Deutschlands schönste Insel

Im Mai 2019 wurde die Nordseeinsel Borkum von den Lesern von „Travelbook“ zu Deutschlands schönster Insel gewählt. Borkum gewinnt knapp vor Rügen und Norderney, und mit Vorsprung vor Sylt. Das Ergebnis gibt es übrigens hier: https://www.travelbook.de/ziele/inseln/voting-schoenste-insel-deutschlands. 2018 ist der Borkumer Südstrand bereits zum schönsten Strand gewählt worden.

Neben Langeoog und Norderney ist Borkum nicht von der Tide abhängig. Wer nicht mit dem Auto anreisen möchte fährt mit dem Zug bequem bis an den Anleger. Die Bahnverbindungen sind auf die Fährverbindung abgestimmt – sehr praktisch, sofern die Bahn auch dann ankommt, wenn sie es soll. Die Überfahrt von Emden dauert zwei Stunden mit der Fähre und etwa eine Stunde mit dem Katamaran. Vom Hafen fährt die Inselbahn bis in den Ort.

Vom Bahnhof gelangt man in weniger als 5 Minuten zu einem der Hauptbadestrände, dem Nordbad mit Blick auf die Seehundbank „Hohes Riff“. Den besten Blick auf die Seehunde bekommt man von den Buhnen am Strand aus. Bei Ebbe ist es möglich, zu Fuß bis auf die Sandbank zu gelangen. Natürlich sind mit genügend Abstand zum Ruheplatz Grenzpfähle errichtet, bis zu denen man laufen darf, um die Tiere nicht zu stören. Dabei sollten immer die Zeiten von Hoch- und Niedrigwasser im Blick behalten werden.

Borkums Strände und das Ostland laden zu ausgedehnten Wanderungen und Radtouren ein. Zurück am Nordbad: Richtung Süd-Westen gelangt man nach etwa einem Kilometer auf der Promenade zum Aquarium und weiter zum Südstrand. Richtung Osten wird es nach dem Jugendbad und dem FKK-Strand ruhiger. Man kann noch mehrere Kilometer weiterlaufen, wir nehmen aber den Aufgang zur Aussichtsplattform „Olde Düne“. Das dürfte der erste Aufgang nach dem FKK-Strand sein (Viel zuverlässiger als meine Orientierung am Strand ist ein Inselplan!). Weiter im Inneren der Insel gelangt man zu zwei Cafés im Ostland, in denen man zur Stärkung einkehren kann. Für den Rückweg überqueren wir die Insel und kehren über den Tüskendör-Deich in den Ort zurück. Von hier hat man einen guten Blick aufs Watt und auf die Salzwiesen.

In Borkum Ort darf natürlich ein Besuch des neuen Leuchtturms nicht fehlen. Erbaut wurde der Turm mit der roten Mütze im Jahr 1879 in weniger als 5 Monaten, nachdem der alte Leuchtturm abgebrannt war. Auf dem Weg nach oben finden sich an mehreren Stationen Tafeln zur Geschichte des Turms und zur Funktion der Leuchtfeuer. Oben angekommen gelangt man über eine steile Leiter auf die Aussichtsplattform. Hier oben ist es sehr stürmisch, aber man wird mit einem herrlichen Blick über die Insel belohnt.

Ich war bislang einige Male auf Borkum und bin dort immer wieder gern. Noch nie aber war ich an der Ostspitze. Die ist beim nächsten Mal dran.

Weitere Infos gibt’s hier.

Natürlich haben wir auch Reiseführer für Borkum im Bestand.

Juliane

Literarische Reisebeschreibungen

„Wenn Jemand eine Reise thut, // So kann er was erzählen“ (Matthias Claudius) – Das wird ja manchmal missverstanden als „… dann muss er viel erzählen!“

Ausschnittfoto: alter Koffer mit Aufklebern (u.a. „Stadtbibliothek“)

Den alten Koffer habe ich mir aus der Kinderbibliothek ausgeliehen

Da habe ich gleich zwei Assoziationen. Einmal eine Kindheitserinnerung: Gleich am ersten Schultag nach den Großen Ferien wussten wir, das Thema „Mein schönstes Ferienerlebnis“ – als Hausaufgabe oder gar als Klassenarbeit – würde uns nicht erspart bleiben. Das konnte uns im Nachhinein schon wieder die Ferien verleiden.
Oder wer kennt nicht den Familienbesuch bei diesem Onkel, der schon den Dia-Projektor aufgebaut hatte und schöne Bilder von der Tour mit dem alten Camping-Bulli durch Skandinavien zeigte? Endlose zweieinhalb Stunden lang!

Heute blüht uns das natürlich immer und überall: beim harmlosen Small Talk werden plötzlich die Fotos gezückt  – die hat man ja jetzt praktischerweise in der Hosentasche, sprich auf dem Smartphone immer dabei:

Dieses eine Bild muss ich Dir zeigen – wo ist es denn – *wischwisch* – hach, wir haben natürlich Hunderte Fotos gemacht, hihi – *wischwisch* – hier, da waren wir auch, Postkartenmotiv, das fotografiert ja jeder – *wischwisch* – und hier, lustig nicht – *wischwisch* – ach diese Sonnenuntergänge, jeden Abend so schön: hier und hier und hier …– *wischwisch* – aber was wollte ich dir noch mal zeigen – *wischwisch*

Ich muss leider sagen, so manche Reiseerzählung, die zwischen zwei Buchdeckeln gedruckt wird, ist nicht besser als das: eine Auswahl mehr oder weniger guter Amateurfotos und ein Text wie aus einem Schulaufsatz. Ich will jetzt nicht behaupten, dass wir bei unserer Auswahl für die Bibliothek niemals Fehlkäufe dieser Art dazwischen hätten. Und natürlich kann auch in einem Selbstverlag mal eine originelle Entdeckung zu finden sein.

aufgeklappter Koffer voller Reisebücher

Der Koffer ist gepackt: eine Auswahl Reiseberichte

Der Markt jedenfalls ist riesig. Wir könnten locker unseren gesamten Medienetat für das Sachgebiet Geografie nur für Reiseberichte und -erzählungen verbraten. Was wir aber nicht machen; unser Schwerpunkt liegt mehr bei den sachbezogenen Reiseführern, weniger bei den persönlichen Erlebnisberichten. Aber eine Auswahl schaffen wir in jedem Jahr an, denn literarische Reisebeschreibungen sind ein beliebtes Genre.

 

Beliebt war das Thema Reisen wohl schon an den Lagerfeuern der Steinzeit: Geschichten über das Gesehene und Erlebte jenseits des Horizonts wurden ausgeschmückt, über mehrere Generationen weitererzählt und schließlich zu Mythen, Legenden, Märchen, zuletzt vielleicht sogar von einem Dichter als Epos niedergeschrieben und verewigt. Das berühmteste Beispiel aus der Antike ist natürlich Homers Odyssee.

Das Motiv der Heldenreise ist ein Grundmuster in fiktionalen Erzählungen oder auch in Hollywoodfilmen: Der ungestüme Held zieht hinaus in die Welt, er muss fliehen oder wird mit einer Aufgabe fortgeschickt; er sieht wundersame Dinge, muss phantastische Abenteuer bestehen, gewinnt ungewöhnliche Freunde, muss sagenhafte Feinde besiegen; er besteht Prüfungen, löst Rätsel und erhält Zauberdinge; doch am Ende kehrt er in seine Heimat zurück – mit der rettenden Erkenntnis oder dem gesuchten Zaubergegenstand, aber vor allem klüger und verantwortungsvoller, ja erwachsener, denn die Heldenreise ist eben auch eine Reise zu sich selbst, eine Entwicklungsgeschichte, eine Initiation.

Ich habe jetzt sehr weit ausgeholt. Aber die Motive sind bis heute die gleichen geblieben, und man findet sie auch in nicht-fiktionalen Texten wie z.B. im Aufbau einiger Reisereportagen.

Als Leser erwarten wir von einer guten Reiseerzählung:

  • Exotik
  • Abenteuer und Anekdoten
  • nicht zuletzt Persönliches über den Erzählenden: wir wollen wissen, was die Reise mit ihm oder mit ihr gemacht hat.

Exotische Orte sind für uns heute nicht mehr unerreichbar, sie sind vom Pauschaltourismus erschlossen und in den Medien erklärt, sei es im Reiseführer, Bildband oder im dokumentarischen Film.
Exotisch kann aber auch die Art des Reisens sein:
Reisebücher aufgereiht auf einen alten Koffer

Das sind nur einige Beispiele.

Abenteuer und Anekdoten kann man durchaus auch im Weserbergland erleben. Es geht da weniger um Ort und Ziel der Reise, sondern um Originalität und vor allem das Wie des Erzählens. Wenn der in die Jahre gekommene Schriftsteller Bill Bryson so umwerfend komisch von seiner Wanderung zusammen mit seinem, nun sagen wir, auch nicht sehr sportlichen Freund erzählt, spielen weniger der Appalachian Trail oder die titelgebenden Bären die Hauptrolle (Picknick mit Bären, übrigens auch hinreißend verfilmt).

Reiseerzählung vor einem alten Koffer

Frühstück mit Kängurus / von Bill Bryson

Bill Bryson könnte, glaube ich, über jeden beliebigen Gegenstand humorvoll, selbstironisch und geistreich berichten.

Ähnlich gelang es Hape Kerkeling, das Pilgern und die historischen Pilgerrouten losgelöst vom religiösen Kontext wieder populär zu machen. Natürlich durch seine Komik, klar: Der berühmte Comedian machte aus dem Thema einen deutschen Mega-Bestseller, gedruckt und verfilmt; und auf dem Jakobsweg stieg in den Jahren nach der Veröffentlichung von „Ich bin dann mal weg“ die Zahl der deutschen Touristen auffällig an (der „Kerkeling-Effekt“). Der Autor gibt allerdings auch viel von sich selber preis, wie er in einer Schaffenskrise aufbricht zu einer ungewöhnlichen Reise und als veränderter Mensch heimkehrt. Und uns alle lässt er daran teilhaben.

Reisebuch vor altem Koffer

„Die Welt im Notizbuch“ von Ryszard Kapuscinski

Bei einer Reisereportage und einem Reisebericht erwarten wir, dass die Autorin / der Autor tatsächliche Begebenheiten schildert und wahre Erlebnisse erzählt. Aber nicht nur Karl May hat seine „Reiseerzählungen“ schlicht erfunden. In Polen wurde Ryszard Kapuściński als Journalist des Jahrhunderts ausgezeichnet; doch wenige Jahre nach seinem Tod wurden Zweifel am Wahrheitsgehalt einiger seiner Reportagen laut. Er habe fabuliert und die Fakten seinem erzählerischen Ziel untergeordnet, schrieb sein Biograf Domosławski. Aber auch wenn man diese Reportagen jetzt etwas zwiespältiger liest, gut geschriebene Literatur ist es allemal.

Ob am Lagerfeuer, in gedruckter Form, verfilmt oder im Blog – so viel hat sich nicht in diesem Genre geändert. Fakt und Fiktion fließen gerne mal durcheinander, sei es um der Dramaturgie des Textes willen oder um an der eigenen Legende zu stricken.

Das setzt mich als Bibliothekarin dann vor das Problem, dass ich nicht immer weiß, wohin ich das Buch stellen soll:

  • Reisebuch vor altem Koffer

    „Post aus Hawaii“ von Mark Twain

    Mark Twains vergnügliche Reiseberichte (z. B. „Post aus Hawaii„) aus dem Ende des 19. Jahrhunderts vielleicht besser nicht zur Geografie, sondern neben seine anderen Erzählungen und Romane? Oder zu seinen autobiografischen Schriften in die Literaturwissenschaft?

  • Hape Kerkelings Buch zu den Schauspieler-Biografien?

Geht es in einem Reisebericht um das Reisen an sich oder steht die Beschreibung einer Region,  der dortigen Sitten und der Bewohner im Vordergrund? Wo findet das Werk am ehesten seine Leser*innen?

Wenn Ihr in der Bibliothek ganz allgemein nach Reiseberichten fragt, findet Ihr diese nicht alle an einer Stelle versammelt. Die literarische Reisebeschreibung ist nun mal kein eindeutiges Genre und passt schlecht in unsere eindimensionale Aufstellungssystematik.

Nur kurz erwähnen möchte ich noch die wissenschaftliche Reisebeschreibung: die Berichte und Tagebücher zu den großen Forschungs- und Entdeckungsreisen der Geschichte. In diesem Jahr ist da besonders Alexander von Humboldt und sein Werk zu nennen.

Wir wollen Land und Leute erleben, wie wir sie selbst wohl nie mit eigenen Augen wahrnehmen und schon gar nicht in Worte fassen könnten. Wir wollen beim Lesen unterhalten werden, vielleicht mitlachen, vielleicht mitleiden – und schön bequem die Füße dabei hochlegen können. Wir wollen mehr über die Persönlichkeit des Autors oder der Autorin erfahren und durch die  Erfahrungen des anderen auch selbst ein wenig klüger und verantwortungsvoller, ja erwachsener werden. Denn Lesen und das Eintauchen in die Gedanken und Erkenntnisse eines anderen kann eben auch eine Reise zu sich selbst sein, eine Entwicklungsgeschichte, eine Heldenreise im Lesesessel.

Einige wenige Beispiele und Empfehlungen habe ich in diesen Text einfließen lassen. Mit den Hashtags #Reisebericht und #LesezeichenDerWoche geben wir einzelne Tipps auf Twitter. Und auch hier im Blog werden wir auf das Thema sicher zurückkommen: Wir haben gerade erst neue Reiseerzählungen bestellt.

Alter Koffer auf einem Rollwagen in einem leeren FlurDer nächste Koffer kann also demnächst gepackt und vorgeführt werden.

 

HilDa

 

(Für das Blog überarbeiteter Vortrag)

Mittendrin Mittwoch #66

In der Kombüse des EU-Dampfers wiederholt sich das Drama. Was passiert, wenn 27 Köche  – aus jedem Euroland einer – versuchen, eine Suppe zu kochen? Richtig: Man kann sie wegschütten. Die deutsche Wurst wird vom Feuer ungarischer Paprikas übertönt, Italiener schmeißen Farfalle hinein, Schweden Köttbullar, Finnen ein Handy. Das Ganze wird englisch lauwarm serviert…

Sebastian Schnoy: „Smørrebrød in Napoli„, S. 14/15

Da ich nun Camilla Läckberg fürs Erste beendet habe und etwas Ruhe von Fjällbacka und seinen Morden brauchte, habe ich am Wochenende das heimische Bücherregal durchforstet und dieses nette Buch gefunden. Ich glaube es war ein Exemplar, was ich vom Preis her noch brauchte, um bei Medimops keine Versandkosten zahlen zu müssen. 😉 Aber da ich Reiseberichte liebe und das hier mit Untertitel noch „Ein vergnüglicher Streifzug durch Europa“ heißt, habe ich es nun bei mir zuhause. Und ich muss sagen, es ist klasse. Ich habe ja noch nicht viel gelesen, aber musste gestern Abend im Bett so  manches Mal laut lachen. Mitunter liebe ich dieses überspannte, mit gutem Humor à la Bill Bryson- Geschriebene einfach. An der Stelle oben versucht der Autor dem Leser zu erklären, weshalb Europa nicht so einfach zu handhaben ist. Recht hat er. Ich bin echt gespannt, wohin mich das Buch noch mit nimmt. Im Inhaltsverzeichnis trifft man auf einen Abschnitt, der da heißt: „Deutschland & Frankreich – Kurtaxe trifft Savoir Vivre“ und vieles mehr.  🙂

kwk

Mallorca

Seit gefühlten Jahrzehnten (na gut, 4 Jahre sind noch lange kein Jahrzehnt aber egal ) hatten ein paar Freunde und ich vor zusammen nach Mallorca zu reisen. Uns kam leider immer der Umstand dazwischen, dass wir fast alle noch in der Ausbildungszeit steckten und ganz unterschiedliche Zeiten hatten, in denen wir Urlaub nehmen konnten. So hat es sich nach langem Warten erst in diesem Jahr ergeben, dass wir eine Woche gefunden haben, in der tatsächlich alle Zeit hatten.

Ohne Probleme hat uns erst der Zug nach Düsseldorf gebracht, dann das Flugzeug nach Mallorca, ein Shuttle zum Mietwagenverleih und dann die Mietwagen zu unserer Finka in Cala Pi. Das Haus sah nicht nur auf den ersten, sondern auch auf den zweiten und 20ten Blick noch sehr toll aus und das Wetter hätte besser nicht sein könne. Der Urlaub konnte also starten!

Unsere Mietwagen haben uns zuverlässig über die Insel gebracht, zum Beispiel auf den Puig de Randa (da hoch fahren war fürchterlich, alle paar Meter Kurven und hinter jeder Kurve ein Haufen Fahrradfahrer, die mir ganz arg im Weg waren – der Ausblick hat dafür aber alle mal entschädigt), zum Platja des Trenc, zur Kathedrale in Palma, nach Sóller…

Für einen Tag hatten wir eine Tour mit dem Speedboot nach Cabrera, der kleinen Insel, die südlich von Mallorca liegt, gebucht. Unser Bootsführer versprach uns erst noch eine ruhige Fahrt, der Wind hatte dann aber doch aufgefrischt, sodass die Fahrt einerseits sehr viel rasanter war, andererseits wurden wir dafür aber auch Literweise mit Salzwasser übersprüht… Bei unserer Rundfahrt konnten wir die Insel von allen Seiten betrachten und zwischendurch auch mal vom Boot hüpfen und eine Runde schwimmen. Das war vor allem in der Cova Blava (kastilisch Cueva Azul, „Blaue Grotte“), sehr eindrucksvoll. Leider hat uns dort zum Schluss eine Qualle aus dem Wasser vertrieben. Auch ein kleiner Landgang gehörte zur Tour, bei dem wir einen ehemaligen Festungsturm besteigen konnten, bei dem man sich durch eine außerordentlich schmale Wendeltreppe nach oben schlängeln musste – Gegenverkehr war da nicht mehr möglich.
Was wir recht nett fanden, war, dass wir erst im Nachhinein erfahren haben, dass am selben Tag bei Cabrera seit 30 Jahren mal wieder ein weißer Hai gesichtet wurde. Auch wenn wir dem natürlich nicht begegnet sind, war es schön, dass er uns nicht beim Meeresaufenthalt im Hinterkopf herumschwamm.

Enttäuschend war einzig das Fußballspiel Deutschlang gegen Südkorea, dass wir uns zuerst noch sehr zuversichtlich auf unserer Terrasse sitzend angeschaut haben angeschaut haben. Aber das Urlaubsfeeling hat ganz gut davon abgelenkt. 🙂

Mallorca ist irgendwann auf jeden Fall noch mal einen weiteren Besuch wert! 🙂

lga

MittendrinMittwoch #32

Das Bordprogramm von Royal Bhutan Airline kann sich sehen lassen: Beim Naschen aus der Snackbox ziehen gleich fünf Achttausender vor dem Fenster vorbei, Mount Everest inklusive. Direktflüge von Europa aus gibt es nicht, die meisten Reisen starten mit einem einstündigen Flug von Kathmandu aus.

aus: „Abenteuer und Reisen„, Heft 12/17

Heute mal etwas anderes- eine Zeitschrift hatte es mir angetan.

„Bhutan“ prangte auf dem Reisemagazin. „Warum nicht?“, dachte ich mir. Als Himalaya- Fan habe ich schon einiges über die angrenzenden Länder und natürlich auch über den höchsten Berg der Erde gelesen.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich über Bhutan bisher nur wusste, dass „Glücklich sein“ fest in der Verfassung des Landes verankert ist. Also nichts wie rein geschmökert… Ich finde, die  Reise startet schon toll, oder? Nun einiges Wissenswertes: Bhutan ist ungefähr so groß wie unser Nachbarland die Schweiz und hat ziemlich viele unterschiedliche Klimazonen. Von subtropisch über gemäßigt bis hin zu strengen Wintern im Gebirge ist alles dabei. Das Reisen ist nur mit gebuchten Touren und in Begleitung eines lizenzierten Führers möglich. Außerdem muss man jeden Tag einen ziemlich hohen Geldbetrag zahlen (200-250 Dollar). Damit soll Billigtourismus verhindert werden. Ich hab mal gehört, dass es in Bhutan keine Ampeln gibt, im Artikel wird aber eine erwähnt- und wirklich nur die eine. Trotzdem steht ein Polizist bereit, der den Verkehr regelt.  So ganz traut man der Technik wohl nicht. Viel zu tun hat der allerdings nicht, es gibt nicht so sehr viele Autos… 🙂 Irgendwie putzig und spannend, dieses kleine Land. Das macht Lust auf mehr… 🙂

kwk

 

Elizzy von read books and fall in love hat sich die Blogaktion ausgedacht. Der „Mittendrin Mittwoch“ besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Über Norwegen zu Astrid Lindgren

Da uns Schweden beim ersten Besuch so gut gefallen hat, mussten wir einfach nochmal hin und haben bei der Gelegenheit einen Besuch in Norwegen vorangestellt. Also rauf auf die Fähre und ab nach Oslo.

Oslo begrüßte uns mit Regen


 

so ist es besser- Blick vom Holmenkollen bei schönstem norwegischen Sommerwetter

Die norwegische Hauptstadt entpuppte sich als sehr baustellenlastig und irgendwie finde ichdiese Stadt allgemein vom Baustil her recht merkwürdig, aber man hat’s halt mal gesehen.

Unser Häuschen lag nicht weit vom Oslofjord entfernt, vom Esstisch aus hatten wir einen perfekten Blick auf den Fjord und den Holmenkollen. So eine Aussicht hat man auch nicht immer. Oslo hat natürlich eine Fülle an Museen zu bieten, zu empfehlen ist das Wikingerschiffmuseum. Für das Munch-Museum fehlte leider die Zeit.

Landschaftlich ist Norwegen atemberaubend! Wir haben die paar Tage dort dann auch reichlich genutzt, Fahrten zu Norwegens größter Stabkirche in Heddal und nach Vikersund zur Skiflugschanze zählten zu den Höhepunkten.

 

Und dann ging es rüber nach Schweden. Auf dem Weg hielten wir noch in Tanum in der Provinz Bohuslän und begutachteten alte Felsritzungen.

Die Felsritzungen wurden mit roter Farbe aufgefüllt, um sie sichtbarer zu machen. Sie sind ca. 3000 Jahre alt.

 
Ein paar Tage später hieß das Ausflugsziel: Göteborger Schären. Bei strahlendem Sonnenschein einfach ein MUSS.

 

Wer sich wundert, weshalb ich bei meinem ersten Bericht Frau Lindgren so ganz außen vor gelassen habe- das Wetter war einfach zu schlecht, um nach Småland zu paddeln. Aber nun. Ich denke, die Bilder sprechen für sich…

Einfach hinfahren, entspannen und Schweden genießen! 🙂

kwk

Londons Straßen

Von London bin ich eigentlich restlos begeistert. Ich mag die Architektur, die Leute dort, die ganzen tollen Museen, das Essen …

Das einzige was mich wirklich verrückt gemacht hat, war der Verkehr dort. Rote Ampeln werden von Fußgängern grundsätzlich nicht beachtet und auch so mancher Autofahrer nimmt es mit dem roten Licht nicht so eng, sodass man selbst als Fußgänger, der brav auf grün wartet und erst dann losgeht, noch Gefahr läuft über den Haufen gefahren zu werden.

Aber nun gut, man kann sich ja an alles gewöhnen, schaut man halt bei jedem Gang über die Straße zwei- oder dreimal mehr nach rechts und links.

Außerdem hatte ich beim Anblick der Straßen auch immer das Gefühl, dass man in England nicht ganz so viel Geld für eben jene ausgibt. Da gab es echt viele kaputte Straßen und auch über die Straßenmarkierungen habe ich mich oft gewundert, weil viele so schluderig aussahen, mit krumm gezogenen Linien und so weiter.

London ist ja wirklich toll, aber der dortige Straßenverkehr ist irgendwie noch ausbaufähig…

lga

Mittendrin Mittwoch #1

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken. Also Momentaufnahmen von Büchern und unseren Gedanken und Erwartungen dazu. Patricia von fiktive Welten hat uns diese nette Anregung gegeben. Danke! 🙂

Dann wollen wir doch gleich starten:

„Meine Frau mag Aveda-Shampoo (sie mag alles, was mehr kostet, als es kosten sollte), und ich dachte mir, ich überrasche sie mit einem kleinen Mitbringsel. „Hallo“, sagte eine freundliche junge Frau, „kann ich Ihnen behilflich sein?“
„Oh, nein, danke, ich sehe mich nur um“, erwiderte ich.
„Welchen pH-Wert haben Sie denn?“, fragte sie mich.
„Das weiß ich nicht. Ich habe mein Wasseruntersuchungsset nicht dabei.“ Ich schenkte ihr mein freundlichstes Lächeln. Ihr war nicht bewusst, dass ich scherzte.

aus „It’s teatime, my dear!“ von Bill Bryson,  S. 214

Amüsant bis schwarz-humorig geschrieben- eine typische Bill Bryson-Textpassage. Ich bin momentan mittendrin im neuen Buch von Mr. Bryson und könnte es quasi in einem Rutsch durchlesen (wie alle anderen von ihm übrigens auch :-)). Der Leser befindet sich in irgendeiner Ortschaft in England und neben zahllosen Ausflügen, die kräftig mit geschichtlichem Wissen gespickt sind, sitzt man auf einmal mitten im Famlienleben der Brysons. Ich lerne gerade wieder so manches über die Großbriten und ihr wunderbares Land, was ich vorher nicht für möglich gehalten hätte und bestimmt in keinem Geschichtsbuch finden werde. Für alle Bryson-Fans, Inselliebhaber und solche, die es werden wollen.

kwk

Einmal Prag und zurück

Der Veitsdom auf der Prager Burg

Der Veitsdom auf der Prager Burg

Am Jahresende sollte ganz spontan noch ein kleiner Urlaub geplant werden. Nach einigem hin und her per WhatsApp haben zwei Freundinnen und ich uns schließlich geeinigt. Prag sollte es werden! Die ganze Reise ging morgens gegen 4 Uhr los und abends um halb zwölf waren wir schon wieder Zuhause. Nur ein Tag um ganz Prag anzusehen? Uns hat es jedenfalls gereicht, was eventuell auch an unserer leichten Planlosigkeit gelegen haben könnte. Das meiste, das wir uns vorgenommen hatten, haben wir aber gesehen, auch wenn wir uns das ein oder andere dann doch gespart haben – beim Goldenen Gässchen beispielsweise waren wir etwas irritiert, dass wir dafür Eintritt zahlen sollten. Da haben wir uns doch lieber auf den Weg zu anderen hübschen kopfsteingepflasterten (und kostenlosen) Straßen und Gassen gemacht.

Glück mit dem Wetter hatten wir auch – immer wenn wir uns von der Moldau entfernten schien die Sonne. Um den Fluss herum herrschte nämlich die ganze Zeit Nebel. Das hatte etwas leicht Überirdisches vielleicht auch Gespenstisches an sich, über die Karlsbrücke durch den ganzen Nebel zulaufen.

Karlsbrücke im Nebel

Karlsbrücke im Nebel

Ganz viele Gelegenheiten zum Essen gehen hatten wir an dem einen Tag ja nicht aber das eine Restaurant, das wir zur Mittagszeit aufgesucht haben war sofort eine super Wahl. Das war nämlich ein Italiener, der in einem richtig coolen Kellergewölbe angesiedelt war – und das Essen war auch noch sehr deliziös.

Das Klementinum, ein umfangreiches Barrockgebäude in der Prager Altstadt, hatten wir uns eigentlich auch noch anschauen wollen – da wäre ich persönlich gerne noch rein gegangen, weil dort die Tschechische Nationalbibliothek untergebracht ist, die ziemlich prachtvoll ausschaut. Das hätte eigentlich auf unserem Weg zurück zur Karlsbrücke liegen müssen, aber irgendwie sind wir bei der Brücke angekommen ohne es gefunden zu haben. Aber dafür gab es noch genug anderes zu entdecken und am Ende waren wir ganz froh wieder am Prager Flughafen angekommen zu sein. Uns hat es zwar sehr gefallen und wir machen bestimmt irgendwann nochmal so einen Tagestrip per Flugzeug aber anstrengend war es dann eben doch, sich alles an einem einzigen Tag anzusehen.

lga

Neulich im sagenumwobenen Harz…

Es muss nicht immer der sonnige Süden sein – unsere schöne Heimat hat so viel zu bieten!

So z.B. den Harz, und diesmal hat es mich zum Wandern ins Bodetal verschlagen.

128Aufgrund der Vielzahl an mystischen und sagenhaften Geschichten trägt die Region auch den Namen „Sagenharz“. Die Landschaft hat bereits ihr schönstes Herbstkleid umgehängtund die Felsplateaus des Hexentanzplatzes und der Roßtrappe sind voller Faszination und Geheimnisse – ganz besonders mystisch ist die Stimmung in den Abendstunden.

Hexen:  sie gibt es hier in allen Variationen –  aber wieso nur werden sie immer alt und runzlig dargestellt?

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Auf dem Hexentanzplatz, dort wo die Hexen in der Walpurgisnacht feiern, bevor sie zum Brocken fliegen, um sich dort mit dem Teufel zu vermählen, sehen sie interessanterweise ganz anders aus… 😉

 

 

In Thale, am Fuße der sagenumwobenen Felsen und dem Ausgangspunkt der Bodetalschlucht, da trifft man sie überall, die germanischen Götter, die von Künstlern visualisiert wurden:

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Wotan, den Gott des Sturms und der Weisheit, oder Ägir, den Wasserriesen, oder die Nornen, die drei unseren Lebensfaden spinnenden Frauen.

 

 

 

Mein persönliches Highlight war die Wanderung durch die wildromantische Schlucht des Bodetals von Thale bis Treseburg: ein phantastischer, fast schon mystischer Ort, der nicht nur atemberaubend, sondern auch eines der ältesten Naturschutzgebiete in Deutschland ist. Am Ausgang des Bodetals zwischen den Granitfelsen der Roßtrappe und des Hexentanzplatzes ragen einige Felsen fast senkrecht bis zu 230m in die Höhe.

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Oder Werningerode: eine einzige Puppenstube voller bunter, liebevoll restaurierter Fachwerkhäuser, die sich malerisch aneinanderreihen – es macht einfach Spaß, durch die bunten Gassen zu bummeln!

 

 

Und wem das alles noch nicht spannend genug ist, den erwartet an der Rappbodetalsperre ein Kilometer pures Adrenalin: 120 m über dem Abgrund fliegt man mit der größten Doppelseilrutsche Europas (Megazipline) über die Talsperre – mir wurde schon beim Zuschauen schlecht, aber mein Freund hat sich getraut!

S. Quermann