Nachhaltigkeitswoche: Lesung mit Kerstin Gulden „Fair Play“ // Upcycling Workshops am 23.9.

Spiel mit, sonst verlierst du alles!

Opfer. Will man nicht bringen, will man nicht sein. Trotzdem haben wir nach den Sommerferien beschlossen, etwas zu opfern: unsere Freiheit. Zumindest für drei Monate. Wir kriegen etwas Besseres für das, was wir aufgeben, dachten wir. Da war das große Ziel, klar, das offizielle: die Welt retten, wenigstens ein bisschen. Vielleicht wäre das Experiment nicht außer Kontrolle geraten, wenn es dabei geblieben wäre. Aber jeder von uns hatte auch einen persönlichen Grund mitzumachen … oder zu rebellieren: Status, Geld, Rache, Liebe.
Und so verloren wir mehr, als wir einsetzen wollten. Einen von uns.

Ein Wettbewerb. Eine Schule. Und eine gewagte Idee: Was, wenn jeder deine Umweltsünden auf deinen Social-Media-Accounts sehen könnte? Würdest du dich zusammenreißen? Nur noch so viel verbrauchen an Energie, Essen, einfach allem, damit das Icon deiner App grün bleibt statt rot? Würdest du fair spielen? Oder … ODER???

Ein fesselnder Roman über ein Experiment, das außer Kontrolle gerät.

Kerstin Gulden hat in Tübingen, München und London Literatur, Philosophie und Kommunikation studiert. Seitdem hat sie in London, München und Brüssel gearbeitet, unter anderem als Pressesprecherin und in der Kulturförderung. Mehrere Jahre war sie in der Jury des Literaturpreises der deutschen Wirtschaft. Ihr Jugendbuchdebüt «Fair Play» wurde mit dem Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg ausgezeichnet.

Ort: Literaturbühne | EG
Der Eintritt ist frei.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. 

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Welche Möglichkeiten stecken in alten Büchern und Papier? 

Kunstobjekte aus altem Papier basteln

Eine Anmeldung ist erforderlich, bitte hier klicken.

Nachhaltigkeitswoche: Upcycling Workshop // Fahrrad-Reparatur Workshop für Anfänger*Innen am 22.9.

Neue Kunstobjekte aus alten Fahrradschläuchen

Bei diesem Upcycling Workshop werden wir aus alten Fahrradschläuchen neue Kunstobjekte basteln.

Ein Bastelangebot für Kinder ab 10 Jahren.

Ort: Kinderzimmer | EG

Eine Anmeldung ist erforderlich, bitte hier klicken.

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Streikt dein Fahrrad? Vielleicht haben wir dafür die Lösung?

Wir zeigen euch wie man einen Schlauch wechselt, Bremsen einstellt, Lichtanlage prüft, Verschleißteile austauscht – viele Reparaturen am Fahrrad können mit einfachen Mitteln selbst durchgeführt werden.

Bitte das eigene Fahrrad mitbringen.

Ort: Fahrradparkplatz auf dem Neumarkt oder Werkstatt, 1. OG (je nach Wetterlage)

Eine Anmeldung ist erforderlich, bitte hier klicken.

Nachhaltigkeitswoche: Bio & Fair – Naturkosmetik einfach selber machen!

Workshop mit der Verbraucherzentrale

Tierversuche, bedenkliche Inhaltsstoffe, Mikroplastik und jede Menge Verpackungsmüll: Es gibt gute Gründe, auf herkömmliche Kosmetik zu verzichten. Während Fairtrade in der Lebensmittelindustrie bereits weit verbreitet ist, sucht man das Label auf den meisten Kosmetikverpackungen noch vergeblich. Rohstoffe wie Shea-, Kakaobutter und Kokosöl gibt es aber durchaus auch aus fairem Handel. Damit ist gewährleistet, dass die Erzeuger*innen in den Herkunftsländern bessere Arbeitsbedingungen haben und höhere Löhne erhalten.

Bei selbstgemachter Natur-Kosmetik weißt du genau, was drinsteckt. Außerdem kannst du die Produkte individuell auf deine Bedürfnisse abstimmen. Im Workshop mit Umweltberaterin Bettina Willner von der Verbraucherzentrale erfährst du, welche Inhaltsstoffe unbedenklich und empfehlenswert sind und kannst direkt im Workshop ausprobieren, wie du z.B. eine faire Body Butter, Shampoo-Bars, Peelings und Deo-Cremes ganz einfach selber machen kannst.

Wann: Mittwoch, 21.09.2022 | 17 – 20 Uhr

Ort: Veranstaltungssaal SO2 groß | 2. OG | Eingang über die Kavalleriestraße 17

Eine Anmeldung ist erforderlich. 

Nachhaltigkeitswoche: Lass uns zusammen in unserer Stadt aufräumen…

Die Mitarbeitenden der Stadtbibliothek nehmen die Greifzange in die Hand und räumen in der Umgebung der Zentralbibliothek auf (am Neumarkt, Richtung Ostmannturm, Kavalleriestraße…). Gleichzeitig pflegen und bepflanzen wir die zwei Hochbeete vor dem Haupteingang.

Alle, die uns dabei unterstützen möchten, sind herzlich eingeladen mitzumachen! Greifzangen und Müllsäcke gibt es in der Zentralbibliothek zur Ausleihe.

Alternativ könnt ihr ab dem 21. September Greifzangen in der Zentralbibliothek am Neumarkt ausleihen und an einem anderen Ort in der Stadt Müll sammeln. Für die Ausleihe braucht ihr lediglich eine gültige Bibliothekskarte.

Wann: Dienstag, 20.09.2022, 15 – 17 Uhr

Treffpunkt: Haupteingang Zentralbibliothek am Neumarkt

 

Buchtipp: Stephen King – „Joyland“

Von Stephen King habe ich länger nichts gelesen. In erster Linie habe ich die frühen Werke wie z.B. „Carrie“, „Friedhof der Kuscheltiere“, „Sie“, oder „Es“ und Werke unter dem Pseudonym Richard Bachman, z.B. „Der Fluch“ oder „Todesmarsch“ gelesen. Das jüngste der Werke war „Puls“. Da wurde es mal wieder Zeit. „Joyland“ stand schon länger auf der Liste.

Zum Inhalt:

In den 70er Jahren jobbt Devin Jones während der Semesterferien im Freizeitpark Joyland. Nachdem ihn seine Freundin verlassen hat, nimmt er eine Auszeit und beschließt, noch ein weiteres Jahr dort zu arbeiten. Bereits am Tag seiner Einstellung erfährt er von einem Mord an einer jungen Frau in der Geisterbahn einige Jahre zuvor. Der Täter konnte nie gefasst werden. Seitdem soll es am Tatort spuken, was natürlich keiner ernst nimmt – wo soll es auch sonst spuken, wenn nicht in einer Geisterbahn. Bis Devin mit seinen Freunden Erin und Tom eine Fahrt unternimmt und Tom tatsächlich den Geist der jungen Frau sieht.

Zunächst dreht sich die Geschichte eher um Devin als um den Mord. Die Ermittlungen nehmen erst nach und nach Fahrt auf. Dennoch ist das Buch nicht langweilig. Es ist flüssig zu lesen und King nutzt die Zeit, ein Bild vom Freizeitpark und den Charakteren, denen Devin begegnet, zu zeichnen und schafft es, den Leser zu fesseln. So als sei man selbst dort.

„Joyland“ ist kein typischer King aus dem Horror-Genre, sondern eher ein Krimi. Einen blutigen Stephen King wie in einigen der erstgenannten Romane darf man also nicht erwarten. Es ist dennoch ein lesenswertes Buch mit erkennbarer Handschrift.

Unsere ausleihbaren Exemplare – gedrucktes Buch, Hörbuch-CD, eBook, eAudio und sogar eine arabische Ausgabe – findet Ihr über unseren Online-Katalog.

Juliane

Wackelpeter 2022

Der Wackelpeter 2022 war ein voller Erfolg, wie überall zu lesen war, „voll“ tatsächlich auch wörtlich genommen, denn der Besucherzuspruch war überraschend groß. Damit hatte niemand nach 2 Jahren Pause und einem leicht eingeschränkten Programm gerechnet. (Ein paar Fotos z. B. bei Radio Bielefeld hier)

Der Stand der Stadtbibliothek war wieder wie gewohnt neben dem Historischen Museum zu finden. Drei Kolleginnen betreuten ihn auf den Tag verteilt, wobei eine Kollegin sogar den ganzen Tag blieb und auch die ganzen Vorbereitungen sowie die Transportfahrten wuppte. Zu wenig Leute, um die Postkartendruckerei aufzubauen, die Handpressen sind schließlich sehr schwer. Und das Drucken erfordert viel Erklärung und Hilfe für die Kinder. Das Ersatzprogramm war aber mehr als nur eine Notlösung: Mit schwarzer Farbe und Pinsel konnten die Kinder – und gerne auch die Erwachsenen – chinesische Schriftzeichen nachmalen, wahlweise auf einem Blatt Papier oder auf einer Postkarte. Es gab mehrere Schriftzeichen mit Übersetzung als Vorlage.

Tisch (lila) von oben fotografiert, auf ihm ausgebreitet Pinsel, Farbtöpfe mit schwarzer Farbe, laminierte Zettel mit chinesischen Schriftzeichen, leeres Papier und etwas ungelenk bemaltes Papier (in Postkartengröße). Um den Tische stehen mehrere rot-graue Kinderhocker.
Maltisch

Die kleinen Kinder interpretierten diese Vorlagen sehr frei, ignorierten sie nach den ersten Pinselstrichen meist ganz und malten einfach weiter, einige bis die Postkarte sogar komplett schwarz war. Tatsächlich kamen unabhängig voneinander mehrere Kinder auf die gleiche künstlerische Idee und schufen so ihr eigenes Kunstwerk „Variation in Schwarz“ oder wie wir es im Stillen nannten „China bei Nacht“. Es entstanden aber auch Postkarten mit chinesischen Grüßen und Wünschen wie Liebe, Blume, Glück, Zufriedenheit, Mutter, Vater, Bruder, … .

Großaufnahme von mehreren laminierten Zetteln mit jeweils einem chinesischen Schriftzeichen und der Übersetzung, z.B. Mensch, Engel, Ehrlichkeit, Treue, Liebe, Gesundheit, Hoffnung
einige Malvorlagen

Einige Kinder wollten durchaus mehr über die chinesische Schrift erfahren und blätterten aufmerksam im ausliegenden Buch („Gemalte Wörter„). Und es gab auch zwei Passantinnen, die uns etwas über die Kalligrafie der Schriftzeichen erklären konnten. Auch arabische Kalligrafie wurde uns einmal demonstriert. Ja, so nebenbei ergaben sich noch viele andere Gespräche.

Die meist gestellte Frage zu unserem Büchertisch war, ob wir die ausgelegten Bilderbücher verkaufen wollten und zu welchem Preis. Nein, die Kinderbücher lagen nur zur Ansicht da, wir wollten neugierig machen auf das Lesen; ausleihen kann man sie und noch viel mehr in unseren Bibliotheken, der Zentralbibliothek am Neumarkt und den acht Stadtteilbibliotheken. Nicht wenige Besucher erklärten dann, dass sie von auswärts kämen; aber Bibliotheken gibt es auch in Köln, Berlin, Essen, Paderborn, … . Der Wackelpeter ist offenbar nicht nur für Familien aus der Region attraktiv. Und wir werben gerne auch für Bibliotheken in anderen Städten. 😃

Eine Familie zeigte sich ganz enttäuscht, dass diesmal keine Postkarten wie sonst all die Jahre gedruckt werden konnten: „Wir sammeln die nämlich.“

Vielleicht war der Andrang an unseren Bücher- und Maltischen nicht ganz so groß wie in so manchen Jahren zuvor. Aber wir hatten mehr Zeit und Gelegenheit, den Kindern beim Schreiben und Malen zuzusehen und mit den Menschen zu reden: über die Bücher, über die Bedeutung der Schriftzeichen, über die Kinderbibliothek und unsere Zweigstellen in den Stadtteilen oder einfach so über dies und das.

Und am Ende, als wir alles wieder zusammengepackt und verstaut hatten, als ich endlich doch leicht ermattet abends auf dem Sofa lag und den Tag noch einmal Revue passieren ließ, da erst fiel mir auf, dass ich vom Wackelpeter sonst so gar nicht viel gesehen hatte, nicht mal an einem der Imbissstände war ich.
Aber schön war‘s. Im nächsten Jahr hoffentlich wieder.

HilDa

Großaufnahme Zettel mit dem chinesischen Schriftzeichen für Glück
Einmal Glück für alle!

Unterwegs im Bremer Schnoor

Wer kennt es nicht – zumindest vom Hörensagen: Das Schnoorviertel in Bremen.

Kleine Häuschen, enge Gassen… – ein wahrer Besuchermagnet. Bei unserem letzten Besuch in der Hansestadt wollte ich unbedingt den Schnoor aufsuchen, gibt es doch dort einen für mich interessanten Laden. Los ging es also. Um kurz vor zehn waren wir da, aber erstaunlicherweise nicht viele andere Touristen. „Wie schön“, dachte ich mir. Um dann festzustellen, dass die meisten Geschäfte dort erst um elf Uhr ihre Türchen öffnen. Okay, genug Zeit, um „meinen“ Laden zu suchen, hatten wir ja dann. Herrlich war es, ohne Menschenmassen durch die kleinen Straßen zu schlendern. Leider gab es den gesuchten Laden nicht mehr. Nach kurzem Schmollen meinerseits machte ich das Beste draus und genoss einfach die Atmosphäre. Ich versuchte, mir die Häuser genauer anzusehen und zu fotografieren. Kind Nr. 1 fand es sehr witzig, das Viertel zu erkunden und so hatte ich ein halbes Auge auf die Häuser und der Rest verfolgte das Kind. Welches natürlich zielstrebig in die „Bremer Bonbonmanufaktur“ wanderte. Zweimal. 😉

Woher kommt eigentlich der Name „Schnoor“? Das ist das niederdeutsche Wort für „Schnur“ und meint wohl die wie auf einer Schnur aufgezogenen, aneinander gereihten Häuser. Im 13. Jahrhundert wurde das Viertel erstmals schriftlich erwähnt, dort wohnten in dieser Zeit hauptsächlich Fischer, Handwerker und Gewerbetreibende. Bis heute hat eine Bausubstanz aus dem 14. Jahrhundert überdauert. Aus dieser Zeit stammt auch die Kirche St. Johann, sie gehörte zu einem Franziskanerkloster, welches am Rand des Schnoorviertels lag. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Schnoor allerdings zum Armenviertel – ein Grund war, dass Autos die Schmalen Gassen nicht passieren konnten. Auch heute sind die Straßen dort autofrei, mittlerweile wird das aber nicht mehr als Nachteil empfunden, sondern lädt geradezu zum Flanieren auf dem altertümlichen Kopfsteinpflaster ein.

Hier einfach mal ein paar Impressionen 🙂 :

kwk

Buchtipp: „Hier sind Löwen“ von Katerina Poladjan

Hic sunt leones – hier sind Löwen.

Hic sunt leones schrieb man in alter Zeit an die weißen Flecken einer Landkarte.“

(Seite 9 der Taschenbuchausgabe)

Im Roman geht es um ein unbekanntes Land: Die Ich-Erzählerin und Buchrestauratorin Helen kommt für ein mehrmonatiges Praktikum nach Armenien – nicht nur für sie unbekanntes Terrain, sicher auch für die meisten Leser, so wie für mich. Der Genozid während des 2. Weltkriegs war in unserem Geschichtslehrbuch nicht mehr als ein kleiner Abschnitt, der Satz vom 1. Völkermord des 20. Jahrhunderts ist hängen geblieben. In den Nachrichten heute wird immer wieder mal erwähnt, welche diplomatischen Verwicklungen und Verrenkungen das Sprechen über den Völkermord noch immer auslöst. Doch die Geschichten und die Schicksale hinter den historischen Fakten und dem Gedenken bleiben Leerstellen.

Taschenbuch "Hier sind Löwen" von Katerina Poladjan

Helen hat von ihrer Mutter Sara ein altes Foto mitbekommen, dreizehn fremde Personen, die ernst in die Kamera blicken, auf der Rückseite eine Notiz mit Ort und Jahr. Verwandte in Armenien, Helens Mutter kennt nur wenige Namen. Ihr Auftrag irritiert. Helen kennt nicht mal ihren eigenen Vater, doch jetzt soll sie fernen Verwandten nachforschen.

Die Leerstelle in der Biografie der Mutter. Und der Großmutter.

„Meine Mutter spricht von einer Lücke. Plötzlich denke ich, ich trage auch etwas von dieser Leerstelle in mir.“
„Und jetzt wollten Sie die Lücke mit Verwandtschaft stopfen?“
„Manchmal hat sich meine Großmutter tagelang eingeschlossen.“
„Sie hatte ihre Gründe.“

(Seite 109 der Taschenbuchausgabe)

Hic sunt leones.

Helen findet in ihrem „exotischen“ Gastland Armenien noch mehr Leerstellen, denn sie taucht auch in die der Kollegen und Kolleginnen und deren Angehörigen ein.

Selbst ihre Arbeit mit den alten Handschriften des Zentralarchivs führt zu fantastischen Leerstellen, die sie restaurieren, dokumentieren und auch manchmal als leer erhalten soll. Welche Bedeutung haben die Kritzeleien und Sprüche, die auf den Rändern neben dem Text zu entziffern sind? Welche Schicksale liegen in den Namen und Daten verborgen, die in die Familienbibel hineingeschrieben wurden?

Ich mag es, wie wir mit Helen in das heutige Armenien eintauchen, wie sie den Weißen Fleck erkundet und sich den Löwen stellt. Zwischen diesen Erfahrungen und Begegnungen in der Gegenwart lässt die Autorin die Familienbibel eine Geschichte aus der düsteren Vergangenheit erzählen; das Heilsevangeliar, das einst den Kindern bei Krankheit unter das Kopfkissen gelegt wurde, ist der einzig gerettete Gegenstand bei ihrer einsamen Flucht durch ein gnadenloses Land, Ballast beim Weg durch die Berge, Spielzeug und sogar Nahrung in der Verzweiflung. Zwei Kinder, die die Welt nicht mehr verstehen, die nicht mehr zurück können und nicht wissen, wohin.

Die Autorin erzählt lakonisch, deutet das ganze Grauen eher an und zeigt um so drastischer, dass sich zwar die Zeiten geändert haben, die Geschichten der Menschenverachtung, des Krieges und der Grausamkeiten setzen sich aber bis heute fort.

Ich bin vor allem begeistert von den Dialogen: kleine Wortgefechte, kein Wort zu viel zwischen Mutter und Tochter oder bei den Telefonaten mit dem Partner im fernen Deutschland – oder beim Bettgeflüster mit dem neuen Geliebten. Auch hier wieder: Leerstellen, die es in sich haben, all das Ungesagte, Angedeutete, Verschlüsselte. Und überall lauern Löwen.

Katerina Poladjan wurde mit diesem Roman auch einem größeren Lesepublikum bekannt: Sie stand damit auf der Nominierungsliste für den Deutschen Buchpreis 2019. Unsere Katalogdaten findet Ihr hier.

Auch ihr neuer Roman „Zukunftsmusik“ wird von der Literaturkritik hoch gelobt. Er war nominiert für den Buchpreis der Leipziger Buchmesse (Shortlist), was leider in diesem Jahr etwas untergegangen ist. Im April war der Roman Platz 1 auf der SWR-Bestenliste. Die Katalogdaten zu allen Werken der Autorin in unserem Bestand findet Ihr hier.

Ihr habt demnächst die Gelegenheit, Autorin und ihr Werk persönlich kennenzulernen. Mehr als diesen kleinen Teaser darf ich noch nicht verraten, aber schon bald erfahrt Ihr mehr. Bleibt gespannt 🤩

HilDa

Roman "Zukunftsmusik" von Katerina Poladjan, daneben ein Programmheft  der Literaturtage Bielefeld 2022

Für alle Sinne – 1001 Nacht

Kultur unter der Platane 2022

Eine ganze Nacht wurde es nicht. Es war auch so aufregend genug in Brackwede, hinter der Bibliothek auf dem Parkplatz unter der Platane.

Am Nachmittag haben wir mit vielen ehrenamtlichen Helfern vom Runden Tisch Brackwede und CulturKonsum 60 Stühle rausgestellt, Pavillons aufgebaut, dekoriert, das Feuer im Semaver angezündet und die Lautsprecher aufgebaut. Endlich war alles fertig, die ersten Gäste kamen schon und dann staunten wir. Statt der erwarteten 50 Gäste kamen 100. Wir haben mit vielen Helfern dann alle möglichen Sitzgelegenheiten rausgetragen. Alte hässliche Polsterstühle, Hockis, Holzbänke, selbst die Schreibtischstühle mussten raus. Es war überwältigend.

Um 18.00 Uhr ging es dann los. Es wurden Çiğ Köfte geformt und mit Salatblättern serviert. Es gab Tee aus dem Semaver.

Pavillon auf einer gepflasterten Außenfläche dekoriert mit Tüchern, Teppichen und Kissen
Auf einer gepflasterten Außenfläche steht ein großer, dampfender Semawer (kurdischer Samowar)

Nachdem wir für die Augen die Dekoration hatten, für die Zunge und die Nase Tee und Çiğ Köfte, fehlte noch etwas für die Ohren. Auf dem Kanun erklang die Musik von Göksel Baktagir gespielt von Azize Karakuzu, einer jungen Brackweder Künstlerin. Ein Genuss für die Ohren.

Danach folgte ein spannendes Märchen, vorgetragen von der Märchenerzählerin Monika Gehle. Gebannt lauschte das Publikum. Selbst ein vorbeifahrendes Blaulichtfahrzeug konnte den Zauber nicht brechen. „Es war einmal und es war auch nicht“ so begann das türkische Volksmärchen vom Töpfchen.

In einer kleinen Pause wurde nochmal Tee serviert und es ging weiter mit Azize Karakuzu und ihrem Kanun. Anschließend erzählte Monika Gehle die Geschichte von König Hamed und Prinzessin Sherifa mit einem überraschenden Ende.

Mit Musik im Herzen, Geschichten im Kopf und Köfte und Tee im Magen ging das Publikum nach Hause. Die Schatztruhe für den Austritt wurde gut gefüllt und viele Hände halfen beim Aufräumen. Das Wetter spielte auch mit – 100 Menschen, 2 Hunde und eine Taube blieben trocken.

Wir freuen uns auf den nächsten heiteren Abend. Am Freitag den 02.09.2022 um 18 Uhr geht es weiter mit Eugen Flöthmann und den Limericks aus dem Limerickwettbewerb von 2021. Wir stellen schon mal die Stühle bereit.

Zum Ende der Limerick-Lesung wird es eine kleine Überraschung geben – seid gespannt.

Rieke

Plakat mit dem Text:
Kultur unter der Platane 2022
Ort: Parkplatz hinter der Stadtteilbibliothek Brackwede (Germanenstraße 17, 33647 Bielefeld), Eintritt frei - Austritt erwünscht!
Freitag, 19.8.22, 18-19:30 Uhr: Für alle Sinne - 1001 Nacht. Eine Reise durch die Welt des Orients mit Märchen, Musik und Cig Köfte
Freitag, 2.9.22, 18-19:30 Uhr: Limmerick Lesung. Highlights aus dem Bielefelder Limmerick-Wettbewerb (...)
Freitag, 9.9.22, 18-19:30 Uhr: Krimilesung Bitterer Zorn mit Norbert Horst