeiung aus Giacomos Testament, dass sein Erbe mit dem Vermögen einst der Menschheit die verlorene Zukunft wieder geben werde.

Eine Billion Dollar … man kann sich fast nicht vorstellen, wie viel Geld das tatsächlich ist. Um den Lesern genau das etwas näher zu bringen zählt das Buch die Seiten nicht von 1 bis 887, sondern von 1.000.000.000 $ bis 887.000.000.000 $ und nähert sich der eine Billion damit immerhin an. In Fußnoten gibt es immer mal wieder Informationen, was die Beträge im echten Leben bedeuten. Bruttosozialprodukte und Schulden verschiedener Länder, jährliche Militärausgaben der USA, Kosten eines Flugzeugträgers oder der ISS, Vermögen von Bill Gates. So kann man sich  vorstellen in welcher Größenordnung sich Johns Vermögen tatsächlich bewegt.

Billionär zu sein löst Johns Geldprobleme natürlich auf einen Schlag auf und bedeutet für ihn, dass er sich wirklich alles kaufen kann. Bald nennt er einen Ferrari sein Eigen sowie eine Villa in Italien und eine riesige Jacht und gibt zehntausende Dollar für eine neue Garderobe aus. Er lässt sich immer wieder blenden von dem ganzen Geld, vergisst aber auch nie die Prophezeiung seines Urahns und beschäftigt sich zunehmend mit der Frage, wie er sein ganzes Geld zum Wohle der Menschheit einsetzen könnte.

Es ist spannend zu beobachten, was das Geld mit John anstellt. Wie er sich selber verändert, wie aber auch das Verhalten anderer ihm gegenüber anders wird.

An dem Punkt in der Geschichte, an dem ich gerade angekommen ist, ist noch vieles unklar. Ein dubioser Anwalt, der schon versucht hat John um sein Erbe zu bringen und der scheinbar noch andere Pläne verfolgt, eine deutsche Journalisten, die man gerade erst kennen gelernt hat und ein geheimnisvoller Anrufer, der sich immer wieder bei John meldet. Ich bin gespannt, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird.

Hier geht es zu den Katalogdaten.

lga

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Mittendrin Mittwoch #93

Der Begriff Phantomschmerzen geistert, wenn das Wortspiel gestattet ist, schon seit geraumer Zeit in der Gesellschaft herum und beschreibt Schmerzen, die auftreten können, wenn etwa ein Teil einer Extremität vom Körper abgetrennt wurde, sei es durch Amputation, sei es durch einen Unfall.

Warum landen Asteroiden immer in Kratern :
Puntigam, Martin; Freistetter, Florian; Jungwirth, Helmut

Im Untertitel verspricht uns dieses Sachbuch 33 Spitzenantworten auf die 33 wichtigsten Fragen der Menschheit. Und wirft man nur einen kurzen Blick ins Inhaltsverzeichnis merkt man direkt, dass es sich hier tatsächlich um ernst zunehmende Fragen von entscheidender Wichtigkeit für uns alle handelt. Es wird zum Beispiel endlich geklärt, warum wir auf dem Weg von einem Zimmer ins andere, vergessen was wir wollten, ob Engel Säugetiere sind, ob Gott den Mond erschaffen hat oder auch, ob man in einem Schwarzen Loch zu spät kommen kann.

Mit viel Witz bekommt der Leser/die Leserin jede Menge Wissen (auf eventuell doch nicht immer ganz so ernste) Fragen. Mit 275 Seiten ist das Buch nicht allzu dick und behandelt die Fragen somit auch stets auf wenigen Seiten kurz, bündig und verständlich.

Ich bin gerade beim Kapitel über Phantomschmerzen angelangt, habe aber auch schon die Antwort auf die Titel gebende Frage erhalten, nämlich warum Asteroiden denn nun immer in Kratern landen. Kurze Antwort: Machen sie gar nicht. (Wer hätte das gedacht 🙂 ).

Bei uns könnt ihr das Buch als eBook in der Onleihe ausleihen.

lga

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Mittendrin Mittwoch #92

Keiner sagte etwas. Mir war es, als befänden sich die Wörter noch im Raum, wie die dicken, grünschimmernden Fliegen, die unaufhörlich gegen das Glas der Glühbirne über unserem Tisch stießen.

Die Verteidigung des Paradieses : Thomas von Steinaecker, Seite 103

Vor 11 Jahren hat es eine Katastrophe gegeben. Sechs Überlebende wohnen in einem Resort, dass, von einer riesigen Schutzhülle umgeben, einen ewigen Sommer auf einer bayrischen Alm erzeugt. Während sie in ihrem Resort geschützt leben, Vieh halten, Gemüse anbauen, geht es außerhalb des Resorts nicht so friedlich zu. Was sie am eigenen Leib erfahren, als schließlich das Schutzschild zusammenbricht und mit einem Mal eine sengende Hitze auch im Resort herrscht. Ihr Wasser versiegt, die Vegetation verdorrt. Und keiner scheint eine Idee zu haben, was nun geschehen soll…

Die Geschichte wird uns vom 15-jährigen Heinz erzählt, der die Katastrophe als vierjähriger überlebt hat. Was genau übrigens passiert ist, warum alle Städte, Wohnsiedlungen, soweit unsere Überlebenden sehen können, in Flammen aufgingen, weiß keiner so genau.

Diese Katastrophe hat auf jeden Fall die Zivilisation zerstört, wobei sich nicht nur die Figuren, sondern auch der Leser fragt, ob das in Teilen nicht sogar ganz gut war. Denn im Deutschland vor der Katastrophe werden Kinder von Robotern statt von echten menschlichen Lehrern unterrichtet und von elektrischen Haustieren begleitet. Paare lernen sich nur noch über Perfect Match kennen, eine Software, die für jeden den perfekten Partner findet. Ein anderes Programm analysiert, welche Personen ins Council, also die Regierung, aufgenommen werden. Und die Umwelt ist auch hinüber.

Wie es mit unseren sechs Überlebenden weiter geht, ob sie ihr idyllisches Resort wieder herstellen können oder sich in der im krassen Gegensatz dazu stehenden zerstörten Welt zurecht finden müssen, möchte ich jetzt ganz schnell heraus finden.

Hier geht es zu den Katalogdaten, falls ihr das selber in Erfahrung bringen wollt. 😉

lga

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Mittendrin Mittwoch #91

Öfterblühende Strauchrosen werden maßvoll eingekürzt. Quer wachsende und überalterte Triebe, die über vier Jahre alt sind, sollten Sie an der Basis entnehmen. Dies fördert neue Bodentriebe. Belassen Sie nur fünf Gerüsttriebe und schneiden Sie die verbliebenen um etwa ein Drittel zurück (> Abb. 3).

(Seite 65)

Gartenbuch vor einer Gießkanne aus Blech

Sachbuch „Quickfinder Gartenjahr“ aus dem Verlag Gräfe und Unzer, 2009

Schon wieder ein Gartenbuch. Ich bin halt blutiger Laie, bei meinen Zimmer- und Balkonpflanzen hatte ich immer einen schwarzen Daumen, d.h. kaum eine Pflanze hatte eine Überlebenschance bei mir. Und jetzt ein Garten. Das Frühjahr beginnt, ich möchte einiges umgestalten, aber auch einiges erhalten. Wann und vor allem wie beschneide ich die Rosen? Och, die Johannesbeeren hätte ich direkt nach der Ernte im letzten Jahr schon zurecht schneiden sollen? Tja, nächstes Mal. Ab wann und wie kann ich das Blumenbeet bearbeiten und neu bepflanzen? Und vor allem womit?

Wir haben viele Gartenbücher in unserer Bibliothek, aber dieses scheint mir für mich besonders geeignet. Ich kann mich Monat für Monat durcharbeiten, alles ist einfach und verständlich erklärt, Illustrationen zeigen mir, wo ich z. B. die Schnitte ansetzen muss. Ein gutes Grundlagenbuch, das ich wohl kaufen muss, denn ich benötige es ja für alle Jahreszeiten und sicher nicht nur in diesem Jahr.

OK, bevor ich zur perfekten Hobbygärtnerin werde, muss ich natürlich auch noch all die anderen Gartenbücher aus unserem Bereich Haus und Garten lesen und durcharbeiten. Also werde ich hier immer wieder mal eines vorstellen in den nächsten Monaten, Jahren.

Wenn Ihr auch interessiert seid: die Katalogdaten einschließlich einer neueren Auflage und einer eBook-Ausgabe in der Onleihe hier.

HilDa

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Mittendrin Mittwoch #90

Als Overby gegangen war, wischte sich Georgia Blue seelenruhig mit einer Serviette den Kaffee aus dem Gesicht. Sie zündete sich eine Zigarette an, rauchte ein paar Züge, drückte sie aus und verlangte die Rechnung. Sie zeichnete sie mit nur leicht bebender Hand ab, erhob sich und legte einen gemessenen, würdevollen Abgang hin, der den Japanern beifälliges Murmeln entlockte.
Sie benutzte das Haustelefon in der Lobby, um Artie Wu anzurufen. Als er sich meldete, sagte sie: „Der Saukerl hat mir eine Tasse Kaffee ins Gesicht geschüttet“
„Wunderbar“, sagte Wu.
„Wir hatten ein volles Haus.“
„Großartig.“

(Seite 211)

Dieser leicht eskalierte Streit im Hotel-Restaurant ist Teil einer großen Inszenierung, so viel sei verraten. Die fünf Protagonisten des Romans wollen 5 Millionen Dollar ergaunern, offenbar unsauberes Geld. „Sauber“ ist in diesem Milieu allerdings ohnehin ein dehnbarer Begriff. Aber leichtverdientes Geld wird es nicht, der Coup ist aufwendig und gefährlich, man kann niemandem trauen und eigentlich weiß auch niemand, wer noch alles mitmischt in diesem undurchsichtigen „Spiel“. Die fünf – na sagen wir mal Verbündeten, die sich natürlich auch gegenseitig nicht vertrauen können, haben schon einschlägige Erfahrungen sowohl auf dem diplomatischen Parkett, mit Politik und Geheimdiensten, ebenso mit Kleinkriminellen und dem international organisierten Verbrechen; der eine ist Terrorismusexperte, der andere Hochstapler, sie könnte eine Killerin sein und das Glücksritterpärchen Artie Wu und Quincy Durant ist sowieso mit allen Wassern gewaschen.

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Thomas, Ross : Am Rand der Welt : ein Artie-Wu-und-Quincy-Durant-Fall / aus dem Amerikanischen von Jürgen Behrens, bearbeitet von Gisbert Haefs und Anja Franzen. – Zeitverl. Bucerius, 2012 . – (Die ZEIT – Politthriller)

Klingt ein wenig nach dem Set eines Bond-Films? Nun, die Figuren wären bei James Bond gut als dessen Gegenspieler oder sie gehörten zu den zahllosen originellen Nebendarstellern. Hier sind sie die zwielichtigen „Helden“ – und wahrscheinlich auch keinen Deut besser als ihre Gegner.

Die Handlung spielt überwiegend auf den Philippinen im Jahr 1986; das Marcos-Regime wurde gerade gestürzt, die neue Präsidentin Aquino wird es schwer haben gegen die immer noch vorhandenen alten Seilschaften, gegen die Rebellen, gegen die Interessen des internationalen Kapitals und nicht zuletzt der amerikanischen Politik. Kurz: Die politischen Verhältnisse auf den über 7.000 Inseln des Archipels sind schwierig und es gibt kaum überschaubare Einflüsse von außen – also die ideale Gemengelage für alle möglichen Elemente (Personen und Organisationen), die das Land auf Kosten des Volkes einfach nur aussaugen und sich selbst bereichern wollen.

Ross Thomas (1926-1995) schrieb insgesamt 25 Romane sowie einige Drehbücher für Fernsehserien. Für Am Rand der Welt (Original: Out on the Rim) erhielt er 1990 den Deutschen Krimipreis in der Kategorie International – einer von vielen Preisen für seine Politthriller. Trotzdem ist der Autor im deutschsprachigen Raum eher Geheimtipp geblieben, selbst eine Neuübersetzung seiner Werke hat daran bisher nicht viel ändern können (erschienen im Alexander-Verlag).

Als ich vor einigen Jahren die Reihe „Die ZEIT – Politthriller“ gekauft habe, war sie eigentlich zum Verschenken gedacht, Thriller sind nicht so mein Genre. Doch da gab es ein paar Klassiker, die ich doch erst lesen wollte: Graham Greene, Eric Ambler, John le Carré, … . Und danach wollte ich sie alle (es sind insgesamt 12 Bände)! Mir haben zwei, drei Titel nicht so gefallen, aber alle anderen waren gut bis sensationell, Ross Thomas gehört dazu. Schön ist auch der kurze Anhang zu jedem Band mit Anmerkungen zu Roman und Realität, hier von dem Literaturkritiker und Publizisten Thomas Wörtche; für mich sehr hilfreich, da meine Kenntnisse zur philippinischen Geschichte doch eher oberflächlich sind.

Wir haben den Thriller nicht im Bestand der Stadtbibliothek. Noch nicht.
Wer sich erst einmal mit einem anderen Thriller von Ross Thomas einlesen will, hier die Katalogdaten.
Und wenn Interesse an weiteren Bänden der Politthriller-Reihe der ZEIT besteht, hier der Link zu fast allen Bänden.

HilDa

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Mittendrin Mittwoch #88

Hier würde er zur Wahl gehen. Zum ersten Mal. Pascal war zweiundvierzig. Als es im Land zum letzten Mal freie Wahlen gegeben hatte, war er ein Jahr alt gewesen. „Ich wähle das Leben“, sagte er, „das Recht aufs Dasein. Es ist ein Neuanfang.“

Kongo : eine Geschichte von David Van Reybrouck

Im vergangenen Jahr habe ich den Thriller Extinction von Kazuaki Takano gelesen, der zum Teil im Kongo spielt. Dabei wurde auch kurz die Geschichte des Kongo angerissen, wobei ich gemerkt habe wie wenig ich über dieses Land weiß. Dass es mal eine belgische Kolonie war und zwischendurch Zaire hieß war auch schon alles.
Daraufhin habe ich mal recherchiert, was wir über den Kongo bei uns so im Bestand haben und bin auf das Buch Kongo : eine Geschichte von David Van Reybrouck gestoßen.

Er führt in seinem Buch durch die Geschichte des Landes von den Anfängen der Kolonialzeit bis zu den jüngeren Entwicklungen bis ins Jahr 2010, in dem das Buch auch erschienen ist. Dabei beschreibt er die verschiedenen Etappen in der kongolesischen Geschichte nicht einfach nur, sondern lässt auch immer wieder Aussagen verschiedenster Interviewpartner einfließen, die selbst bei den Ereignissen dabei waren. Hier kommen Anhänger verschiedener Politker zu Wort, Kindersoldaten, Geschäftsfrauen, Musiker, Politiker, Studenten. Vor allem das hat einem die Geschichte dieses Landes sehr nahe gebracht.

Während es auf der einen Seite sehr interessant war über den Kongo zu lesen, hat es mich auf der anderen Seite immer wieder sehr betroffen gemacht. Gefühlt durch das ganze Buch ziehen sich Angaben davon, wie viele Menschen bei verschiedensten Ereignissen gestorben sind.

Freie Wahlen gibt es seit ein paar Jahren also wieder aber das Land ist trotz dessen, dass es eines der fruchtbarsten Länder der Welt ist und totz seines Rohstoffreichtums immer noch eines der ärmsten Länder der Welt. Und die letzten Wahlen wurden mehrfach verschoben, bis sie Ende 2018 unter viel Chaos schließlich doch stattfanden:
https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-12/kongo-wahlen-auszaehlung-zwischenfaelle, https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-01/kongo-demokratische-republik-felix-tshisekedi-praesident.

lga

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