Mittendrin Mittwoch #102

„Abenteurer oder Stubenhocker? Bis ans Ende der Welt fliegen oder auf seinem Zweig bleiben? Jeder Vogel muss eine Antwort auf diese Frage finden. Und alle haben sie unterschiedliche Meinungen …“

(Aus dem Kindersachbuch: Vögel auf Weltreise. Alles über Zugvögel
von Fleur Daugey und Sandrine Thommen; S.12)

Wissenschaftlichen Themen, von denen ich absolut keine Ahnung habe, nähere ich mich gerne auch erstmal an, indem ich schaue, ob es zu der Thematik nicht vielleicht auch ein Jugend- oder Kindersachbuch gibt. Dort wird man nicht gleich von unzähligen Fremdwörtern bzw. Fachbegriffen erschlagen und meistens wird keinerlei Vorwissen vorausgesetzt.

Da die Vogelwelt ein Hobby von mir ist und ich nicht unbedingt bei null anfangen müsste, hat mich bei diesem Kinderbuch allerdings das Cover „gekriegt“. Eine wunderschöne Illustration von heimischen Vögeln wie der Stockente und der Rauchschwalbe, aber auch uns unbekannten Arten wie dem Indigofinken und dem Rubinkehlkolibri.

Machen wir uns nichts vor – bei Büchern kommt es durchaus auch auf das Äußere an. Zumindest auf den ersten Blick.

Diese großartige Bebilderung wird auf allen 53 Seiten fortgeführt und umrandet die seitenweise aufbereiteten Themenkapitel.

Es beginnt damit, wie die Menschen sich den Vogelzug vor dessen Erforschung vorgestellt haben. Im Winterschlaf auf dem Mond oder am Boden der Seen zum Beispiel – wirklich skurril.

Beim Durchblättern sah ich, dass noch Themen wie die Vogelberingung oder der Klimawandel und seine Auswirkungen auf den Vogelzug behandelt werden. Ich bin gespannt, ob ich nicht doch 2-3 neue Dinge lerne.

Auf einen kleinen Fehler bin ich bislang gestoßen (Kranich und Graureiher sehen sich zwar schon recht ähnlich, sind aber vor allem in Bezug auf die Körpergröße enorm unterschiedlich), aber ansonsten finde ich das Buch sehr gelungen, um Groß und Klein das Wunder des Vogelzuges zu erklären. Mit dieser Meinung bin ich wohl nicht alleine, da es mit einem Preis als „Bestes naturkundliches Jugendbuch des Jahres 2015“ (in Frankreich) ausgezeichnet worden ist.

Ra

Katalogdaten zu Buch und Hörbuch hier

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Mittendrin Mittwoch #100

Fahne mit Maus-Luftfahrt-Logo (Zeichnung von Torben Kuhlmann)

Und so betrat am 21. Juli 1969 der erste Mensch den Mond.
Aber nur die Allerwenigsten wissen, was er dort fand.

(Aus dem Kinderbuch „Armstrong : Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond“ von Torben Kuhlmann)

 

Ich wollte hier nicht den Schluss der Geschichte vorwegnehmen, darum zitiere ich nur den zweitletzten Abschnitt der Erzählung, obwohl ich natürlich auch schon die letzten Sätze gelesen habe. Dann folgen noch einige Seiten „Eine kurze Geschichte der Raumfahrt“ als Anhang, das lese ich später mal.

Torben Kuhlmann ist ein großartiger Illustrator. Sein Bilderbuch „Lindbergh – Die abenteuerlich Geschichte einer fliegenden Maus“ ist der Vorläufer zu „Armstrong“; im letzten Jahr erschien „Edison – das Rätsel des verschollenen Mauseschatzes“. Die Bände kann man unabhängig von einander lesen. Aber hat man erst einmal eins der Mäuse-Abenteuer angesehen, will man alle – zumindest mir geht es jetzt so.

Wir wollen eine Veranstaltung für Kinder vorbereiten und als Motto hatte ich 50 Jahre Mondlandung vorgeschlagen, als Vorlesebuch „Armstrong“, obwohl ich es nur durch eine Rezension kannte. Jetzt habe ich den Text gelesen und bin etwas skeptisch: Ohne die Bilder wirkt er nicht, ist zum Vorlesen für Schulkinder von 9 Jahren aufwärts vielleicht auch etwas schlicht (das Buch ist ab 6 Jahren empfohlen). Aber an den Bildern kann man sich nicht sattsehen – auch als Erwachsener nicht. Und sie sind zusammen mit der Geschichte eine schöne Basis für Erläuterungen, Experimente und Spiele rund um die Themen Raumfahrt und Mond. Ich höre mal in das Hörbuch hinein, eine inszenierte Lesung mit Musik; der Sprecher Bastian Pastewka liest ja ganz ohne das Bildmaterial vor und die Bearbeitung  des Bilderbuches zum Hörbuch (von Gudrun Hartmann) gibt uns vielleicht noch einige Anregungen.

„Armstrong“ von Torben Kuhlmann: Bilderbuch und Hörbuch

Wenn ich sage, der Text sei schlicht, dann meine ich Sprache und Satzkonstruktionen; das Bilderbuch ist wunderbar zum gemeinsamen (Vor-)Lesen und Entdecken für Grundschulkinder geeignet. Die Geschichte über die abenteuerliche Maus-Raumfahrt ist köstlich: Eine kleine Maus kommt mit Hilfe eines Fernrohrs und vieler Bücher zu der Erkenntnis, dass der Mond aus Gestein besteht und nicht, so wie alle anderen Mäuse glauben, aus Käse. Um die Forschungsergebnisse beweisen zu können, will die Maus zum Mond und zurück reisen – ganz in der Tradition einiger Mäusevorfahren, die schon einmal Luftfahrtgeschichte geschrieben haben (siehe „Lindbergh“). Aber nichts und niemand ist jemals so hoch geflogen. Die kleine Maus muss forschen, Neues erfinden und die Versuche sind sogar lebensgefährlich. Doch dann findet sie die Technik, mit der der Flug gelingen kann. Ein kleiner Schritt für eine Maus … .

Aber das allein ist noch nicht die ganze Geschichte, da gibt es ja auch noch die Menschen. Nur mehr verrate ich eben nicht.

Große Empfehlung an Jung und Alt für „Armstrong: die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond“ von Torben Kuhlmann.
Viel Freude beim Lesen, Gucken und Entdecken.

HilDa

Das ist schon unsere 100. Mittendrin-Mittwoch-Buchbesprechung in diesem Blog.
Dank an Elizzy von read books and fall in love , die die Idee zu dieser Blog-Aktion für jeden, der teilnehmen will, lieferte – eine Anregung, die wir gerne aufgenommen haben. Im „Mittendrin Mittwoch“ zeigen wir unseren Eindruck von den Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Mittendrin Mittwoch #73

Das Leder fühlte sich gut an zwischen den Fingern. Sprotte sah, wie Snegla die Ohren spitzte, hörte, wie sie die Hufe im feuchten Sand aufsetzte – und wünschte sich wieder einmal, dass man Augenblicke wie diesen aufbewahren könnte, in einem Marmeladenglas oder einer Keksdose. Um ab und zu davon zu kosten, an anderen, langweilig grauen Tagen, an Tagen, die nicht nach feuchtem Pferdefell rochen. Für so viel Glück braucht man aber ein großes Glas, dachte Sprotte, während sie hinter Trude her ritt.

Die Wilden Hühner und das Glück der Erde von Cornelia Funke, Seite 165

Die Wilden Hühner – das sind Sprotte, Frieda, Trude, Wilma und Melanie. Sie sind eine Bande und haben zusammen schon so einiges erlebt. Rettungsaktionen für echte Hühner, Gespensterjagd auf Klassenfahrt, Ferien auf einem Reiterhof, immer wieder neue Racheaktionen gegen die Pygmäen, vier Jungs, die in die selbe Klasse wie die Wilden Hühner gehen (und wenn es drauf ankommt, eigentlich ganz in Ordnung sind). Ich lese momentan im vierten Buch Die Wilden Hühner und das Glück der Erde, in dem die Hühner Ferien auf einem Reiterhof machen (auf dem sich die Pygmäen natürlich auch irgendwann blicken lassen).

Als Kind habe ich Die Wilden Hühner-Bücher von Cornelia Funke immer wieder gerne gelesen. Als ich letztens mein Bücherregal etwas umgeräumt habe und die Bücher in der Hand hatte, dachte ich mir, dass ich da eigentlich auch mal wieder reinschauen könnte. Und es hat richtig viel Spaß gemacht, nach so langer Zeit mal wieder in die Geschichte einzutauchen. Bücher aus der Kindheit zu lesen, finde ich auch unter dem Aspekt spannend, dass da so viele Erinnerungen dran hängen. Vom ersten Buch hatte ich zum Beispiel auch das Hörbuch, das von Cornelia Funke selber gesprochen wird und das ich früher ebenfalls sehr oft gehört habe. So hatte ich bei bestimmten Abschnitten immer wieder Cornelia Funkes Stimme im Kopf (und habe jetzt eigentlich Lust ins Hörbuch reinzuhören).
Plötzlich kam mir dann auch wieder der Soundtrack zu den Verfilmungen der Bücher in den Sinn (auch immer noch wunderschön), die damals genau passend rauskamen, als ich die Bücher selber noch gelesen habe.
In den Büchern werden viele lebensnahe Themen verarbeitet, von geschiedenen Eltern über abwesende Väter, arbeitslose Eltern, Probleme in der Schule, Freundschaft, erste Liebe bis zu unnahbaren, bevormundenden Großmüttern. Durch diese Nähe zum echten Leben kann sich da auch jedes Kind in den Büchern wieder finden. Die Wilden Hühner unternehmen eben Sachen, die auch jedes normale Kind unternehmen könnte und jagen keine Verbrecher oder erleben sonst welche Abenteuer, die in echt nie jemandem passieren. Sie treffen sich zum Tee trinken und Waffeln backen, kümmern sich um echte Hühner, spielen Theater, legen Gemüsebeete an, schreiben sich in der Schule Zettelchen in selbst erdachter Geheimsprache.
Was mir außerdem grundsätzlich an allen Büchern von Cornelia Funke gefällt, ist, dass sie diese meist selbst illustriert. Das macht ihre Bücher auch optisch zu etwas ganz Besonderem. Das ist vielleicht Geschmackssache, aber ich mag ihren Zeichenstil richtig gerne.

Hier nochmal die Bücher der Reihe:
Die Wilden Hühner
Die Wilden Hühner auf Klassenfahrt
Die Wilden Hühner – Fuchsalarm
Die Wilden Hühner und das Glück der Erde
Die Wilden Hühner und die Liebe
Die Wilden Hühner und das Leben (Das ist allerdings die Adaption des dritten Wilde Hühner Films, der zwar teilweise auf den Büchern beruht, aber eine eigene Geschichte aufweist, die nach Die Wilden Hühner und die Liebe spielt und auch nicht von Cornelia Funke adaptiert wurde. Zu dem Buch kann ich nicht viel sagen, da ich das nie gelesen habe.)

Ausleihhinweise zu allem, was wir zu den Wilden Hühnern in der Bibliothek haben findet ihr hier.

lga

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Lesefrühling: Maja Nielsen

Es ist endlich Frühling und der Lese-Frühlings-Duft in der Stadtbibliothek Bielefeld breitet sich aus!

Unsere jüngeren Leserinnen und Lesern freuen sich darauf und erwarten voller Spannung neue Bücher und ihre Autoren kennen zu lernen. Die Eröffnung findet am Donnerstag, dem 12. April mit Maja Nielsen statt, die diesmal bei uns über zwei außergewöhnliche Naturwissenschaftlerinnen erzählt, Jane Goodall und Dian Fossey. Mit  ihnen versetzen wir uns nach Afrika, wo die beiden den größten Teil ihres Lebens der Erforschung der Menschenaffen gewidmet haben. Mit Hingabe und Begeisterung für Tiere, mit außergewöhnlicher Leidenschaft begeben sich die beiden Frauen in den Lebensreich der Schimpansen und Berggorillas und eröffnen der ganzen Welt einen Einblick in das äußere und innere Leben dieser faszinierenden Lebewesen. Freundschaften entwickeln sich, Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Mensch und Tier werden entdeckt, Mensch und Tier lernen, miteinander zu kommunizieren, sich für einander einzusetzen. Jahre und Jahrzehnte verbringen die beiden Forscherinnen im Regenwald, wohnen in einfachen Hütten und folgen ihren Schützlingen, freunden sich mit ihnen an, überstehen Gefahr für Gefahr und dokumentieren das Erlebte, lehren uns Tiere zu verstehen, sie zu lieben, zu beschützen …

Nachdem man das Buch von Maja Nielsen gelesen hat, geht man mit ganz anderen Gedanken in den Zoo, und betrachtet die Tiere mit neuen Augen… Gleichzeitig lernt man zu verstehen und zu schätzen, was eine naturwissenschaftliche Forschung ist und welche Opfer dies kosten kann… Investiert wird viel Energie und Kraft, man lebt mit den Problemen vor Ort und  – so wie es im Fall Dian Fossey war – kann dieses Engagement mit dem eigenen Leben bezahlt werden, nur um die Menschheit etwas besser zu machen.

Für alle Jungen und Mädchen, die sich für die Natur und Tiere interessieren, sind das faszinierende Geschichten, mit Einblicken in eine Welt, die wir Dank der beiden Forscherinnen etwas besser verstehen können.

Die Lesung findet am Donnerstag statt, Beginn um 16:30 Uhr, im Erdgeschoß der Stadtbibliothek am Neumarkt vor der Literaturbühne.

Bilder im Kopf!

Zurzeit kann man in der Stadtbibliothek am Neumarkt auf der Ausstellungsfläche im 1. OG durch die Ausstellung „Bilder im Kopf! Vielfalt in Kinder- und Jugendmedien“ schlendern. Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Verband für binationale Familien und Patznerschaften und der Fachhochschule Bielefeld Fachbereich Sozialwesen statt.

Die Ausstellung will für vorurteilsbewusstes Lesen sensibilisieren und auf gute Beispiele aufmerksam machen, bei denen in Büchern die gesellschaftliche Vielfalt ohne Stereotype abgebildet wird und sich somit alle Kinder und Jugendliche positiv mit Protagonist*innen identifizieren können. Gezeigt werden Beispiele, die Wege aufzeigen mit Unterschieden konstruktiv umzugehen, die Empathie stärken und Aushandlungen einüben; Beispiele, die Kindern und Jugendlichen Mut machen sich gegen Rassismus und Diskriminierung zur Wehr zu setzen.

Rassismus nicht mit mir!

Am 1. März starteten die diesjährigen Bielefelder Aktionswochen gegen Rassismus. Auch die Stadtbibliothek Bielefeld ist mit einigen Aktionen dabei.

© Sebastian Haenel

Am Donnerstag, den 8. März ist der Literaturkritiker Ijoma Mangold bei uns zu Besuch und liest aus seinem Buch „Das deutsche Krokodil: meine Geschichte“. In seinem Buch berichtet Ijoma Mangold von seiner Kindheit und Jugend, davon, wie man als „Mischlingskind“ und „Mulatte“ in der Bundesrepublik aufwuchs und ob man in Deutschland mehr mit einer dunklen Haut oder mit einer Leidenschaft für Thomas Mann aus dem Rahmen fällt.
Do, 8. März 2018 | 19 Uhr | Literaturbühne | Stadtbibliothek am Neumarkt

Bildergebnis für kasimir backtIn der Stadtteilbibliothek Brackwede findet am Mittwoch, den 14. März ein kulinarischer Vorlesetag statt. Der kulinarische Vorlesetag ist eine Gemeinschaftsaktion der Stadtteilbibliothek Brackwede mit den Kindern aus verschiedenen  Ländern aus der „Schmetterlingsgruppe“ des Kindergartens „Die kleinen Strolche“ in der Eisenbahnstraße. Nach der Lesestunde werden Kleingebäck und Leckereien aus unterschiedlichen Herkunftsländern vorgestellt und gleichzeitig gibt es gratis Informationen über Küche und Kultur des jeweiligen Landes. Eltern und Großeltern sind willkommen. Anmeldung unter: 0521 51-5238.
Mi, 14. März 2018 | 10 – 11 Uhr | Stadtteilbibliothek Brackwede, Germanenstraße 17

Ebenfalls am 14.03.2017 veranstaltet der Literaturclub „Queer-Beet-Bildergebnis für mo und die arierLeser“ in der Stadtteilbibliothek Brackwede eine Gesprächs- und Diskussionsrunde zum Buch „Mo und die Arier“ von Mo Asumang. Die afrodeutsche TV-Moderatorin, Filmemacherin, Dozentin und Schauspielerin Mo Asumang geht in ihrem Buch der Frage nach, was hinter der Idee von sogenannten „Herrenmenschen“ steckt. Alle Interessenten sind herzlich zu einer Diskussionsrunde zum Thema eingeladen.
Mi, 14. März 2018 | 16 – 17:30 Uhr | Stadtteilbibliothek Brackwede, Germanenstraße 17

Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun stellt am Dienstag, den 20. März sein neues Buch „Schwarzbuch Migration“ vor, welches am 15. März 2018 erscheinen wird und das die dunklen Seiten unserer Flüchtlingspolitik beleuchtet.
Di, 20. März 2018 | 19 Uhr | Literaturbühne | Stadtbibliothek am Neumarkt

In Kooperation mit dem Verband für binationale Familien und Partnerschaften und der Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Sozialwesen zeigt die Stadtbibliothek vom 22. März bis zum 30. April die Wanderausstellung „Bilder im Kopf! Vielfalt in Kinder- und Jugendmedien“. Ziel der Ausstellung ist es, für vorurteilsbewusstes Lesen zu sensibilisieren und auf gute Beispiele aufmerksam zu machen, bei denen in Büchern die gesellschaftliche Vielfalt ohne Stereotype abgebildet wird.
Ausstellungseröffnung | Do, 22. März 2018 | 16 Uhr | Ausstellungsfläche 1. OG | Stadtbibliothek am Neumarkt

Im Rahmen der Ausstellung findet am Dienstag, den 10. April ein Workshop mit Natascha Fröhlich statt. Es werden u.a. Kinderbücher zu verschiedenen Vielfältigkeitsaspekten vorgestellt und Bücher auf Vorurteile und Stereotype untersucht. Die Referentin Natascha Fröhlich ist Islamwissenschaftlerin, interkulturelle Trainerin und Mitarbeiterin des Verbands binationaler Familien und Partnerschaften.
Di, 10. April 2018 | 16 – 19 Uhr | Seminarraum 1. OG | Stadtbibliothek am Neumarkt

Ein weiterer Vortrag zur Ausstellung „Bilder im Kopf!“ findet am Donnerstag, 19. April statt. Katharina Steffens referiert zum Thema „Rassismus in Kinderliedern“. Der Vortrag erläutert exemplarisch an einigen Kinderliedern, welches rassistische und diskriminierende Wissen sich Kinder durch die Kinderlieder aneignen. Was bedeutet das für die Praxis? Gibt es vorurteilsbewusste Kinderlieder und Kinderbücher?
Do, 19. April 2018 | 14 – 15.30 Uhr | Seminarraum 1. OG | Stadtbibliothek am Neumarkt

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Hier findet ihr das komplette Programmheft der Bielefelder Aktionswochen.

lga

MittendrinMittwoch #35

“ Also, dann fragt ihr zu Hause, ob ihr mitdürft?“ Sprotte konnte nicht glauben, dass ihr schwarzes Unglück sich in so etwas wunderbares wie Wilde Hühner-Ferien verwandeln könnte. „Wir fahren zusammen?“
„Ja!“ Frieda hob ihren Becher. „Denn wir sind die Wilden Hühner. Wir trennen uns nie.“
„Nur in dringenden Notfällen“, sagte Wilma und stieß ihren Becher gegen Melanies. „Alle für eine und eine für alle!“
„Hört sich gut an“, sagte Melanie. „Ist das auch aus Romeo und Julia?“

Cornelia Funke, „Die wilden Hühner und das Glück der Erde„, S. 30

Manchmal muss es einfach ein Kinderbuch sein. Vor allem, wenn es so schön geschrieben ist wie die Reihe der „Wilden Hühner“. 🙂
Die Wilden Hühner– das sind Sprotte, Melanie, Trude, Frieda und Wilma. Sprottes Mutter möchte mit ihrem neuen Freund in den Urlaub fahren und meldet Sprotte kurzerhand für Ferien auf einem Reiterhof an. Das passt Sprotte aber so gar nicht und nach langem hin- und her dürfen schließlich auch ihre Freundinnen mit. Es könnte alles so schön sein- selbst Sprotte schließt die Pferde schnell ins Herz. Doch dann tauchen die Pygmäen auf, eine Truppe von Jungs, die den Hühnern oft das Leben schwer macht. Ich bin gespannt, ob es mitten in den Ferien zu einem Bandenkrach kommt.

Bei uns findet ihr dieses und die anderen Bücher der Reihe unter ab 9 J. Funk

Elizzy von read books and fall in love hat sich die Blogaktion ausgedacht. Der „Mittendrin Mittwoch“ besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

kwk

MittendrinMittwoch #31

Papa hatte also festgestellt, dass das kleine Mädchen, das an einem Dezembertag im Jahre 1948 aus einem Kaufhaus verschwunden war, wirklich Elisabet Hansen hieß. Elisabet Hansen hieß aber auch das Mädchen, über das Joachim im magischen Adventskalender las. Sie wanderte quer durch Europa, aber auch zurück durch zweitausend Jahre Geschichte.

Das Weihnachtsgeheimnis von Jostein Gaarder, Seite 133

 

Joachim und sein Vater sind noch am 30. November auf der Suche nach einem Adventskalender. Sie befürchten schon keinen mehr zu finden, als Joachim einen ganz besonderen Adventskalender in einem kleinen Buchladen entdeckt. Denn als Joachim am nächsten Morgen das erste Türchen öffnet, befindet sich nicht nur ein Bild, sondern auch ein kleiner Zettel hinter dem Türchen, auf dem der erste Teil einer Geschichte steht. Und jeden Tag kann man einen neuen Teil dieser Geschichte erfahren.

Mir hat es als Kind immer sehr gefallen, dieses Buch in der Adventszeit mit meiner Familie zu lesen. Das Buch eignet sich wirklich sehr gut zum Vorlesen und man hat eben auch längere Zeit etwas davon, da es für jeden Tag der Adventszeit ein Kapitel gibt. Es ist also wie ein Adventskalender gemacht. Auch diese Geschichte in der Geschichte, also die Geschichte um Joachim und die Geschichte, die in Joachims Adventskalender erzählt wir, ist eine schöne Idee.

lga

Elizzy von read books and fall in love hat sich die Blogaktion ausgedacht. Der „Mittendrin Mittwoch“ besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Mittendrin Mittwoch #27

Die Literaturtage sind vorbei- nun starten wir wieder mit unserem „Mittendrin Mittwoch“. 🙂

„Aber bevor es soweit war, passierte noch eine ganze Menge, und die Wäscheleine zwischen den Apfelbäumen hängte sich beinahe durch. Denn hier hingen schließlich außer Pelles Hemd und Jackett und Hose auch ein Hemd von Krister, ferner Paps Hemd und Hose, ferner Johanns Hemd und Hose. Ich weiß nicht, was Niklas‘ Hose verbrochen hatte, die gestern den ganzen Tag nicht hat baden dürfen, wo es doch alle anderen Hosen durften; aber das Leben ist nun einmal voller Ungerechtigkeiten.“

Astrid Lindgren: „Ferien auf Saltkrokan„, S. 81/82

Ich muss gestehen, dass ich noch nie „Ferien auf Saltkrokan“ gelesen oder gesehen habe. Ein Unding eigentlich, wenn man von Kindesbeinen an Astrid Lindgren- Fan ist! Nun habe ich mir aber das Buch geschnappt: Familie Melcherson (Papa, Malin, Niklas, Johann und Pelle) machen Ferien auf der Schäreninsel Saltkrokan und treffen dort unter anderem auf Tjorven, ihrem treuen Hund Bootsmann und Stina . Zu den kleinen und großen Abenteuern, die die Kinder zusammen  erleben, zählt zum Beispiel das Mittsommerfest. Und wie der Textausschnitt aus der Sicht der neunzehnjährigen Malin schon vermuten lässt, geht es feucht-fröhlich zu. Ohne Alkohol möchte ich betonen. Auch Papa Melcher erlebt (eher unfreiwillig) die unglaublichsten Dinge. Malin scheint der Ruhepol der Familie zu sein- wäre da nicht Krister, der ein Auge auf sie geworfen hat. Doch da hat er die Rechnung ohne ihre drei kleinen Brüder gemacht…

 

Ich bin echt gespannt, wie es weiter geht. Bunt und einfach wunderbar geschrieben, wie man es von der schwedischen Schriftstellerin gewohnt ist. Kinderbuch hin oder her, dieses ist ein unbedingtes Muss!!! 🙂

kwk

Elizzy von read books and fall in love hat sich die Blogaktion ausgedacht. Der „Mittendrin Mittwoch“ besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Das Leben hat Platz für alle!

Klara wohnt mit ihrer Mutter in einem Haus, in dem nicht viel passiert. Bis sie eines Tages von der Schule nach Hause kommt, und den ganzen Hausflur voller Umzugskrempel findet…

Denni und sein Vater sind in das Haus Nr. 5 in der Bebelstraße eingezogen und haben die ganze Bewohnerschaft auf den Kopf gestellt. Denni ist ein ganz besonderer Junge, ein wenig mopsig, er spricht komisch und er hat besondere Augen. Irgendwo plemplem und  trotzdem sehr nett, sodass Klara ihm ihre tiefste Geheimnisse anvertrauen kann und sich sicher ist, dass mit Denni zusammen eine besonders spaßige Ferienzeit beginnt. Und es ist auch so geschehen. Wenigstens bis zur großen Katastrophe auf dem Friedhof…

Nicht nur Klaras Welt ändert sich rasant. Niemals konnte man auch nur eine Billi-Milli-Sekunde lang es für möglich halten, dass Frau Schönegans grinsen lernt, Zauberteerezepte kennt und mit Frau Miera mehr als zwei Worte sprechen kann. Alle Hausbewohner werden irgendwie anders, sie bekommen ganz freundliche Augen, schicken sich gegenseitig Post und veranstalten die allererste Nachbarschaftskonferenz im ganzen Haus. Um den runden Konferenztisch sitzen alle zusammen, Frau Schönegans die ganz plötzlich eine nette Stimme bekommt, Frau Miera mit dem Schal um den Hals, Dennis Vater mit Farbe in den Haaren und traurigen Augen und Klaras Mutter, die müde aussieht. Karl Heinz Krabetzki, der Hausmeister, ist mit dem Hund Lothar auch dabei, und natürlich Klara. Und neben Klara sitzt der Engel, der ihr helfen soll, Denni so schnell wie möglich aus der grauen grauen Wolkenwelt nach Hause zu holen und ein Überraschungs-Willkommens-Freu-und-Wunder-Fest vorzubereiten.

Wie gut, dass das Leben manchmal ganz anders ist als man denkt! Man muss nur den Blickwinkel ändern. Die Geschichte über diese ganz besondere Verwandlung wird von ihrer Autorin Brigitte Werner heute bei uns in der Stadtbibliothek Bielefeld vorgelesen, Beginn um 16:30!

I.C.