Die Reise in die Elfenwelt

Der Lesefrühling läuft bei uns tüchtig weiter, und heute geht es in die bezaubernde, willkürliche Fantasy-Welt, nach Island!

Zwei absolut normale Schüler aus Deutschland, 10 und 13 Jahre alt,  fahren mit ihren Eltern – höchst langweilig! – in den Sommerurlaub, wo der Vater eigentlich weiterhin arbeiten muss und die Mutter ihre vergessenen Talente als Künstlerin zu beleben versucht…  Und dort, auf Island, entdecken die beiden, dass die Isländer vergammelten Haifisch und Schafsaugen als Delikatesse verspeisen, ausbrechende Vulkane für ganz gewöhnlich halten und in ihrer Sprache unmöglich auszusprechende Wörter benutzen.

Das, was als gewöhnlicher Urlaub in einer (vielleicht) weniger gewöhnlichen Umgebung geplant war, ändert sich rasant, als die beiden Jungs das isländische Mädchen kennen lernen, deren wichtigste Gabe zu sein scheint, Erwachsene allzu oft zum Seufzen zu bringen… Das richtige Abenteuer beginnt allerdings, als der ältere Bruder Fabio plötzlich entdeckt, dass er Elfen, Wächter und weitere ähnliche Wesen sehen kann, obwohl die eigentlich für gewöhnliche Menschen unsichtbar bleiben…

Selbstverständlich, wir sind ja auf Island!  Ohne Elfen ist Island ja nicht ganz Island und die uralten Märchen und Sagen werden plötzlich lebendig. Man trifft auf Schritt und Tritt auf herumtreibende Elfen mit spitzen Ohren, von denen einige sogar mit Laptops umherlaufen, Profile auf Facebook haben und Nachrichten auf das Smartphone schicken. Ein kleiner Tribut an die Moderne. Ansonsten, eine faszinierende Geschichte, die einen auf der Stelle mitnimmt, sei es als junger Mensch oder als Erwachsener, der oder die gerne in Fantasy-Welten eintauchen und wieder in den modernen Zeiten auftauchen möchten.

Die Elfen sind ja bekanntlich nicht immer nur lieb, was sie so anstellen können und  wie der Urlaub der  Familie endet, erfährt man in dem Buch von Nina Blazon „Silfur: Die Nacht der silbernen Augen“, aus dem die Autorin heute um 16:30 Uhr bei uns in der Stadtbibliothek am Neumarkt vorlesen wird!

 

 

 

 

I.C.

Piraten!

Vor einigen Tagen beim Entladen des Autos hatte ich bereits alle Hände voll mit Taschen und sonstigem Gedöns, also klemmte ich die Schatzkiste unter den Arm und setzte mir den schwarzen Hut mit den langen Straußenfedern kurzerhand auf den Kopf. Das zog sofort die Aufmerksamkeit einiger Passanten auf sich, ein Mann von der anderen Straßenseite rief ein erstauntes „Hohoho“ herüber. Was sollte ich groß erklären? „Ich bin nebenberuflich als Pirat tätig!“ – ist doch egal, was meine Nachbarn jetzt denken.

Natürlich stimmt der Satz so auch nicht. Ich übe meine Piratentätigkeit durchaus in meinem Hauptberuf aus. Als Bibliothekarin  muss man vielseitig sein, und es warten immer wieder ungewöhnliche Aufgaben und Abenteuer auf uns Büchermenschen.

Für eine Veranstaltung zur Leseförderung wurden meine Kolleginnen und ich eben zu Piraten. Eine ganze Klasse war zu einem Mottoabend eingeladen. Planung und Durchführung sind recht aufwändig, selbst wenn wir auf ein bereits mehrfach erprobtes Konzept zurückgreifen können. Entwickelt hatte es unsere Leiterin der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle Frau Nothdurft. Im Mittelpunkt steht das Buch „Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“.

Piraten-Requisiten

Piraten-Requisiten für einen Mottoabend in der Bibliothek

Wir lesen einen (leicht überarbeiteten) Ausschnitt aus dem Buch vor, zwei Vorleser im Wechsel; die Geschichte mit ihren vielen Figuren und der spannenden, sehr skurril-phantasievollen Abenteuerreise ist ein hervorragendes Vorlesebuch, das nicht nur den Kindern, sondern auch uns Erwachsenen Spaß macht. Natürlich haben wir mitten an einer besonders spannenden Stelle aufgehört, kurz nach dem Auftritt der wilden Piraten.

An diesem Abend gab es als kleinen Imbiss Schiffszwieback und Brackwasser. Nein, nein, liebe besorgte Eltern, das waren natürlich süße Kekse und Salzgebäck sowie ganz sauberes Tafelwasser. Ach.

In mehreren Spiel- und Bastelstationen konnten die Kinder „Bullaugen“ ausmalen, „Schiffe versenken“ spielen, Origami-Schiffe falten (die wurden noch für einen überraschenden Trick gebraucht), eine eigene Piratenflagge kreieren, ein Schiffe-Puste-Spiel gegeneinander spielen. Die Kinder waren begeistert und sehr kreativ. Anschließend halfen sie sogar freiwillig beim „Deckschrubben“, schön im Rhythmus eines schmissigen Seemannsliedes. Das gemeinsame Grölen eines Shantys, laut aber nicht schön, haben wir uns diesmal erspart.

Zur Belohnung gab es noch eine Schatzsuche; nach wahrlich stürmischer Suche wurde die Schatzkiste auch endlich gefunden. Doch als unsere Piratenkapitänin die süße Beute für später beiseite stellen wollte, gab es eine waschechte Meuterei. Aus den Leichtmatrosen waren halt echte Piraten geworden. So hatte sich am Ende jeder noch eine Urkunde verdient.

Ich denke, wir haben die Kinder mit vielen phantasievollen Eindrücken und Anregungen in die Osterferien geschickt. Und meine Kolleginnen und ich waren einfach nur froh, dass wir am nächsten Tag dienstfrei hatten.

hilda

Barcamp, das zweite

Warm war’s… und wir machten uns wieder auf nach Duisburg zur Sportschule Wedau zum Barcamp im Rahmen des Projekts „Lernort Bibliothek“. Nach diversen Irrungen und Wirrungen aufgrund nicht fahrender Verkehrsmittel kamen wir irgendwann an. Die kühlen Getränke fanden reißenden Absatz und mit der Einverständniserklärung zur Veröffentlichung der geknipsten Fotos wurde sich erst mal Luft zugefächelt. Und dann ging es auch schon ans Eingemachte.

Diverse Sessions wurden geplant und vorgeschlagen und das  Orga-Team ordnete sie dann in Raum und Zeit ein. Für alle, die es interessiert- so sieht das dann aus:

Also suchte man sich schnell einen Beitrag aus und auf ging’s. Manche Sessions fanden in der 15. Etage statt (mit der Bedienung der Fahrstühle standen wir alle etwas auf Kriegsfuß), aber von dort oben bot sich ein fabelhafter Ausblick auf das Ruhgebiet bis hin nach Düsseldorf. Diesen Ausblick hätte ich gerne für euch eingefangen, aber leider war die Bildqualität nicht so veröffentlichungswürdig. Deshalb einfach hier das Stadion vom MSV Duisburg. So.

Und warm war es immer noch. Doch auch in den einzelnen Räumen stand ein Kühlschrank mit Wasser, Cola und Co. (Danke!)

Zwischen dem Instawalk, Facebook und dem Austausch von sämtlichem anderen Social Media-Wissen wurden kurze Pausen eingeschoben die jeder nutzen konnte, wie sie oder er wollte. Hier ein Beispiel 🙂 :

Wibke Ladwig führte wieder einmal charmant, galant und mit guter Laune durch den Tag. Und wir sagen einfach: „Danke!“ 🙂

kwk

Mittendrin Mittwoch #8

Martin folgte ihr und fand sich in einem Zimmer wieder, das ihn an den Vorspann eines Psychothrillers erinnerte, in dem der Killer Zeitungsausschnitte mit den Berichten über seine Taten zu einer Collage an die Wände pinnte und mit einem Teppichschneidemesser die Augen aus dem Gesicht seines nächsten Opfers kratzte.

Passagier 23 von Sebastian Fitzek , Seite 66

Der Protagonist macht hier gerade zwar nur einen Vergleich (ich gehe zumindest davon aus, dass die alte Dame, bei der er gerade zu Besuch ist kein Killer ist, wobei man das bei Fitzek ja nie so genau weiß …), die ersten Seiten hatten aber auch so schon allerhand Gruseligkeiten zu bieten. Gleich zu Anfang informiert ein Zitat aus dem Tagesspiegel den Leser darüber, dass seit dem Jahr 2000 mindestens 200 Menschen auf Kreuzfahrtschiffen verschwunden sind. Und genau darum geht es in diesem Buch. Das Schiff hat bereits abgelegt und allem Anschein nach befindet sich an Bord jemand, der andere Passagiere verschwinden lässt.

Ich bin zwar erst bei Seite 84 angelangt, aber dadurch, dass man ohne viel Vorgerede direkt in der Geschichte ankommt und schon so einige unschöne und gruselige Details vorgesetzt bekommen hat, war es bisher schon sehr spannend und wird es hoffentlich auch bleiben. Mal sehen ob ich danach noch Lust auf Kreuzfahrten habe …

lga

Schinken-Nudelsalat

Wenn ich zum Grillen einen Salat machen soll, dann wissen eigentlich alle, dass ich in den meisten Fällen einen Nudelsalat mitbringen werde. Der schmeckt nämlich einfach immer wieder ausgezeichnet gut!

Die Zutaten:

  • 500 g Nudeln
  • 1 Packung Kochschinken
  • 1 Gurke
  • 2 Tomaten
  • 3 Mozzarella
  • 1 Apfel
  • (laut Rezept kommt auch noch 1 Paprika und 1 Zwiebel dazu, da ich das aber selber nicht so gerne esse, lasse ich das immer raus)
  • Petersilie, Schnittlauch
  • Salz und Pfeffer
  • 200 – 300 ml Naturjoghurt
  • 1 Eßl. Senf
  • 2 – 3 Eßl. Balsamico

Die Zubereitung:

Die Nudeln kochen und abkühlen lassen. Anschließend Kochschinken, Gurke, Tomate, Mozzarella und Apfel in kleine Stücke schneiden und zu den erkalteten Nudeln geben. Petersilie und Schnittlauch ebenfalls hinzufügen und das Ganze mit Salz und Pfeffer würzen.

Nun die Sauce zubereiten. Dafür den Joghurt mit Senf und Balsamico mischen und 15 min. vor Verzehr zum Salat geben.

Und schon ist der Salat fertig. Es muss zwar viel geschnippelt werden aber das Ergebnis lohnt sich immer wieder 😉

STADTRADELN in Bielefeld

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Das Fahrrad ist bereit zum Ausritt

Nein, ich schreibe nicht schon wieder eine Glosse über eine fiktive Fundraising-Aktion für unsere Bibliothek. Diesmal meine ich es ernst (wobei Satire ja durchaus auch ernsthaft ist). Ich möchte für STADTRADELN in Bielefeld werben, übrigens eine bundesweite Kampagne, also vielleicht auch in Ihrer Stadt.

Ich bin selbst durch eine ähnliche Aktion vor einigen Jahren motiviert worden, mein altes Fahrrad reparieren zu lassen und endlich wieder zu nutzen. Bielefeld hielt ich für eine reichlich fahrradunfreundliche Stadt, darum war mein Drahtesel erst gar nicht mit in meine neue Heimat gekommen. Der Zustand des Radweges direkt vor meiner Haustür hat diese Ansicht nur bestärkt.

Heute fahre ich trotzdem wieder regelmäßig und gerne; das Fahrrad ist ideal für die kurzen Wege, sei es zur Arbeit, zum Einkauf oder zum Theater. Ich bin allerdings eher der Schönwetterfahrer, beim ostwestfälischen Dauerregen nutze ich lieber Bus, Straßenbahn oder gehe zu Fuß. Auch bin ich nicht ehrgeizig oder gar sportlich, ich will gar nicht möglichst viele Kilometer herunterreißen. Jetzt, wenn es abends länger hell ist, mache ich aber gerne mal einen Schlenker zusätzlich, durch solche Umwege entdecke ich mein Viertel neu. Oder ich mache kleine Spazierfahrten von gerade mal 10 bis 15 Kilometern, die nach einem Arbeitstag wunderbar entspannend sind, nur ganz selten längere Ausflüge.

Die 21 Stadtradeltage (in Bielefeld zählt die Zeit vom 11. Juni bis 1. Juli 2017) regen natürlich dazu an, die eine oder andere Rundfahrt mehr zu machen. Doch auch wenn das STADTRADELN Wettbewerb heißt, ist am Ende nicht der Kilometerstand wichtig. Die Kampagne hat eine politische Dimension. Nicht umsonst gibt es eine eigene Kategorie für mitfahrende Kommunalpolitiker; und alle Teilnehmer können durch Ihr Feedback auf die Belange der radelnden Verkehrsteilnehmer in ihrer Gemeinde aufmerksam machen. Jeder Stadtradler und jeder gefahrene Kilometer ist eine Demonstration für eine fahrradfreundlichere Stadt und ein Appell an die politisch Verantwortlichen. Das wird die Welt nicht mit einem Schlag verbessern. Aber alle reden von den alarmierenden CO2-, NOx- und Feinstaubwerten, von der Lärmbelastung und den gesundheitlichen Schäden, vom Verkehrsinfarkt mit Straßenschneisen und Parkplatzwüsten. Immer mehr Autos sind gewiss nicht die Lösung, auch wenn es tatsächlich gelingen sollte, sie umweltfreundlicher zu machen (wirklich und nicht nur auf dem Papier) – das Fahrrad können sie nicht schlagen.

Also, liebe Bielefelder, steigt um auf das Fahrrad, wenigstens für ein paar Kilometer mehr als sonst und registriert Euch in einem der Teams. Setzt ein Zeichen für mehr Lebensqualität in Eurer Stadt. Es gibt noch immer viele Holperradwege, aber auch sehr schöne Strecken. Wenn dann auch noch das Wetter mitspielt – aber das ist ja wohl das Mindeste, was die Organisatoren für uns organisieren könnten – ist das Fahren nicht nur gesund und umweltfreundlich, sondern macht auch noch Spaß. Gute Kombination.
Auf geht’s!

Bleibt nur noch eine wichtige Frage offen: Gibt es 2017 wieder ein eigenes Stadtbibliotheksteam?

hilda

Mittendrin Mittwoch #7

„Nach einer unruhigen Nacht wachte Emilie spät auf. Beim Kaffee legte sie eine schier endlose Liste zu erledigender Dinge an. Auf einem zweiten Blatt Papier notierte sie Fragen, die sie sich selbst stellen musste. Anfangs hatte sie nur beide Häuser so schnell wie möglich verkaufen, ihr kompliziertes Erbe auflösen und zu ihrem sicheren Leben in Paris zurückkehren wollen. Doch jetzt…“

aus  „Der Lavendelgarten“ von Lucinda Riley, S. 54

Hallo, ich bin es wieder. Natürlich beiße ich mich nicht nur durch die London-Biographie,  etwas Leichtes für zwischendurch muss sein! Außerdem kann man dieses Taschenbuch viel besser transportieren. 😉

Also: So schnell kann’s gehen – Tierärztin Emilie ist plötzlich die letzte lebende Person einer Adelsfamilie und nun im Besitz eines Châteaus, einer Stadtwohnung in Paris und diverser Schmuckstücke ihrer verstorbenen Mutter. Anfangs behagte ihr das verständlicherweise gar nicht, denn der kleine Palast ist renovierungsbedürftig und in der Bibliothek ihres Vaters warten so manche Schätzchen darauf, entdeckt und katalogisiert zu werden. Und natürlich wollen viele Leute etwas von ihrem Erbe haben. Mittlerweile ist sie sich nicht mehr so sicher, ob sie das Château wirklich verkaufen möchte. Sogar ich bin jetzt am überlegen ob es nicht besser wäre, das zu behalten 😉 Und ob ich dem Anwalt der Familie trauen würde, weiß ich auch noch nicht. Er scheint nett zu sein, aber man weiß ja nie. Ich bin gespannt, wie es weiter geht… 🙂

 kwk

Stopmotion und Comics

Kinder zwischen 10 -14 Jahren präsentierten ihre selbsterfundenen Geschichten auf den iPads. Sie gestalteten Comics und drehten Stop-Motion-Videos im Rahmen eines 4-tägigen Workshops „Erzähl was mit dem iPad!“ in den Osterferien in der Stadtbibliothek. Der Workshop fand in Kooperation mit dem Jugendtreff Walde, der Sportjugend Bielefeld und dem Quartiersbüro Ostmannturmviertel statt und wurde vom Deutschen Bibliotheksverband (DBV) im Rahman der Kampagne „Lesen macht stark und digitale Medien“ gefördert.

In diesen 4 Tagen gab es keine Grenzen für kreative Ideen. Manche wandelten die klassischen Märchen um und manche erfanden komplett neue Geschichten. Die Figuren für die Geschichten wurden aus Knete und Papier gebastelt oder die Kinder schminkten sich und stellten sich selbst vor die Kamera.

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Dabei machte ein Teil der Kinder einen neuen Schritt in die multimediale Welt und der andere Teil erweiterte seine Kompetenzen, indem die Kinder neue Dimensionen kennenlernten, wie sie dieses bereits bekannte Medium noch einsetzen können. Dafür eignete sich natürlich das Erzählen sehr gut. Während dessen wurden auch die sozialen und die sprachlichen Kompetenzen bedient: Kompromissbereitschaft, Kritikfähigkeit, Argumentation, Wortschatzerweiterung, kreatives Schreiben und Lesen. Trotz alledem liegt der Spaßfaktor im Vordergrund.

Insgesamt entstanden 12 Geschichten. Eine kleine Auswahl dieser erfolgreichen Ergebnisse ist auf unserem Youtube-Kanal zu genießen. Viel Spaß!

Ticker-tape parade

Ihr habt das bestimmt auch schon auf alten Bildern oder Spielfilmen gesehen- New York, eine Parade, viele Leute und aus den Fenstern werden Papierschlangen und Konfetti geworfen. Diese Papierschlangen…nun ja,  über deren Herstellung und warum man sie aus dem Fenster wirft, macht man sich ja eigentlich so keine Gedanken. Dann las ich irgendwo (es könnte in einer Ausgabe einer GeoEpoche gewesen sein), was es damit auf sich hat, fand es interessant und speicherte es erstmal unter „interessantes, vielleicht nützliches Wissen“ im Kopf ab. 😉 Nun möchten die Infos aber mitgeteilt werden, deshalb heute ein kleiner Geschichtsbeitrag zu den „ticker-tape parades“. 🙂

Die erste Konfettiparade fand in New York ad hoc im Oktober 1886 zur Eröffnung der Freiheitsstaue statt. Der Festumzug schlängelte sich durch die Straßen, die Börsenhändler wollten auch mitmachen und warfen spontan ihre „ticker-tapes“, also die Börsenticker-Papierstreifen aus dem Fenster. So kam das Kind zu seinem Namen und die Paraden führten schließlich immer an der New York Stock Exchange im Finanzdistrikt vorbei.

Irgendwann begann die Stadtverwaltung, solche Paraden selbst zu organisieren. Natürlich gab es auch einige Zwischenfälle- 1904 schrieb jemand an die New York Times, man solle es doch unterlassen, die ticker-tapes aus dem Fenster zu werfen. Denn die Pferde könnten scheuen. Damit hatte der Mensch vielleicht gar nicht so unrecht. Ein paar Jahre später wollte jemand einfach Seiten aus einem Telefonbuch herausreißen und auf die Parade werfen- entweder war er zu aufgeregt oder das Telefonbuch war zu dick, um Seiten herauszureißen… jedenfalls schmiss er aus Versehen den kompletten Wälzer aus dem Fenster und natürlich wurde ein Zuschauer getroffen.

Albert Einstein, John F. Kennedy, die Mannschaft von Apollo 11, Nelson Mandela… dies sind nur einige Namen, die mit so einer Parade geehrt wurden. Das meiste Papier (über 5000 Tonnen) wurde übrigens beim Sieg über Japan 1945 auf die Straße geworfen. Als die Stock Exchange in den 1960er Jahren dazu überging, ihre Börsenkurse nicht mehr über den Fernschreiber auf die Papierstreifen tickern zu lassen (daher der Begriff „ticker-tape“), sondern die Kurse elektronisch anzeigen zu lassen, konnte man immerhin noch alte, geschredderte Akten werfen oder ganz normales Konfetti. Aber die Paraden wurden weniger…

Spontan gefunden: hier zwei Bilder (zum zweiten bitte runter scrollen) der Parade für die Apollo 11- Besetzung (Website der NASA).

kwk

Aus Mauldawien nach Plastikhausen: die Geschichte über die kleine Maulina und den Ernst des Lebens

Das Leben ist ein Pfannekuchen, mal salzig, mal süß, sagt der Großvater zur kleinen Maulina – dem größten Mauler unter der Sonne –  und das ist ernst gemeint. Aus Maulinas Wohnung mit den vier Zimmern, dem Dachboden, dem Garten und der Straße voller Freunde ist ein mickriges Plastikhaus am anderen Ende der Stadt geworden… „Wenn das, was wir hatten, ein Pfannkuchen war,“ meint das Mädchen, „ist davon nur ein fettiger Abdruck auf dem leeren Teller geblieben und ein Rest von Geschmack auf der Zunge.“

Ein junges, tapferes Mädchen, das mit viel Mut, Eigensinn und Humor ihre neue Welt erkundet und ihre neue Familiensituation konfrontiert, gewinnt unsere Hochachtung. Die kommt mit Aufgaben zurecht, die man auch als Erwachsene nicht so leicht hinnimmt und erteilt uns eine Lebenslektion, die gerade zutiefst beeindruckend durch ihre simple Formulierung ist: „Im Regen stehen ist, mit Lachen im Gesicht, auf jeden Fall auch angenehmer als mit Wut im Bauch.“  Und „der Bus, der dir vor der Nase weggefahren ist, der kommt auch nicht zurück, wenn du dich aufregst, da ist es besser, zu lachen und sich zu freuen, dass man noch zehn Minuten in der Sonne stehen darf und Zeit für ein bisschen Nichts hat…“

Kein leichtes Thema, aber auf jeden Fall eine schöne Lektüre: hervorragend geschrieben und von Rán Flygenring herzig illustriert. Wenn man Maulina Schmitt und ihren Autor Finn-Ole Heinrich kennenlernen möchte, ist dies am Samstag, dem 6. Mai bei uns in der Zentralbibliothek am Neumarkt möglich!  Beginn um 14:00 Uhr.

I.C.