Buchtipp: The President is missing

Das Buch hat es in sich. Man muss schon politisch interessiert sein um durchzuhalten. 🙂 Aber wie soll es auch anders sein, wenn Bill Clinton mit James Patterson ein Buch schreibt… 😉

Der Inhalt kurz und knapp:

Präsident Jonathan Duncan hat ein Problem. Eine Superhackerin hat ein Virus programmiert, das auf die gesamte Infrastruktur des Landes abzielt. Außerdem droht ihm ein Amtsenthebungsverfahren und es scheint einen Verräter in seinem engsten Beraterkreis zu geben.

Leider hat man beim Lesen manchmal das Gefühl, es geht wieder nur um „America first“. Hmpf. Auch muss der arme Präsident irgendwie immer selber auf die Lösung der Probleme kommen, trotz eines Teams, welches vor Intelligenz nur so strotzt. Natürlich spielt der Terrorismus eine Rolle, auch die Beziehung des Landes zu seinen Veteranen wird kurz angerissen.

Mich hat vor allem der Aspekt des Virus interessiert. Denn es ist schon erschreckend, wie abhängig wir vom Internet sind. Die beiden Autoren beschreiben ganz gut, was passiert, wenn das Virus sozusagen „los gelassen“ wird und was für Möglichkeiten es geben könnte, es zu stoppen. Nun könnte man meinen, das FBI und die CIA müssen doch „nur“ die Programmiererin fassen. Leider wurde diese bei einem Attentat getötet. Der Präsident hat deshalb ihren Freund Augie, eine Gruppe sehr intelligenter junger Computer-Genies und sich selbst in ein Safe House gebracht – dort müssen sie zeigen, was sie können. Und das ist eine Menge. Aber wird es reichen?

Wer wissen möchte, was im Weißen Haus so vor sich geht und wie streng alle möglichen Sicherheitsprotokolle eingehalten werden müssen, für den ist das Buch sicherlich interessant. Ansonsten könnte es leicht langatmig werden. Mir hat es aber gefallen 🙂 Hier geht es zu den Katalogdaten…

kwk

Buchtipp „Magnolia Table“ + Rezept

Als bekennender „Fixer Upper“ – Fan (eine Haus-Verschönerungs-Serie aus den USA) habe ich natürlich das Kochbuch „Magnolia Table“ von Joanna Gaines im Regal. Ich war mir erst unsicher, ob alle Maßeinheiten aus dem amerikanischen gut übersetzt sind, aber bislang hatte ich noch kein Problem. Die Rezepte sind wunderbar anders und eine gute Mischung aus Backrezepten und Kochrezepten. Es kommen Zutaten in den Topf (oder in den Ofen), mit denen ich vorher noch nicht gearbeitet habe.

Das Kochbuch/Backbuch ist sehr schön gestaltet, neben allerlei Rezepten findet man zahlreiche Bilder aus dem Privatleben der Familie Gaines und erfährt so manches „aus dem Nähkästchen“-Geplauderte.

Was mich anfangs irritierte war, dass sehr viele süße Gerichte, die für mich zu einem Nachmittagskaffee oder -tee gehören, im Buch beim Frühstück angesiedelt sind. Die Amerikaner essen eben anders als wir. 🙂 Oft kommt so viel Zucker und gesalzene Butter in den Teig das man denkt „das kann nicht gut gehen“. Aber wie schon gesagt, verfrachtet man das Ergebnis in den Nachmittag, ist es kein Problem. Die Portionsangaben sind immens, lasst euch davon nicht abschrecken. Da ich so begeistert bin, habe ich für euch das Rezept „Overnight French Toast“ im Angebot. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Overnight French Toast  (12 Portionen)

  • 110g kalte, gesalzene Butter zzgl. 1 EL gesalzene Butter, zimmerwarm, für die Backform
  • 450g italienisches Weißbrot in ca. 2,5 cm dicke Scheiben geschnitten
  • 10 große Eier
  • 500 ml Schlagsahne
  • 250 ml Milch
  • 100g Zucker
  • 2 TL Vanille-Extrakt
  • 220g Rohrzucker
  • 125g grob gehackte Pekannüsse (ich habe andere genommen, Haselnüsse oder Walnüsse gehen auch)
  • 70g Mehl
  • 1 Prise koscheres Salz (ich habe normales genommen)
  • Optional: 1-2 EL Puderzucker und Ahornsirup
  1. Eine 23 x 33 x 7,5 cm große Backform mit 1 EL zimmerwarmer Butter fetten. Die Brotscheiben in zwei Reihen in der Backform anordnen, sodass sich die Scheiben überlappen.
  2. Die Eier in einer großen Schüssel schlagen. Sahne, Milch, Zucker und Vanille-Extrakt unterrühren. Das Brot gleichmäßig mit der Mischung übergießen. Zugedeckt über Nacht kalt stellen.
  3. Einen Backrost ins obere Drittel des Backofens schieben und den Backofen auf 190°C vorheizen. Die Backform aus dem Kühlschrank nehmen und 30 Min. bei Zimmertemperatur ruhen lassen.
  4. Rohzucker, Pekannüsse, Mehl und Salz in eine mittelgroße Schüssel geben. Die kalte Butter direkt mit in die Schüssel raspeln, dann alle Zutaten zu einer krümeligen Masse vermischen. Die Masse auf das Brot streuen.
  5. Die Backform in den Ofen schieben und 35-40 Minuten backen, bis die Oberfläche braun und das Innere gestockt, aber noch weich ist. Etwas abkühlen lassen.
  6. Mit Puderzucker bestäuben und mit Ahornsirup servieren. (kann ich sehr empfehlen 🙂 )

Am besten schmeckt es, wenn es noch etwas warm ist. Reste können bis zu zwei Tage in einem verschlossenen Behälter im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Guten Appetit! 🙂

kwk

Aretha Franklin

Eine Ära der Musik ist zu Ende gegangen – nach über 60 Jahren im Musikgeschäft ist gestern, im Alter von 76 Jahren, die „First Lady of Soul“, Aretha Franklin, gestorben.

Mit ihrem Hit „Respect“ erlangte sie Weltruhm und schaffte eine Hymne für die afroamerikanische Befreiungs- und Frauenbewegung. Die größte Soul-Sängerin unserer Zeit kam schon im Kindesalter mit der Musik in Kontakt und sollte danach auch nie wieder ohne sie sein. Ihr Album „Amazing Grace“ (1972) verkaufte sich zwei Millionen Mal und ist eines der meistverkauften Gospel-Werke aller Zeiten.

Ein unvergesslicher Moment muss es wohl für sie gewesen sein, als sie vor etwa 2 Millionen Menschen bei der Amtseinführung von Barack Obama singen durfte. Damit bescherte sie auch uns eine Gänsehaut!

Wir werden die Songs wie „Think“ oder „Natural Woman“ wohl auch noch lange nach ihrem Tod hören und singen.

Jambalaya

Jambalaya ist ein würziges Reisgericht aus der Cajun-Küche in Louisiana. Gleichzeitig ist es ein Cajun-Song, der 1952 von Hank Williams mit dem Titel „Jambalaya (on the bayou)“ aufgenommen wurde. Es geht in dem Stück nicht um das Gericht an sich. Es kommt nur darin vor und hat hier ein musikalisches Denkmal erhalten. Kennengelernt habe ich das Lied durch meine Leidenschaft zum Irish Folk. Dies scheint zunächst nicht ganz zu passen – war doch Hank Williams ein Vertreter des Country. Dieser entwickelte sich aber aus der von europäischen – vorwiegend irischen – Auswanderern mitgebrachten Volksmusik. Damit schließt sich der Kreis.

Manchmal bekommt man das Lied auf Konzerten der Dublin Legends – ehemals Dubliners – zu hören. Selbst wenn man nicht gleich den Text versteht, bekommt man von dem Stück doch schnell einen Ohrwurm. Natürlich möchte man dann wissen, worum es in dem Lied geht (nicht ums Essen) und welchem Gericht da ein musikalisches Denkmal gesetzt wurde.

Jetzt war es so weit, und ich habe es ausprobiert. Ich kann nur sagen: Bestanden 😉

Zutaten für 6 Portionen:

    • 200g Hähnchenbrustfilet
      400g Chorizo
      1 Gemüsezwiebel
      2 Stangen Staudensellerie
      1 Paprika
      2 TL Thymian
      ½ TL Cayennepfeffer
      ½ TL Pfeffer aus der Mühle
      1 TL Salz
    • 1 Dose stückige Tomaten (425 ml
    • 300g Langkornreis
    • 800ml Gemüsebrühe
    • 500g Garnelen
  • 2 Knoblauchzehen (ich habe getrockneten Knobi aus dem Glas genommen

Zubereitung:
Zunächst ein Wort zum Hähnchenbrustfilet und Chorizo. Ich habe die Angaben aus dem Rezept übernommen, habe selbst aber das halbe Rezept gekocht. Die Hähnchenbrustfilets haben natürlich ein festes Gewicht und lassen sich beim Schlachter oder an der Frischetheke eben nicht halbieren. Aber man kann natürlich das Verhältnis Hähnchenbrustfilet/Chorizo umdrehen.

  1. Zunächst Hähnchenbrustfilet – wenn man dies nicht schon beim Schlachter/Frischetheke hat machen lassen – in Würfel schneiden. Die Chorizoscheiben ebenfalls noch einmal würfeln.
  2. Zwiebel, Paprika und Sellerie würfeln
  3. Öl in einem Topf erhitzen und zuerst die die Hähnchenwürfel anbraten. Das Fleisch herausnehmen und auch die Chorizo kurz anbraten. Auch diese wieder herausnehmen.
  4. Das Gemüse in den Topf geben, kurz anbraten lassen. Fleisch, Tomaten und Gewürze dazu geben.–> Das Ganze 10 Minuten unter ständigem Rühren bei offenen Topf köcheln lassen
  5. Den rohen Reis und die Gemüsebrühe hinzugeben und 20 Minuten bei zugedecktem Topf weiterköcheln lassen. Ab und zu umrühren.
  6. Die Garnelen unterheben und weitere 15 Minuten köcheln lassen bis der Reis weich ist.

Guten Appetit!

Juliane

 

Mittendrin Mittwoch #10

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

„Der 16. September, ein Mittwoch, begann bewölkt und angenehm warm. Die Morgenzeitungen brachten die freudige Nachricht über die Schlichtung eines kurzen U-Bahn-Streiks in Brooklyn. In 20 Jahren war das riesige Subway-Netz zur Lebensader der Stadt geworden…“

aus „New York : die illustrierte Geschichte von 1609 bis heute“

Nun bin ich mit London durch und wende mich dem Big Apple zu. 🙂

Ich liebe alte Fotos und dieser spontan im Regal gefundene Bildband ist quasi ein Paradies. So ganz nebenbei vermittelt er dann auch noch die Geschichte der Stadt. Henry Hundson, Stuyvesant, wie die Bronx zu ihrem Namen kam und vieles mehr wird thematisiert. Anhand alter Karten kann man ziemlich genau die Anfänge von Nieuw Amsterdam bis zur Ausbreitung der heutigen Millionenmetropole nach verfolgen. Im Moment stecke ich auf Seite 314 von 599, ich bin gespannt, was noch kommt.  Für alle New York-Fans und solche, die es werden möchten 🙂

kwk

Jan-Werner Müller : Was ist Populismus? Ein Essay

Das Jahr 2016 schien das Jahr der Populisten und des Populismus zu sein. Im Juni erlebte Europa das Referendum in Großbritannien, das zum BREXIT führen wird. Nach landläufiger Auffassung herbeigeredet von Populisten, die sich chauvinistischer Argumente bedienten, die sich nach der Abstimmung schnell wieder eingezogener Versprechen bedienten, und die sich nach ihrem Erfolg umgehend aus dem Staube machten und der Verantwortung entzogen. Wir erlebten in den USA einen Wahlkampf, der zumindest von einer Seite mit Positionen arbeitet, die Ressentiments gegen die schüren, die anders sind als die deklarierten „Wir“. „Wir“ und „die“ – also die anderen, Fremden, die, die nicht dazu gehören – das ist das Muster der Ab- und Ausgrenzung. In Europa erleben wir in Deutschland das Erstarken der populismusverdächtigen AfD, in Ungarn erleben wir einen Regierungschef, der für sich in Anspruch nimmt den Volkswillen – als ob es einen solchen einheitlichen je gab und je geben könnte – vollstrecken will. In Frankreich scheinen Marine Le Pen und der Front National unaufhaltsam; seit Jahren polemisiert und polarisiert Gert Wilders in den Niederlanden. Kompliziert werden Interpretation und Analyse des Populismus, wenn die EU-kritischen Argumente der spanischen PODEMOS oder griechischen SYRIZA, die dem linken Spektrum zuzuordnen sind, denen der offenkundig eher rechten Bewegungen ähnlich sind.

Höchste Zeit sich mit dem Populismus analytisch zu beschäftigen. Was also macht Populisten aus? Gibt es so etwas wie Links- oder Rechtspopulismus? Gibt es wiederkehrende, typische oder geradezu klassische oder rhetorische Figuren, die immer auftauchen, wie z.B. der bereits zitierte Anspruch, den einheitlichen und authentischen Volkswillen zu repräsentieren und gegen alle Widerstände umsetzen zu wollen? Diesen Fragen widmet sich der an der Princeton University lehrende Autor Jan-Peter Müller in seinem lesenswerten, nicht allzu umfangreichen Essay, der vieles erklärt, begrifflich einordnet und fassbar macht. Zudem ist sein Anliegen, eine Handreichung zu liefern, die den demokratischen Umgang mit Populisten erleichtert. Ein Fazit des Autors: die Muster gleichen sich, immer ist ein „Wir“ und „die“ im Spiel, immer geht es „Sündenböcke“, die an allem schuld sind, immer auch um Migrantinnen und Migranten, die angeblich von der Politik bevorzugt werden, immer geht es um Verschwörungstheoretisches und häufig darum, den aus Wahlen hervorgegangenen Volksvertretern vorzuwerfen, sie repräsentierten nicht den Volkswillen. Und aus der Empirie gespeist: Ist man erst einmal an der Macht, setzen spezifische Mechanismen ein, die sich am Muster „Everything for my friends; for my enemies the law“ orientieren. Vergünstigungen einerseits und kleinlichste und schikanöse Behandlung des politischen Gegners und aller anders Denkenden und Lebenden andererseits. Beispiele? Ein Blick in die Fernsehnachrichten, die Tageszeitungen und alle seriösen Nachrichtendienste im Internet liefert sie täglich.

Bei uns auf dem Regal unter „Gkk 6 Muell“