Von hier wech – für euch da #7

Die Bielefelderin Melanie Busse war im Rahmen unseres Projekts „Von hier wech – für euch da“ bei uns zu ihrer allerersten Lesung überhaupt zu Gast. Eigentlich macht Melanie Busse Spiele für Kinder und Jugendliche. „Zum Donnergrummel“ ist ihr erstes Buch.

Wie funktioniert das eigentlich mit der Wut? Und was kann ich tun, wenn ich geärgert werde? 

In “Zum Donnergrummel“ begleiten wir Janne dabei, wie sie ihre Wut, ihren eigenen „Donnergrummel“, entdeckt und lernt mit ihm umzugehen. Das Buch erzählt eine ebenso phantastische wie alltagsnahe Geschichte für Kinder, die ihre Wut besser verstehen und ihre Schlagfertigkeit trainieren möchten.

Verlagstext

Im Video könnt ihr Melanie Busse beim Erzählen der Geschichte vom Donnergrummel lauschen.

Kinderbücher von Sasa Stanisic

Dass Saša Stanišić ein großartiger Erzähler ist, wissen wir nicht nur von seinen Romanen. Wir durften ihn einige Male in Live-Veranstaltungen auf der Bühne erleben, wie er aus seinen Büchern nicht etwa vorliest, sondern fast frei erzählt und sein Publikum in den Bann zieht. Da kann ich mir auch gut vorstellen, wie er mit seinem Sohn zusammen fabuliert und phantastische Geschichten für ihn und auch mit ihm zusammen erfindet. Nun, er hat einige davon auch für uns aufgeschrieben und zusammen mit der Illustratorin Katja Spitzer ein Kinderbuch zum Vorlesen und Zuhören daraus gemacht.

Buch und Hörbuch "Hey, hey, hey, Taxi!" von Sasa Stanisic, beide stehen auf einer Fensterbank; durch das Fenster sieht man Bäume und Gebäude

„Hey, hey, hey, Taxi!“ ist quitschebunt, nicht nur die Bilder, auch und vor allem die Geschichten. Auf der Suche nach einem Vorlesebuch für unsere Kinderveranstaltungen habe ich mir das Buch gleich gekauft, als ich davon hörte. Und dachte dann beim Lesen des „Vorortes“ (kein Schreibfehler!) etwas enttäuscht: Das ist vielleicht doch nicht das richtige.

Saša Stanišić empfiehlt, seine Geschichten als lose Vorgaben zu nutzen, da er sie ja speziell für seinen Sohn verfasst hat und sie aus seinen Erfahrungen leben; jeder Vorleser möge sie verändern und Variablen aus der eigenen Welt und der seiner Zuhörer daraus machen. Da ich aber normalerweise eine Vorleserin bin, die sehr am vorgegebenen Text klebt, schien dieses Konzept für mich weniger geeignet. Trotzdem habe ich es ausprobiert: Ich habe meinen Vater gebeten, den Zuhörer zu spielen und mir zu sagen, ob meine kleinen Improvisationsversuche ausreichen.

Was soll ich sagen: Ich liebe diese verrückten Geschichten, und meinem Vater gefiel es auch.

Da kommt ein Taxi, um den Ich-Erzähler abzuholen, denn er muss dringend irgendwohin: zum Hafen, zum Bahnhof, ja einmal auch in die Bibliothek. Aber am Ende jeder Geschichte kehrt er zurück: nach Hause zu dir – also zu dem Sohn des Erzählers, der immer wieder direkt angesprochen wird.

Tja, es ist klar, dass ich dieses Geschichtenende für ein Vorlesen vor vielen Kindern nicht verwenden kann. Dass viele Taxifahrten zu Orten aus Hamburg führen, stört nicht. Warum soll man die Kinder nicht mit auf eine Reise in eine andere Stadt nehmen? Ich würde mir eine kleine Einleitung einfallen lassen, vielleicht in Form einer neuen Rahmenhandlung. Und ich müsste mir die passenden Geschichten aussuchen und so ein Vorleseprogramm für ca. 20-30 Minuten erstellen. Das Einbeziehen der zuhörenden Kinder und das dafür notwendige Improvisieren werde ich üben müssen. Vielleicht hilft mir wieder mein Vater dabei. Aber die fantastisch-skurrilen Abenteuer mit den Schrumpfpiraten oder den auf einer Riesenwelle surfenden Bienen, mit einem kleinen Riesen namens Riesling oder einem Käsetaxi mit Maus als Fahrerin, von der man sich sogar bis zum Mond kutschieren lassen kann – ja, das ist es wert, ich will einmal etwas anderes ausprobieren, als nur Wort für Wort abzulesen.

Meine Kolleginnen haben sich übrigens in das Hörbuch hineingehört und begrüßen mich schon lachend mit „Odjo, odjo!“ – Das ist ein Zitat und gehört zu einer der lustigsten Figuren im Buch – natürlich ein Taxifahrer, einer von vielen. Mehr verrate ich jetzt aber nicht.

Und wenn Ihr glaubt, ich hätte hier schon die verrücktesten Figuren aufgeführt, dann ruft Euch selber ein Taxi und fahrt mit Saša Stanišić und seinem Sohn in alle Richtungen, die die Fantasie so zulässt: Ihr werdet Euch wundern. Hey, hey, hey Taxi! (Katalogdaten hier)

Mittlerweile gibt es schon ein neues Kinderbuch von Saša Stanišić. Prompt sind wir mitten in der Pandamie. 😉 Ha! Nein, wieder kein Schreibfehler. Da sind nämlich Panda-Bären mit ihrer Lieblingsspeise Bambus. Doch ein Panda aus China, der natürlich Nicht-Peter heißt, weil Pandas aus China natürlich nicht Peter heißen, macht die großartige Entdeckung, dass man mit Bambus auch Töne erzeugen kann: Musik. Und mit mehreren zusammen macht das Musizieren richtig Spaß. Also wird eine Panda-BPand gegründet. … – Damit wäre schon mal das Wortspiel im Titel erklärt. In der Geschichte gibt es noch mehr von diesen Sprachspielereien und vom umwerfend-fantasiereichen Humor des Saša Stanišić.
Sicher demnächst auch in der Stadtbibliothek.

Kinderbuch "PandaPand: Wie die Pandas mal Musik zum Frühstück hatten" von Sasa Stanisic

Nachtrag 30.11.2021: Ja, Buch und Hörbücher der „PandaPand“ sind geliefert,
müssen zum Teil aber noch eingearbeitet werden.
Hier findet Ihr die Katalogdaten.

Am 19. November 2021 ist übrigens der Bundesweite Vorlesetag.

Was auch immer Ihr heute vorlest, ob herrlich verrückt oder knuddelig-verspielt, habt viel Spaß dabei. 😉

HilDa

Logo für den Bundesweiten Vorlesetag

Kinderbuchtipp: „Despereaux“ von Kate diCamillo

Wir hatten vor Jahren wohl mal ein Projekt für Schulkinder rund um das Kinderbuch „Despereaux“ von Kate diCamillo geplant, aber daraus wurde dann nichts. Ich hatte das Buch nie komplett gelesen, aber trotzdem für mich gekauft. Vielleicht wollte ich es verschenken. Jedenfalls lag es in einem Umzugskarton und fiel mir jetzt eher zufällig wieder in die Hände. Zwischen zwei nicht gerade leichten Romanen sollte das Kinderbuch eine kleine auflockernde Lektüre sein. Aber leichte Kost ist „Despereaux“ nun auch wieder nicht.

Die ungewöhnliche, kleine Maus mit den großen Ohren, die sich mit ihren besonderen Vorlieben von allen anderen Mäusen unterscheidet und sich dann auch noch ausgerechnet in eine Prinzessin verliebt, muss durchaus gruselige Abenteuer bestehen. Auch den anderen Figuren wird nichts erspart – nicht gerade eine Geschichte für zarte Gemüter. Kate diCamillo erzählt ganz lakonisch von grausigen Verliesen, von Tod und Misshandlung. Aber sie schreibt auch in poetischen und märchenhaften Bildern und Worten von Mut, Fantasie und Mitgefühl, von der Kraft des Verzeihens und der Liebe.
Ja, vor allem von der Liebe.

Eine Aventiure, wahrhaftig eine Heldenreise für eine kleine tapfere Maus, aber auch für eine verständnisvolle Prinzessin mit dem seltsamen Namen Erbse, für ein armes und leider auch sehr einfältiges Mädchen, das auch einmal Prinzessin werden will, und für einen König, der in seiner Trauer jedes Maß verloren hat, ja, sogar für eine fiese Ratte, die sich nach dem Licht sehnt.

Despereaux und Prinzessin Erbse entsprechen nicht den üblichen Klischees der Märchenhelden und erfüllen doch gerade deswegen alle Voraussetzungen, um am Ende zu bestehen. Allerdings gehört auch noch märchenhaftes Glück dazu.

Das ist kein Kinderbuch für Leseanfänger, keine simple Märchengeschichte. Eher eine Fabel. Und die passt sogar erstaunlich gut in unsere jetzige Zeit: Diese falschen Versprechungen und Verführungen, diese scheinbar einfachen Antworten, mit denen intrigante Ratten die Leichtgläubigen und Hilflosen in die Irre führen und quälen, erinnerten mich doch sehr an so ein paar zeitgeschichtliche Parallelen.

Nun, gute Märchen bieten für alle Zeiten Denkanstöße und Interpretationsspielraum. Despereaux würde ich in genau diese Kategorie packen. Das preisgekrönte Kinderbuch von Kate DiCamillo ist darüber hinaus auch sprachlich bezaubernd schön, allerdings eben auch anspruchsvoll.

Vielleicht wäre das wirklich ein schönes Schülerprojekt, Teil eines literarischen Märchen- und Fabelprojekts für eine Sekundarstufe I zum Beispiel.

Jedenfalls ist dieser verträumte, lesekundige, hoffnungslos verliebte Despereaux, der seine Furcht überwindet, um das Unmögliche zu erlangen, ein wahrer Held, ein wunderbarer Klassiker.

Es gibt übrigens auch eine Verfilmung, den Zeichentrickfilm von 2008 haben wir aber nicht mehr in unserem Bibliotheksbestand. Das Buch aber schon: hier.

HilDa


Buchtipps gegen das Sommerloch

Wir haben die Kolleginnen und Kollegen nach ihren Lesetipps für diesen Sommer gefragt und werden diese so nach und nach hier veröffentlichen.

Viel Freude beim Lesen!

Von hier wech – für euch da #5

Im letzten Jahr haben wir mit einigen Kinderbuchautor*innen aus der Region Videos für YouTube aufgenommen, um die veranstaltungsfreie Coronazeit etwas zu überbrücken.

Heute stelle ich euch die fünfte Lesung aus dieser Reihe vor. Dazu waren Cordula und Rüdiger Paulsen bei uns zu Besuch. Die beiden schreiben – wer kennt sie nicht – Pixi-Bücher. Die kleinen Bilderbüchlein beschäftigen sich mit allen möglich Themen.

In Ritterfrühling liest uns Rüdiger zuerst Pixis Lieblingsgeschichte (der ist natürlich auch dabei) vor. Die handelt von Ritter Rudolph Klapperkarl. Nach einem ereignislosen Winter gibt es für Ritter Rudolph im Frühling endlich wieder etwas zu tun: zum Beispiel Räuber oder Drachen jagen! Sein erstes Abenteuer nimmt dabei für ihn eine überraschende Wendung.

Freche Frieda Hütchenblau ist die zweite und Cordulas Lieblingsgeschichte. Frieda hat eine ziemlich große Klappe und allerhand drängende Fragen: Können Dreckspatzen auch fliegen? Und warum fällt der Mond nicht runter? Und auch sonst ist in Friedas Leben allerhand los.

Es folgt Rüdiger Lieblingsgeschichte: Drei Monster in der Schule. Die drei kleinen Monster wohnen bei Benni unterm Bett. Normalerweise hören sie sehr gut auf Benni. Doch als der seinen ersten Schultag hat, tauchen die Monster plötzlich vor seinem Klassenzimmer auf. Sie wollen auch zur Schule gehen und schlau werden!

Romanreihe um Rico und Oskar von Andreas Steinhöfel

Zwischen 2008 und 2020 sind fünf Romane in der Reihe für Kinder ab 10 Jahren erschienen. Der erste Roman – Rico, Oskar und die Tieferschatten – wurde unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Die ersten drei Teile wurden ab 2014 verfilmt. Ich möchte hier nicht nur ein Buch herausnehmen, sondern die gesamte Reihe empfehlen. Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch sowie Rico, Oskar und das Mistverständnis entstanden erst in den letzten Jahren, nachdem es ursprünglich bei einer Trilogie bleiben sollte.

Der 10-jährige Rico lebt zusammen mit seiner Mutter in Berlin. Er bezeichnet sich als tiefbegabt und vergleicht seine Gedanken mit Bingo-Kugeln, die manchmal durcheinandergeraten und ab und zu aus seinem Kopf herausfallen. Zudem verwechselt er häufig links und rechts, so dass er seine gewohnte Umgebung nicht weiter als nötig verlässt. Sein Klassenlehrer erkennt anhand eines Aufsatzes Ricos Potential als Erzähler. Er gibt ihm also den Auftrag, ein Ferientagebuch zu schreiben. Dementsprechend werden die Romane aus Ricos Perspektive erzählt.

Oskar dagegen ist hochbegabt. Sein Kopf ist gefüllt mit Faktenwissen, unter anderem die Anzahl Kinder, die jährlich als Beifahrer, Radfahrer oder Fußgänger verunglücken. Aus Sicherheitsgründen trägt er daher einen Motorradhelm. Er lebt bei seinem Vater, der mit Oskars Hochbegabung nicht umgehen kann. Oskar glaubt daher, er wolle nichts von ihm wissen.

Zwischen den Kindern entwickelt sich eine Freundschaft an der beide wachsen. Rico entwickelt sich im Laufe der Romane zu einem selbstbewussten und mutigen Jungen, der sich auch in für ihn unbekannte Gebiete wagt und sich zu behaupten weis. Oskar, der die Wahrscheinlichkeiten durch einen Unfall ums Leben zu kommen genau kennt, verliert seine Angst und benötigt schließlich keinen Helm mehr.

Rico, Oskar und die Tieferschatten

Ricos Lebensmittelpunkt liegt hauptsächlich in der Dieffenbachstraße, wo er sich nicht verlaufen kann. Am ersten Ferientag trifft er auf Oskar, mit dem er sich anfreundet. Tagesthema unter den Nachbarn ist eine Serie Kindesentführungen, bei der die Kinder nach Zahlung eines geringen Lösegeldes wieder freigelassen werden. Als schließlich Oskar entführt wird, und die Polizei ihn nicht für voll nimmt, als er glaubt den Täter zu kennen, muss Rico seinen Mut zusammennehmen und seine für ihn sichere Umgebung verlassen.

Rico, Oskar und das Herzgebreche

Oskar darf bei Rico übernachten. Die beiden begleiten Ricos Mutter zum Bingo, wo Oskar bemerkt, dass sie schummelt und die falsch markierten Zahlen bei der Kontrolle nicht auffallen – was sie eigentlich sollten. Es stellt sich heraus, dass die Preise keine Plastikhandtaschen sind wie behauptet wird, sondern teure Ware. Die Jungs finden heraus, dass Ricos Mutter hier nicht freiwillig mitmacht.

Ricos neuen Nachbarn, einen Polizisten, wollen sie auf keinen Fall um Hilfe bitten. Sie erwischen ihn mit einer anderen Frau, was Rico sehr wütend macht. Eigentlich hätte er sich gewünscht, dass der Polizist mit seiner Mutter zusammenkommt und sein neuer Papa wird. Die Freunde müssen den Fall also ohne Hilfe der Polizei lösen.

Rico, Oskar und der Diebstahlstein

Oskar wohnt mittlerweile im selben Haus wie Rico. Beide besuchen den Nachbarn Fitzke, obwohl dieser oftmals unfreundlich und gemein zu den Kindern war. Rico ist fasziniert von dessen Steinzucht, im Gegensatz zu Oskar, der dies für Quatsch hält. Nach Gustav Fitzkes Angaben hat das Züchten aber bereits einmal geklappt. Ganz einfach ist die Steinzucht natürlich nicht. Man muss wohl Geduld mitbringen. Sehr viel Geduld.

Kurz darauf verstirbt Fitzke aufgrund einer Herzerkrankung und vererbt Rico seine Sammlung. Vor allem auf den Kalbstein – das Produkt einer erfolgreichen Paarung – soll er gut aufpassen. In der Nacht wird in die leerstehende Wohnung eingebrochen und der Kalbstein ist verschwunden. Die Jungs verfolgen die Diebe bis an die Ostsee. Dabei wird auch ihre Freundschaft auf die Probe gestellt.

Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch

Wie der Titel bereits andeutet, spielt die Geschichte an Heiligabend. Ricos Mutter und der Polizist Simon Westbühl sind zusammengezogen und erwarten in wenigen Wochen ein gemeinsames Kind. Neben letzten Vorbereitungen und Einkäufen blickt Rico zurück auf den Sommer. Während Oskar im Urlaub ist, freundet sich Rico mit einer Gruppe von Kindern an, die auf einem vergessenen Spielplatz ihre Freizeit verbringen. Später stößt auch Oskar dazu. Die Freundschaft geht aber aufgrund des Diebstahls von Oskars Schneekugel auseinander.

Heiligabend verläuft nicht wie geplant. Es ist Schneesturm angesagt, so dass Rico nicht wie versprochen den Weihnachtsbaum mit aussuchen kann. Oskar verhält sich ebenfalls komisch. Nach den letzten Einkäufen tauchen zwei Kinder vom Spielplatz auf, die den Weihnachtsabend aufgrund des Sturms bei Rico verbringen müssen. Schließlich kündigt sich Ricos Halbschwester für den selben Abend an, ohne dass die Möglichkeit besteht, in ein Krankenhaus zu kommen.

Oskar gerät schließlich in eine Situation, die selbst den hochbegabten Jungen überfordert. Die Hilfe der Erwachsenen wird benötigt und auch die der Kinder vom Spielplatz.

Rico, Oskar und das Mistverständnis

Der vergessene Spielplatz soll verkauft und bebaut werden. Hinzu kommt, dass Rico und Oskar sich verkracht haben und sich ihre Wege trennen. Der Verkauf kann nur durch den seit 50 Jahren verschollenen Bruder der Besitzerin verhindert werden, der für tot erklärt werden soll. Rico macht sich schließlich mit einem Freund vom Spielplatz auf den Weg in das lebensgefährliche Hessen – hier gibt’s Vulkane – um einen früheren Freund des Verschollenen aufzusuchen.

Ab dem Zeitpunkt der Trennung kann Rico nur seine eigene Geschichte erzählen, aber Oskars nicht kennen. Steinhöfel verlagert seine Geschichte also in einen Roman im Roman in das Berlin von 1907. Oskar findet heraus, dass es bei dem geplanten Verkauf nicht mit rechten Dingen zugeht. Gemeinsam mit den Freunden vom Spielplatz versucht er Beweise zu sammeln. Lösen können den Fall aber nur alle Freunde gemeinsam.

Die Erzählweise macht es möglich, dass Ricos Begleiter, der nur „der Checker“ genannt wird, ein Smartphone haben kann, in Berlin aber nur 5,5 % der Einwohner einen Telefonanschluss hatten. Aber warum eine solche Zeitverschiebung? Die Handlung enthält nebst Gastauftritt einige Anspielungen an Erich Kästner und weist Parallelen zu Emil und die Detektive auf.

Wie bekommt man aber zwei Handlungsstränge mit über 100 Jahren Zeitverschiebung am Ende wieder zusammen – wenn die Freunde denn wieder zusammenfinden? Das geht ganz einfach. Wie, das erfährt man am Ende des Buches. 🙂

Juliane


Wir haben die Kolleginnen und Kollegen nach ihren Lesetipps für diesen Sommer gefragt und werden diese so nach und nach hier veröffentlichen.


Viel Freude beim Lesen!

Buchtipp: Potilla von Cornelia Funke

Eine meiner Lieblingsautorinnen ist schon seit langem Cornelia Funke. Als Kind habe ich Die Wilden Hühner oder Drachenreiter geliebt und immer wieder von neuem gelesen. Und mache das auch jetzt noch manchmal. 🙂

Potilla hat mir vor vielen Jahren mal eine Freundin ausgeliehen. Da kannte ich auch schon andere Bücher von Cornelia Funke und ich habe das Buch auch seither in Erinnerung behalten, allerdings aus unerfindlichen Gründen nie ein zweites Mal gelesen. Das habe ich jetzt geändert! Das Buch wird auf der Verlagsseite für Leser und Leserinnen ab 10 Jahren empfohlen, ungefähr in dem Alter habe ich es damals auch kennen gelernt. Aber auch jenseits der 10 Jahre hat mir das Buch wieder viel Spaß gemacht.

Arthur ist zu Besuch bei seiner Tante, seinem Onkel und seinen unsäglichen Cousins. Bei einem Spaziergang im Wald findet er ein seltsames Bündel, das sich als Socke herausstellt. Und darin steckt die Feenkönigin Potilla. In der Socke steckt sie nicht freiwillig und mit ihrer Befreiung ist Arthur unwiederbringlich in die Rettung von Potillas Feenvolk verstrickt.

Damals wie heute mag ich diese lustige und auch ein bisschen spannende Geschichte sehr gerne – und wie so oft bei Cornelia Funkes Büchern gibt es auch noch ihre wundervollen Illustrationen zu bestaunen.

Ausleihen könnt ihr das Buch bei uns natürlich auch. Hier geht es zu den Katalogdaten.

lga

Von hier wech – für euch da #4

Der vierte Gast unserer im Frühjahr 2020 in Kooperation mit dem Kulturamt ins Leben gerufenen Videolesereihe „Von hier wech – für euch da“ war Stefan Schwinn.

Der hat uns vom kleinen Ritter Apfelmus berichtet. Apfelmus wohnt auf der Burg von Ritter Rudolph und seiner Bande. Eines Tages kommt Tante Tusnelda mit Tochter Lotta zu Besuch auf die Burg. Kein ganz einfacher Besuch. Und dann häufen sich auch noch die seltsamen Ereignisse. Spukt es etwa auf der Burg?

Die Bücher rund um den kleinen Ritter Apfelmus und andere Geschichten von Stefan Schwinn könnt ihr auch bei uns ausleihen. Hier geht es zu den Katalogdaten.

lga

Von hier wech – für euch da #3

Die Video-Lesereihe „Von hier wech – für euch da“ geht weiter mit der Bielefelder Autorin Andrea Gehlen. Sie hat uns aus dem Manuskript ihres noch nicht erschienenen Buchs Mission Monty vorgelesen. Neben Kinderbüchern schreibt Andrea Gehlen auch Krimis und ist als Dozentin für kreatives Schreiben tätig.

In Mission Monty erzählt Andrea Gehlen von der zwölfjährigen Luise. Die hat ein ganz besonderes Talent, denn alles was sie malt wird für kurze Zeit lebendig. Nur ist sie über diese Fähigkeit nicht so erfreut wie man meinen könnte. Als dann auch noch ihr Mischlingshund Monty entführt wird, wird die Lage für Luise richtig schlimm!

Zum Schluss des Videos beantwortet uns Andrea Gehlen noch drei spannende Fragen und berichtet unter anderem was ihre liebsten Geschichten waren als sie selbst noch ein Kind war und singt uns dann sogar noch etwas vor! Schaut selbst:

Die Bücher von Andrea Gehlen (zumindest die, die schon erschienen sind) könnt ihr übrigens auch bei uns ausleihen.

lga

Von hier wech – für euch da #2

Während des ersten Lockdowns haben wir in Kooperation mit dem Kulturamt eine Lesereihe unter dem Titel „Von hier wech – für auch da“ gestartet. Wir luden KinderbuchautorInnen aus der Region ein, und baten Sie um eine Lesung vor der Kamera. Diese Lesungen möchten wir euch in nächster Zeit genauer vorstellen, denn auch jetzt haben wir wieder keine Möglichkeit live einem Autoren oder einer Autorin zu lauschen. Die erste Lesung mit Sabine Lipan haben wir euch bereits auf dem Blog vorgestellt und hier findet ihr die Lesung um ein geklautes Hühnerei bei YouTube zum Anschauen.

Heute soll es aber um die Lesung von Christian Tielmann gehen. Er hat uns sein Buch Der Tag, an dem wir Papa umprogrammierten, für Kinder ab 7 Jahre, mitgebracht. Darin entdecken Jolante und Carlo, dass der Papa, der während Mamas Abwesenheit auf sie aufpassen soll, gar nicht ihr echter Papa, sondern ein Roboter ist! Und nachdem sie den An- und Aus-Schalter gefunden haben, bekommen sie auch schnell heraus, wie man den Roboter-Papa neu programmieren kann. Das kann lustig werden!

Schaut doch mal rein in die Geschichte um den programmierbaren Papa, die Christian Tielmann mit viel Leben und Witz füllt!

Der Tag an dem wir Papa umprogrammierten und andere Bücher von Christian Tielmann findet ihr auch zur Ausleihe bei uns vor Ort oder in der Onleihe.

lga

Vorlesetipp: Onkel Tobi

Darf ich vorstellen ?  Das ist „Onkel Tobi“!

Dies ist ein Kinderbuch, das mitten in der Angebotsvielfalt auf dem Kinderbuchmarkt ganz außergewöhnlich ist, so ganz normal altmodisch und gleichzeitig ungewöhnlich nett.

Es geht um einen Onkel, dessen Alter wir auch nach sechzigmal Vorlesen nicht herausgefunden haben, sagen wir mal er ist 50+…  Und er lebt in einer ganz normalen und schön gemütlichen Welt, wo man noch mit dem Pferdewagen in die Stadt einkaufen fährt und über die Straßenpflaster rattert, zum Geburtstag das Zimmer renoviert und aus Möbeln einen Parcours baut, eine Landpartie nach Bullerau unternimmt und sehr viel Zeit mit den Kindern aus der Nachbarschaft verbringt…
Und dabei entstehen viele nette lustige Abenteuer in Vers-Form.

Zum Vorlesen ganz wunderbar: schöne Melodie, schöner Text und ein ganz netter Onkel, der uns alle zurück in die Kindheit mitnimmt.

Hier als kleine Vorkost dazu, passend zu der Jahreszeit und mit einer Empfehlung zur Kinderbeschäftigung, falls mal die Kita wieder geschlossen hat:

Weil man, wenn es draußen regnet,
nur im Zimmer spielen kann,
zeigt der Onkel auch den Kindern,
was man alles malen kann.

Pinsel, Farben und Papier
hat der Onkel immer hier.
Sonne, Wolken, Mond und Sterne
malt er ganz besonders gerne,
(…)

Viele sonderbare Sachen
gibt’s in Onkel Tobis Haus,
hier packt er soeben seine
alte Puppenkiste aus:

(…)

Iulia Capros

Die Geschichten mit Onkel Tobi sind Vorleseklassiker aus den 60er- und 70er-Jahren, geschrieben von Hans Georg Lenzen, illustriert von Sigrid Hanck. In unserem Magazin sind noch zwei alte Bände vorhanden und ausleihbar.
Die Ausgabe mit allen Onkel-Tobi-Geschichten in einem Band ist gerade neu eingearbeitet und steht bei den Vorlese-Bilderbüchern in der Kinderbibliothek.
Die Katalogdaten hier.