Buchtipp : „Not my type“

„Not my type“ von Lucy Score, hier die Katalogdaten

Franchesca, genannt Frankie, sollte eigentlich „nur“ Trauzeugin ihrer besten Freundin sein, die sich in den höheren Kreisen New Yorks bewegt. Bei der Hochzeit trifft sie auf Aiden, seines Zeichens Trauzeuge des Bräutigams. Der Kerl sieht unverschämt gut aus, ist aber leider so versnobt wie die gesamte Hochzeitsgesellschaft. Das ist ja nun gar nichts für die bodenständige, in Brooklyn lebende Frankie. Und der toughe Aiden ist das Wort „Nein“ nicht gewohnt – hat er doch in der Geschäftswelt alles erreicht, was er wollte. Im Vorfeld der Trauung gibt es Alkohol und Partys en masse und Frankie hat alle Hände voll zu tun, die Braut und ihr weibliches Gefolge beisammen zu halten. Doch dann wird der Bräutigam entführt und Aiden eilt zur Hilfe.

Nach den Feierlichkeiten muss Aiden es nicht allein mit Frankie aufnehmen, wenn er sie erobern möchte, sondern auch noch mit ihrer italienischstämmigen Familie im Hintergrund. Ihre Brüder beispielsweise laden ihn zu einem Sportevent ein. So ganz ohne Caterer und VIP-Loge. Willkommen in der richtigen Welt, lieber Aiden!

Ein toll zu lesender Schmöker, der so manche überraschende Wendung bereit hält. 🙂

kwk

Buchtipp: „Mein Herz in zwei Welten“

Als ich das erste Mal von Jojo Moyes hörte dachte ich „och nein, ich glaube das mag ich nicht“. Dann sah ich ganz viel später den Film „Ein ganzes halbes Jahr“ und war begeistert. Also musste das Buch auch her. Und was soll ich sagen, ich habe es quasi verschlungen. Auch Teil zwei habe ich fast in eins weg gelesen und bin nun bei Teil drei angelangt – „Mein Herz in zwei Welten“.

Und darum geht’s: Louisa Clark ist in New York bei ihrem neuen Arbeitgeber angekommen. Dem reichen Mr. Gropnik und seiner Frau. Sie soll der Dame des Hauses als Assistentin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Was bedeutet, irgendwie zwischen ihr und der Haushälterin zu vermitteln, da sich die beiden nicht ausstehen können. Überhaupt hält die gesamte New Yorker High Society nicht viel von Mrs. Gropnik. Weil sie Mr. Gropniks zweite Ehefrau ist, aus Polen kommt und seine Masseuse war. Also kauft man Lou ein dreitausend-Dollar-Kleid und bittet sie, bei sämtlichen Empfängen auf Mrs. Gropnik acht zu geben. Die würde nämlich den hochnäsigen Damen gerne so richtig die Meinung sagen.

Louisas Freund Sam ist natürlich in England geblieben, die beiden pflegen eine Fernbeziehung. Für das eine Jahr wird das schon gehen, oder? Sie schlagen sich ganz gut, allerdings taucht auf einmal ein Mensch auf, der Will Traynor ziemlich ähnlich sieht und Lou in Verwirrung bringt. Und auch auf der anderen Seit des Atlantiks passiert etwas. Sam bekommt eine neue Partnerin zugewiesen. Die, wie man das eben so macht, von Louisa erstmal via Facebook und Instagram inspiziert wird. War keine gute Idee. Bei einem Besuch von Sam wird es haarig. Sam findet in Louisas Badmülleimer einen Schwangerschaftstest. Negativ zwar, aber egal…


Bislang habe ich nicht viel an der Geschichte auszusetzen. Natürlich denkt man an manchen Stellen „oh Louisa, sei doch nicht so dumm“. Aber insgesamt ist der Schreibstil flüssig und die Geschichte sehr schön erzählt. Ich kann noch nicht sagen, wie ich das Buch abschließend finde, da ich mittendrin bin. 😉 Aber es ist sehr schön zu lesen, wie sich Lou nach Will’s Tod wieder gefangen hat. Das war in Band zwei teilweise krass. Aber ich glaube, dass mittlere Bände immer die am schwierigsten zu lesenden sind. Schön ist auch, dass sich Lou von ihrem Wesen her nicht verändert hat. Ihr verrückter Modestil ist immer noch so ausgeprägt wie früher und sie kümmert sich um die Menschen, die ihr wichtig sind.

Ich bin echt gespannt, was noch passiert. Ob unsere Hauptdarstellerin und der Typ aus New York ein Paar werden, oder ob sie doch bei Sam bleibt…oder keinen von beiden? Geht sie überhaupt wieder nach England zurück? Fragen über Fragen, ich hoffe, das Buch kann sie alle eindeutig beantworten. Für alle, die auch ein Fan werden möchten: Man sollte bei Band eins anfangen, damit man Louisa in all ihren Facetten richtig kennen und lieben lernt. 🙂

kwk

Do you read me?

Ich liebe schöne Buchläden. Egal, ob sie nostalgisch oder modern eingerichtet sind, Hauptsache sie strahlen eine heimelige Atmosphäre aus. Zum Wohlfühlen eben. In vielen Buchhandlungen wird außer Büchern mittlerweile oft auch anderer Kram angeboten. Gegen Lesezeichen habe ich nichts, aber Kekse, Tassen, Tee und anderen Klüngel… ich weiß nicht.

Dieses Buch habe ich mal wieder durch Zufall entdeckt. Die besten Bücher entdeckt man irgendwie zufällig, oder? 😉 Meine Kollegin verriet mir, dass sie das Buch gekauft hat, weil sie das Cover so ansprechend fand. Geht einem ja oft so. In diesem Buch werden Buchläden über die ganze Welt verteilt beleuchtet. Afrika, Indien, USA, Paris, Deutschland, China… die Liste ist lang und fantastisch. Lasst uns eintauchen in die fantastische Welt der Bücher und wo es sie zu kaufen gibt mit „Do you read me?

Besonders angetan war ich von einer Apartment-Buchhandlung aus New York City. Der Inhaber von Brazenhead-Books, Michael Seidenberg, hatte einen eigenen Laden. Doch nach einer Mieterhöhung verlegte er sein Sortiment in seine Wohnung. Daraus wurde quasi ein „Speakeasy“-Buchladen, jeder durfte nach einer kurzen Anmeldung per Telefon vorbei kommen und stöbern. Leider lebt der Inhaber nicht mehr und damit schloss sich 2019  die Tür zu diesem außergewöhnlichen Ort. Hier ein netter Artikel aus dem New Yorker.

Nicht fehlen darf natürlich die Livraria Lello in Porto. Wunderschön, von außen wie von innen. Aber mittlerweile leider völlig von Touristen überlaufen. Kein Wunder, dass man nun einen Eintrittspreis zu entrichten hat, wenn man sich die tollen Räumen ansehen möchte.

Kommen wir nun zu einem etwas moderneren Design. in der Cafebrería El Péndulo in Mexiko-Stadt wächst eine Palme. Und zwar eine große. Sieben dieser Buchhandlungen gibt es in der Stadt, ich finde es toll, dass jede das Buch- und Eventangebot individuell auf ihr Viertel zuschneidet.

 

Ticker-tape parade

Ihr habt das bestimmt auch schon auf alten Bildern oder Spielfilmen gesehen- New York, eine Parade, viele Leute und aus den Fenstern werden Papierschlangen und Konfetti geworfen. Diese Papierschlangen…nun ja,  über deren Herstellung und warum man sie aus dem Fenster wirft, macht man sich ja eigentlich so keine Gedanken. Dann las ich irgendwo (es könnte in einer Ausgabe einer GeoEpoche gewesen sein), was es damit auf sich hat, fand es interessant und speicherte es erstmal unter „interessantes, vielleicht nützliches Wissen“ im Kopf ab. 😉 Nun möchten die Infos aber mitgeteilt werden, deshalb heute ein kleiner Geschichtsbeitrag zu den „ticker-tape parades“. 🙂

Die erste Konfettiparade fand in New York ad hoc im Oktober 1886 zur Eröffnung der Freiheitsstaue statt. Der Festumzug schlängelte sich durch die Straßen, die Börsenhändler wollten auch mitmachen und warfen spontan ihre „ticker-tapes“, also die Börsenticker-Papierstreifen aus dem Fenster. So kam das Kind zu seinem Namen und die Paraden führten schließlich immer an der New York Stock Exchange im Finanzdistrikt vorbei.

Irgendwann begann die Stadtverwaltung, solche Paraden selbst zu organisieren. Natürlich gab es auch einige Zwischenfälle- 1904 schrieb jemand an die New York Times, man solle es doch unterlassen, die ticker-tapes aus dem Fenster zu werfen. Denn die Pferde könnten scheuen. Damit hatte der Mensch vielleicht gar nicht so unrecht. Ein paar Jahre später wollte jemand einfach Seiten aus einem Telefonbuch herausreißen und auf die Parade werfen- entweder war er zu aufgeregt oder das Telefonbuch war zu dick, um Seiten herauszureißen… jedenfalls schmiss er aus Versehen den kompletten Wälzer aus dem Fenster und natürlich wurde ein Zuschauer getroffen.

Albert Einstein, John F. Kennedy, die Mannschaft von Apollo 11, Nelson Mandela… dies sind nur einige Namen, die mit so einer Parade geehrt wurden. Das meiste Papier (über 5000 Tonnen) wurde übrigens beim Sieg über Japan 1945 auf die Straße geworfen. Als die Stock Exchange in den 1960er Jahren dazu überging, ihre Börsenkurse nicht mehr über den Fernschreiber auf die Papierstreifen tickern zu lassen (daher der Begriff „ticker-tape“), sondern die Kurse elektronisch anzeigen zu lassen, konnte man immerhin noch alte, geschredderte Akten werfen oder ganz normales Konfetti. Aber die Paraden wurden weniger…

Spontan gefunden: hier zwei Bilder (zum zweiten bitte runter scrollen) der Parade für die Apollo 11- Besetzung (Website der NASA).

kwk