Wenn unsere Bücher auf Reisen gehen

In den Sommerferien werden bei uns Massen an Büchern ausgeliehen. Anhand der Reiseführer, die dann schwungweise zurückkommen können wir immer ganz gut sehen, in welchen Ländern unsere Bücher dann so unterwegs waren.

Wir wurden von euch schon einige Male gefragt, was wir denn so an Fundsachen bei uns finden (hört sich witzig an). Da gibt es einiges und die folgende Geschichte möchten wir euch nicht vorenthalten. Einfach weil sie zeigt, dass doch noch kleine Wunder geschehen. Wir sind uns  zwar nicht sicher, ob es überhaupt unter „Fundsachen“ eingeordnet werden kann- aber irgendwie schon.

Uns erreichte nämlich ein „Findelbuch“. 🙂

Zuerst guckten wir natürlich etwas ratlos, aber in einem beigelegten Brief erklärten uns die ehrlichen Finder, warum wir nun ein Päckchen aus Berlin bekommen haben:

Unser Buch hat mit seinem Leser Urlaub in Polen gemacht, um genau zu sein in der schönen Stadt Krakau. Auf dem Wawel-Hügel wurde es allerdings im Touristen-Postamt vergessen.

Zum Glück kamen nette Menschen aus Berlin vorbei, die nach der Hügel-Erklimmung eigentlich nur schnell noch Briefmarken kaufen wollten… Ihnen fiel das Buch auf, welches einsam am Tresen lag- die polnische Postangestellte hatte nicht wirklich Interesse an dem guten Stück. Sie entdeckten unseren Besitzstempel und nahmen es kurzentschlossen mit in ihre Heimat, nach Berlin. Kurz nach ihrer Rückkehr verpackten sie es und schickten es uns ins Haus mit der Bitte, den Entleiher ausfindig zu machen und ihr oder ihm mitzuteilen, dass das Buch gefunden wurde und schon wieder bei uns ist.

Der Leser war erleichtert, wir auch und vielleicht ist auch das Buch froh, nach dieser spannenden Reise wieder bei uns zu sein. 🙂

kwk

Geniale Tage in Bielefeld

2007 wurde die Idee der „GENIALE“ geboren- ein Science Festival sollte es werden, das den Hochschulstandort Bielefeld würdig vertritt und die Faszination rund um das Thema Wissen und Forschung Familien, Kindern und allen weiteren Interessierten näher bringt. So ganz ohne Hochschulzulassung. 2008 startete die Aktion und dieses Jahr geht die „GENIALE“ in die vierte Runde. Vom 18. bis 26. August 2017 wird Bielefeld selbst zum Campus, Straßen und Plätze zu Laboren und Theater und Museen zu Forschungsstätten.

Wir sind auch dabei, hier sind unsere Veranstaltungen:

22.8.2017, 10-13 Uhr: Entdecke die Schätze der Erde: Fossilien (Workshop für Kinder von 6 – 13 Jahren)

Fossilien sind ein Fenster in die Tier- und Pflanzenwelt der Vergangenheit unseres Planeten. Lernt zum Beispiel die Seelilie kennen, die übrigens keine Pflanze ist. Deren Überreste können auch in Bielefeld gefunden werden. Mit der Herstellung eines Gipsabdrucks wird der Vorgang der Versteinerung veranschaulicht.


23.8.2017, 10-13 Uhr:  Entdecke die Schätze der Erde: Kristalle (Workshop für Kinder von 6 – 13 Jahren)

Warum glitzern Kristalle? Wie entsteht ein Kristall? Wie viele Kristalle gibt es überhaupt? Und wie heißen die? Wie wertvoll sind Kristalle? Und wofür werden sie verwendet? Diese und andere spannende Fragen werden in der Stadtbibliothek beantwortet. Als Experiment züchten wir sogar einen eigenen Kristall!


23.8.2017, 11:30-13 Uhr: 3D-Drucker : Technik kennenlernen und ausprobieren (ab 10 Jahren)

3D-Drucker stellen dreidimensionale Werkstücke schichtweise her. Wie funktioniert das eigentlich? Der Aufbau erfolgt computergesteuert aus weichen Werkstoffen nach vorgegebenen Maßen und Formen. Beim Aufbau finden physikalische oder chemische Härtungs- oder Schmelzprozesse statt, die Ihr hier direkt beobachten könnt. Ein 3D-Drucker gehört zum im Aufbau befindlichen MakerSpace der Stadtbibliothek. Hier wird er ausprobiert, vorgeführt, erklärt. Dabei entstehen natürlich auch kleine Produkte!


24.8.2017, 10-13 Uhr: Entdecke die Schätze der Erde: Vulkane (Workshop für Kinder von 6 – 13 Jahren)

Was sind Vulkane eigentlich genau? Was passiert, wenn ein Vulkan ausbricht? Welche aktiven Vulkane gibt es auf der Erde? Bastelt mit uns Euren eigenen funktionsfähigen (!) Vulkan!


24.8.2017, 11-14 Uhr: Digital Storytelling – Geschichten erzählen mit Tablets & Co.
(für Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren)

Menschen erzählen sich seit Urzeiten Geschichten: witzige und traurige, schauerliche und spannende, überraschende und nachdenkliche. Digitale Medien bieten heute besondere Möglichkeiten, eigene Geschichten zum Leben zu erwecken. Darum wollen wir mit Hilfe von iPads kleine Zeichentrickfilme, Comics und Stop-Motion-Filme produzieren. Dabei sind kreative Ideen und Lust am Experimentieren gefragt! Die gemeinsamen Ergebnisse stellen wir Euch als Download zur Verfügung.
Eine Veranstaltung im Rahmen der GENIALE in Kooperation mit der Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft (Dr. M. Preis, K. Weiser-Zurmühlen und C. Obermeier)


24.8.2017, 15-17:30 Uhr: 3D-Drucker : Technik kennenlernen und ausprobieren (ab 10 Jahren)

3D-Drucker stellen dreidimensionale Werkstücke schichtweise her. Wie funktioniert das eigentlich? Der Aufbau erfolgt computergesteuert aus weichen Werkstoffen nach vorgegebenen Maßen und Formen. Beim Aufbau finden physikalische oder chemische Härtungs- oder Schmelzprozesse statt, die Ihr hier direkt beobachten könnt. Ein 3D-Drucker gehört zum im Aufbau befindlichen MakerSpace der Stadtbibliothek. Hier wird er ausprobiert, vorgeführt, erklärt. Dabei entstehen natürlich auch kleine Produkte!


25.8.2017, 10-13 Uhr:

Entdecke die Schätze der Erde: Vulkane (Workshop für Kinder von 6 – 13 Jahren)

Was sind Vulkane eigentlich genau? Was passiert, wenn ein Vulkan ausbricht? Welche aktiven Vulkane gibt es auf der Erde? Bastelt mit uns Euren eigenen funktionsfähigen (!) Vulkan!


Für alle Veranstaltungen gilt: Eine Veranstaltung im Rahmen der GENIALE. Anmeldung erforderlich unter: http://www.geniale-bielefeld.de/

Mittendrin Mittwoch #21

Ich sah das starke elektrische Licht, das durch die drei vergitterten Erdgeschossfenster einen grellen weißen Schein auf den Gehweg warf, und beneidete bitterlich die Chefin, die da arbeitete, in der inspirierenden Einsamkeit der Nacht, in diesen endlosen, rauschhaften Stunden der Nacht, sie schnippelte, kochte, testete, allein und allmächtig in der dichten Stille der Nacht, wie ich sie damals beneidete, nicht durch die Liebe gefesselt zu sein, zu tun, was sie über alles zu tun liebte, ohne dass irgendjemand oder der schmerzliche Gedanke an irgendjemanden (außer an ihre Tochter, aber war das Liebe, war es nicht vielmehr erdrückende Verzweiflung?) die reine, einfache Freude ihrer Lieblingsbeschäftigung trübte, das auf sich selbst zurückgezogene Schaffen, das vollkommene Glück, dass nichts darum herum oder außerhalb existierte.
Wie ich sie beneidete, ja.
Aber ich würde lügen, wenn ich nicht dazusagen würde, dass ich vollkommen glücklich war, die Chefin zu lieben, wie ich sie liebte.

(NDiaye, Marie: Die Chefin, S. 79)

NDiaye, Marie : Die Chefin
Suhrkamp, 2017

Dieser Roman ist gerade in deutscher Übersetzung erschienen und ich habe für dieses Wochenende meine private Lektüre zurückgestellt, um „Die Chefin“ vorzuziehen. Genauer gesagt steht Marie NDiaye ja schon länger auf meiner Leseliste (seit „Drei starke Frauen„, 2010). Aber jetzt und für ihren neuen Roman gibt es einen triftigen (dienstlichen) Grund, alles andere liegen zu lassen.

Es sind nicht die guten Rezensionen, die pünktlich zum Erscheinungstermin in nahezu allen Feuilletons erscheinen (z.B. hier in der WELT), nicht das aufschlussreiche Interview im Deutschlandfunk Kultur mit der Autorin, auch nicht die Empfehlung unseres Chefs (das konnte ich mir jetzt angesichts des Romantitels nicht verkneifen) – obwohl all das natürlich die Neugier bestärkt. Ja, es ist das aktuelle Buch einer großartigen französischen Schriftstellerin und Frankreich ist Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2017 (Francfort en français / Frankfurt auf Französisch). Auch ein guter Grund. Aber gerade den Literaturinteressierten aus Bielefeld und Umgebung empfehle ich diesen „Roman einer Köchin“ (so der Untertitel), weil wir uns freuen, dass …

Ach, das darf ich ja noch gar nicht verraten!

Also muss ich Ihre Neugier anders wecken. Vielleicht so wie der Ich-Erzähler dieser Geschichte, der uns voller Liebe von seiner ehemaligen Chefin erzählt und, da seine Gefühle unerwidert bleiben, uns die wahren Leidenschaften der Angebeteten, dieser umjubelten und doch seiner Meinung nach unverstandenen Sterne-Köchin, nahe bringen möchte – uns und wohl auch sich selbst zur Erklärung. Doch lässt sich Genialität erklären?

Der kurze Ausschnitt oben zeigt, dass uns die Autorin durchaus auch lange Bandwurmsätze zumutet, folgen wir doch den sprunghaften, mäandernden, von seinen eigenen Emotionen, Erfahrungen, Annahmen und Wunschvorstellungen geleiteten Gedankengängen des Erzählers.

Kochen als Berufung, als Leidenschaft, als Kunst. Nein, der Roman enthält keine Rezepte. Marie NDiaye zieht uns mit ihrer sinnlichen Sprache einfach hinein in die Küche, in die Kompositionen einer begnadeten Köchin, hinein in den genialisch-beglückenden Akt eines auf sich selbst zurückgezogenen Schaffens – das vollkommene Glück.

Vielleicht sollte man diesen Roman nicht mit leerem Magen lesen.

NDiaye, Marie : Die Chefin : Roman einer Köchin. – Suhrkamp, 2017
bestellt

hilda

Elizzy von read books and fall in love hat sich die Blogaktion ausgedacht. Der „Mittendrin Mittwoch“ besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Filmtipp: Girl on the Train

Jeden Tag fährt Rachel mit dem Zug zur Arbeit. Ihr Blick geht dabei nach draußen und richtet sich immer wieder auf ein spezielles Haus, nahe der Bahnstrecke. Das Pärchen, das dort wohnt scheint perfekt zu sein. Jedenfalls malt Rachel sich das Leben der beiden so aus. Ihr eigenes Leben läuft gerade alles andere als perfekt. Ihr Mann hat sie betrogen und verlassen und Rachel kommt nur noch mit Alkohol durch den Tag. Darum wirft es sie komplett aus der Bahn, als sie eines Tages die perfekte Frau beobachtet, wie sie auf ihrem Balkon einen anderen Mann küsst.

Mir gefielen an dem Film vor allem die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Situation. Zum einen begleiten wir Rachel; aber auch Annas, die neue Frau von Rachels Exmann und Megans, die Frau die Rachel beobachtet und für so perfekt hält, Sichtweisen lernt der Zuschauer kennen.

Auch Rachels Versuche die Kontrolle über ihr Leben zu behalten und ein Teil zu sein von dem Geschehen, das nach dem Verschwinden von Megan einsetzt, waren spannend zu beobachten.

Die Buchvorlage zum Film ist übrigens ebenfalls sehr lesenswert und bei uns in der Bibliothek hier zu finden.

Happy Birthday!

Wir feiern heute „unseren“ ersten Geburtstag! 🙂 Letztes Jahr bei Sonnenschein sind wir mit dem Blog gestartet…heute regnet es zwar, aber das tut der Freude keinen Abbruch. 😎 Wir haben uns über jedes „Gefällt mir“, jeden Kommentar und jedes Feedback gefreut, bitte macht weiter so.  Wir sind gespannt, wo die Reise uns noch hinführen wird.

Euer Blogteam 🙂

 

„Hast du einen Hörtipp für den Blog?

– Wie oft habe ich diese Frage von meiner lieben Kollegin schon gehört. (Anm. d. Red.: Du bist als Musiklektorin einfach prädestiniert für die Frage 🙂 )
Nee, habe ich gerade in diesem Moment natürlich nicht. Auch wenn sich fast immer ein kleiner bis mittelgroßer Stapel der neusten CDs bei mir im Büro tummelt, heißt das nicht, dass darunter die ultimative Platte ist, die alle Welt gehört haben muss.

Ohnehin finde ich die Sache mit den Hörtipps per se sehr schwierig. Klar, höre ich in viele CDs rein, bin ja neugierig was Clueso und Konsorten da wieder fabriziert haben. Oft kenne ich auch schon ein bis zwei Singleauskopplungen aus dem Radio und bin einfach auf das Album gespannt. Sind dieses Mal alle Lieder gut oder wieder nur die allseits bekannten zwei?!

Liegt die CD dann im Player und ein Stück folgt auf das andere, habe ich oft das Gefühl, dass nur die „schon bekannten“ Lieder gut sind und der Rest mich nicht wirklich umhaut. Dann wiederum gibt es Alben, die sind nichts Halbes und nichts Ganzes. Diese Sorte kann ich wunderbar nebenbei hören. Es gibt keine Highlights, aber sie sind auch nicht so schlimm, dass ich vorzeitig frustriert die CD wieder in ihre Hülle packe. Und dann gibt es welche, von denen bin ich positiv überrascht. Die höre ich noch mal und noch mal und es wird immer besser. Richard Ashcroft war so ein Fall. Das Album habe ich immer noch in Erinnerung.

Gute Laune sollte Musik auch manchmal machen. (Aber bloß kein Schlager. Da bekomme ich nicht mal einen Ohrwurm sondern nach einiger Zeit leichte bis mittlere Depressionen. Es hört sich so vieles gleich an. ;-)) Elektronische Musik ist dafür recht gut geeignet. Die passt auch wunderbar zum Sommer oder Sonnenschein.

Aber generell würde ich schreiben: Es gibt nicht wirklich einen Hörtipp. Der eine mag dies, der andere das. Der eine liebt wirklich Schlager und der andere hasst Techno. Das ist fantastisch so wie es ist und ist im Grunde mit allem so.

Wenn meine Kollegin mich also das nächst Mal wieder nach einem Hörtipp fragt und ich schon innerlich mit den Augen rolle und äußerlich fast vom Stuhl falle, schlage ich ihr einfach vor, dass ich ab und an eine neue oder auch eine alte CD kurz vorstelle. Oder eine kleine Playlist erstelle. Aber drehe ich mich dann nicht im Kreis und ist das dann nicht auch wieder ein Hörtipp der keiner sein soll?? 😉 🙂 (Anm. d. Red.: Könnte man so sehen, aber wir freuen uns auf die „unechten“ Hörtipps von dir! 🙂 Liebe Grüße, Deine Blogredaktion 😉 )

katinkasbackofen

 

Internationaler Katzentag

Hier ein Beitrag der ganz anderen Art. Statistiken sind ja oft langweilig (sorry). Aber eine Kollegin hat fleißig in den Zahlen gewühlt. Die Datenbank „Statista“ macht’s möglich. Die kann man mit gültigem Bibliotheksausweis übrigens super für Referate usw. oder einfach zum Stöbern nutzen. Jedenfalls hat die besagte Kollegin etwas zum „Internationalen Katzentag“ gefunden. Der war zwar gestern, aber wir möchten euch das Ergebnis nicht vorenthalten:

Manchmal muss es einfach ein bisschen kitschig sein. 🙂

Die Farbgebung ist vielleicht nicht unbedingt für offizielles geeignet, aber doch schön anzusehen … oder? 🙂

kwk

 

Mittendrin Mittwoch #20

Das Königreich Florin lag zwischen den Gegenden, wo später Schweden und Deutschland feste Grenzen annahmen. (Dies alles war noch vor Europa.) Theoretisch wurde es von König Lotharon und seiner zweiten Frau, der Königin, regiert. Faktisch aber war der König nicht mehr ganz da; er konnte kaum noch Tag und Nacht unterscheiden und murmelte die meiste Zeit über Unverständliches vor sich hin. Er war sehr alt, jedes Organ seines Körpers hatte ihn schon lange im Stich gelassen, und seine Regierungsentscheidungen waren von einer gewissen Beliebigkeit, die vielen tonangebenden Bürgern bedenklich erschien.

Die Brautprinzessin von William Goldman, Seite 44

Als ich gerade die Stelle, an der ich heute morgen im Zug aufgehört habe zu lesen für den Beitrag abschrieb, kam mir in den Sinn, dass dieses Buch für den Mittendrin Mittwoch irgendwie ungeeignet ist. Nicht weil es nicht gut wäre (ich habe das vor ein paar Jahren schon mal gelesen und bin immer noch begeistert davon) aber das Buch hat einfach viel zu viele Stellen, die zitierwürdig sind. Am liebsten würde ich das ganze Buch hier abtippen (wenn das nicht etwas den Rahmen sprengen würde).

Das Buch ist einfach voller herrlicher Absurditäten. Das fängt schon mit dem Vorwort von William Goldman an, indem er erklärt, wie er damals als kleiner Junge durch die Brautprinzessin zu einem wahren Bücherwurm wurde. Denn natürlich ist das Buch nicht von ihm selbst, er hat nur S. Morgensterns klassische Erzählung von wahrer Liebe und edlen Abenteuern, wie auf dem Bucheinband zu lesen, gekürzt und bearbeitet. Und natürlich ist auch das Königreich Florin nicht etwa Goldmans Fantasie entsprungen, sondern hat tatsächlich existiert. Oder vielleicht hat er sich das Ganze zur Unterhaltung des Lesers doch einfach nur ausgedacht. Man wird es wohl nie erfahren.

Das Buch handelt jedenfalls von der wunderschönen Butterblume und dem unsterblich in sie verliebten Stalljungen Westley. Doch Butterblumes Schönheit spricht sich schnell herum, sodass Prinz Humperdinck schon bald die Liebe der beiden bedroht. Oder mit anderen Worten (mit William Goldmans Worten) geht es in diesem Buch um Fechten. Ringkämpfe. Folter. Gift. Wahre Liebe. Hass. Rache. Riesen. Jäger. Böse Menschen. Gute Menschen. Bildschöne Damen. Schlangen. Spinnen. Wilde Tiere jeder Art und in mannigfaltigster Beschreibung. Schmerzen. Tod. Tapfere Männer. Feige Männer. Bärenstarke Männer. Verfolgungsjagden. Entkommen. Lügen. Wahrheiten. Leidenschaften. Wunder.

Wenn das nicht klingt, als würde die Rückfahrt mit dem Zug heute sehr spannend werden …

lga

Die Schrecken Mordors vs. Der Abwasch

„Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden, im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.“

Die Schrecken Mordors

Neulich bin ich unterwegs in der Stadtbahn, mir gegenüber sitzen zwei Studenten, die sich unterhalten. Eigentlich schalte ich in solchen Situationen meine Ohren immer diskret auf Durchzug (nicht nur für Studenten). Dann kommt das Gespräch aber auf Peter Jacksons Herr-der-Ringe-Verfilmungen, die einer der beiden neulich wieder angeschaut hat. Da muss ich dann doch mithören, denn wenn es um Bücher, Filme und Medien im Allgemeinen geht, scheint mir das irgendwie erlaubt und von Berufs wegen sogar nützlich (sehr subtile Nutzerforschung). Und tatsächlich halten die beiden die Filme weiterhin für großartiges Kino. Das finde ich auch! Was für einen exzellenten Geschmack meine sympathischen Mitfahrer doch haben!

Und dann, übergangslos, quatschen die beiden ernsthaft über Haushaltsthemen, erörtern die Finessen des STAUBWISCHENS und die Notwendigkeiten des ABWASCHS inklusive Mengen­angaben, die sofortiges Handeln erfordern würden.

Der Abwasch

Vom welterschütternden Epos zum Staubwedel. Frei nach Wolfgang Herrndorf: Mir zieht‘s den Stecker. Und die schlimme Lachattacke muss ich auch noch verzweifelt weghusten, weil indiskret. Gefolgt von tiefem Grübeln: Kann es in diesem Universum überhaupt eine Überleitung für solchen Themencrash geben? Elegant wird die nicht sein … Prima Aufgabe für eine Schreibwerkstatt … Was würden die stolzen Krieger Gondors und – jetzt wird’s brenzlig – Zwerg Gimli zu den beiden Putzteufeln sagen? Das einzig zulässige Accessoire für einen Zwerg ist schließlich die Doppelaxt …  Dem würden komplett die Sicherungen durchbrennen. Egal, alle Mütter dieser Welt wird es freuen.

lich empfohlen: Alles zu „Herr der Ringe“, Bücher, Hörbucher, DVD, eBooks, Games uvm. hier in der Stadtbibliothek

Alice