Der Turm der Sparrenburg – wie hoch ist er wirklich?

Vor einiger Zeit wurde der Turm der Sparrenburg von Radio Bielefeld und einem Vermessungsbüro neu vermessen. Dabei stellte sich heraus, dass der Turm nicht wie gedacht 37 m hoch ist, sondern kleiner ist als gedacht. Nur 31,5 m misst der Turm tatsächlich. Die Sparrenburg selbst liegt 60 Meter über der Stadt. Das ist immer noch hoch genug, wie ich finde.

Urkundlich erstmals erwähnt wurde sie im 13. Jahrhundert, und im Laufe der Jahrhunderte erweitert. Sie ist die nördlichste Spornburg Deutschlands. Eine Spornburg hat zu mindestens zwei Seiten steil abfallendes Gelände. Außerdem hat man einen sehr guten Überblick über das umliegende Gebiet. Nach dem 30-jährigen Krieg verliert die Sparrenburg ihre Bedeutung als Festung. Sie wird als Gefängnis genutzt und schließlich dem Verfall preisgegeben. Um 1840 gründete sich ein Komitee zur Wiederherstellung des Turmes. 40 Jahre später kaufte die Stadt Bielefeld die Burg vom Staat Preußen für 8.934,90 Mark.

Zurück in das Jahr 2020 vor einigen Wochen auf der Sparrenburg: Ich hatte das schöne Wetter für einen Spaziergang zur Sparrenburg genutzt. Der Weg führte mich in den Burghof und anschließend einmal rum. Als ich den Hof verlassen wollte, wurde dieser von einer Familie betreten. Das etwa 4-jährige Kind sah nun den Turm und rief: „WOW! Ist der hoch!“ Hier hatte sich der Tag also schon mal gelohnt. Auf der anschließenden Runde fiel mir ein etwa 10 bis 12-Jähriger auf (ich kann schlecht schätzen), der – wie man das heute so macht – sein Smartphone in Richtung Turm hielt und andächtig sprach: „Das ist der Turm der Sparrenburg. Wie im Mittelalter. Einfach genial!“ Ob für eine Instagram-Story oder vielleicht doch für eine Schulaufgabe ist nicht überliefert.

Juliane

Update Coronavirus

Nach den Nachrichten der letzten Tage kommt es nicht wirklich überraschend. Ab sofort haben auch die Stadtbibliothek am Neumarkt und die Stadtteilbibliotheken bis zum 18.04. geschlossen.

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu entschleunigen und einer Überlastung unseres Gesundheitssystems vorzubeugen, ist das auf jeden Fall der richtige Schritt.

Hier einmal alle Hinweise und Informationen zu unserer Schließung:

  • Alle Tages- und Abendveranstaltungen entfallen bis einschließlich zum 30.04.2020.
  • Bitte gebt bereits erworbene Tickets für Lesungen oder sonstige Abendveranstaltung vorerst nicht zurück. Wir bemühen uns um Alternativtermine und werden euch frühzeitig hierüber informieren.
  • Die Leihfristen für Medien sind mindestens bis zum 30.04.2020 ausgesetzt. Bitte erkundigt euch nach dem genauen Rückgabedatum in eurem Bibliothekskonto.
  • Es werden bis zum 30.04.2020 keine Säumnisgebühren erhoben. Nutzt ggf. auch die Möglichkeit der Online-Verlängerung.
  • Mahnungen werden wir aussetzen. Bücher, für die ihr bereits eine Mahnung erhalten habt, gebt bitte erst zurück, wenn die Bibliothek wieder geöffnet ist. Alternativ könnt ihr wie gehabt die Außenrückgabe der Stadtbibliothek am Neumarkt nutzen.
  • Fernleihbestellungen, Vorbestellungen sowie Medienbestellungen aus den anderen Stadtteilbibliotheken entfallen; etwaige Gebühren werden storniert.
  • Ihr erreicht uns weiterhin per E-Mail unter stadtbibliothek.information@bielefeld.de sowie Mo-Fr zwischen 10:00 und 16:00 Uhr über die Hotline 0521 51-5000.

Aber bitte nicht verzweifeln, dass ihr keine Medien mehr bei uns vor Ort ausleihen könnt. Nicht geschlossen wird nämlich die Onleihe, die Virenverbreitung ist dort eher gering. 🙂
Ihr könnt euch dort also mit eBooks, eAudios usw. gegen die etwaige Langeweile eindecken.

Wir wünschen euch alles gute und genießt den Sonnenschein – zumindest das Wetter macht hier heute gute Laune. 🙂

Update 17.03.2020:

  • Eure Bibliotheksausweise könnt Ihr jetzt auch telefonisch verlängern, anfallende Gebühren online bezahlen. Hotline Mo-Fr 10-16 Uhr 0521 51-5000.

Juliana Kálnay „aufgeschlagen: OWL: Die Stadt ist nicht die Stadt – 80 Feststellungen“

Literaturtage Bielefeld 2019: Wir lesen laut!

„Seitdem der Fluss trocken ist, regnet es in der Stadt“.

In Bielefeld gibt es keinen Fluss, da die nicht standesgemäße Geliebte des Grafen sich mit Steinen in den Rocksäumen in ihm ertränkte. Dieses Unglück mussten Fluss und Wassergräben mit ihrer Trockenlegung büßen.  Die Schriftstellerin Juliana Kálnay hat für eine Auftragsarbeit des Literaturbüros OWL ihr eigenes Kapitel zur „OWL-Metropole“ aufgeschlagen. Im März durchstreifte sie Bielefeld im Dauerregen und mit Notizbuch in der Tasche. Entstanden sind „80 Feststellungen – Die Stadt ist nicht die Stadt“. Es ist eine, so Kálnay, „poetische Verschränkung“, eine prosaische, assoziative Annährung an die Menschen, die Geschichte(n), die Plätze und Straßen der Stadt, in der Reales und Fantastisches ineinanderfließen. In der Stadtbibliothek erlebt der Text seine Urlesung.

Früher sagten die Leute häufiger, man würde jemanden durchhecheln, wenn man schlecht über ihn redete. Aber wir müssen auch nicht alle über einen Kamm scheren. (Juliana Kálnay, Die Stadt ist nicht die Stadt)

Einen anderen Blick auf eine westliche Großstadt, die namenlos bleibt und Bielefeld sein könnte, richtet F. C. Delius mit seinem Roman „Adenauerplatz“. Die Schauspielerin Inka Friedrich geht in ihrer Lesung mit dem deutsch-chilenischen Exilanten Felipe durch die nächtliche Stadt, schaut aus der Distanz des Außenstehenden bis ins Innerste. Inka Friedrich liest an Stelle der kurzfristig verhinderten Schauspielerin Jeanette Hain.

Juliana Kálnay, geboren 1988, wuchs in Köln und Malaga auf. Für ihren 2017 erschienenen Debütroman „Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens“ wurde sie 2017 mit dem ZDF-aspekte Literaturpreis sowie dem Hebbelpreis 2018 ausgezeichnet.

Inka Friedrich (geboren 1965) wurde 1990 vom Magazin Theater heute zur Nachwuchsschauspielerin des Jahres gewählt und ist nach mehreren festen Engagements seit 1998 als freie Schauspielerin an vielen Bühnen im deutschsprachigen Raum tätig. Bekannt ist sie auch durch viele Film- und Fernsehrollen.

Das Werk von Juliana Kálnay in unserem Online-Katalog findet Ihr hier, ebenso den Roman „Adenauerplatz“ von Friedrich Christian Delius;
das Literaturverzeichnis zur Lesung hier als PDF: Kalnay

Der Debütroman von Juliana Kálnay wurde im Feuilleton bei seinem Erscheinen 2017 geradezu hymnisch gelobt, z. B. in der TAZ; der ZDF-Beitrag zum Aspekte-Literaturpreis 2017 ist hier.
Zu den aktuellen Texten gibt es natürlich noch keine Besprechungen, sie werden am 31.10 erstmals vorgestellt.

Donnerstag, 31. Oktober, 20 Uhr
Stadtbibliothek, Neumarkt 1
Einlass: 19.30 Uhr, Beginn: 20.00 Uhr
Moderation: Iris Hennig, Leiterin des Literaturbüros OWL
Musikalische Begleitung: Matthias Kämper, Flügel
Eintrittspreis: 8,– €, ermäßigt 6,– €, Dauerkarte 50,– €

In Kooperation mit dem Literaturbüro OWL und der Literarischen Gesellschaft OWL.

Literaturtage Bielefeld 2019

Wir lesen laut!

Seit Monaten bereiten wir sie bereits vor und nun wird es ernst: In der nächsten Woche beginnen die 24. Bielefelder Literaturtage mit 12 Autor*innen und ihren Werken. „Wir lesen laut!“ ist das Motto. Wer das live mit erleben möchte, kann schon für alle Veranstaltungen Karten erwerben.

Kartenvorverkauf: am Neumarkt im Erdgeschoss während unserer neuen personalgestützten Öffnungszeiten: montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr.
Der Eintritt beträgt 8,- €, ermäßigt 6,- €, Dauerkarte 50,- €

Ticket-Vorverkauf, auch mit Online-Kartenvorbestellung, bei der Tourist-Information Bielefeld , Tel. 0521 / 51-6999.

Alle Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr, Einlass ist ab 19:30 Uhr.

An den Abenden gibt es außerdem musikalische Begleitung, einen Getränkestand und den Büchertisch einer örtlichen Buchhandlung.

Wir werden auf unseren Social-Media-Kanälen die Veranstaltungen begleiten (z.B. live twittern mit #LitBi19) und zusätzliche Informationen liefern (z.B. unser Literaturverzeichnis gedruckt und als PDF hier im Blog, dazu Links zu Rezensionen und Interviews).

Aber das kann natürlich nicht das Dabeisein, das Hören der Lesung und die Teilhabe am Gespräch ersetzen. Und auch nicht die Lektüre der vorgestellten Bücher.

Das ausführliche Programmheft findet Ihr hier. In gedruckter Form liegt es bei uns und auch an einigen anderen Orten in Bielefeld aus.

HilDa

 

Laut lesen

Naheliegend, dass man bei einer Lesung vor Publikum laut liest. Oder überhaupt wenn man jemandem vorliest. Aber ich lese manchmal auch nur für mich alleine laut, lese also nur mir selber vor.
Nun, die einfachste Erklärung ist: Ich spiele in meiner Freizeit Theater und trainiere mit dem lauten Lesen meine Stimme, meine Aussprache, meine Modulation. Das ist übrigens auch für Nicht-Schauspieler sinnvoll, denn jeder kommt mal in die Verlegenheit, dass er besonders laut, deutlich und ausdrucksstark reden muss – auf einer Bühne, am Rednerpult, in einem Schulungsraum, bei einem Vorstellungsgespräch oder bei einer Bibliotheksführung. 🙂 Da wollen wir dann doch klar, verständlich und vor allem nicht eintönig und verdruckst herüberkommen. Und jeder, der schon mal eine Nacht durchgegrölt hat, weiß, dass eine Stimme auch überanstrengt werden kann. Lautlesen ist wirklich ein gutes Stimmtraining, und eine trainierte Stimme wird nicht so schnell heiser.

Na ja, zumindest waren das die Gründe, warum ich mit dem lauten Lesen nur für mich selbst begonnen habe. Mittlerweile gehört das Lautlesen aber zu meinem Genusslesen dazu. Natürlich gibt es Bücher, bei denen mich einfach nur der Inhalt oder die Story interessiert, ich lese sie schnell, überfliege die Seiten womöglich sogar nur oder lese gar quer, d.h. ich überspringe viel und lese nur das für mich gerade wesentliche. Aber manche Texte zwingen, nein, verführen zum langsamen und aufmerksamen Lesen. Schön konstruierte Sätze, feine Metaphern, wechselnde Perspektiven, Mehrdeutigkeiten und Ironie – das macht das Lesen nicht unbedingt einfach. Aber zum Genuss. Es fordert zum Interpretieren und manchmal auch Experimentieren heraus. Dann spiele ich gerne mit Rhythmus und Geschwindigkeit, mit unterschiedlichen Stimmen bei den Dialogen, ich höre dem Klang der Sprache nach oder teste ihre Doppelbödigkeit. Lesegenuss, den ich mir buchstäblich auf der Zunge zergehen lasse.

Bei Dramentexten ist es ganz klar, dass man sie sprechen muss. Bei Lyrik auch, Lyrik muss man laut lesen und jedes Wort und jede Pause, ja jedes Satzzeichen ausprobieren, denn alles hat in einem Gedicht eine Bedeutung und beeinflusst Sprache, Sprechen und Wirkung. Lyrik ist zur Rezitation geschrieben.
Und manchmal überkommt es mich sogar bei gut formulierten Sachtexten und eben bei Erzählungen und Romanen – ich lese sie zumindest passagenweise laut. Das zwingt mich zur Langsamkeit, so manchen Abschnitt oder Satz muss ich sogar mehrfach lesen. Aber es ist eben auch ein intensives Lesen, bei dem ich spontan interpretiere oder verschiedene Interpretationen ausprobiere – und so die Schönheit der Sprache würdige, in der der Text verfasst ist, das Sprach-Kunstwerk.

Wir lesen laut!
Das ist das diesjährige Motto der Literaturtage Bielefeld. Im Vorwort des Programmheftes heißt es: „Die mündliche Überlieferung steht am Anfang aller Literatur. Geschichtenerzähler, Barden, manchmal waren es Schamanen oder gar Heilige, haben in vielen Kulturen ihre Kenntnisse und Phantasien vorgestellt …“. Literatur und Theater haben also durchaus die gleichen Vorläufer. Das geschriebene Wort und die Rezitation gehören zusammen.

Wir lesen laut!
Das Motto hat sogar ein Ausrufezeichen. Da ist nicht nur das Vorlesen während der zwölf Veranstaltung im Oktober gemeint. Das ist auch ein Statement: Wir geben der Kunst des Erzählens eine Stimme und wir wollen die Schönheit der Sprache genießen und feiern – gerne gemeinsam mit Euch.

Das vollständige Programm zu den 24. Bielefelder Literaturtagen findet Ihr hier.

HilDa

Ein Ferienbesuch in der Stadtteilbibliothek Sennestadt

Mitten in den Sommerferien in eine Stadtteilbibliothek gehen? Aber die sind doch alle geschlossen! Montagnachmittags sowieso! Und es ist sogar schon nach 18:00 Uhr. Tja, Pech, aber da stehst Du wohl vor verschlossener Tür.
Kein Problem in Sennestadt:

Die Stadtteilbibliothek hat erweiterte Öffnungszeiten nach dem sogenannten Open-Library-Konzept. Das bedeutet, erwachsene Nutzer mit gültigem Bibliotheksausweis können die Räume der Stadtteilbibliothek auch dann betreten, wenn gar kein Personal da ist. In Sennestadt ist das an allen Wochentagen (außer an Feiertagen) von 10:00 bis 20:00 Uhr möglich, eben auch dann, wenn das bibliothekarische Personal Pause oder schon Feierabend oder gar Ferien hat.

Paneel zum Öffnen der Tür mit der Bibliothekskarte

Ich war an diesem Ferienmontag und zu dieser ungewöhnlichen Zeit bei weitem nicht die einzige, die die Stadtteilbibliothek nutzte. Noch während ich nach meiner Bibliothekskarte kramte, kamen mir eine Frau mit Teenager zuvor. Ich habe gewartet, bis die Tür wieder zufiel und dann meine eigene Karte eingescannt (schließlich wollte ich den ganzen Vorgang ja selbst testen); man hört ein Sirren und die Tür lässt sich öffnen. Mutter und Tochter stöberten schon bei den Jugendromanen, später bei den Filmen. Zwischen den Romanregalen war noch jemand. Und in den nächsten fast zwei Stunden gab es ein Kommen und Gehen, man grüßte sich schüchtern, Paare suchten flüsternd nach dem passenden Film für den gemeinsamen Abend, andere frischten ihre Urlaubslektüre auf; einige stöberten etwas länger, andere entschieden kurz und schmerzlos und trugen stolz ihre Lesebeute zum Verbuchungsgerät.

Leseecke und Schrank, in dem sich ein Kaffeeautomat verbirgt

Allzu lange blieb allerdings niemand an diesem Tag, denn es war sehr warm und leider auch stickig in den Räumen – da merkt man dann sofort, dass in den Ferien kein Personal da ist, das täglich durchlüftet. Trotzdem suchte ich nach der Kaffeemaschine. Ich Dummerle. Natürlich muss auch die täglich gereinigt werden, wenn aber doch niemand da ist … – der Schrank ist während der Ferien deswegen leider abgeschlossen. Aber normalerweise steht tatsächlich ein Kaffeeautomat zur Verfügung. Es gibt Sitzecken, PC-Arbeitsplätze, WLAN. Letzteres hielt mich dann doch länger in den Räumlichkeiten als geplant: Gelegenheit zum ausgiebigen Twittern und Recherchieren.

Ausleihautomat

Natürlich konnte ich nicht widerstehen und habe mir auch noch etwas Ferienlektüre ausgeliehen – Selbstverbuchung, funktioniert wie in der Zentralbibliothek auch.

Ebenso der Rückgabeautomat, nur dass keine komplizierte und platzraubende Sortieranlage dahinter hängt: man bucht zurück und legt das Medium ins entsprechend gekennzeichnete Regal.

Auch wenn erst einmal kein Personal sichtbar ist, so ganz ohne geht es dann doch nicht. Kurz vor 20:00 Uhr kam der Mann vom Wachschutz. Da war ich gerade aus den Bibliotheksräumen heraus und machte nur noch von außen ein paar Fotos.

Ab und zu kommt auch eine Kollegin vorbei und sieht nach dem Rechten, räumt auf, sortiert die zurückgebrachten Medien ein, packt die Kisten für den Fahrdienst, der wiederum auch mehrmals pro Woche Bücherkisten abholt (Medien, die in Sennestadt abgegeben wurden, aber in andere Stadtteilbibliotheken gehören) und Bücherkisten bringt (Medien aus Sennestadt, die in der Zentralbibliothek abgegeben wurden sowie vorgemerkte Medien).

Letztens meinte eine Leserin, in Sennestadt gäbe es ja „diese komischen Öffnungszeiten“; sie meinte wohl die Unterscheidung zwischen Öffnungszeiten mit Fachpersonal und ohne. Das sieht vielleicht wirklich auf den ersten Blick etwas unübersichtlich aus:

Öffnungszeiten:
Montag:
10 – 20 Uhr (geöffnet)
Dienstag – Freitag:
10 – 13 Uhr (mit Personal)
13 – 15 Uhr (geöffnet)
15 – 18 Uhr (mit Personal)
18 – 20 Uhr (geöffnet)
Samstag:
10 – 13 Uhr (mit Personal)
13 – 20 Uhr (geöffnet)
Sonntag:
10 -20 Uhr (geöffnet)

Feiertags: Geschlossen

Wenn man es zusammenfasst, bleibt schlicht:
            Montag bis Sonntag 10 – 20 Uhr geöffnet (außer an Feiertagen).
Aber nur zu bestimmten Zeiten ist auch Fachpersonal vor Ort (übrigens die gleichen Zeiten wie vor der Open-Library-Ära) und nur dann hat man den vollen Service mit Hilfestellung, Auskunft und Beratung. Auch einige Medien, nämlich Bestseller-Filme und alle Games, stehen ohne Personal nicht zur Verfügung.

Die Sennestädter und so Zugereiste wie ich kommen offensichtlich gut klar mit diesem erweiterten Angebot, die Rückmeldungen sind gut bis begeistert. Aber meine Kolleginnen haben auch gehört, dass einzelne Nutzer es gruselig finden so ganz alleine in der Bibliothek. Nun, bei meinem Testbesuch war alles friedlich und freundlich, bis auf die dicke Luft konnte ich nichts gruseliges entdecken.
Naja, unser Bibliotheksgespenst spukt ja auch in der Zentralbibliothek am Neumarkt. Aber das verrate ich hier lieber nicht, sonst führen wir dort im September die erweiterten Öffnungszeiten ein und Ihr traut Euch nicht. 😉

HilDa


Typisch OWL?

Als waschechte Ostwestfälin durfte ich mir die aktuelle Ausstellung im Historischen Museum, die noch bis zum 28.04.2019 zu sehen ist, natürlich nicht entgehen lassen. Ich wollte wissen, was diese Gegend denn nun ausmacht – wo liegen die Besonderheiten dieses Landstrichs, was ist ostwestfälischer Lokalkolorit?

Um es gleich vorweg zu nehmen: eine klare Antwort auf diese Frage gab es nicht.
Dafür aber viele Bausteine, die ein buntes und überraschendes Bild von OWL entstehen lassen und Lust machen, die Region zu erkunden.

Durch eine Mischung aus vielerlei Exponaten, abgerundet mit Filmen und Fotos werden die Informationen anschaulich vermittelt und gelegentlich mit einem Augenzwinkern begleitet.

Und um gleich mit einem Klischee aufzuräumen: von wegen der Ostwestfale gehe zum Lachen in den Keller, sei mürrisch, eigenbrötlerisch, redefaul und wenig weltoffen – stimmt alles nicht! Diese Region bringt eine Fülle von Kabarettisten und Comedians hervor, ist also gar eine Hochburg des Humors 🙂 Jürgen von der Lippe stammt von hier, auch Ingolf Lück und Oliver Welke, um nur einige zu nennen.

Dass Ostwestfalen eine Modellregion für die alternative Energieentwicklung ist, dass es hier die höchste Dichte an Familienunternehmen gibt, dass es die Gesundheitsregion Deutschlands ist – das und vieles mehr war mir neu.

Auch lustig: der längste deutsche Familienname „Ottovordemgentschenfelde“ stammt ebenfalls von hier! OWL ist also auch ein Paradies für Namensforscher 🙂

Viel Spaß beim Schlendern durch die Ausstellung wünscht
SQ

Wer sich für das Thema OWL interessiert wird übrigens auch bei uns in der Bibliothek fündig, zum Beispiel mit diesen Titeln:

 

Bielefeld liest …

… und *schnipps* kommt Farbe in unsere Bibliothek 🌈

Gestern wurde in der 3Sat-Sendung Kulturzeit der Beitrag „Was liest Bielefeld“ gezeigt: drei Leser*innen stellen im Gespräch drei sehr unterschiedliche Bücher vor. Gedreht wurde im Wäschemuseum, in einer Altentagesstätte und in unserer Stadtbibliothek, kurze Szenen auch in einer Bielefelder Buchhandlung, einem Park, einem Café … . Das sind interessante Menschen, sehr lesenswerte Bücher jenseits des Mainstream, und das ist auch noch sehr schön in Szene gesetzt: die Näherin im Hintergrund (was sie da näht, gibt Rätsel auf), die Performance des Seniorenkaffeekränzchens (mehr verrate ich nicht, unbedingt anschauen!) – und dann die Farben der Bibliothek als die Farben des Lebens. Sehr schön, sehr stimmungsvoll (in nur 6 Minuten).

Der Beitrag ist noch in der Mediathek von 3Sat zu finden.

Und hier die empfohlenen Bücher:

  • Süden und Westen / von Joan Didion (Katalogdaten)
  • Arthur und die Farben des Lebens / von Jean-Gabriel Causse (Katalogdaten)
  • Es könnte auch schön werden / von Martina Hefter (Katalogdaten)

HilDa

Bauarbeiten

Vor einigen Wochen durfte ich aus meinem alten Büro in ein neues umziehen. Die Vorteile überwiegen auf jeden Fall. So sitze ich nun nicht mehr allein, sondern mit einer sehr netten Kollegin im Büro und dieses ist daher auch geräumiger als vorher.

Der einzige Nachteil befindet sich vor meinem Fenster. Während über die Sommermonate der Baustellenlärm nur ein bisschen abgedämpft durch das gegenüberliegende Büro in mein altes Büro herüberwehte, ist die Baustelle nun auf eine andere Gebäudeseite umgezogen, und zwar auf die Seite, wo auch das neue Büro liegt. Ich bin der Baustelle also hinterher gezogen. 🙂

Bei den Bauarbeiten geht es darum, den Platz, den ihr auf dem Bild seht, attraktiver zu gestalten. Mehr Bäume sollen auf den Neumarkt und auch neue Bänke und Spielflächen. Im Endeffekt also sehr gut für mich, da ich dann eine schönere Bürofensteraussicht bekomme und man zum Beispiel die Bänke bestimmt auch gut für eine Mittagspause in der Sonne nutzen kann. Aber bis dahin werde ich mich wohl trotzdem noch das eine oder andere mal über – für die Ohren recht unangenehmes – Pflastersteine-Zurechtschneiden oder ähnliches ärgern. 😉

lga

Literaturtage: Michael Kumpfmüller „Tage mit Ora“

Buch „Tage mit Ora“ und Programmheft zu den Literaturtagen 2018

„Tage mit Ora“ von Michael Kumpfmüller

Eine Frau und ein Mann beschließen, gemeinsam zu verreisen. Was ist ungewohnlich daran? Die beiden kennen sich kaum. Das Einzige, was sie wissen: Sie fühlen sich zueinander hingezogen. Eigentlich kann es mit ihnen nichts werden, aber vielleicht ja doch. Sie begegnen sich auf einer Hochzeitsparty – und bleiben aneinander hangen: die Kunstschneiderin Ora und der Erzähler des Romans, der über sich sagt, das einzige was fur ihn spräche, wäre seine schone Seele. Beide sind Experten in Liebeskatastrophen und allenfalls gemäßigt optimistisch, stehen in der Mitte des Lebens. Aber sie spüren, dieser neue Mensch interessiert mich. Da ist etwas, das ich ausprobieren will – mit allen Konsequenzen. „Tage mit Ora“ erzahlt davon, wie die beiden sich auf den Weg machen, so die Verlagsankündigung. Zwei Wochen USA, Westküste, mit dem Mietwagen. Die Stationen ihrer Reise: Orte aus Oras Lieblingssong „June On The West Coast “ von Bright Eyes. Mehr Planung gibt es nicht. Mit wunderbarer Leichtigkeit und zärtlichem Humor führt Michael Kumpfmüller vor, was passiert, wenn zwei Stadtneurotiker Spontanurlaub machen. Und sich in fremder Umgebung Schritt fur Schritt aufeinander einlassen. Ihr Road Trip wird zu einer Woody-Allen-artigen Komödie des sich Findens und Verfehlens. Denn der Erzähler weiß, dass Katastrophen, die hinter einem liegen, jederzeit wunderbar als nicht enden wollende Komödie erzählt werden können.

„I spent a week drinking the sunlight of Winnetka, California where they understand the weight of human hearts.“ 
~Songtext „June on the West Coast“ von Bright Eyes / Conor Oberst, 1998~

Michael Kumpfmüller, geboren 1961 in München, lebt als freier Autor in Berlin, ausgezeichnet mit dem Döblin-Preis. Der Kafkas letztes Lebensjahr thematisierende Roman „Die Herrlichkeit des Lebens“ wurde zum Bestseller, in 25 Sprachen übersetzt und von der literarischen Kritik hochgelobt.

Montag, 22. Oktober, 19 Uhr
Stadtbibliothek, Neumarkt 1
Einlass: 18.30 Uhr, Beginn: 19.00 Uhr
Moderation: Klaus-Georg Loest
Musikalische Begleitung:  Anna Suzuki, Gesang und Flügel
Eintrittspreis: 8,– €, ermäßigt 6,– €, Dauerkarte 50,– €

Einen persönlichen Eindruck von der Lektüre hatte die Kollegin HilDa bereits vor zwei Wochen im MittendrinMittwoch #70 beschrieben.

Ein ausführliches Interview mit Michael Kumpfmüller kann man im Podcast des WDR 3 nachhören, ein weiteres beim Deutschlandfunk Kultur .

Ausleihhinweise zu „Tage mit Ora“ und anderen Romanen von Michael Kumpfmüller findet ihr hier. Zum gesamten Programm der Literaturtage geht es hier.