Advent, Advent, die 2. Kerze brennt …

…am Sonntag ;). Zur Weihnachtszeit gehört natürlich auch das Basteln und Kekse backen. Immer schön und einfach zu basteln sind Fröbelsterne. Klassisch aus 4 Papierstreifen gebastelt, lassen sich große Sterne gut an den Weihnachtsbaum hängen und kleine können einfach als Deko verteilt werden:

  1. Vier auf die Hälfte gefaltete Papierstreifen wie im Bild miteinander verflechten
  2. Den Oberen der nach oben zeigenden Streifen nach unten knicken. Im Uhrzeigersinn weiterknicken und den linken nach rechts unter den ersten geknickten hindurchschieben.
  3. Einen Streifen wie in der Abbildung knicken und unter dem direkt darunter liegenden Streifen hindurchschieben. Im Uhrzeigersinn fortfahren, das Ganze auf der Rückseite wiederholen.
  4. Den nach oben zeigenden Streifen nehmen, und so nach rechts drehen, dass die Seite, die oben lag, auch wieder oben ist. Unter dem rechten Streifen hindurchziehen. Hier bietet es sich an, gegen den Uhrzeigersinn zu arbeiten. Mit der Rückseite wiederholen.
  5. Die überstehenden Streifen abschneiden – fertig.
Anleitung zum Basteln eines Fröbelsterns

12 Schritte zum Fröbelstern

Es gibt natürlich auch Fröbelsterne aus mehr Papierstreifen. Aus 12 zum Beispiel. Es ist gar nicht so schwer, wie es aussieht. Man sollte sich aber den Gefallen tun, und zum Ausprobieren Papierstreifen verwenden und keine Folienstreifen. Unter diesem Blog ist eine gute Anleitung.

Kekse backen ist natürlich immer ein Highlight. Besonders zeitintensiv war in meiner Kindheit Spritzgebäck. Wir hatten eine Teigmühle, die an einen Küchenstuhl gespannt wurde. Es ließ sich zu zweit bedienen, 3 Personen sind aber optimal. Teig reindrücken, kurbeln und die Keksrohlinge aufs Blech legen. Und Verkosten natürlich nicht vergessen 😉

Ich probiere auch gerne mal neue Rezepte aus. Verschiedene Sorten Makronen z.B., oder ich lasse mich inspirieren. Diese Woche waren Haferflocken-Nuss-Kekse an der Reihe:

Haferflocken-Nuss-Kekse


Zutaten für ca. 60 Kekse
:

50g Mehl
1 leicht geh. TL Backpulver
100g Zucker
1 P Vanillezucker
125g weiche Butter
1 Ei
1 EL Rum (muss nicht unbedingt sein)
100g gemahlene Haselnüsse
150g kernige Haferflocken (ich habe „blütenzart“ genommen, das geht auch)

 

Zubereitung:

Die Zutaten außer den Haselnüssen und Haferflocken miteinander verrühren. Zuletzt die Haselnüsse und Haferflocken unterrühren. Es sieht zunächst so aus, als sei zu wenig Flüssigkeit vorhanden. Ich habe schließlich selbst Hand angelegt… Das geht ganz gut, weil die fertige Konsistenz wie ein weicher Knetteig ist.

Von dem Teig mit einem Teelöffel kleine Häufchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen und bei 160°C und Umluft 10-15 Minuten backen. Eher 15. Es kommt auf den Ofen an. Dann nur noch abkühlen lassen und genießen 😉

Weihnachtsbücher mit Keksdose

Noch mehr Anregungen für die Adventszeit

Juliane

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Mittendrin Mittwoch #30

Ich erzähle nur deswegen ein wenig von dem geselligen Teil unseres Ausflugs, weil nach dem Spiel eine überaus ausgelassene, kameradschaftliche Stimmung herrschte.
(S. 90)

Es geht um Fußball, sollte man meinen. Aber eigentlich auch nicht. Tatsächlich zitiert der „Chronist“ bei den Spielen fast nur Zeitungsausschnitte. Aber beim „geselligen Teil“ jeglicher Art wird er dann um so ausführlicher – von wegen „ein wenig“.

Wie die Steeple Sinderby Wanderers den Pokal holten / von J.L. Carr

Es geht um das Leben in der Provinz, um den ganz normalen Alltag, der mit Bedeutung gefüllt werden muss; es geht um den einen großen Moment, der so unfassbar schnell vorüber geht und den der Chronist in all seiner Ausführlichkeit nachvollziehbar machen will. Und lieben wir nicht alle die Geschichten vom Kampf des Außenseiters gegen die Etablierten, vom Sieg Davids gegen Goliath, vom Triumpf der Underdogs: das Wunder von … .

Die kleine Gemeinde heißt Sinderby, ein Dorf in den Hochmooren von Yorkshire. Die Amateur-Fußballmannschaft hat es gegen jede Wahrscheinlichkeit bis zum Pokalfinale ins Wembleystadion geschafft. Mr Gidner soll nun die Chronik dazu schreiben. Beruflich verfasst er Verse für Grußkarten, ist also nach Meinung des Vorstands quasi ein Schriftsteller. Außerdem ist er ehrenamtlicher Sekretär des Sportvereins, d.h. Mädchen für Alles – außer für das Fußballspiel selbst, davon versteht er scheinbar auch nicht viel mehr als ich. Egal. So erfahren wir ganz nebenbei pikante Details aus dem Privatleben der Dorfbewohner, wir erleben skurrile Charaktere, kleinliche Streitereien, peinliche Anekdoten und großartige Gesten. Alles in der leicht umständlich-verschwurbelten Sprache des bemühten Mr Gidner, der sehr wohl bemerkt, dass er sich da manchmal ein klein wenig verzettelt. Jedoch bemerkt er so gar nicht seine ständigen Indiskretionen; was er schreibt, weiß ja sowieso jeder im Dorf – tja, und jetzt eben auch wir.

Ich verrate aber nix. Nur, dass es ein Vergnügen ist, das alles zu lesen. Die „offizielle Chronik“, so Mr Gidner, soll natürlich noch viel ausführlicher werden, noch viel mehr ins Detail gehen; die hier vorliegende kurze Erzählung sei erst der grobe Entwurf. OMG, die armen Dorfbewohner. Als Leser wünschte ich mir fast, der Autor meinte das ernst.

Carr, James Lloyd : Wie die Steeple Sinderby Wanderers den Pokal holten / aus dem Englischen von Monika Köpfer; mit einem Vorwort von Sasa Stanisic. – Köln : DuMont, 2017. – 190 S.
Originaltitel: How Steeple Sinderby Wanderers Won the FA Cup
                 Standort: Romane Carr (Online-Katalog-Daten hier)

hilda

Elizzy von read books and fall in love hat sich die Blogaktion ausgedacht. Der „Mittendrin Mittwoch“ besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Vanilleplätzchen

Die Adventszeit hat endlich begonnen und somit auch die Zeit des fleißigen Plätzchenbackens. Dabei backe ich ganz gerne auch mal außergewöhnliche Plätzchen aber noch lieber doch die ganz einfachen Rezepte, wie Spritzgebäck oder die Vanilleplätzchen, um die es in diesem Beitrag geht.

Erster Pluspunkt: es kommen ganz normale Zutaten in den Teig, die man auch Zuhause hat, ohne dass man extra dafür einkaufen gehen muss.

500g Weizenmehl
2 gestrichene Teelöffel Backpulver
150g Zucker
4 Päckchen Vanillezucker
2 Portionen Vanillearoma (ich habe immer diese in den kleinen Glasteilen)
2 Eier
250g Butter oder Margarine

(das ist jetzt übrigens die doppelte Menge des eigentlichen Rezepts; einfache Menge finde ich normalerweise zu wenig, das lohnt sich dann ja gar nicht)

Alle Zutaten nun in eine Rührschüssel geben und mit dem Knethaken zu einem Teig verarbeiten (oder selbst Kneten, wies beliebt).

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche, zu Rollen (Durchmesser ca. 3 cm) formen. Diese in Frischhaltefolie wickeln und für einige Stunden oder auch über Nacht in den Kühlschrank legen.

Die gut gekühlten Teigrollen in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden, auf Backbleche legen und in den vorgeheizten Backofen schieben.

Ober-/Unterhitze: ca. 180 °C
Heißluft: ca. 160 °C

Die Plätzchen etwa 12 Minuten backen. Anschließend auf einem Kuchenrost erkalten lassen.

Bisschen Schokolade schadet in der Weihnachtszeit ja eigentlich auch nicht. Darum können die Vanilleplätzchen auch noch nach Herzenslust mit Schokolade verziert werden.

Guten Appetit! 😉

lga

Advent, Advent – die 1. Kerze brennt…

…noch nicht ganz – erst am 3. Dezember – aber ab heute können Adventskalender geöffnet werden. Ob selbst gebastelt oder ein klassischer mit Schokolade.

Ein Selbst gebastelter, der mir gut in Erinnerung geblieben ist, war mit Puzzle-Teilchen gefüllt. In jedem Säckchen waren für mich und meinen Bruder je ca. 20 Teilchen. Natürlich auf der Rückseite markiert, damit man sie auseinander halten konnte. Am 24. Dezember hatten wir je ein komplettes 500er-Puzzle zusammen. 20 Teile hört sich erst einmal wenig an, die Teile mussten aber nicht unbedingt gleich zusammen passen. Manchmal hatte man mehrere Pärchen.

Natürlich dürfen auch Adventskalendergeschichten nicht fehlen. Eine davon ist „Schnüpperle – 24 Geschichten zur Weihnachtszeit“. Gehört habe ich diese Geschichten in meiner Grundschulzeit. Die Vorweihnachtszeit war immer etwas Besonderes. In der 1. Stunde kam auf jeden Tisch eine echte (!) Kerze, dann wurden Lieder gesungen, Kekse gegessen und in einem Jahr hat uns unsere Klassenlehrerin Schnüpperle vorgelesen. Die durch das Wochenende verpassten Geschichten wurden natürlich nachgeholt. Schnüpperle ist ein 6jähriger Junge, der unter anderen zusammen mit seiner älteren Schwester und seinen Eltern die Vorweihnachtszeit erlebt. Kekse backen, Bratäpfel essen, basteln, und vielen andere Dinge wurden gemacht, bis der 24. Dezember endlich da ist.

 

Adventskalendergeschichten gibt es natürlich auch für Erwachsene. Eine davon ist „Kerzen, Killer, Krippenspiel“ mit 24 Krimis von verschiedenen Autorinnen und Autoren. Die Handlung der Kurzgeschichten ist auf ganz Deutschland verteilt. Einige Handlungsorte sind in Österreich und der Schweiz. Einer der Krimis spielt übrigens in Bielefeld. Es handelt sich um „Einmal Ägypten“ von Mechthild Borrmann.

Eine sehr schöne Adventskalender-Geschichte neueren Datums ist „Du spinnst wohl“ von Kai Pannen: Der 1. Dezember läuft für die Stubenfliege Bisy nicht gut. Er hat es eilig – Termine wie Kuchen auf einem Geburtstag essen zum Beispiel – und verfängt sich in dem im Weg hängenden Spinnennetz von Karl-Heinz. Dieser freut sich sehr über den frisch gefangenen Weihnachtsbraten. Bisy hat 24 Tage Zeit, um Karl-Heinz davon zu überzeugen, dass er keinen guten Braten abgibt. Ob das gelingt? Mit seinem Essen spricht man doch nicht, oder?

Juliane

Mittendrin Mittwoch #29

Ein Lied für die Geister / von Louise Erdrich

„Ein Teil von ihm hat schon geahnt, was Romeo ihm sagen würde, und hat nur darauf gewartet. Es hat sich nicht wie eine Neuigkeit angefühlt. Eher wie eine Bestätigung. Jedes Geräusch ist jetzt wie verstärkt. Der Hund, der im Unterholz raschelt. Peter sieht in die Kronen der Pappeln und Birken. In ihrem Laub zittert das Licht. Er kann sich nicht mehr an die Stimme seines Sohnes erinnern. Kann sich kein schönes Bild mehr vor Augen rufen, das es nicht auch als Foto gibt. Stattdessen sieht er ihn im Laub liegen, und während Dusty bisher immer friedlich in einem einzigen, schrecklichen Moment gestorben war, stehen jetzt seine Augen offen, und er ruft um Hilfe. Er hat Angst. Peter schlägt sich gegen den Schädel, um ein anderes Bild herauszuschütteln. Aus den guten Zeiten. Kein Foto. Das echte Leben. Warum hat er sich solche Augenblicke nie eingeprägt?“ (S. 386)

Louise Erdrichs Thema sind die heutigen Nachfahren der First Nations, der Indianer. Da ist kein Platz für Wild-West-Romantik; sie zeigt gebrochene, entwurzelte Menschen, die einerseits ihre kulturelle Identität wieder entdecken und erhalten wollen, gleichzeitig aber auch Teil der modernen amerikanischen Gesellschaft sind oder sein wollen – oder nicht sein können. Sie wurden ihren Eltern entrissen und in Internate gesteckt. Sie sind arbeitslos, tablettensüchtig, depressiv, leben unter prekären Verhältnissen, sind geprägt vom Alltagsrassismus. Sie zerstören sich selbst oder intrigieren gegeneinander. Aber sie stehen auch auf gegen Ungerechtigkeit, Selbsthass und den scheinbar unaufhaltsamen Kreislauf von Rache und Schuld.

Das große Thema in „Ein Lied für die Geister“ ist die Liebe – in allen erdenklichen Facetten und Stufen: vom Verliebtsein bis zur Liebe über den Tod hinaus, von der Selbstaufgabe bis zur Eifersucht, von der Mutterliebe bis zum unendlichen Schmerz des Verlustes eines geliebten Menschen. Ein tödlicher Schmerz, wenn das Herz bricht, Selbstmord der einzig mögliche Ausweg erscheint – oder Mord.

Ich bin bereits fast am Ende des Romans. Zwei Familien stehen am Abgrund ihrer Gefühle. Durch einen furchtbaren Jagdunfall ist der kleine Dusty gestorben. Der unglückliche Todesschütze und seine Frau geben, einem Spruch der Ahnen folgend, ihren geliebten jüngsten Sohn LaRose an Dustys Eltern Peter und Nola. Der Junge versteht nicht, warum er jetzt zwei Mütter haben soll, aber er spürt die Verantwortung. Tatsächlich scheint ein Ausweg aus Trauer, Depression und Todessehnsucht, aus Rachewunsch und Schuldgefühl möglich. Besonders berührend sind die Szenen mit den Kindern der zwei Familien, die ihre ganz eigenen Probleme als Heranwachsende haben, vor allem die vernachlässigte Maggie und ihr neuer Bruder, der einfühlsame kleine LaRose.

Doch der Einzelgänger Romeo hat noch eine alte Rechnung offen und sieht die Chance für seine Rache. Mit einer Intrige will er die beiden Familien, die sich gerade wieder annähern, entzweien und die beiden Männer aufeinander hetzen. Ich bin gerade an der Stelle, an der er die böse Saat gesät hat … .

Der Titel des Romans deutet bereits an, dass die Geister der Ahnen und die Spiritualität der Indianer eine Rolle spielen. Der Roman gewinnt damit noch weitere Ebenen: die vorangegangenen Generationen und ihre Geschichten, die Toten mit ihrer abgeklärten Sicht auf die Lebenden und nicht zuletzt ihrem Humor.

Louise Erdrich nutzt die Erzählung über diese furchtbare Familientragödie, um uns ein Amerika zu zeigen, das in keinem Hollywood-Blogbuster vorkommt. Es sind einfache Menschen, nicht besser und nicht schlechter als jeder andere. Sie sind vor Fragen gestellt, die früher oder später uns alle treffen – hoffentlich nicht mit so einer Wucht, wie in diesem Roman. Aber Verlust, Schmerz, Verzweiflung, Tod. Kann die Liebe da trösten und mit der Zeit heilen? Oder „gewinnen“ am Ende Rache, Schuld und Tod?

Louise Erdrich gelingt ein einfühlsamer, großartiger Roman über diese universellen Themen.

Erdrich, Louise : Ein Lied für die Geister : Roman / aus dem Amerikanischen von Gesine Schröder. – 1. Auflage – Berlin : Aufbau, 2016. – 444 Seiten
Originaltitel: LaRose
Standort: Romane Erdr
    
Online-Katalog-Daten hier

hilda

Elizzy von read books and fall in love hat sich die Blogaktion ausgedacht. Der „Mittendrin Mittwoch“ besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Unter Kollegen

Vorab gesagt: Da Bilder mehr als 1000 Worte sagen, wird dieser Beitrag ein bildgewaltiger. 🙂

Wir waren mal wieder unterwegs. Und zwar ging es nach Düsseldorf zur Besichtigung des „LibraryLab“ der Zentralbibliothek.
Manch einer denkt jetzt bestimmt „Hm, was ist denn bloß ein „LibraryLab“?“ Hier für euch die Düsseldorfer Erklärung:

Bibliothek neu denken! Das LibraryLab in der Zentralbibliothek der Stadtbüchereien Düsseldorf will mit euch gemeinsam den Weg in die Zukunft gehen. Probiert digitales Equipment aus, erprobt euch in der virtuellen Welt, messt euch beim Gaming, informiert euch über digitales Leben & Lesen, diskutiert über digitale Themen.

Gefördert vom: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Warum ich die Schrift pink eingefärbt habe- ihr werdet es unten erfahren. 🙂
Das Wetter war perfekt für eine lange Zugfahrt, es regnete fast die ganze Zeit. In Düsseldorf angekommen, fiel man quasi aus dem Hauptbahnhof schon in die Zentralbibliothek- besser geht’s nicht!

Die Kolleginnen und Kollegen nahmen uns im Erdgeschoss ganz herzlich in Empfang und wir wurden gleich zum Ort des Geschehens gebracht. „Oh, das ist ja pink hier!“ haben wir synchron gedacht- auffälliger geht es kaum. Natürlich war die Farbe bewusst gewählt, an dem leuchtenden Teppich kann man gar nicht einfach so vorbei gehen. Und auch der Gedanke, das „LibraryLab“ nicht in einem Raum hinter einer Tür zu verstecken, gefiel uns sehr. Denn so kann jeder Besucher der Bibliothek sich einfach umsehen, Fragen stellen und das Equipment ganz unkompliziert testen.

Nachdem Jacken und Rucksäcke sicher verstaut waren konnte es schon los gehen- wir wollten, konnten und durften alles ausprobieren! Die VR-Brillen haben uns unter anderem zum Füttern von Zebras und Affen animiert und der 3D-Drucker druckte munter Einkaufschips und Schneeflocken. 🙂 Den Drucker darf man übrigens nur selbstständig benutzen, wenn man über 16 ist, einen gültigen Bibliotheksausweis besitzt und im Vorfeld mit den Kollegen einen „Führerschein“ dafür gemacht hat.

Zum Abschluss wurden wir von Herrn Schwering durch die Zentralbibliothek geführt. Hui, ist die groß! Und da gibt es soooo viel zu sehen…

🙂

Ein großes „Danke“ an die Kolleginnen und Kollegen aus Düsseldorf für den netten Austausch und wir würden uns sehr freuen, euch bald in unserer neuen Werkstatt begrüßen zu dürfen!

 

 

 

 

 

 

kwk

A cure for wellness

Der junge und ehrgeizige Angestellte Lockhart wird von seiner Firma beauftragt, den Vorstandsvorsitzenden Pembroke aus einem Wellness-Center in den Schweizer Alpen zurück zu holen. Dort angekommen bleibt Pembroke erst mal weiterhin verschwunden A cure for wellnessund es stellt sich schnell heraus, dass die angeblich wundervollen Behandlungen nicht ganz so wirken, wie es das Pflegepersonal beschreibt. Unfreiwillig landet Lockhart schließlich selbst in dem sogenannten Wellness-Center, in dem alle Patienten restlos glücklich zu sein scheinen und das Personal seltsam gruselig aus der Wäsche schaut.

Mir haben die Undurchsichtigkeit und der mysteriös gruselige Unterton des Films sehr gut gefallen. Es war bis zum Ende nie so ganz klar, was im Einzelnen in diesem von Außen so hübschen Wellnesshotel eigentlich vor sich geht. Von der Art her, hat der Film mich etwas an Shutter Island erinnert (den ich auch schon ziemlich großartig fand).
Für mich ein sehr gelungener Film!

Der Film steht bei uns bei den Bestsellern. Bei der Ausleihe ist die Altersfreigabe von 16 Jahren zu beachten 😉

Wir präsentieren: Unsere Werkstatt!

A Makerspace is a space where you can make – nee… DO – (creative) things. Das ist schon mal keine schlechte Formulierung. Aber geht das auch auf Deutsch bitte?

Hm … Ein Makerspace ist ein Ort, an dem jeder kreativ sein und vorhandene Geräte und Werkzeuge nutzen kann. Gleichzeitig wäre es schön, wenn Aktive anderen Interessierten zeigen und erklären, was er oder sie da gerade so treibt. Dann haben die auch einen Nutzen davon und lernen vielleicht sogar noch etwas Neues.

Das ist allerdings keine offizielle Beschreibung. Sicherlich gibt es einige ausführliche aus der Fachwelt und von Institutionen (die erspare ich euch an dieser Stelle aber) – eine richtige, einheitliche Definition gibt es nicht.
Nun hab ich Makerspace aber immer noch nicht eingedeutscht. Da ich hier keine falschen Bedeutungen verbreiten will, frage ich das Online-Wörterbuch „Leo“. „Leo“ kennt den Begriff überhaupt nicht – ob es wohl daran liegt, dass es keine einheitliche Definition gibt?
Ich für mich würde es eins zu eins „Mach-Raum“ übersetzen. Klingt aber total bescheuert, oder? Also dann vielleicht doch lieber Makerspace oder ein Begriff, der dem am nächsten kommt. Wie Hobbyecke, Bastelraum oder Kreatives Labor.

Was aber hat das alles mit uns zu tun? Viele neidische Blicke habe ich oft genug Richtung Stadtbibliothek Köln geworfen, fasziniert den Kollegen-Vorträgen aus Hamburg auf der AIBM (Tagung für alle deutschen Musikbibliotheken) gelauscht und gespannt verfolgt, was die Düsseldorfer in ihrem LibraryLab so treiben. Habe insgeheim von einem eigenen Bastelraum, Nähmaschinen und der neuesten Spielkonsole für unser wöchentliches Gaming geträumt.

Nicht erst seit heute, aber nach diversen Umbauarbeiten, langen Besprechungen, Diskussionen, Haare raufen und was alles zu solchen Planungen neben ganz viel Vorfreude noch dazu gehört, haben wir endlich unseren Makerspace-Werkstatt- Raum. Denn so heißt er ganz offiziell: Die Werkstatt. Zu finden ist sie in der Zentralbibliothek im 1. OG.
Unter dem Motto „Entdecken Entwickeln Erleben“ stehen dort rollbare Werkbänke mit Schneidbrettern bestückt. Es gibt Heißklebepistolen, Verlängerungskabel, Schraubzeugs – einfach alles was das Werkelherz begehrt. Sogar ein 3D-Drucker wartet auf Motivvorlagen und den Startschuss zum fröhlichen Vor-sich-hin-drucken. Er ist zwar nicht der schnellste, aber in der Warteschleife lassen sich andere lustige Sachen machen. Wie vielleicht die Ozobots und MBots ausprobieren. Das sind lustige kleine Robotergesellen, die für den ersten Einstieg in die Roboterbedienung und -programmierung bestens geeignet sind.

Ozobots können wunderschön leuchten und blinken und wenn ihnen eine schwarze Linie unter die Füße kommt, folgen sie der überall hin. Durch den Einbau von Farbreihenfolgen, wie zum Beispiel rot-blau-grün, kann er auch ein Tänzchen einlegen. Oder sich ganz schnell umdrehen und mit high-speed in die andere Richtung flitzen. Das ist dann aber wieder ein neuer Farbbefehl. Noch dazu kann jeder seinen Ozobot hübsch gestalten. Sei es durch einen attraktiven Helm, Hasenohren oder bunte Aufkleber. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt.
MBots müssen zuallererst zusammengebaut werden. Das allein ist schon aufregend und manchmal auch etwas fisselig. Aber es macht sehr viel Spaß. (Da entdeckt sicherlich so mancher das Kind in sich wieder). Anschließend  können sie anhand einer Software programmiert werden. Blinken kann er nicht ganz so schön wieder Ozobot (meine Ansicht), dafür hat er aber schöne Kulleraugen (auch meine Ansicht). Praktisch veranlagt wie wir Bibliotheksmenschen nun mal sind, haben wir ihm schon beigebracht wie ein Wirbelwind durch die Regale zu flitzen. Nur beim Einstellen der Bücher ist er noch keine große Hilfe. Da versteckt er sich lieber hinterm Bücherwagen. Aber das bringen wir ihm auch noch bei.

Neben der ganzen Bastelei darf auch das Spielen nicht zu kurz kommen. Und so haben auch die Liebhaber von MarioKart, Fifa und Co. ihren GamerSpace (das Wortspiel übersetze ich an dieser Stelle nicht – trotz redlicher Bemühungen klappt das leider auch nicht immer) bekommen. Noch dazu neue Konsolen, wie die Nintendo Switch oder die PS4 inklusive VR-Brillen. Da man damit ja sozusagen direkt in das Spiel eintaucht, kann einem dabei ganz schön schwindelig werden. Also nichts für so anfällige Menschen wie mich, denen schon komisch wird, wenn sie nur den Brummkreisel bei seinen Drehungen verfolgen.

Aber auch analog geht es mit unseren Freitagsrunden weiter: Wir stricken, spielen und basteln und denken uns mit Sicherheit noch viele weitere Dinge aus.

Denn Irgendwas is ja (bekanntlich) immer.

Ermöglicht hat uns das Projekt „Makerspace“ die Fachstelle des Landes NRW in Düsseldorf.  Die Förderung kommt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW. Vielen Dank dafür. 🙂

katinkasbackofen

Allgäuer Kartoffelsuppe

Wenn es draußen so richtig schön kalt ist, sind Suppen und Eintöpfe für mich einfach ein Muss. 🙂

Diese vegetarische Suppe bedarf keiner außergewöhnlichen Zutaten und ist schnell gemacht.

Zutaten für 4 Personen:

  • 600g mehligkochende Kartoffeln (ich hab vorwiegend festkochende genommen, hat auch geklappt)
  • 1 Zwiebel
  • 2 Karotten
  • 1 Stange Lauch
  • 3 EL Butter
  • 1 Knoblauchzehe
  • 3/4 l Gemüsebrühe
  • 200g Schmelzkäse mit Kräutern
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Msp. Muskatnuss
  • 1 Prise getrockneter Majoran

So wird’s gemacht:

  1. Kartoffeln schälen, waschen und in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel und die Karotten ebenfalls schälen und fein würfeln. Lauch waschen und in feine Ringe schneiden.
  2. Butter in einem Topf erhitzen und die Zwiebel darin glasig werden lassen. Kartoffeln, Karotten und Lauch hinzufügen und bei mittlerer Hitze etwa 5 Min. andünsten. Zwischendurch umrühren. Die Knoblauchzehe schälen und durch eine Presse dazudrücken.
  3. Die Brühe angießen. Einmal aufkochen lassen, dann die Hitze reduzieren und die Suppe zugedeckt etwa 15 Min. köcheln lassen.
  4. Käse in die Suppe geben und unter Rühren schmelzen lassen. die Suppe mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Majoran abschmecken.

Dazu schmeckt getoastetes Toastbrot.

Variante:

bis einschließlich 3. alles wie oben beschrieben. Dann den Backofen auf 200°C vorheizen, 2 EL vom Käse zurückbehalten und den Rest Käse in die Suppe geben. Schmelzen und würzen wie bei 4. . Dann die Suppe auf vier feuerfeste Schälchen verteilen. Vier Weißbrotscheiben goldbraun rösten, jeweils mit etwas Schmelzkäse bestreichen und jedes Schälchen mit einer Scheibe belegen. Die Schälchen in den Ofen geben und alles etwa 5 Min. überbacken.

Guten Appetit 🙂

kwk

Mittendrin Mittwoch #28

Er sieht, wie Willem erstarrt. „Nein, Jude“, sagt er. „Harold war gar nicht da. Du hast im Fieber halluziniert; es ist überhaupt nichts passiert.“
Er ist sowohl erleichtert, das zu hören, als auch erschrocken. Erleichtert zu hören, dass es nicht wahr gewesen ist; erschrocken, weil es sich so real, so echt angefühlt hat. Erschrocken darüber, was es über ihn, über seine Denkweise und Ängste aussagt, dass er selbst Harold so etwas zutraut. Wie grausam kann sein eigener Verstand sein, dass er ihn dazu zu bringen versucht, sich gegen jemanden zu wenden, zu dem er mühsam Vertrauen aufgebaut hat, jemanden, der immer nur liebenswürdig zu ihm gewesen ist?

„Ein Wenig Leben“ von Hanya Yanagihara, Seite 782

Ich bin schon nicht mehr mittendrin, sondern recht weit am Ende. Von den knapp 1000 Seiten bin ich jetzt auf Seite 782.

Und was ich festgestellt habe bisher, ist vor allem eines: das hier ist kein Buch für den Zug. Es gibt hier so viele Szenen bei denen man am liebsten im Sitz versinken würde, sich die Hände vor die Augen halten möchte, weil einfach viele schwer zu ertragende Sachen passieren oder erzählt werden.

Aber nun erst einmal zum Inhalt. Es geht in dem Buch um die vier College Freunde Jude, JB, Malcom und Willem, die später alle in New York wohnen. So schreibt es jedenfalls der Klappentext, was wie ich finde etwas irreleitend ist. Hauptsächlich geht es nämlich um Jude, der eine grauenvolle Kindheit hinter sich hat. Was genau da passiert ist, erfährt der Leser erst nach und nach. Alles auf einmal wäre auch kaum zu ertragen gewesen. Daneben geht es dann aber auch immer wieder um die anderen drei. Die Geschichte umspannt dabei viele Jahrzehnte der Leben unserer Charaktere. Gar nicht mal so wenig Leben.

Wenn ich ehrlich bin fürchte ich mich nun etwas vor dem Ende und warte auf das nächste Schreckensereignis…