Buchtipps: Spannung und Nachhaltigkeit

Das Dorf in den roten Wäldern (früherer Titel: Denn alle tragen Schuld) von Louise Penny

Kanada…! Für mich ein Traumland mit sagenhafter Natur, freundlichen Menschen, tollen Erinnerungen, Sehnsuchtsort schlechthin. Als ich entdeckte, dass es sogar Krimis aus Kanada gibt, musste ich das natürlich sofort testen.

Aber sie spielen ja im frankophonen Ostteil des Landes? Hm, entspricht eigentlich nicht meinem Beuteschema, aber ich wollte dem Ganzen eine Chance geben. Und Inspector Gamache hat mich nicht enttäuscht.

Ein kluger, souveräner, geschmackvoller Ermittler, der zu einem Mord in das versteckte Dörfchen Three Pines in der Provinz Quebec gerufen wird. Getötet durch den Pfeil einer Armbrust wird die pensionierte Lehrerin Jane Neal im Wald gefunden. Es kann sich doch eigentlich nur um einen Jagdunfall handeln? Wäre nicht ungewöhnlich in der herbstlichen Jagdsaison. Doch wo sind Pfeil und Tatwaffe?

Als Außenstehender tastet Armand Gamache sich in die verschworene Dorfgemeinschaft vor, mit ihren Geheimnissen und ungewöhnlichen Bewohnern.

Der Krimi ist eher einer der leiseren Töne, es passiert nichts Schrilles, Spektakuläres. Ruhe, Beschaulichkeit, Einklang mit der Natur, Einigkeit und Freundschaft prägen das Dorf. Seicht oder langweilig ist er dabei aber nicht. Es kann passieren, dass Küche und Smartphone kalt bleiben.

Einfach nachhaltig: Verpacken, schenken, aufbewahren von Ina Mielkau

So, und nach Entspannung bei Louise Penny ist man nun wieder voller Tatendrang, um kreativ zu werden. Nachhaltigkeit ist das aktuelle Stichwort.  In unseren Haushalten sammelt sich allerhand an. Vieles davon kann weiterverwendet und z.B. zu Geschenkverpackungen umfunktioniert werden.

Ina Mielkau gibt dafür machbare und gut anzuschauende Beispiele. Wie wärs mit einem Tetrapak, der ein neues Leben als Kräutertopf bekommt? Oder das Hosenbein einer alten Jeans wird zu einer Geschenktasche für eine Weinflasche? Auch Seiten aus alten Magazinen können mit Stempeln verschönert zum Geschenkpapier avancieren.

Also, ran an den Müll!

A.W.


Wir haben die Kolleginnen und Kollegen nach ihren Lesetipps für diesen Sommer gefragt und werden diese so nach und nach hier veröffentlichen.
Viel Freude beim Lesen.

Mittendrin Mittwoch #56

Er richtete seine Aufmerksamkeit auf Sullivan und Whitlam, die von McMurdo und Raco unbeholfen verarztet wurden.
„Erzählen Sie uns jetzt bitte, was passiert ist, Jamie?“, fragte Falk.
Sullivan starrte mit seinem unverletzten Auge zu Boden.
„Wie er gesagt hat. Kleines Missverständnis.“
„Ich rede nicht von heute Abend.“
Sullivan antwortete nicht. Falk ließ das Schweigen zwischen ihnen stehen.
„Es wird nur noch schlimmer, je weiter Sie sich da reinreiten.“
Nichts.
„Okay“, sagte Falk. Er war noch feucht von der Dusche und hatte die Nase voll. „Sie kommen morgen früh um zehn aufs Revier. Und eines sage ich Ihnen, mein Freund: An Ihrer Stelle würde ich mir bis dahin sehr genau überlegen, wo Sie an dem Tag waren.“

The Dry von Jane Harper, Seite 256 bis 257

Wir befinden uns in der fiktionalen Stadt Kiewarra in Australien. Die Stimmung dort ist angespannt. Viele leben dort von der Landwirtschaft und es herrscht eine extreme Dürre, die viele Existenzen bedroht. Die Situation spitzt sich weiter zu als die Familie Hadler tot aufgefunden wird. Alles sieht danach aus, als hätte Luke Hadler seine Frau und seinen kleinen Sohn ermordet und anschließend sich selbst erschossen. Unser Protagonist Aaron Falk kommt aus Melbourne zur Beerdigung, nachdem er die letzten 20 Jahre keinen Fuß mehr nach Kiewarra gesetzt hat. Doch Luke war früher sein bester Freund und dessen Eltern bitten ihn sich den Fall genauer anzusehen, da er bei der Polizei ist.
Beim Lesen meint man fast die Hitze zu spüren und das ausgedörrte Land zu sehen. Die verzweifelte und bedrückende Stimmung in Kiewarra bringt Jane Harper dem Leser eindringlich nahe. Ich bin gespannt, was letztendlich hinter dem Ganzen steckt. Hat Luke seine Familie tatsächlich umgebracht? Oder war es doch jemand ganz anderes? Und wie passt der Tod von Ellie Deacon, einer Freundin von Luke und Aaron, die vor 20 Jahren Selbstmord beging (oder auch nicht), in die Ganze Sache rein? Da werde ich mich wohl schnellstmöglich wieder ans lesen machen müssen!

Die Katalogdaten zum Buch findet ihr hier.

lga

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Mittendrin Mittwoch #39

Ich pfeife dazu die Melodie, als liefen wir an einem Sommertag durch ruhige See und nicht mitten durch die Vereinigung eines furchtbaren Tiefdruckgebiets mit dem Hurrikan „Grace“ – eine Konstellation, die manche Meteorologen später „Monsterorkan“ oder „Jahrhundertsturm“ nennen werden. Sogar Hollywood hat einen Film darüber gedreht, „Der Sturm“ mit George Clooney in der Hauptrolle; sehr realistisch übrigens, ich habe mir das auf Video angesehen.“

aus: „Axel Prahl präsentiert: „Wilde Welle“, ausgewählt, eingeleitet und kommentiert von Axel Prahl. Aufgeschrieben von Stefan Krücken. S. 58
ISBN 978-3-940138-90-3
Bei uns zu finden unter Wkk Wild

Das Buch habe ich wieder durch Zufall entdeckt- ich bin kein Seebär, aber was ich bis jetzt gelesen habe, ist auf Deutsch gesagt der Hammer. Verschiedene Geschichten alter Kapitäne wurden in einem Buch zusammengefasst. Direkt nach der ersten Geschichte war ich froh, festen Boden unter den Füßen zu haben. Der oben aufgeführte Abschnitt lässt einiges erwarten- wer kennt nicht den Film „Der Sturm“? Und nun einmal einen Bericht von jemandem zu lesen, der sich zu dem Zeitpunkt (30.10.1991) auch auf hoher See befand und überlebt hat, ist wie ein Krimi. Gänsehaut pur. Da der Film als „sehr realistisch“ von besagtem Kapitän eingestuft wurde, werde ich mir den in Zukunft mit noch anderen Augen ansehen, als man es sowieso schon tut, wenn etwas auf einer wahren Begebenheit beruht.

Auch die vorherigen Geschichten in dem Buch sind besser als jeder „Tatort“: man ist mitten drin im Leben auf einem U-Boot-Versorger  im Indischen Ozean, an Bord einer alten Autofähre auf dem Weg von Wyk auf Föhr nach Ko Samui in Thailand… Und immer zeigt sich, wie wichtig der Zusammenhalt zwischen Mannschaft und Kapitän ist.

Mein Fazit bis jetzt (und ich bezweifle, dass es sich ändern wird): Unbedingt lesen!!! 🙂

kwk

 

Elizzy von read books and fall in love hat sich die Blogaktion ausgedacht. Der „Mittendrin Mittwoch“ besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.