Ein Abend mit Olga Tokarczuk

Um kurz nach 13 Uhr am 10. Oktober 2019 war großer Jubel auf den Gängen der Bibliothek zu vernehmen. Auf mehreren Bildschirmen wurde live die Übertragung der Vergabe des Literaturnobelpreises verfolgt. Schwedisch sprechen wir zwar nicht, den Namen Olga Tokarczuk haben wir dann aber doch verstanden. Die Freude über den Preis für Olga Tokarczuk war also groß, auch, weil sie zu dem Zeitpunkt schon im Auto, auf dem Weg nach Bielefeld, saß. Denn am Abend um 20 Uhr war sie für eine Lesung, im Rahmen unserer Literaturtage, bei uns zu Gast.

Schon einige Tage vorher tauchte Olga Tokarczuks Name als Favoritin für den Nobelpreis auf, sodass wir im Voraus schon die ein oder andere Überlegung anstellten. Dass sie den Preis dann aber wirklich gewonnen hat, hat uns doch überrascht. Wer rechnet auch schon mit einem solchen Zufall. 🙂

Mir ist Olga Tokarczuk durch die Vorbereitungszeit auf die Literaturtage nun schon gut bekannt. Auch ein Buch habe ich von ihr schon mit Begeisterung gelesen. Aber allen, die sie noch nicht kennen möchte ich sie und ihr aktuelles Buch einmal in Kürze vorstellen.

Olga Tokarczuk wurde 1962 geboren, studierte in Warschau Psychologie, lebt im südpolnischen Eulengebirge und ist heute eine bedeutende europäische Schriftstellerin des magischen Realismus. Für Ihren Roman Unrast erhielt sie 2018 den Man Booker International Prize.
Ihr jüngster Roman „Die Jakobsbücher“ erschien am 01.10.2019 auf deutsch, in Polen schon 2014. Der Roman handelt von Jakob Frank, eine der bedeutendsten Figuren, des 18. Jahrhunderts. Den einen galt er als Weiser und Messias, den anderen als Scharlatan und Ketzer. Als Anführer einer mystischen Bewegung, der Frankisten, war Jakob fest entschlossen, sein Volk, die Juden Osteuropas, endlich für die Moderne zu öffnen. Olga Tokarczuk zeichnet das schillernde Porträt dieser kontroversen historischen Figur und das Panorama einer krisenhaften Welt an der Schwelle zur Moderne.
Wegen dieses Romans erhielt Olga Tokarczuk Todesdrohungen von nationalistischen Fanatikern und benötigte einige Zeit lang Leibwächter. „Diese Hass-Reaktion hat sich nicht unmittelbar auf das Buch bezogen, sondern auf meine Aussage im Fernsehen, dass die Polen sich auch den dunklen Kapiteln in ihrer Geschichte stellen müssen. Auch die Polen haben Juden ermordet, sie haben im Osten kolonialisiert, und die Landbevölkerung musste feudalen Frondienst leisten, der sehr an Sklaverei erinnert. So habe ich das auch genannt. Das hat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Man hat mir dann vorgeworfen, ich würde lügen und mein Land verraten. Und das Buch widerspricht nun der offiziellen Darstellung eines mono-ethnischen, heldenhaften Polens, in der die Polen immer nur Opfer, aber nie auch Täter sind“, erklärt Olga Tokarczuk.

Auch dieses Buch würde mich reizen zu lesen, auch wenn es mit über 1000 Seiten eine schwere Lektüre im wahrsten Sinne des Wortes ist. Es erscheinen demnächst aber auch noch weitere Bücher von ihr auf deutsch, die ebenfalls interessant klingen.

Auf die Lesung mit Olga Tokarczuk habe ich mich auch schon vor dem ganzen Nobelpreistrubel sehr gefreut. Sie war bereits zweimal in der Stadtbibliothek zu einer Lesung eingeladen. Kollegen sprachen von diesen Lesungen und der Autorin so positiv, dass ich schon ganz gespannt war auf den Abend mit ihr.

Durch den Nobelpreis wurde der Tag für uns etwas hektischer als geplant. Ein Raum wurde hergerichtet für die Pressekonferenz, die stattfinden sollte, sobald Olga Tokarczuk bei uns eintreffen würde. Ein Geschenk wurde für die Nobelpreisträgerin besorgt (allerdings keine Schnittblumen, die mag sie nämlich nicht), vor unserer Literaturbühne mussten wir noch etwas umräumen und anschließend weitere Stühle nachstellen, bei den Kollegen im Publikumsservice klingelte pausenlos das Telefon, da sich viele Leute noch eine Karte zur Lesung sichern wollten, und bei unserem Leiter der Zentralbibliothek stand das Telefon auch nicht still, da alle möglichen Pressevertreter um Auskunft baten.

Der Nachmittag ging jedenfalls, mit allem was noch so zu tun war, sehr schnell rum und gegen halb sechs waren wir tatsächlich mit allem einigermaßen fertig. Danach hieß es erstmal warten bis Olga Tokarczuk bei uns eintreffen würde.
In der Wartezeit war dann Gelegenheit, noch etwas auf Facebook zu posten. Schnell ein Bild von den letzten fünf Karten für die Lesung geknipst und als ich den Facebook-Post endlich fertig geschrieben hatte war er schon nicht mehr aktuell – denn da waren dann auch die letzten Karten weg (aus Brandschutzgründen konnten wir übrigens nicht einfach noch Karten nachdrucken und verkaufen – auch wenn noch Platz gewesen wäre, dürfen wir nur gut 300 Personen bei Lesungen herein lassen).

Unsere Nutzer haben sich bestimmt gewundert, was bei uns Seltsames los ist, da der Eingangsbereich mit Pressevertretern sowie Kollegen aus der Bibliothek und von der Stadt Bielefeld etwas verstopft war. Auch unser Oberbürgermeister Pit Clausen und Kulturdezernent Udo Witthaus gesellten sich zu den Wartenden.

Lothar Quinekstein, Klaus Loest, Olga Tokarczuk und Pit Clausen

Gegen 18 Uhr rollte Olga Tokarczuks Auto dann tatsächlich vor der Bibliothek vor. Kaum hatte sie die Beifahrertür geöffnet wurde sie auch schon von einem Pressepulk belagert, der sie den Weg bis ins 2. Obergeschoss, wo die Pressekonferenz stattfinden sollte, begleitet hat. Ganz viel habe ich von dem Pressegespräch allerdings nicht mitbekommen, da einige Kollegen und ich uns unten im Erdgeschoss dann schon wieder daran machten die Technik für die Lesung aufzubauen.
Die Technik hat uns natürlich ausgerechnet an einem Abend, an dem so viele Leute da waren und überall Kameras standen, ganz schön auf Trab gehalten. Es hat am Ende alles prima geklappt und die Zuschauer haben davon auch zum Glück nicht wirklich was mitbekommen aber uns hat es dann doch etwas gestresst.

Dementsprechend habe ich von der Lesung selber inhaltlich gar nicht richtig etwas aufnehmen können. Auf der Bühne saßen der Leiter unserer Zentralbibliothek, Klaus Loest, Olga Tokarczuk natürlich, Lothar Quinkenstein, einer der Übersetzer der Jakobsbücher und die Theaterwissenschaftlerin Barbara Frey aus Bielefeld. Olga Tokarczuk las Teile aus ihrem Buch im Original auf Polnisch, danach las Barbara Frey, die entsprechenden Abschnitte auf Deutsch. Lothar Quinkenstein übersetzte und Klaus Loest, (übrigens auch derjenige, der Olga Tokarczuk zu uns eingeladen hat) moderierte die Lesung.
Auch wenn ich mich nicht so richtig auf die Lesung konzentrieren konnte, war es trotzdem eine tolle Atmosphäre auf der Bühne.

Nach den ersten 20 Minuten gab es dann eine kleine Musikpause, in der die Pressevertreter ihre Kameras wieder einpacken mussten, damit wir für den Rest der Lesung „unter uns“ sein konnten.

Barbara Frey, Lothar Quinkenstein, Olga Tokarczuk und Klaus Loest

Die Pause haben einige aus dem Publikum aber auch zum Anlass genommen, Olga Tokarczuk persönlich zu gratulieren, wobei fast die Literaturbühne gestürmt wurde. Da hatte unser Sicherheitsdienst richtig was zu tun.

Die Lesung fiel dann vielleicht etwas kürzer aus, als üblich, was ich unter den gegebenen Umständen aber auch verständlich fand. Nach der Lesung hat Olga Tokarczuk nämlich noch signiert und dann standen immer noch einige Pressevertreter rum, die noch ein Interview mit ihr führen wollten. Ich glaube es war schon fast zwölf, als sie sich endlich auf den Weg zum Hotel machen konnte.

Zum Schluss waren noch eine Kollegin, ein Kollege und ich übrig. Nachdem alles was noch an dem Abend aufgeräumt werden musste, erledigt war, hatten wir auch endlich Feierabend (bzw. Feiermorgen? Es war schließlich schon 00:30 als ich nach Hause fuhr. Bis nach Mitternacht habe ich auch noch nie gearbeitet). 🙂

Es war auf jeden Fall ein verrückter Tag und ganz sicher ein Ereignis, an das wir uns noch lange erinnern werden. Regelmäßig brauche ich solche Veranstaltungen dann aber doch nicht. Es war schon ein bisschen verrückt, wie eine Unmenge Leute unbedingt ein Selfie mit Olga Tokarczuk haben wollten, sie umarmen, ihr gratulieren, sie sehen wollten und wie gefühlt 100 Pressevertreter wahrscheinlich alle genau dieselben Aufnahmen gemacht haben. Sehr sympathisch wie Olga Tokarczuk bei dem ganzen Rummel durchgehend gelassen und souverän geblieben ist und immer ein Lächeln im Gesicht hatte.

Hoffentlich habe ich irgendwann noch einmal eine Gelegenheit, eine Lesung mit ihr zu besuchen – dann aber bitte ganz in Ruhe und ohne, dass Sie ein paar Stunden vorher einen Nobelpreis verliehen bekommt!

lga

Mittendrin Mittwoch #107

Gstrein_Als ich jung warGenau zwei Tage vor seinem Tod hatte der Professor zu mir gesagt, er sei überzeugt, dass jeder Mensch wenigstens eine Geschichte in seinem Leben habe, von der er nicht wolle, dass jemand anderer sie zu hören bekomme, es gebe bei jedem ein Zentrum des Schweigens, ein Zentrum der Scham, an das er sich selbst kaum heranwage.

Als ich jung war von Norbert Gstrein, Seite 297

In Als ich jung war begleiten wir den Österreicher Franz. Die Kapitel wechseln zwischen seinen zwei Lebensschauplätzen. Dem Restaurant in Tirol, das früher seine Eltern betrieben haben und das nun sein Bruder wieder neu eröffnet hat. Und dem verschlafenen Nest in Wyoming in Amerika, in dem er 13 Jahre als Skilehrer arbeitete.

Im Restaurant seines Vaters wurden in seiner Jugend jeden Sommer zahlreiche Hochzeiten ausgerichtet, bei denen Franz von seinem Vater als Fotograf verpflichtet, die Brautleute ablichtete. Bei seiner letzten Hochzeit wird die Braut am nächsten Morgen mit gebrochenem Genick am Fuße eines Abhangs gefunden. Franz Aufbruch nach Amerika kurz darauf erscheint fast wie eine Flucht.

Nach und nach ergründet man zwar, wie Franz die Hochzeit der toten Braut erlebt hat, wie sein Leben in Wyoming aussah und wie er wieder nach Tirol zurückkehrt, dabei bleibt Franz aber stetig ein eher unzuverlässiger Erzähler, der vor sich selbst auf der Flucht zu sein scheint und sich mit vielem aus seiner Vergangenheit nicht beschäftigen will. Man weiß nie so ganz, ob das, was er dem Leser erzählt, die Wahrheit ist, ihr nur nahe kommt oder gar nicht stimmt. Sowohl in Amerika als auch in Tirol sieht Franz sich Gerüchten und Verdächtigungen ausgesetzt. Ob ich noch erfahre welche dieser Gerüchte tatsächlich stimmen, werde ich wohl auf den letzten Seiten sehen.

Wer sich übrigens lieber vom Autor als von mir überzeugen lassen möchte das Buch zu lesen: am 25. Oktober wird Norbert Gstrein im Rahmen der Literaturtage bei uns zu Gast sein, aus seinem Buch lesen und darüber sprechen.

Die Literaturtage starten dieses Jahr am 01. Oktober und bis zum 31. Oktober wird es insgesamt 12 Lesungen geben. Das gesamte Programm könnt ihr hier einsehen.

In Kürze könnt ihr das Buch auch bei uns in der Bibliothek ausleihen. Es durchläuft zur Zeit noch den Bestell- und Einarbeitungsprozess. 🙂

lga

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Literaturtage: Jakob Hein „Die Orient-Mission des Leutnant Stern

Buchcover

Jakob Hein: Die Orient-Mission des Leutnant Stern

Diese Geschichte ist wahr, obwohl sie kaum zu glauben ist. Während des ersten Weltkrieges schmiedet der Orientalist und Abenteurer Max Freiherr von Oppenheim unter der Ägide der deutschen Militärführung einen aberwitzigen Plan. Um die Kolonialmächte England und Frankreich zu schwächen, soll der türkische Sultan, milde gestimmt durch die feierliche Übergabe von 14 muslimischen Kriegsgefangenen, animiert werden, den Dschihad auszurufen. Diese „Orient-Mission“ wird dem jungen, tollkühnen Leutnant Stern übertragen. Er soll die Gefangenen heimlich im Balkanexpress von Berlin nach Konstantinopel bringen. Damit dieser bizarre Plan gelingt, verwandelt er die Häftlinge in eine illustre Zirkustruppe.

„Er deklarierte die Orientalen als Reit- und Trapezkünstler. Auf diese Weise konnte es den Grenzbeamten nicht einfallen, spontan von ihnen Kunststücke als Arbeitsnachweis einzufordern. Er selbst würde den Zirkusdirektor geben…“

Immer wieder wechselt der Autor die Erzählperspektiven von Stern über den Gefangenen Tassaout bis zum mitreisenden Gesandten Schabinger Freiherr von Schowingen.

Hein erzählt diese absurde, historisch belegte Geschichte mit viel Feingefühl, Witz und Humor und schafft es dabei, Bezüge zur Gegenwart herzustellen.

Er zeigt die verheerende Wirkung der Konstruktion von Feindschaft, ohne sich selbst darauf einzulassen. Dem Einzelnen Menschen, jedem, bleibt er freundlich gesinnt.
(Martin Hatzius, Neues Deutschland)

Jakob Hein, der auch als Psychiater arbeitet, hat sich in diesem Roman erstmals einem historischen Stoff zugewandt. Von ihm liegen bereits 14 Bücher vor, darunter „Herr Jensen steigt aus“, „Wurst und Wahn“ sowie „Kaltes Wasser“.

Montag, 29. Oktober, 19 Uhr
Stadtbibliothek, Neumarkt 1
Einlass: 18.30 Uhr, Beginn: 19.00 Uhr
Moderation: Prof. Dr. Ludwig Huber
Musikalische Begleitung: Valentin Katter (Trompete / Flügelhorn), Alexander Lipan (Oud / Gitarre)
Eintrittspreis: 8,– €, ermäßigt 6,– €, Dauerkarte 50,– €

Ausleihhinweise zu Jakob Heins Werken findet Ihr hier. Zum gesamten Programm der Literaturtage geht es hier.

Literaturtage: Sigrid Damm „Im Kreis treibt die Zeit“

Wir kennen Sigrid Damm als akribische Biographin und Chronistin über Personen aus dem Umfeld der Weimarer Klassik. Erinnert sei an den Bestseller „Christiane und Goethe“ von 1998 und das Buch „Goethes letzte Reise“ von 2007. Mit beiden Büchern war die Autorin zu Gast bei den „Bielefelder Literaturtagen“. Diesmal ist sie mit einem autobiographischen Werk vertreten.

In ihrem neuen Buch wendet sie sich Ihrem Vater zu, der neunzigjährig im thüringischen Gotha starb. Das Verhältnis zu ihm war seit der Kindheit zerrüttet, hatte der von ihr verehrte Großvater doch das Bild des Vaters vergiftet und die Mutter es nie korrigiert. So lehnt die Autorin jahrzehntelang sowohl den Vater als auch die Vaterstadt Gotha ab. Eine vorsichtige Annäherung wird erst möglich nach dem Tod der Mutter, in seinen zwei letzten Lebensjahren. Zwanzig Jahre danach schreibt Sigrid Damm dieses Doppelporträt über den Vater Willi Och und ihre Geburtsstadt.

Im Nachlass findet die Autorin Papiere und alte Fotos, verschränkt diese Fragmente und ihre eigenen eingeschlossen Erinnerungen mit den Zeitläuften und der Geschichte Gothas. Daraus ist ein sensibles, zeitgeschichtliches Panorama entstanden, das wieder einmal vor Augen führt, wie eng das persönliche Schicksal mit den politischen Verhältnissen verknüpft ist.

„Wärme spricht aus dem Buch. Es macht etwas mit seinen Lesern, es bringt den eigenen festen Platz ins Wanken.“ (Cornelia Geißler, Frankfurter Rundschau)

Sigrid Damm wurde mit zahlreichen Preisen geehrt und ist seit 2010 Ehrenbürgerin der Stadt Gotha.

Freitag, 26. Oktober, 19 Uhr
Stadtbibliothek, Neumarkt 1
Einlass: 18.30 Uhr, Beginn: 19.00 Uhr
Moderation: Angelika Teller
Musikalische Begleitung: ZATIE – Mylene Kroon (Vocals), Kevin Hemkemeier (Bass)
Eintrittspreis: 8,– €, ermäßigt 6,– €, Dauerkarte 50,– €

Ausleihhinweise zu Sigrid Damms Werken findet Ihr hier. Zum gesamten Programm der Literaturtage geht es hier.

Literaturtage: Michael Kumpfmüller „Tage mit Ora“

Buch „Tage mit Ora“ und Programmheft zu den Literaturtagen 2018

„Tage mit Ora“ von Michael Kumpfmüller

Eine Frau und ein Mann beschließen, gemeinsam zu verreisen. Was ist ungewohnlich daran? Die beiden kennen sich kaum. Das Einzige, was sie wissen: Sie fühlen sich zueinander hingezogen. Eigentlich kann es mit ihnen nichts werden, aber vielleicht ja doch. Sie begegnen sich auf einer Hochzeitsparty – und bleiben aneinander hangen: die Kunstschneiderin Ora und der Erzähler des Romans, der über sich sagt, das einzige was fur ihn spräche, wäre seine schone Seele. Beide sind Experten in Liebeskatastrophen und allenfalls gemäßigt optimistisch, stehen in der Mitte des Lebens. Aber sie spüren, dieser neue Mensch interessiert mich. Da ist etwas, das ich ausprobieren will – mit allen Konsequenzen. „Tage mit Ora“ erzahlt davon, wie die beiden sich auf den Weg machen, so die Verlagsankündigung. Zwei Wochen USA, Westküste, mit dem Mietwagen. Die Stationen ihrer Reise: Orte aus Oras Lieblingssong „June On The West Coast “ von Bright Eyes. Mehr Planung gibt es nicht. Mit wunderbarer Leichtigkeit und zärtlichem Humor führt Michael Kumpfmüller vor, was passiert, wenn zwei Stadtneurotiker Spontanurlaub machen. Und sich in fremder Umgebung Schritt fur Schritt aufeinander einlassen. Ihr Road Trip wird zu einer Woody-Allen-artigen Komödie des sich Findens und Verfehlens. Denn der Erzähler weiß, dass Katastrophen, die hinter einem liegen, jederzeit wunderbar als nicht enden wollende Komödie erzählt werden können.

„I spent a week drinking the sunlight of Winnetka, California where they understand the weight of human hearts.“ 
~Songtext „June on the West Coast“ von Bright Eyes / Conor Oberst, 1998~

Michael Kumpfmüller, geboren 1961 in München, lebt als freier Autor in Berlin, ausgezeichnet mit dem Döblin-Preis. Der Kafkas letztes Lebensjahr thematisierende Roman „Die Herrlichkeit des Lebens“ wurde zum Bestseller, in 25 Sprachen übersetzt und von der literarischen Kritik hochgelobt.

Montag, 22. Oktober, 19 Uhr
Stadtbibliothek, Neumarkt 1
Einlass: 18.30 Uhr, Beginn: 19.00 Uhr
Moderation: Klaus-Georg Loest
Musikalische Begleitung:  Anna Suzuki, Gesang und Flügel
Eintrittspreis: 8,– €, ermäßigt 6,– €, Dauerkarte 50,– €

Einen persönlichen Eindruck von der Lektüre hatte die Kollegin HilDa bereits vor zwei Wochen im MittendrinMittwoch #70 beschrieben.

Ein ausführliches Interview mit Michael Kumpfmüller kann man im Podcast des WDR 3 nachhören, ein weiteres beim Deutschlandfunk Kultur .

Ausleihhinweise zu „Tage mit Ora“ und anderen Romanen von Michael Kumpfmüller findet ihr hier. Zum gesamten Programm der Literaturtage geht es hier.

Mittendrin Mittwoch #72

Und Froster sagt: Mann, Vandam, da hast du was Feines erkämpft, damals auf der Nationalstraße.

Wäre es nicht Froster, sondern jemand anders, würde der schon den Boden küssen.

Und Froster fährt fort: So hast du dir das damals nicht träumen lassen, was? Dass es ein so beschissenes Ende nimmt.

Und einer fragt: Was meinst du mit Nationalstraße?

Froster sagt: Dort hat Vandam es doch losgetreten.

Und ein anderer sagt: Hä? Wo?

Und Froster sagt: Unten in der Stadt sag ich, auf der Nationalstraße. Damals im November 1989.

(Seite 62)

„Nationalstraße“ von Jaroslav Rudis

Da schwadroniert ein Ich-Erzähler, der so ziemlich alles darstellt, was mich abstößt: er ist ein Schläger, ein gescheiterter Macho, ein gewalttätiger Ex-Polizist mit rechtsradikaler Einstellung. Und der Autor lässt diesen furchtbaren Menschen reden: In einem großen Monolog erklärt er seinem Gegenüber (noch ist nicht klar, wer das ist), wie und wo man sich seine Gegner für eine Schlägerei aussucht, wie man einen Kampf überlebt, gewinnt und zum König der örtlichen Kneipe wird; er erzählt so nebenbei auch von einer Kindheit im Plattenbau, dem Selbstmord des Vaters, dem Milieu der Gescheiterten und Abgehängten.

Der wie im Fieberwahn gesprochene Monolog mit seinen vielen Wiederholungen nervt manchmal, aber ich kann mich kaum entziehen: dieser  direkte Einblick in den Kopf, in das Denken und Fühlen eines so fremden, abstoßenden Menschen. Aber eben ein Mensch. Jaroslav Rudis zeichnet ihn grob, aber nicht in krassem Schwarz-Weiß-Kontrast, sondern als einen Menschen, wie wir ihn in irgendeiner Kneipe treffen könnten und der uns plötzlich seine Fassade öffnet. Die Wiederholungen geben der Rede einen Rhythmus, ja fast etwas poetisch-episches. Da überrascht es mich nicht, dass ich gerade in einer Rezension lese, dass Jaroslav Rudis auch als Musiker und für das Theater arbeitet. Als Graphic-Novel-Autor kannte ich ihn bereits.

Durch diese Rezension (Lerke von Saalfeld beim Deutschlandfunk) weiß ich jetzt allerdings auch, wie das Buch weitergeht. Ich bin sehr gespannt auf die Autorenlesung im Rahmen unserer Literaturtage morgen. Wie trägt man so einen provozierenden Text vor? Was hat den Autor inspiriert?

Erlesenes – mittendrin und mittendabei: Wir zeigen am Mittendrin-Mittwoch die Lektüre, in der wir gerade mittendrin stecken; die Literatur führt uns mitten in ein unbekanntes Leben und in die Gedankenwelt eines Menschen, mit dem man sich im realen Leben vielleicht nicht gerade unterhalten möchte; die Literaturtage lassen uns im Gespräch mit dem Autoren teilhaben am Schreibprozess.
Mitlesen könnt Ihr immer: unsere Katalogdaten zu den Werken von Jaroslav Rudis hier. Bei den Literaturtagen könnt Ihr auch mitreden, z. B. morgen mit dem Autor von „Nationalstraße“.

Donnerstag, 18. Oktober, 19 Uhr
Stadtbibliothek, Neumarkt 1
Einlass: 18:30 Uhr, Beginn 19 Uhr
Moderation: Dr. Maria Kublitz-Kramer, Literarische Gesellschaft
Musikalische Begleitung: Three Times Blues: Milan Böse, Valentin Katter, Uwe Martin
Eintrittspreis: 8 €, ermäßigt 6 €, Dauerkarte 50 €.

Das vollständige Programm der Literaturtage hier.

HilDa

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Literaturtage: Anja Kampmann „Wie hoch die Wasser steigen“

Wenzel arbeitet auf Bohrinseln, bodenlos über den Wellen, im Nirgendwo auf dem Globus. Im Dorf seiner Vorfahren war er mit Milena verheiratet, konnte sich finanziell dort aber nicht über Wasser halten. Sie ist ihm fremd geworden, genauso wie es seine Jugendfreunde und sein ehemaliges Zuhause sind. Einziger Halt ist die immer intensiver werdende Freundschaft zu seinem Kollegen Matyas. Als ein nächtlicher Sturm vor der nordafrikanischen Küste Matyas verschluckt hat, macht sich Wenzel auf den Weg – eigentlich nur um dessen Familie in Ungarn die Hinterlassenschaften zu bringen. Doch dann steigt er aus. Erst aus dem Taxi, das ihn zur Bohrinsel zurückbringen sollte, dann aus dem Arbeitsleben. Uber Malta und Italien irrt er nach Norden, fährt im geliehenen alten Fiat in ein erloschenes Ruhrgebiet, in das sein Vater auf der Suche nach Bergmannsarbeit gegangen war. Im Gepäck hat er eine Brieftaube, die geradlinig ihren Weg zurücknehmen wird. Sie fliegt zurück zu dem am Alpenrand lebenden Alois, dem Freund seines Vaters, seiner einzigen noch vitalen Verbindung zur Vergangenheit.

„Er dachte, dass er etwas in der Ferne gesucht hatte, aber dass dort nichts war.“
~Wenzel~

Anja Kampmanns aus der Büchermenge dieses Jahres herausragender Debütroman erzählt in dichter, poetischer Sprache von der sonnendurchglühten Hafenstadt Tanger, der staubigen ungarische Puszta, dem verrusten Ruhrgebiet von Wenzels Kindheit, der Rückkehr aus der Fremde, vom Versuch, aus einer harten Arbeitswelt zurückzufinden ins eigene Leben. Die bisher als Lyrikerin bekannte 35-jährige Hamburgerin schreibt ohne Schnörkel, ohne Psychologisierung, erfindet höchst intensive Bilder und wurde damit in diesem Jahr für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Hier ist eine Autorin zu entdecken„, so Tobias Lehmkuhl in der ZEIT (Rezension einschließlich fast 7 Minuten Video-Lesung). Na dann:

Mittwoch, 17. Oktober, 19 Uhr
Stadtbibliothek, Neumarkt 1
Einlass: 18.30 Uhr, Beginn: 19.00 Uhr
Moderation: Klaus-Georg Loest
Musikalische Begleitung: Matthias Kämper, Flügel
Eintrittspreis: 8,– €, ermäßigt 6,– €, Dauerkarte 50,– €

Hier geht es zu Anja Kampmanns Werken in unserem Katalog und hier gelangt ihr zum gesamten Programm der Literaturtage.

Literaturtage: Michael Kleeberg „Der Idiot des 21. Jahrhunderts“

Wenn ein Roman den Untertitel Ein Divan trägt, kann er seine Verwandten nicht verleugnen. Alles läge dem Autor ferner, als dies zu tun. Die Verbindung zu Goethes West-östlichem Divan und zu einer zweiten Quelle der Inspiration, dem Märchen von Leyla und Madschnun des persischen Dichters Nizami. Michael Kleeberg gilt als realistischer Schreiber und so mögen zwar manche Passagen seines Romans märchenhaft klingen und von blumiger Sprache leben, aber in den 12 Kapiteln, oder besser „Büchern“, die Titel tragen wie „Buch der drei Lieben“ oder „Buch des westlichen Exils“ oder „Buch der Utopie“, werden wir auf den Boden der Tatsachen gestellt.

Buch mit Programmheft der Literaturtage

Michael Kleeberg „Der Idiot des 21. Jahrhunderts“

Es geht um die großen Themen der Welt. Es geht um eine Welt der Globalisierung, der Fluchten, der Menschenströme, der Schicksale zwischen Orient und Okzident, der Strukturlogik internationaler Konfrontationen, die hier in Einzelgeschichten und Gesprächen eines alt gewordenen Freundeskreises – man kennt sich seit Jahren, nimmt aneinander Anteil – erörtert werden. Man denkt unweigerlich an 1968 und die Folgen, vor allem daran, wie sich doch alles anders entwickelt hat, als man es sich vorgestellt und erhofft oder erträumt hat.

Michael Kleeberg, Jahrgang 1959, verarbeitet in diesem Roman seine intensive Beschäftigung mit dem politischen „Nahen Osten“ und der Kultur des Orients. Er nimmt die aktuellen Fragen einer Einwanderungsgesellschaft auf, die Fragen von Vertrautheit und Fremdheit und singt das Lob der Gastfreundschaft. Zuletzt war er in Bielefeld mit seinem Roman „Vaterjahre“ aus dem Jahre 2014 zu Gast.

Michael Kleeberg ist ein unendlich begabter, unverschämt maliziöser Schriftsteller, der souverän über alle Register der großen Romanorgel verfügt. (Ijoma Mangold, Die ZEIT)

Ein aufschlussreiches Interview mit dem Autor über seinen neuen Roman findet Ihr beim Deutschlandfunk Kultur, eine sehr ausführliche Besprechung im Radio-Feature von Maike Albath im Deutschlandfunk.

Montag, 15. Oktober, 19 Uhr
Stadtbibliothek, Neumarkt 1
Einlass: 18.30 Uhr, Beginn: 19.00 Uhr
Moderation: Harald Pilzer
Musikalische Begleitung: Henning Rice, Flügel und Ismail Özgentürk, Saxophon
Eintrittspreis: 8,– €, ermäßigt 6,– €, Dauerkarte 50,– €

Hier findet Ihr die Katalogdaten zu den Büchern von und über Michael Kleeberg einschließlich einiger Übersetzungsarbeiten von ihm; und hier das gesamte Programm der Literaturtage.

 

Literaturtage: Gert Loschütz „Ein schönes Paar“

Es geht in dem Roman, der bisweilen autobiographisch anmutet, um die Geschichte des schönen Paares Herta und Georg, erzählt aus der Perspektive des Sohnes Philipp. Er nennt seine Eltern beim Vornamen und zeichnet ihre Biographien, Begegnungen und Handlungen nach. Die beiden lernen sich in einer Kleinstadt im Brandenburgischen vor dem II. Weltkrieg kennen. Sie ist eine Schönheit und träumt sich fort aus der Enge. Er ist groß, schlaksig und Soldat. Als der Krieg vorbei ist, bleiben sie dort. Georg hat eine Stellung in einem nahegelegenen Betrieb, muss aber überstürzt in den Westen fliehen, da sein Kontakt zum bundesdeutschen Verteidigungsministerium entdeckt wird. Die Mutter, mit einer teuren Ostkamera im Gepäck, und der Sohn folgen in die Schieferstadt Tautenburg. Der Neubeginn ist nicht einfach und die Kamera, als Wertanlage gekauft, lässt sich nicht veräußern. Daraus entsteht eine Katastrophe für das Paar und das Kind. Sie trennen sich und die Mutter verschwindet. Philipp wächst bei dem Vater auf.

Beharrlich leuchtet Gert Loschütz diese Liebesgeschichte aus, beschreibt dabei detailreich Episoden aus dem gemeinsamen Leben und erzählt dennoch sensibel und diskret.

 „Die Geschichte des schönen Paares ist eine Geschichte vom Verlust der Vorstellung eines möglichen Gelingens.“
(Marion Victor in Faust-Kultur; hier die vollständige Rezension)

Weitere Besprechungen:

Christoph Schröder schreibt in der ZEIT, der Liebesroman stecke voller literarischer Eleganz.

Lerke von Saalfeld fragt in der FAZ: Was manifestiert sich da?

Salli Sallmann von kulturradio rbb spricht von einem großen Roman über ein kleines Schicksal.

Gert Loschütz hat Gedichte, Theaterstücke, Drehbücher und Romane geschrieben. Er erhielt dafür zahlreiche Preise und Stipendien.

Freitag, 12. Oktober, 19 Uhr
Stadtbibliothek, Neumarkt 1
Einlass: 18.30 Uhr, Beginn: 19.00 Uhr
Moderation: Angelika Teller
Musikalische Begleitung: Valentin Katter, Trompete/Flügelhorn und Nils Rabente am Flügel
Eintrittspreis: 8,– €, ermäßigt 6,– €, Dauerkarte 50,– €

Hier findet ihr Ausleihhinweise zu den Büchern von Gert Loschütz und hier das gesamte Programm der Literaturtage.

 

Mittendrin Mittwoch #71

Sarah bemerkte, wie ein Gefühl der Bitterkeit in ihr hochkroch, gemischt mit Verachtung. Wie ignorant und rückständig sie waren! Aber durfte man das – seine eigenen Familie verachten? Seine Familie musste man doch lieben! Das tat sie ja auch, überlegte Sarah. Sie verachtete nur ihre Rückständigkeit. Gerade weil sie ihre Familie liebte, schmerzte es sie zu sehen, wie zufrieden sie alle mit sich waren, obwohl sie so weit hinter ihren Möglichkeiten zurückblieben. Wenn sie Boris nicht getroffen hätte, wäre sie jetzt vermutlich auch so. Sie konnten nichts dafür, sie mussten erst noch auf den richtigen Weg gebracht werden.

Das Genie von Klaus Cäsar Zehrer, Seite 204 bis 205

Im Jahr 1886 kommt Boris Sidis, ein ukrainischer Einwanderer, in New York an. Überzeugt davon, dass sein Verstand alles ist, was er benötigt, wirft er sein Gepäck und sein Erspartes fort. Mittellos steht er nun in New York, landet über einen Bekannten aber schließlich in Boston, wo er nach einiger Zeit gezwungen ist zu unterrichten, um sich zu finanzieren. Er ist ein guter Lehrer und geht dieser Beschäftigung auch gerne nach, jedoch ist es ihm unangenehm, dafür Geld zu nehmen. Er betrachtet Bildung als ein Gut, dass jedem zugänglich sein sollte, um die Menschen aus der Dummheit, an der seiner Ansicht nach die Meisten leiden, herauszuführen.
Bei seiner Lehrtätigkeit lernt er seine zukünftige Frau Sarah kennen. 1898 wird ihr gemeinsamer Sohn William James Sidis geboren. Zu diesem Zeitpunkt ist Boris zu einem berühmten Psychologen avanciert und findet es schier unerträglich, seinen Sohn zu einem „normalen“ Kind heranwachsen zu lassen. Er ist fest davon überzeugt, dass man jedes Kind dazu erziehen kann, ein Genie zu werden. Seine Methoden scheinen auch zu wirken. William lernt sehr früh zu sprechen, und zwar gleich 4 Sprachen auf einmal, diskutiert mit den Erwachsenen, kann zu jedem Datum in Zukunft oder Vergangenheit auf Anhieb den Wochentag nennen usw.

Ich bin momentan bei genau diesem Abschnitt von Williams Leben, nämlich seiner frühen Kindheit, nachdem sich der Großteil der ersten 200 Seiten hauptsächlich mit Boris Sidis beschäftigt hat. In der Beschreibung seiner frühen Erziehung bahnt sich schon an, warum wohl die wenigsten von William James Sidis gehört haben, obwohl er als der Mensch mit dem höchsten IQ gilt und als wahres Wunderkind gefeiert wurde. In seinem Erwachsenenleben kann er seine Genialität nämlich nicht nutzen, um etwas Bleibendes zu hinterlassen. Bei all seiner Erziehung, um aus William ein Genie zu machen, hat Boris nämlich auch viele Dinge außer Acht gelassen wie Fantasie oder soziale Kompetenzen. Da wundert es mich nicht, dass William nicht ganz der Mensch wird, den Boris sich gewünscht hat.

Obwohl sowohl Boris als auch seine Frau Sarah eher unsympathische Gesellen sind, finde ich es dennoch interessant von ihren Leben gelesen zu haben. Beide sind eher gezwungenermaßen in Amerika gelandet, beide sind durch Bildung voran gekommen und halten diese sehr hoch. Mit ihrer Verachtung und Überheblichkeit anderen Menschen gegenüber könnten sie allerdings etwas sparsamer umgehen. Ich gehe mal davon aus, dass sich die restlichen gut 400 Seiten des Buches nun aber eher auf William fokussieren werden, da es schließlich ein biographischer Roman über ihn ist, und bin schon gespannt, wie genau seine Wunderkindjahre und dann sein Leben als Erwachsener bis zu seinem frühen Tod verlaufen werden.

Klaus Cäsar Zehrer ist im Rahmen der Literaturtage übrigens am 23.10.2018 bei uns zu Gast und wird aus Das Genie lesen.

Die Details zur Lesung:
Dienstag 23. Oktober 2018
Stadtbibliothek, Neumarkt 1
Einlass: 18.30 Uhr, Beginn: 19.00 Uhr
Moderation: Harald Pilzer
Musikalische Begleitung: Thomas Schweitzer, Saxophon
Eintrittspreis: 8,– €, ermäßigt 6,– €, Dauerkarte 50,– €

Hier findet ihr Ausleihhinweise zum Buch und hier das gesamte Programm der Literaturtage.

lga

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.