Prof. Dr. Ute Frevert: Scham, Beschämung, Demütigung

Literaturtage Bielefeld 2019: Wir lesen laut!

Haben Gefühle eine Geschichte? Und: Machen Gefühle Geschichte?

Wie lässt sich erklären, dass geschorene Haare, besonders bei Frauen, der Einsatz von Schandmützen und andere Praktiken der Beschämung in Europa bis in die Nachkriegszeit durchgeführt wurden? Inwiefern ist Scham ein „Gefühl von ungeheurer Wucht und Wirkmächtigkeit“, wobei die Zeugenschaft Dritter von größter Bedeutung ist? Und weshalb sind Praktiken der politischen Demütigung eine Strategie, Macht zu demonstrieren und durchzusetzen?
Für „das Drama von Macht und Ohnmacht, Scham und Schande, Täter und Opfer“, Beschämung und Demütigung, das stets auf öffentlichen Schauplätzen stattfindet, liefert die moderne Geschichte vielfaches Anschauungsmaterial, das Ute Frevert in ihrem Vortrag präsentiert. Er bezieht sich auf ihr 2017 erschienenes Buch „Die Politik der Demütigung. Schauplätze von Macht und Ohnmacht“.

Prof. Dr. Ute Frevert, geb. 1954, zählt zu den wichtigsten deutschen Historikerinnen und Historikern. Nach ihrer Habilitation – „Das Duell. Ehrenmänner in der bürgerlichen Gesellschaft“ (erschienen 1991) – lehrte sie Neuere Deutsche Geschichte in Berlin, Konstanz und Bielefeld. Von 2003 bis 2007 war sie Professorin an der Yale University, seit 2008 leitet sie den Forschungsbereich „Geschichte der Gefühle“ am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. 1998 wurde sie von der DFG mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet und erhielt 2016 das deutsche Verdienstkreuz 1. Klasse. Zuletzt erschienen: Vertrauensfragen. Eine Obsession der Moderne (2013), Vergängliche Gefühle (2013), Die Politik der Demütigung. Schauplätze von Macht und Ohnmacht (2017) und Kapitalismus, Märkte und Moral (2019).

Die Daten zu Prof. Dr. Ute Freverts Werken in unserer Bibliothek findet Ihr in unserem Online-Katalog.
Die Literaturliste zum Ausdrucken als PDF: Frevert
Den Flyer zur Ausstellung „Die Macht der Gefühle. Deutschland 19|19“ findet Ihr hier als PDF

Mittwoch, 16. Oktober, 20 Uhr
Stadtbibliothek, Neumarkt 1
Einlass: 19.30 Uhr, Beginn: 20.00 Uhr
Moderation: Dr. Maria Kublitz-Kramer
Musikalische Begleitung: Matthias Klause-Gauster, Flügel
Eintrittspreis: 8,– €, ermäßigt 6,– €, Dauerkarte 50,– €

Bereits um 19 Uhr findet die Eröffnung der Ausstellung:
Die Macht der Gefühle. Deutschland 19|19“, von Prof. Dr. Ute und Bettina Frevert
im Auftrag der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) erstellt,
im 1. Obergeschoss statt.

 

Literaturtage Bielefeld 2019

Wir lesen laut!

Seit Monaten bereiten wir sie bereits vor und nun wird es ernst: In der nächsten Woche beginnen die 24. Bielefelder Literaturtage mit 12 Autor*innen und ihren Werken. „Wir lesen laut!“ ist das Motto. Wer das live mit erleben möchte, kann schon für alle Veranstaltungen Karten erwerben.

Kartenvorverkauf: am Neumarkt im Erdgeschoss während unserer neuen personalgestützten Öffnungszeiten: montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr.
Der Eintritt beträgt 8,- €, ermäßigt 6,- €, Dauerkarte 50,- €

Ticket-Vorverkauf, auch mit Online-Kartenvorbestellung, bei der Tourist-Information Bielefeld , Tel. 0521 / 51-6999.

Alle Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr, Einlass ist ab 19:30 Uhr.

An den Abenden gibt es außerdem musikalische Begleitung, einen Getränkestand und den Büchertisch einer örtlichen Buchhandlung.

Wir werden auf unseren Social-Media-Kanälen die Veranstaltungen begleiten (z.B. live twittern mit #LitBi19) und zusätzliche Informationen liefern (z.B. unser Literaturverzeichnis gedruckt und als PDF hier im Blog, dazu Links zu Rezensionen und Interviews).

Aber das kann natürlich nicht das Dabeisein, das Hören der Lesung und die Teilhabe am Gespräch ersetzen. Und auch nicht die Lektüre der vorgestellten Bücher.

Das ausführliche Programmheft findet Ihr hier. In gedruckter Form liegt es bei uns und auch an einigen anderen Orten in Bielefeld aus.

HilDa

 

Eine Lesung mit Lizzie Doron

Lizzie Doron / © Heike Bogenberger

Am Donnerstag, den 06.06.2019 fand eine Lesung mit der israelischen Autorin Lizzie Doron bei uns in der Bibliothek statt, auf die ich schon im Vorfeld sehr gespannt war.
Vor ein paar Jahren hat eine Mitschülerin aus der Berufsschule mal im Unterricht über das Buch Who the fuck is Kafka von der Autorin berichtet, woraufhin auch unsere Lehrerin und andere Mitschüler das Buch begeistert gelesen haben. Ich habe mich damals auch für das Buch interessiert, es allerdings ungelesene wieder abgegeben (weil ich eventuell manchmal mehr Bücher zeitgleich ausleihe, als ich tatsächlich lesen kann … 🙂 ) und habe es dann auch etwas aus dem Blick verloren. Daher habe ich aber direkt aufgemerkt, als ich erfuhr, dass die Autorin nach Bielefeld kommen würde.

Eingeladen hat die Autorin die Bielefelder Nahost-Initiative e.V. (BNI) und die Stiftung „Begegnung. Deutsch-Palästinensisches Jugendwerk“. Wir waren Kooperationspartner und haben unsere Literaturbühne zur Verfügung gestellt und die technische Betreuung während des Abends übernommen.
Die Vorbereitungen am Abend liefen erstmal sehr gut. Beim Aufbau der Technik stellte ich erleichtert fest, dass alles funktionierte (da ich noch nicht so viel Routine mit der ganzen Technik habe, bin ich immer etwas nervös, dass eine Katastrophe eintritt, á la alle Mikrofone fallen aus, der Bühnenhintergrund will sich nicht anzeigen lassen, der Strom fällt gleich ganz aus oder die Bibliothek stürzt ein und zerstört dabei die ganze Tonanlage. Okay, ganz so viele verrückte Sorgen mache ich mir vielleicht doch nicht, aber ich war auf jeden Fall froh, dass mich die Technik durchweg nicht im Stich gelassen hat.

Etwa 15 Minuten vor Beginn der Veranstaltung wurde es dann aber etwas hektisch. Es kamen doch mehr als die erwarteten 100 Besucher, sodass wir schnell noch Stühle nachstellen mussten. Mit gut 150 Besuchern war die Veranstaltung dann auch richtig gut besucht.

Lizzie Doron erzählte auf Englisch Anekdoten zu Sweet Occupation, die nicht im Buch selbst zu finden sind. Wie sie überhaupt auf die Idee kam das Buch zu schreiben, welche Menschen sie dazu inspirierten und was sie mit diesen erlebte. Aber auch von der Schwierigkeit, ihre jüngsten Bücher, die sich nicht mehr, wie ihre vorherigen Werke mit dem Holocaust beschäftigen, sondern von den Konflikten zwischen Israel und Palästina berichten, zu veröffentlichen. Tatsächlich sind ihre beiden letzten Bücher zuerst in deutscher Sprache erschienen, weil ihr Verleger in Israel aber auch die Verleger in anderen Ländern wie Schweden oder England meinen, ein Buch mit solch einem Thema lasse sich nicht verkaufen. Sie solle doch lieber wieder über den Holocaust schreiben.

Zwischen Lizzie Dorons Erzählungen, mit denen sie das Publikum trotz der ernsten Themen immer wieder zum Lachen brachte und den Übersetzungen ins Deutsche durch Uli Twelker, las die Dortmunder Schauspielerin Jutta Seifert ausgewählte Passagen aus Sweet Occupation.

Der Abend hat mich auf jeden Fall dazu gebracht erneut eines von Lizzie Dorons Büchern auszuleihen – und dieses Mal habe ich es auch tatsächlich gelesen. 🙂

In Sweet Occupation berichtet Lizzie Doron von fünf Männern, die alle Teil der Friedenskämpfer, der Combatants for Peace-Bewegung sind. Drei von ihnen sind Verurteilte Terroristen aus den besetzten Gebieten, zwei sind israelische Kriegsdienstverweigerer. Lizzie Doron berichtet von ihrer ersten Begegnung mit Mohammed, einem der fünf, der über Facebook von ihrem Buch Who the Fuck is Kafka erfuhr, in dem es um Lizzie Dorons Begegnung mit einem palästinensischen Journalisten geht, und das auch ihr erstes Buch war, mit dem sie sich dem Thema Nahostkonflikt zu wandte.
Mohammed forderte sie auf, nun auch ein Buch über die Friedenskämpfer zu schreiben und machte sie im Verlauf eines Jahres mit den anderen vier Männern bekannt, die alle ihre Geschichten mit ihr teilten.
Dabei fällt sie auch selbst immer wieder in Kindheits- und Jugenderinnerungen zurück, an die Freunde, die in den Kriegen gefallen sind und an die Freunde zu denen sie keinen Kontakt mehr hat, da die Toten zwischen ihnen stehen. Sie berichtet von ihren zwiespältigen Gedanken gegenüber den drei palästinensischen Männern. Ihr Gefühl, dass sie nicht mit ihnen mitfühlen sollte, da sie doch Terroristen waren und ihre Leute umbrachten steht der Sympathie gegenüber, die sie ihnen gegenüber trotzdem empfindet. Im Verlauf ihrer Gespräche durchleuchtet die Autorin ihre eigenen Vorbehalte und Ängste und die Männer, vor denen sie anfangs Angst hatte nennt sie schließlich ihre Freunde.

Ich fand es beeindruckend über diese Männer zu lesen, die der Gewalt abgeschworen haben und stattdessen mit Worten für Frieden kämpfen und wie die Autorin sich durch diese Geschichten mit ihren eigenen Vorurteilen auseinander setzte.

Ich mochte auch die Art und Weise wie Lizzie Doron schreibt und möchte mich nun auch noch mit ihren anderen Büchern beschäftigen.

Hier könnt ihr Who the Fuck is Kafka und Sweet Occupation bei uns in der Bibliothek finden.

lga

Bart Somers und Peter Zudeick

Bart Somers „Zusammen leben“ am 7.3. und Peter Zudeick „Heimat. Volk. Vaterland“ am 11.3.

Plakat zu den Veranstaltungen in der Stadtbibliothek bei den Aktionstagen gegen Rassismus 2019

Am 7. März kam Bart Somers, der Bürgermeister der belgischen Stadt Mechelen, auf unsere Literaturbühne. 2016 wurde er von der City Mayors Foundation zum „besten Bürgermeister der Welt“ ausgezeichnet; vor allem für sein erfolgreiches Integrationskonzept ist er berühmt und gefragt. Das ist auch das Thema seines Buches „Zusammen leben. Meine Rezepte gegen Kriminalität und Terror“ (Originaltitel: Samen leven. Een hoopvolle strategie tegen IS), in dem er sehr anschaulich und mit vielen Beispielen über seine Ideen und die Umsetzung in seiner Gemeinde erzählt.

Lesung und Podiumsgespräch mit Thomas Wolff (Vorleser des deutschen Textes), Bart Somers, Brenda Kreis (Übersetzerin) und Hidayet Tuncer (Moderator) (v.l.n.r)

Die gut zweistündige Lesung und Podiumsdiskussion begann Bart Somers mit einem sehr persönlichen Einstieg: Sein Onkel, der Lieblingsbruder seines Vaters, wurde 1944 in Paderborn beerdigt, er hatte für die Deutschen als Soldat gekämpft, aus Überzeugung als flämischer Patriot. Ein Jahr später verbrachten die Familienangehörigen einige Monate im Exil in Paderborn, weil sie fürchteten, in Belgien als Kollaborateure verurteilt zu werden. Das Bewusstsein über Radikalisierung und Kollaboration in seiner eigenen gutbürgerlichen Familie wurde Jahrzehnte später zur Motivation für das politische Engagement des 1964 geborenen Bart Somers.

Bart Somers liest in der Stadtbibliothek

In seinem Vortrag erklärte er, was für ihn gelebte Diversität bedeutet, warum er die Glaubwürdigkeit des Rechtsstaates und die Einhaltung, notfalls auch Durchsetzung von Regeln, die für alle gleichermaßen gelten müssen, für eine Grundvoraussetzung hält: Ungerechtigkeit und Diskriminierung zerstören das Vertrauen. Wichtig sei der Kampf gegen Kriminalität, für Sauberkeit in den Stadtteilen und für eine Kultur der Bürgerschaft, an der sich alle Gruppen beteiligen können und sollen; alle sollen angesprochen werden, sollen gehört werden, aber auch selber zuhören. Freiheit sei nicht nur Anspruch, sondern auch Verantwortung. Wenn sich der Einzelne, egal welcher Gruppe er angehöre, als individueller Bürger und nicht als Klischee angenommen fühle, könne die Entmenschlichung durch die Radikalisierer und populistischen Verführer aufgebrochen werden.

Im Buch beschreibt der Autor viele Beispiele und persönlichen Erfahrungen. Seine Sprache ist verständlich und klar, ein gut lesbares politisches Buch. Doch noch mitreißender ist es, den charismatischen Bürgermeister selbst zu hören. Das Publikum wirkte an diesem Abend sehr konzentriert und nachdenklich.

Peter Zudeick kannte ich bisher vor allem durch seinen Satirischen Wochenrückblick, der mir – beim Autofahren gehört – schon so manchen fragenden Blick von Passanten an roten Ampeln eingebracht hat, weil ich lauthals lachend am Steuer sitze; und so manches Mal bleibt das Lachen auch im Halse stecken bei seiner politischen Satire – vielleicht auch nicht gut während einer Autofahrt. Aber ich schweife ab.

Heimat.Volk.Vaterland / von Peter Zudeick

 

Der Journalist Peter Zudeick kam am 11. März zu uns mit seinem Buch „Heimat. Volk. Vaterland : eine Kampfansage an Rechts“.

 

 

In ihrer Begrüßung erinnerte Angelika Teller an Victor Klemperer und sein wichtiges Werk „LTI : Notizbuch eines Philologen„, in dem der Sprach- und Literaturwissenschaftler bereits 1947 die Sprache des Nationalsozialismus und ihre Wirkungsmacht analysierte.

Peter Zudeick auf der Literaturbühne

Peter Zudeick möchte wenigstens einige Begriffe wieder aus dem Propaganda-Feld der Nazis zurückholen. Ganz im Sinne des Philosophen Ernst Bloch hinterfragt er „Heimat“, „Vaterland“ und „Volk“ nach ihrer ursprünglichen Bedeutung und versucht, diese Begriffe von ideologischer Vereinnahmung und Verkitschung zu lösen. Denn sie gehören zur emotionalen Grundausstattung vieler Menschen und: „Wir dürfen ihnen [den Rechten] nicht das Begriffs-Arsenal überlassen, mit denen das ‚Volk‘ für dumm verkauft werden soll.“ (Vorwort, Seite 15)

Unsere Kollegin Angelika Teller, die die beiden Veranstaltungen im Rahmen der Bielefelder Aktionswochen gegen Rassismus vorbereitet hatte, war selbst überrascht, wie gut beide doch eigentlich so unterschiedlichen Lesungen inhaltlich zusammenpassten und sich ergänzten.

Wer nicht zu den Veranstaltungen kommen konnte, kann aber natürlich noch nachlesen: die Katalogdaten zu den beiden Werken:

HilDa

Nacht der Bibliotheken 2019

Am Freitag, dem 15.03.2019 fand wieder die Nacht der Bibliotheken statt. Alle zwei Jahre öffnen Bibliotheken in ganz Nordrhein-Westfalen zu diesem Anlass auch noch bis in die Nacht hinein ihre Türen und haben für ihre Besucher verschiedenste Veranstaltungen im Programm.

Auch wir waren natürlich wieder dabei und hatten passend zum diesjährigen Motto „Mach es!“ ein Programm aufgestellt, das von 18 bis 22 Uhr dauerte.

Zusammen mit einer Kollegin habe ich den Nähworkshop betreut, bei dem wir mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine Tragetasche (wahlweise auch zum Büchertransport einsetzbar) genäht haben. Ich muss zugeben, dass bei dem Workshop so viel los war, dass ich von den anderen Veranstaltungen nicht allzu viel mitbekommen habe.

Mit der Zeit sah ich allerdings immer mehr Kinder mit kunstvollen Luftballonkreationen herumlaufen, die unter professioneller Anleitung von Cordula und Rüdiger Paulsen  erstellt wurden.

Außerdem hörten wir bis 20 Uhr aus dem ersten Obergeschoss Musik zu uns herunterschallen. Beim Community Musik Jam konnten kleine und große Besucherinnen und Besucher  mit verschiedenen Instrumenten unter Anleitung von Musiktherapeutin Zainab Lax zusammen musizieren. Ganz ohne Musikvorkenntnisse! Das Ergebnis klang ziemlich gut. 😉

Wer Lust zum Basteln hatte kam ebenfalls auf seine Kosten. Aus alten Büchern und Papieren wurde Frühlingsdeko entworfen und aus Zahn- oder Spülbürsten, kleinen Motoren und buntem Deko-Material entstanden Brushbots, die anschließend über den Boden flitzten.

Auch die Spielwiese konnte viele Besucher anlocken. Immer samstags leiht die Spielwiese im 1. OG der Stadtbibliothek am Neumarkt Brettspiele aus, und veranstalte außerdem einmal im Monat einen Spielenachmittag zusammen mit uns. An diesem Abend durften sie natürlich nicht fehlen und haben Brettspiele zum gemeinsamen Spielen bereitgestellt.

Apropos spielen … wir dachten eigentlich, dass wir bei all den Veranstaltungen dieses mal auf Gaming an Konsolen verzichten, jedoch hatten wir da unsere Rechnung ohne die begeisterten Gamer gemacht, die direkt um 18 Uhr bei uns nachfragten, wo denn das Gaming stattfinden würde. So hat ein Kollege spontan noch eine Konsole heruntergeholt und hatte ebenfalls bis kurz vor 22 Uhr begeisterten Zulauf.

In einem benachbarten Raum, wurde nicht gespielt, sondern übers Gaming gesprochen. Und zwar über das momentan ziemlich erfolgreiche und heiß diskutierte Fortnight. Pädagogen, Eltern und alle Interessierten konnten sich bei einem Vortag von Franz Philipp Dubberke über das Spiel informieren.

Zu meinen Aufgaben für den Abend gehörte eigentlich auch noch zwischendurch etwas auf Instagram und Facebook zu posten. Bis auf einen einsamen Post in der Instagram-Story, bin ich tatsächlich nicht dazu gekommen mich mit den Sozialen Medien zu beschäftigen und so gab es am Ende des Abends nur noch ein Bild von den sehr erschöpften Kollegen bei Facebook.

Auch wenn wir alle ein bisschen froh waren, dass der trubelige Abend vorbei war, waren wir auch sehr zufrieden, dass die Veranstaltungen so gut angenommen wurden und hatten auch viel Spaß diese umzusetzen und zu betreuen.

lga

Mittendrin Mittwoch #77

Mittwoch

Valmira Surroi                      01:02

Bist Du hier?

Senthil Vasuthevan            01:04

ich bin aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen.

Valmira Surroi                       01:05

Erzähl mir von Deinem Traum.

(Seite 70)

Vor der Zunahme der Zeichen / Roman von Senthuran Varatharajah

Ein Facebook-Chat als Roman, die moderne Form des Briefromans. Ich gebe zu, das liest sich erst einmal etwas sperrig. Aber Inhalt und vor allem die Sprache erfordern geradezu diese ungewöhnliche Form: der Dialog zweier junger Menschen, die sich noch nie in der realen Welt begegnet sind, ein intensives und sehr persönliches Gespräch über sieben Tage und Nächte, die Außenwelt ist fast ausgeblendet.

Beide haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Senthil floh als Kind zusammen mit seiner Familie aus Sri Lanka, Valmira aus dem Kosovo. Beide erzählen von ihrer Kindheit im Asylbewerberheim, den Schwierigkeiten und auch den Erfolgen in der Schule, von Freunden, von Verletzungen, von Alltäglichem und von Erschreckendem. Von Fremdheit und unerwarteter Vertrautheit.

Ich lese den Roman gerade zum wiederholten Mal und freue mich auf die Lesung und das Gespräch mit dem Autor Senthuran Varatharajah heute Abend.

Senthuran Varatharajah liest aus seinem Roman
Vor der Zunahme der Zeichen

Mittwoch, 5. Dezember, 19 Uhr
Stadtbibliothek, Neumarkt 1
Einlass 18.30 Uhr, Beginn 19 Uhr

Hier der Flyer zur ganzen Lesereihe mit dem Motto „Ankommen hat viele Seiten“.

HilDa

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.