Lesen gegen das Vergessen

Zum siebten Mal trat die Initiative „Lesen gegen das Vergessen“ am Donnerstag, den 15.04.2021 an die Öffentlichkeit – in Erinnerung an die Bücherverbrennungen im Frühjahr 1933 sowie an die doppelt vergessenen Autorinnen, die während der Nazizeit ausgegrenzt, vertrieben und ermordet wurden. Die Aktion erscheint aktuell brennend notwendiger denn je. Deshalb gedachten die Lesenden der Befreiung von Auschwitz vor 76 Jahren mit einem Text von Esther Bejarano aus ihren „Erinnerungen“ an die Schreckenszeit im Lager. Ausgewählt haben sie in diesem Jahr dazu Texte bzw. Gedichte von Rose Ausländer, Vicki Baum, Hilde Domin, Mascha Kaléko und Ruth Klüger. Als Schriftstellerin aus der Region hat die Initiative Ilse Losa, geboren in Buer bei Melle, entdeckt, als zeitgenössische Autorin im Exil Lina Atfah aus Syrien.

Wer am 15. April eigentlich live dabei sein wollte, hat vielleicht bemerkt, dass wir an dem Abend leider einige technische Schwierigkeiten hatten. Aber keine Sorge: Wir haben den Mitschnitt der Veranstaltung bei YouTube eingestellt, so könnt ihr auch jetzt noch die Veranstaltung anschauen.

Die Veranstaltung wurde übrigens vom Künstlerinnenforum bi-owl e.V. und der Initiative „Lesen gegen das Vergessen“ in Kooperation mit der Stadtbibliothek Bielefeld organisiert.

Am Donnerstag, dem 15. April im 19 Uhr lesen Abdessamad Bouzid, Barbara Daiber, Leonore Franckenstein, Sarah Laukötter, Brigitte Siebrasse, Gabriele Sonnenberg, Sally Lisa Starken, Almuth Wessel und Heidi Wiese. Einführung: Dr. Irene Below. Die eigene Musik dazu spielt Willem Schulz auf dem Cello.

SchreibRaum 2020: Projektbericht

Das war eine in jeder Beziehung besondere Schreibwerkstatt. Der Kurs sollte bereits im April 2020 beginnen (1. Versuch) und endete tatsächlich erst im Februar 2021. Die Gründe kann sich jeder leicht vorstellen: Corona, Pandemie, Lockdown 1 + 2. Im März musste leider erst einmal abgesagt werden (1. Lockdown), dann wurde aber im Sommer neu geplant und ab 29. August konnten endlich 9 Teilnehmer:innen im Alter von 14 bis 18 Jahren in den SchreibRaum starten. Doch dann kam der 2. Lockdown. Kursleiterin Andrea Gehlen organisierte auf online-Meetings via Zoom um; aber erst einmal musste der Kurs unterbrochen werden, es kamen die Ferien und Feiertage. Trotzdem gelang es, alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen motiviert zusammenzuhalten. Am Ende musste auch die Abschlussveranstaltung online stattfinden. Dazu später mehr.

Mit der Bielefelder Autorin Andrea Gehlen hatten wir eine engagierte Workshopleiterin, die von vornherein einen Plan B vorbereitet hatte. Das vom LandesMinisterium für Kultur und Wissenschaft geförderte Projekt SchreibLand NRW, eine Initiative des Literaturbüros NRW in Düsseldorf und des Verbandes der Bibliotheken NRW, sah die Möglichkeit eines Online-Workshops auch schon vor.

Doch im August hatten wir noch die Hoffnung, dass wir bis Anfang Dezember die zehn 90-Minuten-Termine als Präsenzveranstaltungen gestalten könnten. Der große Veranstaltungssaal SO2 bot genügend Platz für eine großzügige Aufstellung der Tische, so dass der nötige Abstand gewahrt werden konnte. Und die Jugendlichen waren bemerkenswert diszipliniert und hielten sich an alle Hygiene-Regeln. Samstags ab 12 Uhr verbrachten diese jungen Menschen ihren schulfreien Tag freiwillig mit einer Schulung. Und sie brachten schon Entwürfe, Ideen und sogar fertige Texte mit. Frau Gehlen war von Anfang an beeindruckt.

Man könnte die Workshop-Geschichte jetzt wie eine Heldenreise erzählen. Die Gruppe aus neun sehr unterschiedlichen Jugendlichen wuchs unter der Leitung der erfahrenen Autorin zu einem Team zusammen. Sie mussten Aufgaben bewältigen, einige jeder für sich, einige gemeinsam. Sie mussten Charaktere bilden – dabei ging es um die Figurenentwicklung in ihren Geschichten, aber auch um die eigene Biografie, wie sie z. B. für den Klappentext eine Buches benötigt würde (und bei der Abschlussveranstaltung zur Präsentation gehören sollte). Sie mussten Schauplätze erkunden, neue Perspektiven gewinnen, mit Lügen und „unzuverlässigen Erzählern“ umgehen lernen und Konflikte verschlimmern – natürlich für ihre Erzählungen. Sie haben gemeinsam die Frage nach der Moral gestellt, genauer nach der Rolle der Moral in einer Geschichte. Kurzgeschichten, Gedichte und Romananfänge sind entstanden und weiterentwickelt worden. Und dazu aller Unbill der Pandemie! Doch am Ende musste jeder einzelne sich einem Publikum stellen und mit seinen Texten die Bewährungsprobe bestehen. Ja, eine Heldenreise eben!

Schematische Darstellung einer „Heldenreise“

Die Heldenreise als Geschichtenkonstrukt war aber auch selbst ein Thema der Schulung: Am Beispiel „Harry Potter“ ging der Kurs die Stationen dieser archetypischen Erzählstruktur durch.

Sieben der insgesamt zehn Termine konnten in der Bibliothek stattfinden, drei mussten in den digitalen Raum verlegt werden. Für den Übergang – wegen des Lockdowns und der Ferien gab es erst einmal eine Unterbrechung – hielt Frau Gehlen den Kontakt mit regelmäßigen E-Mails und Schreibübungen für die Teilnehmer:innen. Nach zehn Wochen meldeten sich tatsächlich alle wieder und in drei langen Zoom-Meetings bereitete man sich auf die Abschlussveranstaltung vor: Textauswahl, Tipps und Tricks zum öffentlichen Vorlesen, Zeitplan und anderes Organisatorisches.

Die Abschlussveranstaltung fand am 13. Februar 2021 ebenfalls online statt. Wir trafen uns mit Gästen – insgesamt 30 Personen – auf dem Bildschirm. Natürlich passierte all das, was immer bei großen online-Meetings passiert: Mikrofone waren an, die eigentlich ausgeschaltet sein sollten, so dass Nebengeräusche störten; die Netzverbindungen waren nicht immer für alle stabil; eine Fotoshow, die die Pause überbrücken sollte, war schneller vorbei als geplant. Oder verlief die Zeit einfach schneller? Frau Gehlen moderierte jedenfalls souverän und die jungen Schriftsteller und Schriftstellerinnen ließen sich durch nichts aus der Fassung bringen.

Und was bekamen wir an diesem besonderen Abend zu hören?

„Glaubst du an Magie?“ – fragte gleich in einer der ersten Prosatexte ein Protagonist. Er flüsterte: „Ich erzähle dir die Geschichte meines Stammes. …“ – und ich wünsche mir möglichst bald alle Bände des Fantasy-Epos für unsere Bibliothek! (Ja, kein Witz, die Autorin hat den Entwurf für acht Bände fertig und bereits weit mehr als das vorgetragene Anfangskapitel geschrieben.)
Wer hätte gedacht, dass uns die Perspektive eines Kruges oder die eines Hundes auf dem Sofa fesseln konnte, dass wir den Traum vom perfekten Bizeps mitträumen würden – ebenso wie den Alptraum vom Tanz des Todes. Wir sympathisierten mit einem gedemütigten Dieb und mit einem einsamen, aber vergesslichen Kobold. Wir hörten kurze Prosatexte, einen Romananfang und Lyrik.

„Das Wichtigste, was ich hab‘, ist meine Gab‘“, hieß es in einem der Gedichte. Doch so bescheiden müssen diese jungen Dichter und Dichterinnen gar nicht sein, denn nach dem Applaus und den Rückmeldungen zu urteilen haben sie es uns Zuhörer:innen an diesem Abend gezeigt: Ja, auch wir glauben an die Magie der Worte.

Das waren besondere Autorenlesungen. Nach einigen besonderen Kurs-Monaten. Andrea Gehlen kommentierte in einer Rundmail kurz nach dem Ende der Veranstaltung: „nur ganz kurz, ich bin noch ganz ergriffen. Ihr wart sooooooooo toll!!!!“. Frau Rast vom Literaturbüro NRW bedankte sich am folgenden Montag für den „schönen Abend mit tollen Texten“.

Ich bin davon überzeugt, dass wir von diesen neun Autoren und Autorinnen noch viel hören werden: die neue Bielefelder Schriftsteller-Generation.

Nur schade, dass wir keine öffentliche Live-Lesung auf unserer Literaturbühne mit ihnen organisieren durften. Nun, vielleicht das nächste Mal, denn der SchreibRaum 2021 öffnet, wenn sich genügend Teilnehmer:innen finden, bereits am 17. April wieder.

HilDa

Diese Werkstatt wurde gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen von SchreibLand NRW – einer Initiative des Verbands der Bibliotheken des Landes NRW und des Literaturbüros NRW.

Unsere digitale Nacht der Bibliotheken

Vor ein paar Tagen haben wir euch schon unser Kunstprojekt zur Nacht der Bibliotheken vorgestellt (da könnt ihr gerne noch mitmachen, wir haben die Abgabefrist bis zum 19.03. verlängert 🙂 ). Um 18 Uhr wird die Nacht der Bibliotheken am 19. März dann auch mit der Vorstellung der Ergebnisse aus dem Kunstprojekt beginnen.

MAGISCHES BASTELN

Von 18.30 bis 19.15 Uhr und von 20.00 bis 20.45 Uhr können Kinder ab 6 Jahren jeweils mit uns Zauberstäbe basteln! Die Bastelaktion wird per Zoom stattfinden, eine vorherige Anmeldung ist dafür nötig. Und damit alle Teilnehmer_innen auch das nötige Bastelmaterial zur Hand haben, kann dies ab dem 15.03. in der Stadtbibliothek am Neumarkt abgeholt werden.

GUTE NACHT!

Um 19.30 Uhr wird es eine Gutenachtgeschichte per Video auf YouTube geben. Die Geschichte wird eine Mitarbeiterin aus der Stadtteilbibliothek Schildesche vortragen – aber nicht allein! Begleiten wird sie ihr Hund Buddy, der schon oft bei Veranstaltungen mitgewirkt hat.

PROJEKTE AUS STIEGHORST

Die Kolleginnen aus Stieghorst melden sich um 20.30 Uhr und stellen ihre Geschichtensäckchen und den Glasschneider vor. Damit kann man tolle Upcycling-Projekte aus alten Glasflaschen gestalten. Das Video wird ebenfalls auf YouTube Premiere feiern.

3D-DRUCKER

Per Zoom stellen wir um 21 Uhr unseren 3D-Drucker vor. Wir erzählen kurz etwas über den 3D-Druck allgemein und zeigen euch dann, wie unser Drucker funktioniert. Dafür ist eine Anmeldung hier nötig. Den Zoom-Zugang erhaltet ihr dann ein paar Tage vorher.

IM MAGAZIN

Parallel wird ebenfalls um 21 Uhr ein weiteres Video online gehen. Darin werden wir euch mitnehmen in die Tiefen der Bibliothek. Der ein oder andere hat es vielleicht schon mal erlebt – ein Buch, das ihr gerne ausleihen wolltet, hatte den Standort Magazin und musste erst einmal von dort bestellt werden. Falls ihr euch schon immer mal gefragt habt, wie es dort unten im Magazin aussieht und welche Schätze sich dort verbergen, schaut doch mal rein!

Damit ihr während der Videos mit uns in Kontakt treten könnt, werden wir die Social Media Kanäle von 18 bis 22 Uhr bedienen. Auf Instagram, Facebook, Twitter oder YouTube könnt ihr uns Fragen und Kommentare dalassen. Wir freuen uns auf euch!

SchreibRaum 2021

SCHREIBWERKSTATT FÜR JUGENDLICHE AB 14 JAHREN

Logo von SchreibLand NRW 2020

In unserer Schreibwerkstatt Schreibraum 2021 wird Ideenstaub zu spannenden Geschichten. Hier ist Platz für scheinbar verrückte Einfälle, die im Text oft unerwartet gut funktionieren. Du probierst mit Unterstützung der Autorin Andrea Gehlen verschiedene Schreibtechniken aus, bekommst Schreibimpulse und erfährst etwas über handwerkliche Grundlagen und Tricks, die Deinen Text noch besser machen. Mit viel Spaß an der Freiheit der Fantasie entwickelst Du Deine Ideen weiter oder lässt ganz Neues entstehen. Zum Schluss überarbeiten wir die Texte und stellen sie einer Öffentlichkeit vor. Ob das im Rahmen einer Lesung oder einer kleinen Ausstellung oder vielleicht sogar einem Auftritt im Radio sein soll, das überlegen wir zusammen.

Der Kurs ist für Anfänger und Fortgeschrittene ab 14 Jahren gedacht.
Die Teilnahme kostet 25 €.
Wir beginnen am 17. April um 12 Uhr in der Stadtbibliothek am Neumarkt. Insgesamt umfasst der Kurs 10 Termine á 90 Minuten jeweils samstags.

Hier alle Termine im Überblick: 17.04.2021, 24.04.2021, 08.05.2021, 15.05.2021, 22.05.2021, 29.05.2021, 05.06.2021, 12.06.2021, 19.06.2021, 26.06.2021; eine Abschlussveranstaltung ist für den 03.07.2021 geplant. (Falls an einigen Terminen wegen der Maßnahmen zur COVID-19-Eindämmung keine Präsenzwerkstatt stattfinden kann, geht der Kurs online weiter; dadurch kann es evtl. zu Terminverschiebungen kommen.)

Andrea Gehlen
(c) Freya Warzel

Der Workshop wird wieder geleitet von der Bielefelder Schriftstellerin Andrea Gehlen.

Andrea Gehlen lebt in Bielefeld, ist verheiratet, hat drei Kinder und einen kleinen Hund. Sie arbeitet als Autorin von Kinderbüchern, Kurzkrimis, Büchern mit Audioergänzung und als Dozentin für kreatives Schreiben. Bislang hat sie sieben Kinderbücher und zahlreiche Kurzkrimis veröffentlicht. Zwei davon wurden mit einem Preis ausgezeichnet.
Im Internet findet man sie hier.

 

Interessenten an SchreibRaum 2021 können sich direkt hier anmelden.
Bitte meldet Euch möglichst bald an, damit wir einschätzen können, ob der Kurs überhaupt stattfinden kann, auch wenn der Bewerbungsschluss erst der 10. April ist.

Ansprechpartner: Dagmar Hillebrand
E-Mail: dagmar.hillebrand@bielefeld.de

 

Diese Werkstatt wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen von SchreibLand NRW, einer Initiative des Literaturbüros NRW und des Verbandes der Bibliotheken NRW.

 

Medientipps zum „Mitmischen“ (Nacht der Bibliotheken 2021)

Zur diesjährigen Nacht der Bibliotheken planen wir gemeinsam mit euch eine Collage zu kreieren (nähere Infos im Blogpost).

Wer Lust hat mitzumachen, bisher aber noch keine zündende Idee hat, kann sich vielleicht durch einige Medien aus unserem Bestand inspirieren lassen.

Der erste Weg führt uns in die Kunstabteilung zu den Sachbüchern über verschiedenen Maltechniken (Maltechniken, Öl- und Acrylmalerei, Aquarellmalerei, Weitere Maltechniken (z.B. Pastellmalerei), Grafische Techniken).

Im Freitzeitbereich finden sich unter anderem Bücher zu Handlettering (Ydk 29), und der Bereich Allgemeines hat Bücher mit Tipps und Anleitungen zur Kalligrafie und kunstvollem Schreiben in petto.

Aber es muss ja nicht alles auf Papier stattfinden; Stoff lädt zum Sticken der Worte ein (Xen 32) und auch gänzlich digitale Kreationen sind denkbar (Wcr 7 Grafik-, Bild- und Fotobearbeitung).

Wer direkt loslegen und nicht erst Bücher bestellen möchte (Bestellservice) kann auch direkt unsere digitalen Angebote nutzen:

Ebenfalls denkbar sind Kunstwerke aus Naturmaterialien (Worte aus Steinen gelegt) oder Zeitungsfetzen à la Lieblingskrimi zu einem „Erpresserbrief“ zusammengefügt.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Mitmischen! 🙂

Nacht der Bibliotheken -Mitmischen!

Am 19. März findet die Nacht der Bibliotheken 2021 statt! Das Motto dieses Jahr lautet Mitmischen. Normalerweise würden wir unsere Türen in dieser Nacht länger für euch geöffnet halten und uns passend zum Motto ein tolles Programm ausdenken.

Dieses Jahr wird aber auch die Nacht der Bibliotheken digital stattfinden. Trotzdem möchten wir alle Interessierten beteiligen und mitmischen lassen.

Mit euch zusammen wollen wir eine Collage gestalten. Sie soll aus euren Kunstwerken bestehen, sie soll die Vielfältigkeit von Meinungen, Blickwinkeln, Lebensanschauungen, Erinnerungen und Gefühlauslösern wiedergeben. Die Kunstwerke sollen ein Wort oder ein Zitat enthalten. Dafür könnt ihr eine beliebige Quelle wählen. Vielleicht ein Zitat aus eurem Lieblingsbuch oder Gedicht. Etwas dass mal ein Philosoph gesagt hat. Ein Spruch von einer Klowand. Anekdoten, Filmzitate, Songtexte. Nehmt diese Worte und schafft damit oder darum herum ein Kunstwerk! Bei der Umsetzung sind euch keine Grenzen gesetzt: Photoshop, Fotografien, Leinwände, Kalligraphie, Streetart – überrascht uns einfach. 🙂

Bis Montag, den 08. März 2021 könnt ihr uns eure Werke per Mail an stadtbibliothek.events@bielefeld.de oder per Post zusenden. Wenn ihr uns euer Werk digital zusendet achtet nur auf eine gute Qualität. Aus allen Einsendungen werden wir eine Collage gestalten und diese im Rahmen der Nacht der Bibliotheken digital präsentieren. Die Collage soll aber auch über die Nacht der Bibliotheken hinaus in gedruckter Form bei uns zu sehen sein.

Neben der Präsentation der Collage finden weitere digitale Angebote statt, die wir bald bekannt geben werden.

Wir freuen uns auf all eure Zusendungen! 🙂

Anna Katharina Hahn: Aus und davon

LITERATURTAGE BIELEFELD 2020
EINE ART VON WAHRHEIT

„Das Kind drückte sich dicht an die Mutter und bat um eine Geschichte“

Der Pfannekuchen klebt an der Küchendecke. Und dann rennt der viel zu dicke Enkelsohn auch noch weg, bleibt unerreichbar, während sich seine ältere pubertierende Schwester mit ihren Verehrern ungefragt in der Küche einnistet. Da ihre Mutter Hals über Kopf in den USA eine dringend benötigte „Auszeit“ nimmt und in der überseeischen Vergangenheit der Familie nach Erinnerungsresten sucht, übernimmt kurzerhand Oma-Eli die Familienregie, nicht ahnend, was sie, die früher problemlos das Reisebüro Geiger gemanagt hat, sich da eingebrockt hat. Da kommt die Frage auf, was stimmt eigentlich nicht mit der jungen Generation, die ständig digital kommuniziert, aber in der sie tragenden Wohlstandsfamilie nichts preisgibt?

Der Familienroman wird bei Anna Katharina Hahn zur Zeitanalyse. Es geht um Feminismus, Pietismus, Körper, Verantwortung, Annäherung und Abstoßung im Beziehungsnetz, um deutsche Auswanderer in den USA, Mobbing auf dem Schulhof und, erzählerisch ein Meisterstück, um eine über hundert Jahre alte Schmusepuppe namens Linsenmaier.

Anna Katharina Hahn, geboren 1970, stellt alle vier Jahre ihre neuen Romane, die stets zentrale „wunde Punkte“ der Gesellschaft thematisieren, bei unseren Literaturtagen Bielefeld vor, beginnend 2012 mit „Am Schwarzen Berg“. 2016 erschien „Das Kleid meiner Mutter“, die berührende Geschichte einer Studentin vor dem Hintergrund der massiven Wirtschaftskrise in Spanien. Mit „Aus und davon“ ist nun eine

„fabelhafte … Familiengeschichte zwischen Pietismus und Abgrund“

entstanden, lobt Hubert Winkels in der Wochenzeitung DIE ZEIT, leichthändig gelinge Anna Katharina Hahn

„die Balance von Tragik und Humor“.

Der Roman steht sowohl auf der SWR-Liste der qualitativ besten Belletristik-Neuerscheinungen, wie auch auf der SPIEGEL-Bestseller-Liste.


Die Katalogdaten zu den Werken von Anna Katharina Hahn im Bestand der Stadtbibliothek findet Ihr hier.
Das Literaturverzeichnis zur Lesung gibt es hier als PDF: AnnaKatharinaHahn

Der Roman wurde oft im Feuilleton besprochen, einige Rezensionen haben wir verlinkt:

        • Stephan Wackwitz von der TAZ entdeckt in dem Roman das kleinbürgerliche „Stuttgart, wie es wirklich ist“: hier.
        • Patrick Bahners von der FAZ ist angetan von den überzeugenden Bildern, die die Autorin in dem Roman einer schwäbisch-pietistischen Familiengeschichte findet: hier.
        • Paul Jandl (NZZ) empfiehlt den Roman sogar den Leser:innen in 100 Jahren noch, wenn die wissen wollen, wie deutsches Familienleben heute ausgesehen hat – ein Generationenroman, tragikomisch und mit großartiger Detailschärfe erzählt: hier.
        • Die begeisterte Buchkritik von Maike Albath kann man auch im Podcast hören beim Deutschlandfunk Kultur: hier.
        • Für das Goethe-Institut besprach Marit Borcherding den Roman hier.

Beim Deutschlandfunk Kultur kann man auch ein Gespräch mit der Autorin über ihren neuen Roman nachhören: mit Joachim Scholl in der Sendung Lesart hier.
Judith Heitkamp hat Anna Katharina Hahn für den Bayerischer Rundfunk befragt: hier.

Freitag, 30. Oktober, 20 Uhr
Stadtbibliothek, Neumarkt 1
Einlass: 19.30 Uhr, Beginn: 20.00 Uhr
Moderation: Klaus-Georg Loest
Musikalische Begleitung: Thomas Schweitzer, Saxophon
Eintrittspreis: 10,– €, ermäßigt 6,– €, Livestream 2,– €

Die Lesung ist bereits ausverkauft.
Wenn Ihr den Livestream buchen wollt: Hier entlang, bitte – LIVESTREAM

Anne Weber: Annette, ein Heldinnenepos

LITERATURTAGE BIELEFELD 2020
EINE ART VON WAHRHEIT

„Was treibt sie an?“ – „Es ist der Reiz des Unvorhersehbaren.“

Annette kämpft eigentlich nicht für ein Land, sondern „für Ideen, Gleichheit und Selbstbestimmung“, für Algerien. Das große Ziel ist die Unabhängigkeit des Landes von Frankreich. Sie schließt sich der Nationalen Befreiungsfront FLN an, wird in der Heimat zu zehn Jahren Haft verurteilt, flieht und wird schließlich Mitglied der ersten unabhängigen Regierung unter Ben Bella. Sie will soziale Gerechtigkeit, träumt vom Glück und fragt sich voller Bitterkeit, ob die Elite von Franzosen durch die Elite von Algeriern ersetzt wird. Die Erkenntnis: Auch beim FLN wird gefoltert. Es wird nicht nur um Unabhängigkeit gekämpft, sondern auch um Macht.

„Ja, es gibt sie“

Die Heldin des Epos von Anne Weber lebt im Süden Frankreichs ist Neurophysiologin und 96 Jahre alt. Schon während des Zweiten Weltkriegs war sie Mitglied der kommunistischen Partei und kämpfte in der Résistance im Untergrund gegen die deutschen Besatzer. So auch die fiktive Annette im Epos. Ist sie Heldin oder Terroristin? Oder beides? Als sie flüchtet, muss sie ihre Familie, ihre drei Kinder zurücklassen. Sie kämpft für den Sozialismus, für ein brüderliches Land. Hatte sie das Recht so zu handeln oder war zumindest die Gerechtigkeit auf ihrer Seite?

NDR Kultur bilanziert in der Rezension des Buches von Anne Weber:

„Annette schöpft ihre Kraft aus ihrer Naivität. Sie glaubt daran, dass ein gutes und gerechtes Zusammenleben möglich ist.“

Und wird zum modernen weiblichen Helden eines ungewöhnlichen Epos.

Am 12. Oktober erhielt Anne Weber für ihr Romanepos den Deutschen Buchpreis 2020.


Die Katalogdaten zu den Büchern von Anne Weber im Bestand der Stadtbibliothek findet Ihr hier.
Das Literaturverzeichnis zur Lesung gibt es hier als PDF: AnneWeber

Hier im Blog hat meine Kollegin das Buch schon Anfang September vorgestellt und empfohlen: hier.
Das Epos wurde oft im Feuilleton besprochen, nur einige Rezensionen haben wir verlinkt:

Dorothea Westphal spricht auf dem Blauen Sofa mit der Buchpreisgewinnerin über ihr Buch: in der ZDF-Mediathek (ca. 14 Min.)

Donnerstag, 29. Oktober, 20 Uhr
Stadtbibliothek, Neumarkt 1
Einlass: 19.30 Uhr, Beginn: 20.00 Uhr
Moderation: Solveig Münstermann
Musikalische Begleitung: Anna Suzuki, Gesang und Flügel
Eintrittspreis: 10,– €, ermäßigt 6,– €, Livestream 2,– €

In Kooperation mit dem Verein der Freunde und Förderer der Stadtbibliothek Bielefeld, e.V.

Die Lesung ist bereits ausverkauft. Aber …
Jaaaa, es gibt jetzt doch einen Livestream. Wenn Ihr den buchen wollt: Hier entlang, bitte – LIVESTREAM

Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt

LITERATURTAGE BIELEFELD 2020
EINE ART VON WAHRHEIT

Roman "Die Unschärfe der Welt" von Iris WolffIn diesem Roman verbinden sich die Lebenswege von sieben Personen aus vier Generationen, die sich trotz Schicksalsschlägen und räumlichen Distanzen unaufhörlich aufeinander zu bewegen. So entsteht vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Ostblocks und der wechselvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts ein Roman über Verlust und Neuanfang, Freundschaft und Liebe und das, was wir bereit sind für das Glück eines anderen aufzugeben. Bindeglied ist Samuel, der Ende der 60er Jahre in einem Banater Dorf in Rumänien aufwächst. Am Anfang macht sich seine hochschwangere Mutter mit einem Schlittenwagen auf den Weg ins nächste Krankenhaus. Am Schluss erlebt seine Tochter in Baden-Württemberg ihre ersten Liebeswirren. Dazwischen liegen Flucht, Rückkehr in die Heimat und erneuter Aufbruch. Jede Perspektive bietet einen neuen Blick auf Samuel.

Kunstvoll und höchst präzise lotet Iris Wolff die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache und Erinnerung aus und von jenen Bildern, die sich andere von uns machen.

„Selbst 100 Fernsehsendungen über die Geschichte Siebenbürgens und Europas im 20. und 21. Jahrhundert können nicht das leisten, was die interkulturelle Literatur von Iris Wolff, was ihr dichterischer, spielerischer und bezaubernder Umgang mit Sprache, was ihr genauer, vertrauter, liebender Blick, ihr Sprachrhythmus, ihre so poetische wie präzise Sprache vermögen.“

So Laudator Klaus Hübner vom Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas der Ludwig-Maximilians-Universität München anlässlich der Verleihung des Marieluise-Fleißer-Preises 2019.

Iris Wolff, geboren in Siebenbürgen, lebt in Freiburg im Breisgau. Sie wurde für ihre Romane bereits mehrfach ausgezeichnet und ist Mitglied im internationalen Exil-PEN. „Die Unschärfe der Welt“ steht auf der Longlist der nominierten Titel zum Deutschen Bücherpreis 2020.

(Text aus dem Programmheft zur Veranstaltungsreihe)


Die Katalogdaten zu den Werken von Iris Wolff im Bestand der Stadtbibliothek findet Ihr hier.
Das Literaturverzeichnis zur Lesung gibt es hier als PDF: IrisWolff

Der Roman wurde oft im Feuilleton besprochen, einige Rezensionen haben wir verlinkt:

        • Carsten Hueck im Deutschlandfunk Kultur lobt das Buch als einen intimen, tiefernsten und enorm sinnlichen Roman: hier der ganze Beitrag auch zum Hören.
        • Im WDR 2 gibt Denis Scheck den Buchtipp: „ein schmales Buch, aber doch eines mit Kraft“, kann man hier hören.
        • In der Frankfurter Rundschau rezensiert Cornelia Geißler: „anrührend und aufwühlend“, der ganze Text hier.
        • In der FAZ lobt Andreas Platthaus Autorin und Roman: hier.
        • Und in der Süddeutschen Zeitung nennt Meike Feßmann den Roman ein „Zauberkunststück der Imagination“: hier.

Ein Radio-Interview mit der Autorin findet Ihr z. B. bei SWR 2 (ca. 7 Min.)
Die website von Iris Wolff findet Ihr hier.

Dienstag, 27. Oktober, 20 Uhr
Stadtbibliothek, Neumarkt 1
Einlass: 19.30 Uhr, Beginn: 20.00 Uhr
Moderation: Angelika Teller
Musikalische Begleitung: Nils Rabente, Flügel, Elmar Lappe, Schlagzeug, und Kevin Hemkemeier, Bass
Eintrittspreis: 10,– €, ermäßigt 6,– €, Livestream 2,– €

Die Lesung ist bereits ausverkauft.
Wenn Ihr den Livestream buchen wollt: Hier entlang, bitte – LIVESTREAM

Heinrich Steinfest: Der Chauffeur

LITERATURTAGE BIELEFELD 2020
EINE ART VON WAHRHEIT

Roman "Der Chauffeur" von Heinrich SteinfestIn der Welt des Chauffeurs Paul Klee herrschen Übersicht und Präzision. Aber das Leben hält keine Garantie für unendliche Ordnung bereit. Nach einem Autounfall und einer schweren Fehlentscheidung beschließt er, ein Hotel ganz nach seinen Vorstellungen zu führen. Und das Glück will es, dass er sich in die Maklerin Inoue verliebt. Also planen sie das Haus gemeinsam, von den Zimmern bis zum Frühstück. Aber Klees ideale Welt zerbricht ein zweites Mal.

„Der Chauffeur“ ist Heinrich Steinfests intensivster Roman und die Geschichte eines Mannes, den die Liebe und der Tod einmal zu oft behelligen.

Denis Scheck sagt über ihn:

„Heinrich Steinfest unterhält nicht nur, er öffnet einem buchstäblich die Augen für – ein großes Wort – die Vielfalt der Schöpfung.“

Der Österreicher wurde in Australien geboren, wuchs in Wien auf und lebt heute als freischaffender Künstler in Stuttgart. Das sind die geographischen Lebensstationen des erklärten Nesthockers Heinrich Steinfest. Er ist der Schöpfer des einarmigen Detektivs Cheng und wurde dafür mehrfach mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet. Zudem war er zweimal für den Deutschen Buchpreis nominiert: 2006 mit „Ein dickes Fell“; 2014 mit „Der Allesforscher“. Über seinen letzten Roman „Die Büglerin“ geriet das Feuilleton ins Schwärmen.

„Ich meine, das Leben ist unglaublich zerbrechlich und das macht mich auch ein bisschen wütend auf das Leben.“ (Heinrich Steinfest)

(Text aus dem Programmheft zur Veranstaltungsreihe)


Die Katalogdaten zu den Werken von Heinrich Steinfest im Bestand der Stadtbibliothek findet Ihr hier.
Das Literaturverzeichnis zur Lesung gibt es hier als PDF: HeinrichSteinfest

In der 3Sat-Buchzeit wurde der Roman in einem kurzen Film (ca. 3 Min.) vorgestellt.
Christine Westermann schwärmt geradezu in ihrer Kurzrezension bei WDR 5.
Peter Pisa verrät in seiner Rezension im Österreichischen Kurier „nur so am Rande“ fast schon zu viel, darum ein Spoileralarm hierfür.

Mittwoch, 21. Oktober, 20 Uhr
Stadtbibliothek, Neumarkt 1
Einlass: 19.30 Uhr, Beginn: 20.00 Uhr
Moderation: Angelika Teller
Musikalische Begleitung: Henning Rice, Flügel, und Ismail Özgentürk, Saxophon
Eintrittspreis: 10,– €, ermäßigt 6,– €, Livestream 2,– €

Die Lesung ist bereits ausverkauft.
Wenn Ihr den Livestream buchen wollt: Hier entlang, bitte – LIVESTREAM