Update Coronavirus

Nach den Nachrichten der letzten Tage kommt es nicht wirklich überraschend. Ab sofort haben auch die Stadtbibliothek am Neumarkt und die Stadtteilbibliotheken bis zum 18.04. geschlossen.

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu entschleunigen und einer Überlastung unseres Gesundheitssystems vorzubeugen, ist das auf jeden Fall der richtige Schritt.

Hier einmal alle Hinweise und Informationen zu unserer Schließung:

  • Alle Tages- und Abendveranstaltungen entfallen bis einschließlich zum 30.04.2020.
  • Bitte gebt bereits erworbene Tickets für Lesungen oder sonstige Abendveranstaltung vorerst nicht zurück. Wir bemühen uns um Alternativtermine und werden euch frühzeitig hierüber informieren.
  • Die Leihfristen für Medien sind mindestens bis zum 30.04.2020 ausgesetzt. Bitte erkundigt euch nach dem genauen Rückgabedatum in eurem Bibliothekskonto.
  • Es werden bis zum 30.04.2020 keine Säumnisgebühren erhoben. Nutzt ggf. auch die Möglichkeit der Online-Verlängerung.
  • Mahnungen werden wir aussetzen. Bücher, für die ihr bereits eine Mahnung erhalten habt, gebt bitte erst zurück, wenn die Bibliothek wieder geöffnet ist. Alternativ könnt ihr wie gehabt die Außenrückgabe der Stadtbibliothek am Neumarkt nutzen.
  • Fernleihbestellungen, Vorbestellungen sowie Medienbestellungen aus den anderen Stadtteilbibliotheken entfallen; etwaige Gebühren werden storniert.
  • Ihr erreicht uns weiterhin per E-Mail unter stadtbibliothek.information@bielefeld.de sowie Mo-Fr zwischen 10:00 und 16:00 Uhr über die Hotline 0521 51-5000.

Aber bitte nicht verzweifeln, dass ihr keine Medien mehr bei uns vor Ort ausleihen könnt. Nicht geschlossen wird nämlich die Onleihe, die Virenverbreitung ist dort eher gering. 🙂
Ihr könnt euch dort also mit eBooks, eAudios usw. gegen die etwaige Langeweile eindecken.

Wir wünschen euch alles gute und genießt den Sonnenschein – zumindest das Wetter macht hier heute gute Laune. 🙂

Update 17.03.2020:

  • Eure Bibliotheksausweise könnt Ihr jetzt auch telefonisch verlängern, anfallende Gebühren online bezahlen. Hotline Mo-Fr 10-16 Uhr 0521 51-5000.

Mittendrin Mittwoch #92

Keiner sagte etwas. Mir war es, als befänden sich die Wörter noch im Raum, wie die dicken, grünschimmernden Fliegen, die unaufhörlich gegen das Glas der Glühbirne über unserem Tisch stießen.

Die Verteidigung des Paradieses : Thomas von Steinaecker, Seite 103

Vor 11 Jahren hat es eine Katastrophe gegeben. Sechs Überlebende wohnen in einem Resort, dass, von einer riesigen Schutzhülle umgeben, einen ewigen Sommer auf einer bayrischen Alm erzeugt. Während sie in ihrem Resort geschützt leben, Vieh halten, Gemüse anbauen, geht es außerhalb des Resorts nicht so friedlich zu. Was sie am eigenen Leib erfahren, als schließlich das Schutzschild zusammenbricht und mit einem Mal eine sengende Hitze auch im Resort herrscht. Ihr Wasser versiegt, die Vegetation verdorrt. Und keiner scheint eine Idee zu haben, was nun geschehen soll…

Die Geschichte wird uns vom 15-jährigen Heinz erzählt, der die Katastrophe als vierjähriger überlebt hat. Was genau übrigens passiert ist, warum alle Städte, Wohnsiedlungen, soweit unsere Überlebenden sehen können, in Flammen aufgingen, weiß keiner so genau.

Diese Katastrophe hat auf jeden Fall die Zivilisation zerstört, wobei sich nicht nur die Figuren, sondern auch der Leser fragt, ob das in Teilen nicht sogar ganz gut war. Denn im Deutschland vor der Katastrophe werden Kinder von Robotern statt von echten menschlichen Lehrern unterrichtet und von elektrischen Haustieren begleitet. Paare lernen sich nur noch über Perfect Match kennen, eine Software, die für jeden den perfekten Partner findet. Ein anderes Programm analysiert, welche Personen ins Council, also die Regierung, aufgenommen werden. Und die Umwelt ist auch hinüber.

Wie es mit unseren sechs Überlebenden weiter geht, ob sie ihr idyllisches Resort wieder herstellen können oder sich in der im krassen Gegensatz dazu stehenden zerstörten Welt zurecht finden müssen, möchte ich jetzt ganz schnell heraus finden.

Hier geht es zu den Katalogdaten, falls ihr das selber in Erfahrung bringen wollt. 😉

lga

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Bielefeld liest …

… und *schnipps* kommt Farbe in unsere Bibliothek 🌈

Gestern wurde in der 3Sat-Sendung Kulturzeit der Beitrag „Was liest Bielefeld“ gezeigt: drei Leser*innen stellen im Gespräch drei sehr unterschiedliche Bücher vor. Gedreht wurde im Wäschemuseum, in einer Altentagesstätte und in unserer Stadtbibliothek, kurze Szenen auch in einer Bielefelder Buchhandlung, einem Park, einem Café … . Das sind interessante Menschen, sehr lesenswerte Bücher jenseits des Mainstream, und das ist auch noch sehr schön in Szene gesetzt: die Näherin im Hintergrund (was sie da näht, gibt Rätsel auf), die Performance des Seniorenkaffeekränzchens (mehr verrate ich nicht, unbedingt anschauen!) – und dann die Farben der Bibliothek als die Farben des Lebens. Sehr schön, sehr stimmungsvoll (in nur 6 Minuten).

Der Beitrag ist noch in der Mediathek von 3Sat zu finden.

Und hier die empfohlenen Bücher:

  • Süden und Westen / von Joan Didion (Katalogdaten)
  • Arthur und die Farben des Lebens / von Jean-Gabriel Causse (Katalogdaten)
  • Es könnte auch schön werden / von Martina Hefter (Katalogdaten)

HilDa

Literaturtage: Anja Kampmann „Wie hoch die Wasser steigen“

Wenzel arbeitet auf Bohrinseln, bodenlos über den Wellen, im Nirgendwo auf dem Globus. Im Dorf seiner Vorfahren war er mit Milena verheiratet, konnte sich finanziell dort aber nicht über Wasser halten. Sie ist ihm fremd geworden, genauso wie es seine Jugendfreunde und sein ehemaliges Zuhause sind. Einziger Halt ist die immer intensiver werdende Freundschaft zu seinem Kollegen Matyas. Als ein nächtlicher Sturm vor der nordafrikanischen Küste Matyas verschluckt hat, macht sich Wenzel auf den Weg – eigentlich nur um dessen Familie in Ungarn die Hinterlassenschaften zu bringen. Doch dann steigt er aus. Erst aus dem Taxi, das ihn zur Bohrinsel zurückbringen sollte, dann aus dem Arbeitsleben. Uber Malta und Italien irrt er nach Norden, fährt im geliehenen alten Fiat in ein erloschenes Ruhrgebiet, in das sein Vater auf der Suche nach Bergmannsarbeit gegangen war. Im Gepäck hat er eine Brieftaube, die geradlinig ihren Weg zurücknehmen wird. Sie fliegt zurück zu dem am Alpenrand lebenden Alois, dem Freund seines Vaters, seiner einzigen noch vitalen Verbindung zur Vergangenheit.

„Er dachte, dass er etwas in der Ferne gesucht hatte, aber dass dort nichts war.“
~Wenzel~

Anja Kampmanns aus der Büchermenge dieses Jahres herausragender Debütroman erzählt in dichter, poetischer Sprache von der sonnendurchglühten Hafenstadt Tanger, der staubigen ungarische Puszta, dem verrusten Ruhrgebiet von Wenzels Kindheit, der Rückkehr aus der Fremde, vom Versuch, aus einer harten Arbeitswelt zurückzufinden ins eigene Leben. Die bisher als Lyrikerin bekannte 35-jährige Hamburgerin schreibt ohne Schnörkel, ohne Psychologisierung, erfindet höchst intensive Bilder und wurde damit in diesem Jahr für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Hier ist eine Autorin zu entdecken„, so Tobias Lehmkuhl in der ZEIT (Rezension einschließlich fast 7 Minuten Video-Lesung). Na dann:

Mittwoch, 17. Oktober, 19 Uhr
Stadtbibliothek, Neumarkt 1
Einlass: 18.30 Uhr, Beginn: 19.00 Uhr
Moderation: Klaus-Georg Loest
Musikalische Begleitung: Matthias Kämper, Flügel
Eintrittspreis: 8,– €, ermäßigt 6,– €, Dauerkarte 50,– €

Hier geht es zu Anja Kampmanns Werken in unserem Katalog und hier gelangt ihr zum gesamten Programm der Literaturtage.

Mittendrin Mittwoch #68

Wir näherten uns Genua auf Schnellstraßen, die die Stadt zu umwickeln schienen. Das Meer blitzte kurz auf, verschwand wieder hinter Hochhäusern, und meine Orientierung, ohnehin ein schwach entwickelter Sinn, verlor sich in zahllosen Kurven.

Töchter von Lucy Fricke, Seite 91

Töchter_Lucy FrickeIn „Töchter“ geht es um die beiden Freundinnen Betty und Martha, beide um die vierzig, die seit 20 Jahren miteinander befreundet sind und sich zusammen eher unfreiwillig auf eine Roadtour begeben. Marthas Vater, der die ersten 30 Jahre ihres Lebens ziemlich abwesend war und nun todkrank ist, möchte von ihr in die Schweiz gefahren werden, wo er einen Termin zur Sterbehilfe vereinbart hat. Martha will das nicht alleine durchstehen und bittet so ihre Freundin Betty sie und ihren Vater in dessen alten Golf zu fahren. Ich habe allerdings schon herausgefunden, dass sie letztendlich nicht in der Schweiz landen werden. Wie dem Zitat oben anzusehen ist, sind sie mittlerweile in Italien.
Auf dieser langen Autofahrt werden nach und nach Details aus den Leben der beiden Frauen offenbart. Was die beiden verbindet, was ihre enge Freundschaft ausmacht, die schwierige Beziehung zu ihren Vätern, von denen Betty sogar gleich drei hat. Immer wieder wird auch ein Autounfall erwähnt, an dem Betty, Martha, Marthas Mann und ein Freund der drei beteiligt waren und der einen langen Schatten auf Bettys und Marthas Leben wirft. Vieles darüber und zum Beispiel auch über die Kindheit der beiden Freundinnen und über ihre Väter liegt aber noch im Dunkeln, ich denke, da werde ich noch einiges erfahren auf den restlichen knapp 150 Seiten.

Da mir das Buch bisher richtig gut gefällt bin ich auch schon sehr gespannt auf die Lesung mit Lucy Fricke, die am 08. Oktober 2018 bei uns im Rahmen der diesjährigen Literaturtage in der Stadtbibliothek am Neumarkt stattfinden wird. Ab 19 Uhr wird Lucy Fricke aus „Töchter“ lesen, im Anschluss gibt es noch die Möglichkeit Fragen an die Autorin zu richten. Begleitet wird der Abend musikalisch von Harald Kießlich. Karten gibt es für 8 € / ermäßigt 6 € in der Stadtbibliothek zu kaufen.

Weitere Informationen zur Lesung und das komplette Programm der Literaturtage findet ihr hier.

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

lga

Lesefrühling 2018

Der Lesefrühling ist die größte Kinder-Literaturreihe zwischen Hamburg und dem Ruhrgebiet. Dort treffen Kinder ihre Lieblingsautoren, lernen aktuelle Bücher kennen und erleben die Freude am Lesen gemeinsam. Die Veranstaltungsreihe für neugierige Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren findet in diesem Jahr vom 12. April bis zum 18. Mai statt.

Der Eintritt beträgt 1 Euro für alle Menschen, egal wie groß sie sind.

Karten für die Lesungen gibt es ab dem 01. März in der Kinderbibliothek | Telefonnummer: 0521 51-2457.

Eine Programmübersicht findet ihr hier.

Familientag in der Stadtbibliothek am Neumarkt

Ihr habt euch noch nicht für das Wochenende mit Büchern, Musik und Filmen eingedeckt? Dann wird es aber langsam Zeit. Am Samstag könnt ihr sogar richtig lange bei uns stöbern. Oder auch basteln, Kaffee trinken, Kuchen essen, den Flohmarkt unsicher machen – eigentlich alles was das Herz begehrt. Denn am sogenannten Familiensamstag sind wir von 11 bis 18 Uhr für euch da.

Das gesamte Programm gibt es hier:
https://www.stadtbibliothek-bielefeld.de/…/20171028_Flyer_F…

Also: herkommen, verweilen, mitmachen und eine schöne Zeit verbringen – wir freuen uns schon.

Mit dem Fahrrad im Fahrstuhl

Im Keller gibt es für die MitarbeiterInnen von Stadtbibliothek, Stadtarchiv und Kulturamt einen sicheren und trockenen Fahrradstellplatz. (So etwas sollte übrigens jeder gute Arbeitgeber bieten). Der einfachste Zugang ist der Fahrstuhl zur Tiefgarage. Vor einigen Wochen fuhr ich spät nach einer Abendveranstaltung mit eben diesem Fahrstuhl nach oben, das Fahrrad neben mir, ich bereits fertig kostümiert mit Warnweste und Helm. Die Tür öffnet sich, vor mir steht ein Paar, das offensichtlich in die Garage hinunter möchte. Die beiden schon etwas älteren Herrschaften lassen mich erst aussteigen, wir lächeln uns an. Er kommentiert: „Guck, die haben hier in Bielefeld sogar unterirdische Radwege.“

Ich fahre ja lieber an der frischen Luft. Aber an so Bielefelder Dauerregentagen könnte ich mir schon einen Fahrradtunnel mit direkter Verbindung zwischen meinem heimischen Fahrradkeller und meinem Arbeitsplatz vorstellen.

Karl Drais erfand 1817 das Laufrad, das als Vorläufer (hihi) des Fahrrades gilt. Auch Bielefeld feiert 200 Jahre Fahrrad:

  • im Historischen Museum gibt es noch bis zum 9. Juli eine Ausstellung
  • ab dem 11. Juni dann wieder für drei Wochen STADTRADELN.

Jetzt mitten in der Fahrrad-Saison ist allerdings auch vieles ausgeliehen

Wer noch Tipps und Anleitungen zum Radkauf oder für anstehende Reparaturen benötigt: Bücher zum Thema stehen in der Sachgruppe Technik.

 

 

 

hilda

FaMI-Praktikum

Meine Umschulung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste im Fachbereich Medizinische Dokumentation (FaMI Med Dok) sieht ein Praktikum in einer berufsfremden Einrichtung, zum Beispiel einer Bibliothek oder einem Archiv, vor. Wegen der unterschiedlichen Aufgaben in einer öffentlichen Bibliothek und der schönen Stadt Bielefeld entschied ich mich – obwohl aus Dortmund stammend – für die Bielefelder Stadtbibliothek, die bis 2009 zudem passenderweise das Sondersammelgebiet Medizin[1] innehatte. Dank der dafür zuständigen Frau Capros hatte ich das Glück, mein Praktikum dort absolvieren zu dürfen.

Am Montag, den zweiten Januar war es soweit: mein Praktikum und meine berufspraktische Reise durch das Bibliothekswesen begann. Nach einer Gesprächseinführung in der Stadtbibliothek Bielefeld nahm ich meinen Platz für die erste Woche im Empfangsbereich, der die erste Station für die Kundinnen und Kunden innerhalb der Zentralbibliothek ist, ein. Weiter ging es in die Kinderbibliothek und in den Info-Bereich des ersten Obergeschosses. Auch durfte ich die interessanten Arbeitsbereiche hinter den Kulissen kennen lernen.

Für mich zeigte sich, wie sehr die Stadtbibliothek Bielefeld das Motto „Irgendwas is immer“ lebt – sowohl innerhalb des Praktikums als auch zukünftig aus der Sicht der Kundschaft.

Bedanken möchte ich mich nicht nur bei den Kolleginnen und Kollegen, mit denen es eine große Freude war zusammen zu arbeiten, sondern auch bei den Menschen, die eine öffentliche Bibliothek zu dem machen, was diese ausmacht: die Kundinnen und Kunden, die zudem stets Verständnis hatten, wenn ich aus Unwissenheit – wie z.B. bei der Bestellung und Aushändigung von Medien aus der Fernleihe – auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verwies.

FaMI-Praktikant 2017
Marcel Loff


[1] Böttger, Klaus-Peter (2011): Basiskenntnis Bibliothek S. 71