Laut lesen

Naheliegend, dass man bei einer Lesung vor Publikum laut liest. Oder überhaupt wenn man jemandem vorliest. Aber ich lese manchmal auch nur für mich alleine laut, lese also nur mir selber vor.
Nun, die einfachste Erklärung ist: Ich spiele in meiner Freizeit Theater und trainiere mit dem lauten Lesen meine Stimme, meine Aussprache, meine Modulation. Das ist übrigens auch für Nicht-Schauspieler sinnvoll, denn jeder kommt mal in die Verlegenheit, dass er besonders laut, deutlich und ausdrucksstark reden muss – auf einer Bühne, am Rednerpult, in einem Schulungsraum, bei einem Vorstellungsgespräch oder bei einer Bibliotheksführung. 🙂 Da wollen wir dann doch klar, verständlich und vor allem nicht eintönig und verdruckst herüberkommen. Und jeder, der schon mal eine Nacht durchgegrölt hat, weiß, dass eine Stimme auch überanstrengt werden kann. Lautlesen ist wirklich ein gutes Stimmtraining, und eine trainierte Stimme wird nicht so schnell heiser.

Na ja, zumindest waren das die Gründe, warum ich mit dem lauten Lesen nur für mich selbst begonnen habe. Mittlerweile gehört das Lautlesen aber zu meinem Genusslesen dazu. Natürlich gibt es Bücher, bei denen mich einfach nur der Inhalt oder die Story interessiert, ich lese sie schnell, überfliege die Seiten womöglich sogar nur oder lese gar quer, d.h. ich überspringe viel und lese nur das für mich gerade wesentliche. Aber manche Texte zwingen, nein, verführen zum langsamen und aufmerksamen Lesen. Schön konstruierte Sätze, feine Metaphern, wechselnde Perspektiven, Mehrdeutigkeiten und Ironie – das macht das Lesen nicht unbedingt einfach. Aber zum Genuss. Es fordert zum Interpretieren und manchmal auch Experimentieren heraus. Dann spiele ich gerne mit Rhythmus und Geschwindigkeit, mit unterschiedlichen Stimmen bei den Dialogen, ich höre dem Klang der Sprache nach oder teste ihre Doppelbödigkeit. Lesegenuss, den ich mir buchstäblich auf der Zunge zergehen lasse.

Bei Dramentexten ist es ganz klar, dass man sie sprechen muss. Bei Lyrik auch, Lyrik muss man laut lesen und jedes Wort und jede Pause, ja jedes Satzzeichen ausprobieren, denn alles hat in einem Gedicht eine Bedeutung und beeinflusst Sprache, Sprechen und Wirkung. Lyrik ist zur Rezitation geschrieben.
Und manchmal überkommt es mich sogar bei gut formulierten Sachtexten und eben bei Erzählungen und Romanen – ich lese sie zumindest passagenweise laut. Das zwingt mich zur Langsamkeit, so manchen Abschnitt oder Satz muss ich sogar mehrfach lesen. Aber es ist eben auch ein intensives Lesen, bei dem ich spontan interpretiere oder verschiedene Interpretationen ausprobiere – und so die Schönheit der Sprache würdige, in der der Text verfasst ist, das Sprach-Kunstwerk.

Wir lesen laut!
Das ist das diesjährige Motto der Literaturtage Bielefeld. Im Vorwort des Programmheftes heißt es: „Die mündliche Überlieferung steht am Anfang aller Literatur. Geschichtenerzähler, Barden, manchmal waren es Schamanen oder gar Heilige, haben in vielen Kulturen ihre Kenntnisse und Phantasien vorgestellt …“. Literatur und Theater haben also durchaus die gleichen Vorläufer. Das geschriebene Wort und die Rezitation gehören zusammen.

Wir lesen laut!
Das Motto hat sogar ein Ausrufezeichen. Da ist nicht nur das Vorlesen während der zwölf Veranstaltung im Oktober gemeint. Das ist auch ein Statement: Wir geben der Kunst des Erzählens eine Stimme und wir wollen die Schönheit der Sprache genießen und feiern – gerne gemeinsam mit Euch.

Das vollständige Programm zu den 24. Bielefelder Literaturtagen findet Ihr hier.

HilDa

Mittendrin Mittwoch #100

Fahne mit Maus-Luftfahrt-Logo (Zeichnung von Torben Kuhlmann)

Und so betrat am 21. Juli 1969 der erste Mensch den Mond.
Aber nur die Allerwenigsten wissen, was er dort fand.

(Aus dem Kinderbuch „Armstrong : Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond“ von Torben Kuhlmann)

 

Ich wollte hier nicht den Schluss der Geschichte vorwegnehmen, darum zitiere ich nur den zweitletzten Abschnitt der Erzählung, obwohl ich natürlich auch schon die letzten Sätze gelesen habe. Dann folgen noch einige Seiten „Eine kurze Geschichte der Raumfahrt“ als Anhang, das lese ich später mal.

Torben Kuhlmann ist ein großartiger Illustrator. Sein Bilderbuch „Lindbergh – Die abenteuerlich Geschichte einer fliegenden Maus“ ist der Vorläufer zu „Armstrong“; im letzten Jahr erschien „Edison – das Rätsel des verschollenen Mauseschatzes“. Die Bände kann man unabhängig von einander lesen. Aber hat man erst einmal eins der Mäuse-Abenteuer angesehen, will man alle – zumindest mir geht es jetzt so.

Wir wollen eine Veranstaltung für Kinder vorbereiten und als Motto hatte ich 50 Jahre Mondlandung vorgeschlagen, als Vorlesebuch „Armstrong“, obwohl ich es nur durch eine Rezension kannte. Jetzt habe ich den Text gelesen und bin etwas skeptisch: Ohne die Bilder wirkt er nicht, ist zum Vorlesen für Schulkinder von 9 Jahren aufwärts vielleicht auch etwas schlicht (das Buch ist ab 6 Jahren empfohlen). Aber an den Bildern kann man sich nicht sattsehen – auch als Erwachsener nicht. Und sie sind zusammen mit der Geschichte eine schöne Basis für Erläuterungen, Experimente und Spiele rund um die Themen Raumfahrt und Mond. Ich höre mal in das Hörbuch hinein, eine inszenierte Lesung mit Musik; der Sprecher Bastian Pastewka liest ja ganz ohne das Bildmaterial vor und die Bearbeitung  des Bilderbuches zum Hörbuch (von Gudrun Hartmann) gibt uns vielleicht noch einige Anregungen.

„Armstrong“ von Torben Kuhlmann: Bilderbuch und Hörbuch

Wenn ich sage, der Text sei schlicht, dann meine ich Sprache und Satzkonstruktionen; das Bilderbuch ist wunderbar zum gemeinsamen (Vor-)Lesen und Entdecken für Grundschulkinder geeignet. Die Geschichte über die abenteuerliche Maus-Raumfahrt ist köstlich: Eine kleine Maus kommt mit Hilfe eines Fernrohrs und vieler Bücher zu der Erkenntnis, dass der Mond aus Gestein besteht und nicht, so wie alle anderen Mäuse glauben, aus Käse. Um die Forschungsergebnisse beweisen zu können, will die Maus zum Mond und zurück reisen – ganz in der Tradition einiger Mäusevorfahren, die schon einmal Luftfahrtgeschichte geschrieben haben (siehe „Lindbergh“). Aber nichts und niemand ist jemals so hoch geflogen. Die kleine Maus muss forschen, Neues erfinden und die Versuche sind sogar lebensgefährlich. Doch dann findet sie die Technik, mit der der Flug gelingen kann. Ein kleiner Schritt für eine Maus … .

Aber das allein ist noch nicht die ganze Geschichte, da gibt es ja auch noch die Menschen. Nur mehr verrate ich eben nicht.

Große Empfehlung an Jung und Alt für „Armstrong: die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond“ von Torben Kuhlmann.
Viel Freude beim Lesen, Gucken und Entdecken.

HilDa

Das ist schon unsere 100. Mittendrin-Mittwoch-Buchbesprechung in diesem Blog.
Dank an Elizzy von read books and fall in love , die die Idee zu dieser Blog-Aktion für jeden, der teilnehmen will, lieferte – eine Anregung, die wir gerne aufgenommen haben. Im „Mittendrin Mittwoch“ zeigen wir unseren Eindruck von den Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Lesepicknick im Stadtpark Brackwede

Seit Anfang des Jahres plant die Stadtteilbibliothek Brackwede mit vielen weiteren Ehrenamtlichen und Einrichtungen aus Brackwede ein Lesepicknick im Park des Stadtteils.
Am Samstag, den 08.06.2019 um 14 Uhr ist es nun so weit.
Die Organisatoren haben ein Programm mit Spielen, Vorlesen in verschiedenen Sprachen, Basteln, Malen und vielem mehr auf die Beine gestellt:

  • Geschichten auf Plattdeutsch
  • deutsch-türkische Geschichten
  • Lesung der Kinderbuchautorin Jutta Krähling „Die Tellermanns“
  • Malen mit und in der Natur
  • Bücher-Fitnesstraining
  • Büchertauschaktion
  • u.v.m.

Bitte auf keinen Fall vergessen: Picknickkorb und -decke mitbringen!

Bei Regen findet das Fest übrigens in den Räumlichkeiten des ADD statt: Cheruskerstraße 1, 33647 Bielefeld. Wir drücken aber die Daumen, dass es trocken bleibt! 😉

Organisationsteam: Ehrenamtliche und Einrichtungen aus Brackwede
Kontakt: K. Günter, Stadtteilbibliothek Brackwede, 0521 515238, stadtteilbibliothek.brackwede@bielefeld.de

Mittendrin Mittwoch #97

Lange Zeit glaubte ich, daß es im Irrenhaus eine Abteilung für gescheiterte Hobby-Handwerker gibt. Heute weiß ich es. Denn ich lebe dort, hihi.

(Ich hab’s euch immer schon gesagt / von Axel Hacke. Seite 27)

Buch auf einer Decke

Ich hab‘s euch immer schon gesagt / von Axel Hacke

Es gibt so Bücher und Geschichten, die kann man so zwischendurch vernaschen, wie ein Konfekt oder (für mich passender) einen Keks; so zum Kaffee vielleicht oder vor dem Einschlafen, wenn man bereits zu müde für den dicken Roman ist. Oder an einem schlechten Tag, wenn man einfach etwas leichtes, anregendes und vor allem lustiges braucht, wenn man heute wenigstens einmal grinsen, ja laut lachen möchte. Axel Hacke schreibt solche Geschichten.

Meine erste Begegnung mit ihm war „Der kleine Erziehungsberater“ – vor vielen Jahren, da kannte ihn noch kaum jemand in meinem Bekanntenkreis; mittlerweile sind deren Kinder aber schon erwachsen. Nun, Axel Hacke schreibt Kolumnen über den Alltagswahnsinn, also den Alltag, der uns in den Wahnsinn treibt. So wie in der Geschichte „Vorhangstangen sind eigentlich doch schön“, die wie oben zitiert beginnt.

Kolumnen und Glossen lese ich einfach gerne. Diese kurzen, überspitzten Texte sind auch eine gute Vorlese-Übung. Es ist nicht leicht, die Ironie und die Pointe richtig herüber zu bringen, da müssen die Betonung, der Rhythmus, die Lesegeschwindigkeit und die Pausen genau gesetzt sein. Und der Vorleser selbst muss ganz ernst bleiben, sonst wirkt es nicht.

Texte von Axel Hacke dürfte ich nie irgendwo vorlesen. Ich habe gerade schon fast wieder meinen Kaffee über den Schreibtisch geprustet.
Ach.
Ich übe einfach noch ein wenig.

HilDa

Hacke, Axel : Ich hab’s euch immer schon gesagt : mein Alltag als Mann. – München : Kunstmann, 1998.

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Gesucht: Geschichten zum Vorlesen

Eine Frage, die immer mal wieder an uns gestellt wird: Gesucht werden Geschichten zum Vorlesen. Das klingt einfacher, als es ist.

Bei jeder Beratung wird erwartet, dass ich mal eben ein paar passende Titel aus dem Ärmel schüttele. Dabei hilft es ja niemandem, wenn ich etwas empfehle, weil es mir gefallen hat. Das kann ich hier im Blog so machen, nicht aber bei einer persönlichen Beratung; da wünscht der Leser natürlich eine Empfehlung, die zu ihm passt und die ihm gefallen wird. Also ist erst einmal ein Gespräch nötig: Was hat der Leser bisher denn gelesen, was hat ihm gefallen? Ein bestimmtes Genre, Lieblingsautoren, Sprachniveau? Mancher bevorzugt bestimmte Motive oder schließt lieber einzelne Themen aus. Es soll witzig sein? Nun, über Humor kann man sehr unterschiedlicher Meinung sein.

Bunter Lesesessel mit Buch

Lesesessel in der Kinderbibliothek

Wenn jemand etwas zum Vorlesen sucht, kommen noch weitere Faktoren dazu: Zu welchem Anlass soll vorgelesen werden, welche Zuhörer werden erwartet, möchte die Vorleserin etwas mit dem Text bewirken? Und dann muss der Text auch sprachlich der Vorleserin liegen und zum Lautlesen geeignet sein. Kompliziert verschachtelte Sätze machen es für Zuhörer schwer, dem Inhalt zu folgen; schlichte Satzstrukturen lassen aber eine Erzählung schnell eintönig erscheinen. Bei wörtlicher Rede mit mehreren Protagonisten ist es beim Zuhören schwer zu erkennen, wer gerade spricht. Eigennamen, Fremdwörter, Zungenbrecher im Text machen es einer Vorleserin auch nicht gerade leicht, eventuell muss erst nach der richtigen Aussprache recherchiert und gründlich geübt werden. Und dann soll die Geschichte auch noch genau die richtige Länge haben.

Letztlich muss jeder Leser selbst herausfinden, welcher Text ihm liegt; das gilt um so mehr für Vorleser und Vorleserinnen, sie können ihn nur dann überzeugend vermitteln, wenn sie sich auch mit ihm inhaltlich und sprachlich identifizieren können. Das ist tatsächlich sehr persönlich, denn mit einem gewählten und öffentlich vorgetragenen Text sagt man auch etwas über sich selbst aus.

In unserem Bestand findet Ihr für jeden Vorlese-Anlass eine passende Auswahl. Ihr solltet Euch aber für die Suche und die Vorbereitung ausreichend Zeit nehmen. Wir helfen gern.

Hier im Blog wollen wir in Zukunft einige Anregungen und Erfahrungen zum Thema Vorlesen weitergeben. Schließlich lesen wir selbst gerne vor und arbeiten mit vielen ehrenamtlichen und professionellen Vorlesern zusammen.

Wenn Ihr Interesse habt, ehrenamtlich als Lesepate oder Lesepatin in der Stadtbibliothek tätig zu werden, findet Ihr hier einige Informationen und die Kontaktdaten.

HilDa

Mittendrin Mittwoch #95

Eines Tages beschlich die hohen Offiziere der ruhmreichen Nation Pandurien ein Verdacht: daß in den Büchern Ansichten stehen könnten, die dem Prestige des Militärs abträglich sind.
(Ein General in der Bibliothek / von Italo Calvino. Seite 74)

Anlass war eine Benutzerfrage: Jemand suchte kurze Erzählungen zum Vorlesen bei einer öffentlichen Kulturveranstaltung, Zuhörer würden also Erwachsene sein; der Vorleser wollte drei oder vier einzelne Erzählungen für insgesamt 20 Minuten vortragen, möglichst alle von einem Autoren oder zu einem gemeinsamen Thema, gerne mit Humor.

Ich habe bisher kein größeres Werk von Italo Calvino gelesen, erinnere mich aber an seine Märchensammlung. In diesem Band mit Erzählungen fand ich vier Geschichten, die ich selbst zum Vorlesen für geeignet hielt und empfahl sie weiter. Übrigens noch mit einem Alternativvorschlag, ein anderes kleines Buch, das ich vielleicht später mal an dieser Stelle vorstellen werde, denn der Nutzer hat das gewählt (hätte ich an seiner Stelle vielleicht auch). Das gibt mir die Gelegenheit, Calvinos Erzählungen weiterzulesen.

Der Sammelband „Prima che tu dica ‚Pronto’“ ist 1993, acht Jahre nach Calvinos Tod, erschienen, die deutsche Übersetzung von Burkhart Kroeber mit dem Titel „Ein General in seiner Bibliothek und andere Erzählungen“ wurde sogar erst 2004 im Hanser-Verlag veröffentlicht. Italo Calvino ist in Italien Schullektüre, er gilt vielen als der bedeutendste italienische Schriftsteller seiner Generation.

Da ich ja Geschichten zum Vorlesen suchte, hatte ich zunächst die kürzeren Erzählungen laut gelesen. Jetzt lese ich auch die anderen, die ich bisher nur überflogen habe. Dabei halte ich mich allerdings nicht unbedingt an die vorgegebene Reihenfolge.

Buch mit Lesezeichen vor einem vollgestopften Bücherregal

Der General in der Bibliothek und andere Erzählungen / von Italo Calvino. Hanser, 2004

Das Zitat oben ist aus der Erzählung, die für die deutsche Übersetzung der Sammlung titelgebend wurde. Eine märchenhaft-groteske Geschichte über die Wirkung von Buchempfehlungen durch einen alten, pfiffigen Bibliothekar auf einen General und seine Soldaten, die eigentlich in der Bibliothek Zensur üben sollen, statt dessen aber durch die Lektüren zum Denken und Diskutieren angeregt werden. Logisch, dass ich diese Erzählung empfehle!

Calvinos Sprache ist wunderbar klar. Seine Geschichten driften gerne ins Phantastische oder man liest sie als pure Ironie; die Aussage ist meist politisch und gesellschaftskritisch – und wirkt nach wie vor aktuell. Oder wieder. Oder immer. Ach.

Egal, ob Ihr die Erzählungen für Euch lesen wollt oder eventuell Vorlesen möchtet: hier unsere Katalogdaten.

HilDa

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Es weihnachtet (noch nicht so) sehr

Kaum zu glauben nach dem ewigen Sommer, den wir dieses Jahr hatten, aber so langsam ist tatsächlich schon wieder die Vorweihnachtszeit in Sicht. Die Temperaturen haben sich dem ja immerhin auch schon ein wenig angepasst, sodass man durchaus schon darüber nachdenken kann Lebkuchen, Spekulatius und Co. zu kaufen und zu verspeisen.

Bei uns in der Bibliothek fängt es ebenfalls wieder an weihnachtlich zu werden. Die Weihnachtsbücher sind aus dem Keller geholt und stehen zur Ausleihe bereit und für alle die sich schon mal auf Weihnachten und den Advent einstimmen wollen, bieten wir verschiedene Veranstaltungen an:

Vielleicht ist ja etwas für euch dabei? 😉

lga

 

Rassismus nicht mit mir!

Am 1. März starteten die diesjährigen Bielefelder Aktionswochen gegen Rassismus. Auch die Stadtbibliothek Bielefeld ist mit einigen Aktionen dabei.

© Sebastian Haenel

Am Donnerstag, den 8. März ist der Literaturkritiker Ijoma Mangold bei uns zu Besuch und liest aus seinem Buch „Das deutsche Krokodil: meine Geschichte“. In seinem Buch berichtet Ijoma Mangold von seiner Kindheit und Jugend, davon, wie man als „Mischlingskind“ und „Mulatte“ in der Bundesrepublik aufwuchs und ob man in Deutschland mehr mit einer dunklen Haut oder mit einer Leidenschaft für Thomas Mann aus dem Rahmen fällt.
Do, 8. März 2018 | 19 Uhr | Literaturbühne | Stadtbibliothek am Neumarkt

Bildergebnis für kasimir backtIn der Stadtteilbibliothek Brackwede findet am Mittwoch, den 14. März ein kulinarischer Vorlesetag statt. Der kulinarische Vorlesetag ist eine Gemeinschaftsaktion der Stadtteilbibliothek Brackwede mit den Kindern aus verschiedenen  Ländern aus der „Schmetterlingsgruppe“ des Kindergartens „Die kleinen Strolche“ in der Eisenbahnstraße. Nach der Lesestunde werden Kleingebäck und Leckereien aus unterschiedlichen Herkunftsländern vorgestellt und gleichzeitig gibt es gratis Informationen über Küche und Kultur des jeweiligen Landes. Eltern und Großeltern sind willkommen. Anmeldung unter: 0521 51-5238.
Mi, 14. März 2018 | 10 – 11 Uhr | Stadtteilbibliothek Brackwede, Germanenstraße 17

Ebenfalls am 14.03.2017 veranstaltet der Literaturclub „Queer-Beet-Bildergebnis für mo und die arierLeser“ in der Stadtteilbibliothek Brackwede eine Gesprächs- und Diskussionsrunde zum Buch „Mo und die Arier“ von Mo Asumang. Die afrodeutsche TV-Moderatorin, Filmemacherin, Dozentin und Schauspielerin Mo Asumang geht in ihrem Buch der Frage nach, was hinter der Idee von sogenannten „Herrenmenschen“ steckt. Alle Interessenten sind herzlich zu einer Diskussionsrunde zum Thema eingeladen.
Mi, 14. März 2018 | 16 – 17:30 Uhr | Stadtteilbibliothek Brackwede, Germanenstraße 17

Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun stellt am Dienstag, den 20. März sein neues Buch „Schwarzbuch Migration“ vor, welches am 15. März 2018 erscheinen wird und das die dunklen Seiten unserer Flüchtlingspolitik beleuchtet.
Di, 20. März 2018 | 19 Uhr | Literaturbühne | Stadtbibliothek am Neumarkt

In Kooperation mit dem Verband für binationale Familien und Partnerschaften und der Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Sozialwesen zeigt die Stadtbibliothek vom 22. März bis zum 30. April die Wanderausstellung „Bilder im Kopf! Vielfalt in Kinder- und Jugendmedien“. Ziel der Ausstellung ist es, für vorurteilsbewusstes Lesen zu sensibilisieren und auf gute Beispiele aufmerksam zu machen, bei denen in Büchern die gesellschaftliche Vielfalt ohne Stereotype abgebildet wird.
Ausstellungseröffnung | Do, 22. März 2018 | 16 Uhr | Ausstellungsfläche 1. OG | Stadtbibliothek am Neumarkt

Im Rahmen der Ausstellung findet am Dienstag, den 10. April ein Workshop mit Natascha Fröhlich statt. Es werden u.a. Kinderbücher zu verschiedenen Vielfältigkeitsaspekten vorgestellt und Bücher auf Vorurteile und Stereotype untersucht. Die Referentin Natascha Fröhlich ist Islamwissenschaftlerin, interkulturelle Trainerin und Mitarbeiterin des Verbands binationaler Familien und Partnerschaften.
Di, 10. April 2018 | 16 – 19 Uhr | Seminarraum 1. OG | Stadtbibliothek am Neumarkt

Ein weiterer Vortrag zur Ausstellung „Bilder im Kopf!“ findet am Donnerstag, 19. April statt. Katharina Steffens referiert zum Thema „Rassismus in Kinderliedern“. Der Vortrag erläutert exemplarisch an einigen Kinderliedern, welches rassistische und diskriminierende Wissen sich Kinder durch die Kinderlieder aneignen. Was bedeutet das für die Praxis? Gibt es vorurteilsbewusste Kinderlieder und Kinderbücher?
Do, 19. April 2018 | 14 – 15.30 Uhr | Seminarraum 1. OG | Stadtbibliothek am Neumarkt

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Hier findet ihr das komplette Programmheft der Bielefelder Aktionswochen.

lga

MittendrinMittwoch #31

Papa hatte also festgestellt, dass das kleine Mädchen, das an einem Dezembertag im Jahre 1948 aus einem Kaufhaus verschwunden war, wirklich Elisabet Hansen hieß. Elisabet Hansen hieß aber auch das Mädchen, über das Joachim im magischen Adventskalender las. Sie wanderte quer durch Europa, aber auch zurück durch zweitausend Jahre Geschichte.

Das Weihnachtsgeheimnis von Jostein Gaarder, Seite 133

 

Joachim und sein Vater sind noch am 30. November auf der Suche nach einem Adventskalender. Sie befürchten schon keinen mehr zu finden, als Joachim einen ganz besonderen Adventskalender in einem kleinen Buchladen entdeckt. Denn als Joachim am nächsten Morgen das erste Türchen öffnet, befindet sich nicht nur ein Bild, sondern auch ein kleiner Zettel hinter dem Türchen, auf dem der erste Teil einer Geschichte steht. Und jeden Tag kann man einen neuen Teil dieser Geschichte erfahren.

Mir hat es als Kind immer sehr gefallen, dieses Buch in der Adventszeit mit meiner Familie zu lesen. Das Buch eignet sich wirklich sehr gut zum Vorlesen und man hat eben auch längere Zeit etwas davon, da es für jeden Tag der Adventszeit ein Kapitel gibt. Es ist also wie ein Adventskalender gemacht. Auch diese Geschichte in der Geschichte, also die Geschichte um Joachim und die Geschichte, die in Joachims Adventskalender erzählt wir, ist eine schöne Idee.

lga

Elizzy von read books and fall in love hat sich die Blogaktion ausgedacht. Der „Mittendrin Mittwoch“ besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Der Bundesweite Vorlesetag

Am Freitag, den 17.11.2017, findet zum 14. mal der Bundesweite Vorlesetag statt. DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung haben diesen Tag ins Leben gerufen, um auf die Wichtigkeit des Vorlesens aufmerksam zu machen. Letztes Jahr hatte der Vorlesetag 130.000 Teilnehmer, in diesem Jahr haben sich bisher sogar schon 163.905 Teilnehmer gefunden (vielleicht kommt bis morgen ja noch der eine oder andere dazu 🙂 ), zu denen auch wir gehören.
Insgesamt finden bei uns ab 14 Uhr 12 Lesungen an verschiedenen Orten in der Stadtbibliothek am Neumarkt statt, die sich an Kinder aber auch Erwachsene richten.

Wir freuen uns auf alle Zuhörer, die den Weg zu uns finden! 🙂