Dornröschen reloaded

Dank zweier Kolleginnen fiel mir das Buch „Das letzte Dornröschen“ von Claudia Siegmann in die Hände. Es ist zwar ein Kinder-/Jugendbuch, aber das tat der Lesefreude keinen Abbruch.

Der Inhalt: Flora (genannt Flo) ist scheinbar eine Nachfahrin von Dornröschen. „Ja klar“, denkt sie sich, als sie die Neuigkeit erfährt. „Die spinnen doch alle“. Aber nein, nach und nach lernt sie immer mehr junge Menschen kennen, die von Märchenfiguren abstammen. Da ist die arrogante Neva aus dem Schneewittchen-Clan, das leicht verrückte Rapunzel Val und nicht zu vergessen: Herzbube Timus. Auch unangenehme Begegnungen bleiben nicht aus- die Zwillinge Hänsel und Gretel zum Beispiel sind ziemlich schlagfertig.

Aber was soll das alles? Sämtliche Nachfahren der Märchenfiguren müssen sich bei der Agentur ASGA (Auffinden und Sicherstellen von Gegenständen aller Art) melden. Sie alle haben verschiedene Gaben, die dem Auffinden besagter Gegenstände dienen. Wir sprechen hier von magisch vergifteten Gegenständen, die den normalen Menschen Flausen in den Kopf setzen. So hat ein Mann aus dem kleinen Städtchen, in dem die Geschichte spielt, im Süden der Stadt ein Königreich errichtet und die Bewohner (besser gesagt: Untertanen) haben ihm nun Steuern in Form von Gold zu entrichten. Neva eilt dorthin, um den vergifteten Gegenstand an sich zu nehmen und hat die verwirrte Flo im Schlepptau. Die Arme weiß noch gar nicht richtig, welche Gabe sie besitzt und was das Ganze eigentlich soll…

Ein herrliches, märchenhaftes Buch für Kinder ab 12 Jahren. (Und für alle großen Kinder- ich freue mich ehrlich gesagt schon darauf, wie es weiter geht. Das Ganze ist nämlich eine Trilogie 🙂 )

Schaut doch mal auf unseren Instagram-Account. Dort seht ihr das „Bookface“ zum Cover! 😉

 

 

 

kwk

Lieblingsklassiker

Heute habe ich ein Buch für euch, welches (für mich) zu den Klassikern gehört. Nicht Schiller, Goethe, Brecht … sondern eins, was schon 1970 erschien, in der Kinderbuchabteilung beheimatet und kein bisschen angestaubt ist:

Mog, der vergessliche Kater“ von Judith Kerr.

Kennt ihr ihn? Über diesen Kater muss ich immer wieder schmunzeln. Zuhause habe ich übrigens auch so ein Exemplar- einer unserer Kater steht Mog vom Aussehen und Verhalten in nichts nach.

Zurück zu dem Bilderbuch-Felltier.
Mog ist, wie der Titel schon vermuten lässt, etwas schusselig und gerade deswegen ein Herzenskater. Sämtliche Familienmitglieder haben ihn lieb aber regen sich diverse Male über ihn auf: weil er die Sicht auf den Fernseher versperrt oder die Blumen kaputt trampelt oder oder oder. Doch als er eines Abends wieder nicht die Katzenklappe ins wohlige Heim findet, hat er seinen großen Auftritt…

Einfach, aber klar gezeichnet und erzählt, tapst sich dieser Kater in die Kinderherzen und ganz bestimmt auch in die der Erwachsenen.

kwk

Buchtipp: Das NEINhorn

Muss ich dieses Buch noch empfehlen? In meinem Freundeskreis wird es längst überall herumgereicht, war ein beliebtes Geschenkbuch – und zwar unter Erwachsenen, auch wenn es ein Kinderbilderbuch ist. Ja, natürlich haben auch Kinder ihre Freude am NEINhorn (Katalogdaten zu Buch und Hörbuch hier), aber eben auch die Erwachsenen, egal ob beim Vorlesen, gemeinsam Lesen oder selbst Entdecken. Die herrlichen Sprachspielereien waren bei uns sogar schon Partygespräch.

Aber wen wundert’s, spätestens wenn der Name des Autors fällt, ist alles klar: Marc-Uwe Kling (Katalogdaten zu seinen Werken in der Stadtbibliothek hier) ist längst berühmt für seine Känguru-Chroniken, Bestsellerautor mit „Qualityland“ und jetzt eben ein Kinderbuch, das genauso wenig in ein Schema passt wie sein Känguru – dafür ist es aber schön illustriert von Astrid Henn.

Nun ja, das NEINhorn will ja auch schlichtweg nicht in irgendein Schema passen. Alle rosa und regenbogenbunten Einhörner wissen, was sich für Einhörner gehört. Alle. Nur das NEINhorn tanzt aus der Reihe. Immer. Ja, es ist ein wenig anstrengend. Aber irgendwie kann man es auch verstehen, denn die ewig gut gelaunten, plüschig-langweiligen anderen Einhörner mit ihrem Anspruch, alles müsse immer auf diese eine Art geschehen, können auch nerven. Wie gut, dass es da noch andere Wesen gibt, die auch so ihre Eigenarten haben: der nie richtig zuhörende WASbär zum Beispiel oder der NAhUND, dem einfach alles egal zu sein scheint.

An diesen Namen erkennt man schon, der Autor liebt das Spiel mit Sprache; seine Einfälle wirken nur auf den ersten Blick schlicht – aber die Phantasie kennt keine Grenzen. Und die schönste Stelle im Buch ist sowieso der Aufruf an die kleinen und großen Leser, weitere seltsame Wesen zu erfinden. Das macht nicht nur Kindern Spaß.

Für mich die größte Freude ist aber das laute Lesen, um dabei die kleinen Minidramen zwischen den unterschiedlichen Charakteren mit je eigenen Stimmen und Stimmungen zu interpretieren: Nein! – Waaas? – DOCH! – Na und?

Daraus kann man vielleicht auch ein Spiel entwickeln: Einer stellt Fragen und der andere antwortet motzig mit Variationen von „Nein“; geht auch mit mehreren Mitspielern, die dann die Eigenarten anderer Figuren nachahmen. Das ist so einfach, dass auch Kinder mitmachen; das könnte aber auch zu einem Improvisationsspiel mit Sprache und Betonung für Amateurdarsteller ausgebaut werden.
Oder gar zu einem Partyspiel.
Ach, nur so eine alberne Idee aus dem einsamen HomeOffice zu Coronazeiten. Ich mag nämlich keine Partyspiele.
NEIN!

Damit die Erwachsenen nicht immer das NEINhorn-Bilderbuch aus der Kinderbibliothek für sich blockieren, kaufen wir noch ein Exemplar für den Bereich Comics für Erwachsene. Und wenn Ihr das unpassend findet, ist mir das doch egal!
WAS? – NA UND!

HilDa

Von hier wech – für Euch da

Neue Video-Lesereihe regionaler AutorInnen

In jedem Frühjahr findet in der Kinderbibliothek der „Lesefrühling“ statt, unsere Literaturtage für Kinder. In diesem Jahr hat uns Corona einen Strich durch die Planung gemacht und wir versuchen aktuell alle Lesungen auf das nächste Jahr zu verschieben.

Aber gerade in Zeiten ohne Schule oder KiTa möchten wir Euch gute Unterhaltung mit tollen Geschichten anbieten, damit Ihr keine Langeweile zu Hause haben müsst … – und außerdem möchten wir gerade jetzt AutorInnen unterstützen, da ja so viele Veranstaltungen und Lesungen in diesem Jahr ausfallen.

So entstand der Titel der Lesereihe „Von hier wech – für Euch da!“

Wir stellen Euch unsere regionalen AutorInnen vor, also die Menschen, die in unserer Gegend wohnen und für Euch Geschichten schreiben oder malen und veröffentlichen. Und wir haben sie gefragt, ob sie für Euch etwas vorlesen. Und weil Ihr gerade nicht zu uns in die Bibliothek kommen dürft, haben wir sie gefragt, ob wir sie beim Vorlesen filmen dürfen… Und ob wir ihnen dann auch noch Fragen stellen können… Und ob wir das alles dann für Euch zum Angucken veröffentlichen dürfen. Wir haben tolle Unterstützung gefunden, damit wir ein Honorar, also Geld, für die Lesungen bezahlen können! Vielen, vielen Dank an das Kulturamt der Stadt Bielefeld für die Begeisterung für unsere Idee!

Jetzt ist es soweit, die erste Lesung ist gerade ins Netz gegangen!

Unsere erste Autorin, die wir Euch vorstellen möchten, wohnt in Bielefeld. Sie schreibt Kinderbücher. Und sie liest für Euch ihre Geschichte „Viel Geschrei um ein geklautes Ei“. Wer weiß schon, wen wir meinen??? Wir haben sie in die Kinderbibliothek eingeladen und mit zwei Meter Abstand nach dem Distanzgebot der Coronazeit alles für eine Lesung arrangiert und gefilmt und wir sind sehr stolz auf unseren ersten eigenen Film für Euch!

Und natürlich stellen wir sie Euch auch kurz vor: Sie heißt…. richtig….!!! …Sabine Lipan!

Szenenfoto aus dem Film von und mit Sabine Lipan

Sie hat schon ganz viele tolle Kinderbücher geschrieben. Eigentlich wollte sie Lehrerin werden, aber ganz schnell hat sie in ihrem Deutschunterricht bemerkt, dass sie Geschichten gar nicht so gerne analysieren, sondern sich viel lieber Geschichten selber ausdenken möchte. Und da ist sie tatsächlich sofort Schriftstellerin geworden. Ganz am Ende unseres Filmes verrät sie übrigens, wie sie sich Geschichten ausdenkt… Es lohnt sich also, bis zum Ende zu gucken, nicht nur weil Ihr gern Geschichten hört, sondern auch, wenn Ihr einen Tipp bekommen möchtet, wie Ihr Euch selber Geschichten ausdenken könnt! Und dann vielleicht auch eine bekannte Schriftstellerin oder ein bekannter Schriftsteller werden könnt. Erfolgreiche Bücher von Sabine Lipan sind zum Beispiel in der „wieso, weshalb, warum“-Reihe erschienen: über Autos und Weltwunder und Ritter und über Ozeane und darüber, warum wir unsere Meere unbedingt schützen müssen. Und auch das Buch, das sie für Euch vorliest, ist sehr beliebt. Und auch ihr Weihnachtsbuch kennt Ihr bestimmt? Und wenn nicht, hier geht es zu ihrer Internetseite, da könnt Ihr alles Wichtige über Sabine Lipan nachlesen: https://www.sabine-lipan.de/

Den Film von und mit Sabine Lipan findet Ihr hier.

Viel Freude wünschen wir Euch mit unserer neuen Lesungsreihe „Von hier wech – für Euch da“!

Anja Debrow

Mittendrin Mittwoch #102

„Abenteurer oder Stubenhocker? Bis ans Ende der Welt fliegen oder auf seinem Zweig bleiben? Jeder Vogel muss eine Antwort auf diese Frage finden. Und alle haben sie unterschiedliche Meinungen …“

(Aus dem Kindersachbuch: Vögel auf Weltreise. Alles über Zugvögel
von Fleur Daugey und Sandrine Thommen; S.12)

Wissenschaftlichen Themen, von denen ich absolut keine Ahnung habe, nähere ich mich gerne auch erstmal an, indem ich schaue, ob es zu der Thematik nicht vielleicht auch ein Jugend- oder Kindersachbuch gibt. Dort wird man nicht gleich von unzähligen Fremdwörtern bzw. Fachbegriffen erschlagen und meistens wird keinerlei Vorwissen vorausgesetzt.

Da die Vogelwelt ein Hobby von mir ist und ich nicht unbedingt bei null anfangen müsste, hat mich bei diesem Kinderbuch allerdings das Cover „gekriegt“. Eine wunderschöne Illustration von heimischen Vögeln wie der Stockente und der Rauchschwalbe, aber auch uns unbekannten Arten wie dem Indigofinken und dem Rubinkehlkolibri.

Machen wir uns nichts vor – bei Büchern kommt es durchaus auch auf das Äußere an. Zumindest auf den ersten Blick.

Diese großartige Bebilderung wird auf allen 53 Seiten fortgeführt und umrandet die seitenweise aufbereiteten Themenkapitel.

Es beginnt damit, wie die Menschen sich den Vogelzug vor dessen Erforschung vorgestellt haben. Im Winterschlaf auf dem Mond oder am Boden der Seen zum Beispiel – wirklich skurril.

Beim Durchblättern sah ich, dass noch Themen wie die Vogelberingung oder der Klimawandel und seine Auswirkungen auf den Vogelzug behandelt werden. Ich bin gespannt, ob ich nicht doch 2-3 neue Dinge lerne.

Auf einen kleinen Fehler bin ich bislang gestoßen (Kranich und Graureiher sehen sich zwar schon recht ähnlich, sind aber vor allem in Bezug auf die Körpergröße enorm unterschiedlich), aber ansonsten finde ich das Buch sehr gelungen, um Groß und Klein das Wunder des Vogelzuges zu erklären. Mit dieser Meinung bin ich wohl nicht alleine, da es mit einem Preis als „Bestes naturkundliches Jugendbuch des Jahres 2015“ (in Frankreich) ausgezeichnet worden ist.

Ra

Katalogdaten zu Buch und Hörbuch hier

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Mittendrin Mittwoch #100

Fahne mit Maus-Luftfahrt-Logo (Zeichnung von Torben Kuhlmann)

Und so betrat am 21. Juli 1969 der erste Mensch den Mond.
Aber nur die Allerwenigsten wissen, was er dort fand.

(Aus dem Kinderbuch „Armstrong : Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond“ von Torben Kuhlmann)

 

Ich wollte hier nicht den Schluss der Geschichte vorwegnehmen, darum zitiere ich nur den zweitletzten Abschnitt der Erzählung, obwohl ich natürlich auch schon die letzten Sätze gelesen habe. Dann folgen noch einige Seiten „Eine kurze Geschichte der Raumfahrt“ als Anhang, das lese ich später mal.

Torben Kuhlmann ist ein großartiger Illustrator. Sein Bilderbuch „Lindbergh – Die abenteuerlich Geschichte einer fliegenden Maus“ ist der Vorläufer zu „Armstrong“; im letzten Jahr erschien „Edison – das Rätsel des verschollenen Mauseschatzes“. Die Bände kann man unabhängig von einander lesen. Aber hat man erst einmal eins der Mäuse-Abenteuer angesehen, will man alle – zumindest mir geht es jetzt so.

Wir wollen eine Veranstaltung für Kinder vorbereiten und als Motto hatte ich 50 Jahre Mondlandung vorgeschlagen, als Vorlesebuch „Armstrong“, obwohl ich es nur durch eine Rezension kannte. Jetzt habe ich den Text gelesen und bin etwas skeptisch: Ohne die Bilder wirkt er nicht, ist zum Vorlesen für Schulkinder von 9 Jahren aufwärts vielleicht auch etwas schlicht (das Buch ist ab 6 Jahren empfohlen). Aber an den Bildern kann man sich nicht sattsehen – auch als Erwachsener nicht. Und sie sind zusammen mit der Geschichte eine schöne Basis für Erläuterungen, Experimente und Spiele rund um die Themen Raumfahrt und Mond. Ich höre mal in das Hörbuch hinein, eine inszenierte Lesung mit Musik; der Sprecher Bastian Pastewka liest ja ganz ohne das Bildmaterial vor und die Bearbeitung  des Bilderbuches zum Hörbuch (von Gudrun Hartmann) gibt uns vielleicht noch einige Anregungen.

„Armstrong“ von Torben Kuhlmann: Bilderbuch und Hörbuch

Wenn ich sage, der Text sei schlicht, dann meine ich Sprache und Satzkonstruktionen; das Bilderbuch ist wunderbar zum gemeinsamen (Vor-)Lesen und Entdecken für Grundschulkinder geeignet. Die Geschichte über die abenteuerliche Maus-Raumfahrt ist köstlich: Eine kleine Maus kommt mit Hilfe eines Fernrohrs und vieler Bücher zu der Erkenntnis, dass der Mond aus Gestein besteht und nicht, so wie alle anderen Mäuse glauben, aus Käse. Um die Forschungsergebnisse beweisen zu können, will die Maus zum Mond und zurück reisen – ganz in der Tradition einiger Mäusevorfahren, die schon einmal Luftfahrtgeschichte geschrieben haben (siehe „Lindbergh“). Aber nichts und niemand ist jemals so hoch geflogen. Die kleine Maus muss forschen, Neues erfinden und die Versuche sind sogar lebensgefährlich. Doch dann findet sie die Technik, mit der der Flug gelingen kann. Ein kleiner Schritt für eine Maus … .

Aber das allein ist noch nicht die ganze Geschichte, da gibt es ja auch noch die Menschen. Nur mehr verrate ich eben nicht.

Große Empfehlung an Jung und Alt für „Armstrong: die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond“ von Torben Kuhlmann.
Viel Freude beim Lesen, Gucken und Entdecken.

HilDa

Das ist schon unsere 100. Mittendrin-Mittwoch-Buchbesprechung in diesem Blog.
Dank an Elizzy von read books and fall in love , die die Idee zu dieser Blog-Aktion für jeden, der teilnehmen will, lieferte – eine Anregung, die wir gerne aufgenommen haben. Im „Mittendrin Mittwoch“ zeigen wir unseren Eindruck von den Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Mittendrin Mittwoch #73

Das Leder fühlte sich gut an zwischen den Fingern. Sprotte sah, wie Snegla die Ohren spitzte, hörte, wie sie die Hufe im feuchten Sand aufsetzte – und wünschte sich wieder einmal, dass man Augenblicke wie diesen aufbewahren könnte, in einem Marmeladenglas oder einer Keksdose. Um ab und zu davon zu kosten, an anderen, langweilig grauen Tagen, an Tagen, die nicht nach feuchtem Pferdefell rochen. Für so viel Glück braucht man aber ein großes Glas, dachte Sprotte, während sie hinter Trude her ritt.

Die Wilden Hühner und das Glück der Erde von Cornelia Funke, Seite 165

Die Wilden Hühner – das sind Sprotte, Frieda, Trude, Wilma und Melanie. Sie sind eine Bande und haben zusammen schon so einiges erlebt. Rettungsaktionen für echte Hühner, Gespensterjagd auf Klassenfahrt, Ferien auf einem Reiterhof, immer wieder neue Racheaktionen gegen die Pygmäen, vier Jungs, die in die selbe Klasse wie die Wilden Hühner gehen (und wenn es drauf ankommt, eigentlich ganz in Ordnung sind). Ich lese momentan im vierten Buch Die Wilden Hühner und das Glück der Erde, in dem die Hühner Ferien auf einem Reiterhof machen (auf dem sich die Pygmäen natürlich auch irgendwann blicken lassen).

Als Kind habe ich Die Wilden Hühner-Bücher von Cornelia Funke immer wieder gerne gelesen. Als ich letztens mein Bücherregal etwas umgeräumt habe und die Bücher in der Hand hatte, dachte ich mir, dass ich da eigentlich auch mal wieder reinschauen könnte. Und es hat richtig viel Spaß gemacht, nach so langer Zeit mal wieder in die Geschichte einzutauchen. Bücher aus der Kindheit zu lesen, finde ich auch unter dem Aspekt spannend, dass da so viele Erinnerungen dran hängen. Vom ersten Buch hatte ich zum Beispiel auch das Hörbuch, das von Cornelia Funke selber gesprochen wird und das ich früher ebenfalls sehr oft gehört habe. So hatte ich bei bestimmten Abschnitten immer wieder Cornelia Funkes Stimme im Kopf (und habe jetzt eigentlich Lust ins Hörbuch reinzuhören).
Plötzlich kam mir dann auch wieder der Soundtrack zu den Verfilmungen der Bücher in den Sinn (auch immer noch wunderschön), die damals genau passend rauskamen, als ich die Bücher selber noch gelesen habe.
In den Büchern werden viele lebensnahe Themen verarbeitet, von geschiedenen Eltern über abwesende Väter, arbeitslose Eltern, Probleme in der Schule, Freundschaft, erste Liebe bis zu unnahbaren, bevormundenden Großmüttern. Durch diese Nähe zum echten Leben kann sich da auch jedes Kind in den Büchern wieder finden. Die Wilden Hühner unternehmen eben Sachen, die auch jedes normale Kind unternehmen könnte und jagen keine Verbrecher oder erleben sonst welche Abenteuer, die in echt nie jemandem passieren. Sie treffen sich zum Tee trinken und Waffeln backen, kümmern sich um echte Hühner, spielen Theater, legen Gemüsebeete an, schreiben sich in der Schule Zettelchen in selbst erdachter Geheimsprache.
Was mir außerdem grundsätzlich an allen Büchern von Cornelia Funke gefällt, ist, dass sie diese meist selbst illustriert. Das macht ihre Bücher auch optisch zu etwas ganz Besonderem. Das ist vielleicht Geschmackssache, aber ich mag ihren Zeichenstil richtig gerne.

Hier nochmal die Bücher der Reihe:
Die Wilden Hühner
Die Wilden Hühner auf Klassenfahrt
Die Wilden Hühner – Fuchsalarm
Die Wilden Hühner und das Glück der Erde
Die Wilden Hühner und die Liebe
Die Wilden Hühner und das Leben (Das ist allerdings die Adaption des dritten Wilde Hühner Films, der zwar teilweise auf den Büchern beruht, aber eine eigene Geschichte aufweist, die nach Die Wilden Hühner und die Liebe spielt und auch nicht von Cornelia Funke adaptiert wurde. Zu dem Buch kann ich nicht viel sagen, da ich das nie gelesen habe.)

Ausleihhinweise zu allem, was wir zu den Wilden Hühnern in der Bibliothek haben findet ihr hier.

lga

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Lesefrühling: Maja Nielsen

Es ist endlich Frühling und der Lese-Frühlings-Duft in der Stadtbibliothek Bielefeld breitet sich aus!

Unsere jüngeren Leserinnen und Lesern freuen sich darauf und erwarten voller Spannung neue Bücher und ihre Autoren kennen zu lernen. Die Eröffnung findet am Donnerstag, dem 12. April mit Maja Nielsen statt, die diesmal bei uns über zwei außergewöhnliche Naturwissenschaftlerinnen erzählt, Jane Goodall und Dian Fossey. Mit  ihnen versetzen wir uns nach Afrika, wo die beiden den größten Teil ihres Lebens der Erforschung der Menschenaffen gewidmet haben. Mit Hingabe und Begeisterung für Tiere, mit außergewöhnlicher Leidenschaft begeben sich die beiden Frauen in den Lebensreich der Schimpansen und Berggorillas und eröffnen der ganzen Welt einen Einblick in das äußere und innere Leben dieser faszinierenden Lebewesen. Freundschaften entwickeln sich, Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Mensch und Tier werden entdeckt, Mensch und Tier lernen, miteinander zu kommunizieren, sich für einander einzusetzen. Jahre und Jahrzehnte verbringen die beiden Forscherinnen im Regenwald, wohnen in einfachen Hütten und folgen ihren Schützlingen, freunden sich mit ihnen an, überstehen Gefahr für Gefahr und dokumentieren das Erlebte, lehren uns Tiere zu verstehen, sie zu lieben, zu beschützen …

Nachdem man das Buch von Maja Nielsen gelesen hat, geht man mit ganz anderen Gedanken in den Zoo, und betrachtet die Tiere mit neuen Augen… Gleichzeitig lernt man zu verstehen und zu schätzen, was eine naturwissenschaftliche Forschung ist und welche Opfer dies kosten kann… Investiert wird viel Energie und Kraft, man lebt mit den Problemen vor Ort und  – so wie es im Fall Dian Fossey war – kann dieses Engagement mit dem eigenen Leben bezahlt werden, nur um die Menschheit etwas besser zu machen.

Für alle Jungen und Mädchen, die sich für die Natur und Tiere interessieren, sind das faszinierende Geschichten, mit Einblicken in eine Welt, die wir Dank der beiden Forscherinnen etwas besser verstehen können.

Die Lesung findet am Donnerstag statt, Beginn um 16:30 Uhr, im Erdgeschoß der Stadtbibliothek am Neumarkt vor der Literaturbühne.

Bilder im Kopf!

Zurzeit kann man in der Stadtbibliothek am Neumarkt auf der Ausstellungsfläche im 1. OG durch die Ausstellung „Bilder im Kopf! Vielfalt in Kinder- und Jugendmedien“ schlendern. Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Verband für binationale Familien und Patznerschaften und der Fachhochschule Bielefeld Fachbereich Sozialwesen statt.

Die Ausstellung will für vorurteilsbewusstes Lesen sensibilisieren und auf gute Beispiele aufmerksam machen, bei denen in Büchern die gesellschaftliche Vielfalt ohne Stereotype abgebildet wird und sich somit alle Kinder und Jugendliche positiv mit Protagonist*innen identifizieren können. Gezeigt werden Beispiele, die Wege aufzeigen mit Unterschieden konstruktiv umzugehen, die Empathie stärken und Aushandlungen einüben; Beispiele, die Kindern und Jugendlichen Mut machen sich gegen Rassismus und Diskriminierung zur Wehr zu setzen.

Rassismus nicht mit mir!

Am 1. März starteten die diesjährigen Bielefelder Aktionswochen gegen Rassismus. Auch die Stadtbibliothek Bielefeld ist mit einigen Aktionen dabei.

© Sebastian Haenel

Am Donnerstag, den 8. März ist der Literaturkritiker Ijoma Mangold bei uns zu Besuch und liest aus seinem Buch „Das deutsche Krokodil: meine Geschichte“. In seinem Buch berichtet Ijoma Mangold von seiner Kindheit und Jugend, davon, wie man als „Mischlingskind“ und „Mulatte“ in der Bundesrepublik aufwuchs und ob man in Deutschland mehr mit einer dunklen Haut oder mit einer Leidenschaft für Thomas Mann aus dem Rahmen fällt.
Do, 8. März 2018 | 19 Uhr | Literaturbühne | Stadtbibliothek am Neumarkt

Bildergebnis für kasimir backtIn der Stadtteilbibliothek Brackwede findet am Mittwoch, den 14. März ein kulinarischer Vorlesetag statt. Der kulinarische Vorlesetag ist eine Gemeinschaftsaktion der Stadtteilbibliothek Brackwede mit den Kindern aus verschiedenen  Ländern aus der „Schmetterlingsgruppe“ des Kindergartens „Die kleinen Strolche“ in der Eisenbahnstraße. Nach der Lesestunde werden Kleingebäck und Leckereien aus unterschiedlichen Herkunftsländern vorgestellt und gleichzeitig gibt es gratis Informationen über Küche und Kultur des jeweiligen Landes. Eltern und Großeltern sind willkommen. Anmeldung unter: 0521 51-5238.
Mi, 14. März 2018 | 10 – 11 Uhr | Stadtteilbibliothek Brackwede, Germanenstraße 17

Ebenfalls am 14.03.2017 veranstaltet der Literaturclub „Queer-Beet-Bildergebnis für mo und die arierLeser“ in der Stadtteilbibliothek Brackwede eine Gesprächs- und Diskussionsrunde zum Buch „Mo und die Arier“ von Mo Asumang. Die afrodeutsche TV-Moderatorin, Filmemacherin, Dozentin und Schauspielerin Mo Asumang geht in ihrem Buch der Frage nach, was hinter der Idee von sogenannten „Herrenmenschen“ steckt. Alle Interessenten sind herzlich zu einer Diskussionsrunde zum Thema eingeladen.
Mi, 14. März 2018 | 16 – 17:30 Uhr | Stadtteilbibliothek Brackwede, Germanenstraße 17

Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun stellt am Dienstag, den 20. März sein neues Buch „Schwarzbuch Migration“ vor, welches am 15. März 2018 erscheinen wird und das die dunklen Seiten unserer Flüchtlingspolitik beleuchtet.
Di, 20. März 2018 | 19 Uhr | Literaturbühne | Stadtbibliothek am Neumarkt

In Kooperation mit dem Verband für binationale Familien und Partnerschaften und der Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Sozialwesen zeigt die Stadtbibliothek vom 22. März bis zum 30. April die Wanderausstellung „Bilder im Kopf! Vielfalt in Kinder- und Jugendmedien“. Ziel der Ausstellung ist es, für vorurteilsbewusstes Lesen zu sensibilisieren und auf gute Beispiele aufmerksam zu machen, bei denen in Büchern die gesellschaftliche Vielfalt ohne Stereotype abgebildet wird.
Ausstellungseröffnung | Do, 22. März 2018 | 16 Uhr | Ausstellungsfläche 1. OG | Stadtbibliothek am Neumarkt

Im Rahmen der Ausstellung findet am Dienstag, den 10. April ein Workshop mit Natascha Fröhlich statt. Es werden u.a. Kinderbücher zu verschiedenen Vielfältigkeitsaspekten vorgestellt und Bücher auf Vorurteile und Stereotype untersucht. Die Referentin Natascha Fröhlich ist Islamwissenschaftlerin, interkulturelle Trainerin und Mitarbeiterin des Verbands binationaler Familien und Partnerschaften.
Di, 10. April 2018 | 16 – 19 Uhr | Seminarraum 1. OG | Stadtbibliothek am Neumarkt

Ein weiterer Vortrag zur Ausstellung „Bilder im Kopf!“ findet am Donnerstag, 19. April statt. Katharina Steffens referiert zum Thema „Rassismus in Kinderliedern“. Der Vortrag erläutert exemplarisch an einigen Kinderliedern, welches rassistische und diskriminierende Wissen sich Kinder durch die Kinderlieder aneignen. Was bedeutet das für die Praxis? Gibt es vorurteilsbewusste Kinderlieder und Kinderbücher?
Do, 19. April 2018 | 14 – 15.30 Uhr | Seminarraum 1. OG | Stadtbibliothek am Neumarkt

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Hier findet ihr das komplette Programmheft der Bielefelder Aktionswochen.

lga