111 Jahre Stadtteilbibliothek Brackwede

Wer traut sich dem Drachen die Bücher wegzunehmen?

Runder Büchertisch mit mehreren Kinderbüchern von Stefan Schwinn und einem grünen Plüschtier-Drachen, der sich um die Bücher windet
Büchertisch in der Stadtteilbibliothek Brackwede zur Lesung mit Stefan Schwinn

Ein besonderer Tag in Brackwede:

Schon am Morgen hatten wir lieben Besuch aus der Stadtbibliothek am Neumarkt. Das Geburtstagsgeschenk werden wir uns schmecken lassen. Dann ging es sehr turbulent zu. Eine Grundschulklasse kam. Blumen wurden geliefert. Herr Schwinn, der Autor, bereitete sich auf die Lesung vor. Der Fotograf ließ sich das Kamishibai erklären. Erwachsene kamen zum Deutschkurs.  Gut, dass wir viel Platz haben. Auch nach 111 Jahren Bibliotheksgeschichte ist es lebendig in unserer Stadtteilbibliothek Brackwede.

Herr Schwinn begeisterte erst eine 2. Klasse und gleich anschließend noch eine Grundschulklasse mit den Abenteuern vom kleinen Ritter Apfelmus. Die Lesung wurde mit vollem Körpereinsatz gehalten. Die Kinder schauten der Darbietung gebannt zu und heulten an den richtigen Stellen wie das Burggespenst.

Ja, und um dieses Burggespenst geht es letztlich auch in der Geschichte. Die Hässliche Hilde wurde nämlich versehentlich aus der Flasche gelassen und will nun die Burgbewohner vertreiben. Ich habe jetzt gar keine Zeit mehr weiterzuschreiben, denn der Autor erzählte nur bis zur Seite 90. Und ich bin so neugierig, ob der kleine Ritter Apfelmus mit Lotta und Vittorio Maus die Hässliche Hilde wieder einfangen kann. Vielleicht geht die Geschichte auch anders aus.

Die Bücher von Herrn Schwinn werden gerade von einem Drachen bewacht. Ich hoffe, dass er mir „Der kleine Ritter Apfelmus auf Gespensterjagd“ abgibt.

Versucht doch auch euer Glück. Seid mutig wie ein Ritter oder eine Burgherrin und nehmt dem Drachen ein Buch weg. Es lohnt sich.

Jetzt müssen wir noch 111 Blumen, etliche Lesewürmer und Lesemäuse verschenken. Ich bin gespannt wie lange die Geschenke reichen. Ihr könnt ja schauen, ob wir in den nächsten Tagen ein Geschenk für euch haben.

Rieke

Die Katalogdaten zu allen Büchern von Stefan Schwinn findet ihr hier.

Spielerisch Programmieren lernen mit dem Ozobot – ein Praktikumsprojekt

Im Rahmen meines Studiums Bibliothek und digitale Kommunikation ist ein Praxissemester vorgesehen, welches dazu dient, aus der theoretischen Welt der Hochschule hinauszuschauen, das erlernte Wissen mit dem praktischen Betrieb einer Bibliothek zu verknüpfen und viele neue Erfahrungen zu sammeln. Diese Ansätze nahm ich mir zu Herzen und entschied mich dazu, etwas weiter weg von Köln, nämlich in der Stadtbibliothek Bielefeld, mein Praxissemester zu absolvieren. Ein wichtiger Bestandteil des Praktikums ist ein selbstständig erarbeitetes Projekt. Die Entscheidung, als Praktikumsprojekt eine Veranstaltungsreihe zu planen, stand relativ früh schon fest, da ich bereits im Studium positive Erfahrungen in der Konzipierung und Durchführung von Veranstaltungen sammeln konnte. Folgend würde ich gerne etwas über die Vorbereitung und den Verlauf meines Projektes berichten:

Auf einem weißen Blatt Papier ist ein verwinkelter Weg mit unterschiedlichen Farben aufgemalt.
Blatt Papier mit einem aufgemalten Weg und einem kleinen Ozobot-Roboter; außerdem sind Stifte und Karten mit Grafiken zu sehen

Im Dezember fand die erste Phase des Projektes statt, nämlich die Ideenfindung. Für zwei Wochen durfte ich die hauptamtlich geführten Stadtteilbibliotheken von Bielefeld besuchen und einen Einblick in ihre unterschiedlichen Projekte bekommen. Da ich wusste, dass die Zielgruppe der Veranstaltung Kinder im Alter zwischen 8-11 Jahren sein würden, überlegte ich mir, was Kinder in dem Alter besonders interessieren könnte. Angesichts der Tatsache, dass wir uns in einem digitalen Zeitalter befinden und es viele interessante Themen in dem Bereich gibt, welche auch spielerisch gut vermittelbar sind, entschied ich mich dazu, eine Veranstaltungsreihe mit den Schwerpunkten Programmierung, Robotik und Gaming zu machen. So kam ich dann auch auf die Idee, mit Ozobots zu arbeiten, welche von der Bibliothek zur Verfügung gestellt wurden.

Die zweite Phase des Projektes war die Planung der Veranstaltung. Der Medienkompetenz Rahmen NRW war dabei mein Leitfaden, gleichzeitig gab er dem Konzept auch eine grobe, in Lernziele unterteilte Struktur. Daran angelehnt suchte ich mir Aufgaben mit steigendem Schwierigkeitsgrad aus, welche die jeweiligen Meilensteine erfüllten. Da die Stadtteilbibliothek Stieghorst im Gebäude der FWM Gesamtschule liegt und daran gebunden auch engen Kontakt zu den Lehrern der Schule pflegt, ergab sich die Möglichkeit, eine Kooperation zu vereinbaren. So stand dann fest, dass ich am 26.01. und 27.01.2022 meine Veranstaltungsreihe „Spielerisch Programmieren lernen mit dem Ozobot“ gemeinsam mit 10 Kindern durchführen konnte.

Ein Ozobot auf einer verwinkelten "Schatzkarten"-Linie mit verschiedenen Farb-Codes

Die dritte und letzte Phase war die Durchführung. Bevor die Kinder kamen, bereitete ich alle notwendigen Arbeitsmaterialien wie Lernkarten, Papiere, Stifte und natürlich die Ozobots vor. Beide Veranstaltungen hatten eine Dauer von 45 Minuten, was im Nachhinein betrachtet etwas knapp war, da die Kinder sehr fasziniert von den kleinen Robotern waren und daher auch gern länger damit gearbeitet hätten. Als Einstieg haben wir erstmal über Roboter im Allgemeinen gesprochen, welche Roboter die Kinder bereits kennen, wo sie eingesetzt werden und wie sie funktionieren. Am Beispiel des Ozobots wurden dann wichtige Begriffe wie kalibrieren und Codieren definiert. Die Funktionen des Ozobots sind simpel und leicht zu verstehen, mit Sensoren kann er unterschiedliche Farben erkennen und darauf reagieren. Die Farbcodes, mit denen der Ozobot gesteuert werden kann, waren auf einem Blatt vermerkt, sodass die Kinder nach kurzer Einführung anfingen, eigene Bahnen zu zeichnen und den Ozobot zu steuern. Mit Lernkarten wurde das Verständnis über die Funktion und den richtigen Einsatz der Farbcodes vertieft.

Kinder (es sind nur die Arme und Hände zu sehen) probieren Ozobots auf fertigen Lernkarten aus, vorgefertigte Karten mit den Farbcodes

Besonders spannend zu beobachten war die Aufgabe, eine eigene Schatzkarte zu erstellen und den Ozobot auf Schatzsuche zu schicken. Das kreative Arbeiten gefiel den Kindern sehr gut. Die fertigen Schatzkarten bestanden aus kniffligen Wegen mit Abzweigungen, welche nicht nur zum Schatz, sondern auch zu Sackgassen und Monstern führten. Durch passend platzierte Farbcodes wurde der Ozobot zum Schatz geleitet.

Ich hatte sehr viel Spaß bei der Planung als auch der Durchführung des Projektes, und die positive Resonanz der Kinder zeigte mir, dass auch sie Spaß an der Arbeit mit den Robotern hatten und hoffentlich für die Zukunft mitnehmen, dass Bibliotheken spannende Orte sind, wo auf unterschiedliche Weise Informationen vermittelt werden.

Selin Köroglu

Wir machen unsere Kinderbibliothek neu

2012 sind wir in den heutigen Räume der Stadtbibliothek am Neumarkt angekommen, auch mit der Kinderbibliothek. Nach 10 Jahren des Lesens, Hörens, Stöberns, Tobens und vielen tollen Veranstaltungen könnte die Kinderbibliothek einen neuen Anstrich vertragen. Das Verständnis von Bibliothek hat sich inzwischen vielleicht auch gewandelt und die Kinder und Familien wünschen sich etwas anderes, zehn Jahre sind heute eine lange Zeit …

Aber was wünscht sich unsere Zielgruppe? Wer ist denn das eigentlich, diese Zielgruppe. Na klar, die Kinder! Und sonst? Hier mussten wir uns erst einmal sortieren und hatten auch eigene Vorstellungen davon, was wir denken, was sich unsere Kund*innen wünschen. Aber entspricht das auch der Realität!? Denken wir zu „bibliothekarisch“? Wäre es nicht schön unsere Kund*innen zu beteiligen?

Da kam die nächste Herausforderung: Wie können wir Kinder in einen Gestaltungsprozess miteinbeziehen, wobei doch eine reine Befragung auf Schriftebene viel zu schwierig bzw. nicht durchführbar ist!? Daher haben wir beschlossen, in einem ersten Schritt die Familien anzusprechen, um einen ersten Kontakt aufzubauen und eine erste Idee davon zu bekommen, was für Vorstellungen vorhanden sind. Die Umsetzung erfolgte im Sommer 2021 in Form eines Online-Fragebogens mit folgender „Einleitung“:

Liebe Familien, liebe Eltern,
derzeit planen wir die Neugestaltung unserer Kinderbibliothek am Neumarkt. Dort möchten wir gemeinsam mit Ihnen und Ihren Kindern einen Raum schaffen, an dem sich Kinder und Familien wohl fühlen, einen Raum, der zum gemeinsamen Entdecken, Erleben, Spielen, Chillen und Kreativsein einlädt und der Zugehörigkeit vermittelt. Wir möchten von Ihnen, liebe Eltern, gerne wissen, welche Räume und Orte Sie und Ihre Kinder als angenehm und einladend erleben. Bitte nehmen Sie sich für die folgenden Fragen Zeit, um gemeinsam einen neuen Raum für Ihre Kinderbibliothek zu gestalten.

Mit dem erstaunlich hohen Rücklauf haben wir nicht gerechten: über 700 Menschen haben uns geantwortet! Ganz kurz und knapp zusammengefasst kam dabei heraus, dass die Kund*innen sich eine wohnliche und gemütliche Atmosphäre, mit Bezug zur Natur wünschen, was u.a. Farben und Material betrifft, hell und freundlich soll es sein, mit der Möglichkeit sich zurück zu ziehen, um zu lesen und zu kuscheln, aber auch zum Spielen.

Bild 1: Design Thinking

Das soll es nun aber nicht gewesen sein mit der Beteiligung „unserer“ Familien. Im Laufe des Jahres möchten wir einige Familien zu einem kreativen Workshop einladen, um gemeinsam den Raum konkreter zu gestalten. Hierfür werden wir die Design-Thinking Methode nutzen und wurden darin auch schon kurz eingeführt – das ist auch für uns das erste Mal (siehe Bild 1). Danach geht es in die konkrete Planungs- und Umsetzungsphase.

Wir werden Euch weiter auf dem Laufenden halten! Hier findet Ihr die detaillierten Ergebnisse der Befragung.

Und was uns noch auf dem Herzen liegt: Vielen Dank an alle, die sich beteiligt haben. Viele Antworten waren wundervoll ausführlich und erkenntnisreich!
Es gibt da noch etwas, was wir Euch nicht vorenthalten wollen: Eine unserer Fragen rief dazu auf, ein Bild oder Foto vom Lieblingsraum einzusenden. Wir haben mit einem Gutschein gelockt und viele Eindrücke erhalten. Zwei davon möchten wir hier teilen und zwar von Mia und Charlotte, herzlichen Dank an unsere jungen und kreativen Künstlerinnen:

Bild 2: Mia

Viele Bücherregale, ein Sofa, ein Sessel und ein großes Kissen. Der Himmel ein Sternenhimmel und der Eingang war ein Vorhang, der zur Seite geschoben werden kann!

Bild 3: Charlotte

Dieses Bild ihres Lieblingsortes mit gemütlichen Plätzen zum Lesen, Wohlfühlatmosphäre u.a. dank Globuslampe und tollen Spielmöglichkeiten hat Charlotte Morre (6 Jahre) gemalt.
Sie freut sich sehr auf eine „neue“ Kinderbibliothek.

Vanessa Berges

Für dieses Jahr verabschieden wir uns mit dem Blog in eine kleine Winterpause! Genauso wie unsere Stadtteilbibliotheken, die vom 24. Dezember bis zum 01. Januar geschlossen bleiben. Die Stadtbibliothek am Neumarkt bleibt am 24. und 31. Dezember ebenfalls geschlossen ist aber ansonsten wie gehabt für euch da.

Wir wünschen euch besinnliche Weihnachtstage und einen guten Start ins neue Jahr! 🙂

Es war einmal…

Diese Worte findet man oft als Einleitung für Märchen – uns dienen sie nun als Titel einer Ausstellung. Ab heute könnt ihr diese Ausstellung, in der es 111 historische Märchenbücher aus den Jahren 1800 bis 1950 zu bestaunen gibt, besuchen. Die Bücher stammen aus einer Schenkung des Bielefelders Heinrich Hartmut Stippich. Der ehemalige Schuleiter sowie Kinderbuchsammler schenkte der Stadtbibliothek Bielefeld bereits 2019 rund 13.000 Kinderbücher und erweiterte die Schenkung nun um den Märchenbuchbestand.

Die Ausstellung bereiten wir in Zusammenarbeit mit Heinrich Stippich nun schon seit Sommer 2020 vor. Eine lange Zeit, aber eigentlich sollte die Ausstellung auch schon im Dezember letzten Jahres starten, musste wegen des Lockdowns jedoch verschoben werden. Auch in diesem Jahr klappt nicht alles wie geplant, aber mittlerweile sind wir ja alle krisenerprobt: Die geplante Ausstellungseröffnung heute muss aufgrund der aktuellen Coronamaßnahmen der Stadt entfallen – aber die Ausstellung gibt es trotzdem zu sehen! In der Not geht es auch ohne feierliche Eröffnung. 🙂

Auf der Ausstellungsfläche im 1. Obergeschoss liegen die Märchenbücher in ihren Vitrinen. Da finden sich verschiedenste Ausgaben von Grimms Märchen. Zum Beispiel eine erste Ausgabe des 3. Bandes, der die wichtigsten Anmerkungen zu den Märchen enthält. Interessant ist die Ausgabe auch, weil es sich um ein unbearbeitetes Werk handelt, in welchem die gefalteten Rohbögen nach dem Druck zusammengeheftet und in einem schlichten Kartoneinband ungeschnitten erschienen und so erhalten blieben. Damals war es üblich, dann einen Buchbinder damit zu beauftragen, die Blätter zu beschneiden und sie in einem Einband nach Wahl zu binden.

Zu finden sind in unserer Ausstellung auch Ausgaben von Hans Christian Andersens Märchen. Eine Ausgabe von 1839 trägt sogar eine handschriftliche Widmung Andersens an einen Herrn Otto Warnecke aus Braunschweig. Sie trägt als Datum den 06. September 1869. Bei der Ausgabe handelt es sich um die erste Übersetzung der Andersen-Märchen aus dem Dänischen in eine andere Sprache.

Das waren nur zwei Beispiele, welche Schätze es in der Ausstellung zu entdecken gibt. Darüber hinaus gibt es vieles mehr: Märchenbücher von Ludwig Bechstein oder Wilhelm Hauff, Russische Volksmärchen, Jüdische Märchen oder auch „Auswahl norwegischer Volksmärchen und Waldgeister-Sagen“.

Alle Bücher der Ausstellung sind in unserem Katalog verzeichnet. Ihr findet sie dort unter dem Interessenkreis „Märchen Sammlung Stippich„. Aufgrund des hohen Alters sind die Bücher nicht ausleihbar, können aber zur Einsicht im Lesesaal bestellt werden.

Gezeigt wird die Ausstellung bis zum 26. Februar 2022. Einen ausführlichen Einblick in die Ausstellung erhaltet ihr in unserer zugehörigen Broschüre:

lga

Wo gibt’s denn heute noch was umsonst?

Na, bei uns, in der Stadtteilbibliothek Sennestadt!

Im Dezember laden wir sehr herzlich dazu ein, unseren Adventskalender zu plündern.

Dienstags bis samstags gibt es kleine Überraschungen und Mitmachangebote für die ganze Familie.

Neugierig geworden? Wir freuen uns auf Groß und Klein!

(Hier geht es zu den Öffnungszeiten und Infos zu den aktuellen Coronaregeln.)

Meine Sprache, deine Sprache

Meine Sprache, deine Sprache – das ist ein Projekt der Stadtbibliothek Bielefeld mit einer internationalen Klasse der Luisenschule und einer OGS Gruppe des Schulverbundes Hellingskampschule / Standort Josefschule. Es ist ein Projekt zur Lese- und Sprachförderung für Schüler und Schülerinnen, die erst kurze Zeit in Deutschland leben. Gefördert wird das Ganze vom Lions-Club Bielefeld-Ravensburg.

Mit viel Leidenschaft, Ideenreichtum und Engagement haben wir den Schülern und Schülerinnen, die bisher nur geringe Deutschkenntnisse besitzen, das Lesen näher gebracht. Auch im Jahr 2020/21 wurden, trotz Corona, Projekte umgesetzt und neue Wege gefunden, Wissen und Kultur zu vermitteln. Unsere Bibliothek spielt dabei als Ort der Begegnung eine wichtige Rolle. So können Schüler und Schülerinnen in der Gemeinschaft Hemmschwellen abbauen, ihre Sprachkenntnisse erweitern und spielerisch neue Erfahrungen machen, die ihnen zur Selbstorientierung verhelfen.
Wir freuen uns immer wieder, wenn „unsere Kinder“ auch über den wöchentlichen Klassenbesuch hinaus die Bibliothek als Lern- und Begegnungsraum nutzen.

Die einzelnen Projekte wollen wir euch heute näher vorstellen.

Lesen
Wir möchten die Leselust der Kinder wecken, sie zum Erzählen und Sprechen anregen, das alles in einer gemütlichen und sicheren Atmosphäre, in der sie sich ausprobieren und einbringen können. Dafür bieten wir verschiedenste Anlässe, zu denen wir oft auch von den Kindern selbst angeregt werden. Sie dürfen die Bibliothek als IHREN Raum zum Lernen und Stöbern kennen lernen. Hier dürfen sie ihre eigenen Sprach-Interessen finden und entwickeln. Wir begleiten sie, fordern sie manchmal heraus und unterstützen sie im Rahmen unserer Möglichkeiten.

Spaziergang
Weil wir uns noch nicht wieder in der Bibliothek treffen durften, machten wir einen gemeinsamen Ausflug in die Umgebung der Schule und der Bibliothek. Mit Hilfe von Büchern lernten wir die Baumarten kennen und sammelten ihre Herbstfrüchte. Bewegung, Spaß und gemeinsame Entdeckungsfreude an frischer Luft tun allen gut!

Ringelnatz
Im Winter ein Wintergedicht – auch wenn die Sprache des Gedichtes nicht gleich verständlich war, haben die Kinder den Witz mit dem Gips und dem Stips sofort verstanden. Wir übten zusammen das Schönschreiben und gestalteten das Rehgedicht.

Honigbienen
Yassine ist der Bienenexperte bei den Dienstagskindern. Wir vertieften das Thema mit einer Sachgeschichte als Kamishibai-Erzähltheater über das Leben der Bienen. Jeder malte seine eigene Biene und zur Erinnerung wurde der Entwurf in eine echte Stoffbiene verwandelt! Kinder sind halt genauso individuell wie Bienen! 🙂

Lebkuchenmänner
Leider untersagte uns die Corona-Hygienevorschrift das Backen und Singen in der Vorweihnachtszeit. So bastelten wir uns halt unsere eigenen Lebkuchenmänner. Dazu sammelten wir viele Winterwörter, die wir dann rappen und klatschen konnten. Stärkung gab es mit Mandarinen, die, selbst geschält, einen tollen Duft verbreiteten. So entstand doch noch eine weihnachtliche Stimmung. Und spannend war es auch, sich über Weihnachtsbräuche und -wünsche auszutauschen!

Digitales Lernen für alle
Die Luisenschule ging zwischenzeitlich ins Homeschooling, alle Projektkinder bekamen Tablets von der Schule geliehen. Damit sie sicher verwahrt sind, nähten wir Taschen aus alten Jeanshosen. Und über eine Lernplattform konnten wir auch in der Lockdown-Zeit zusammen arbeiten und auch selber dazulernen.

Post
Während des Lockdowns – was macht man denn, wenn man sich nicht sehen kann? Unsere Antwort heißt: Briefe schreiben! Also machten wir uns auf den Weg in die Hellingskampschule und erzählten, was Briefe schreiben bedeutet, wie die Post funktioniert und wozu eine Briefmarke nötig ist. Zusammen schrieben wir dann selber Briefe an liebe Menschen und lasen sie uns gegenseitig vor.

Ich bin ich
Endlich wieder in der Bibliothek! Nach dem Lockdown durften die Kinder ihr Bild von sich an unserem Kinderzimmer verewigen. Damit die Bibliothek nicht noch einmal so lange ohne sie auskommen muss. Und ob mit oder ohne Maske, wir sind, was wir sind: Die Dienstagskinder!

Wundertüte
Damit die Dienstagskinder uns nicht vergessen, schickten wir Wundertüten in die Schule mit einer Geschichte, Bastelanleitung und Material zum Thema Vogelstimmen. Passend dazu sangen wir über Whatsapp das Lied „Kommt ein Vogel geflogen“.
Mit diesem Lied wurden wir von den Kindern beim ersten Wiedersehen in der Bibliothek begrüßt!

Vogelbaum
Die Kinder haben so viel Freude am Basteln gehabt, dass sie uns beim ersten Besuch nach dem Lockdown ihre Vögel schenkten. Wir gestalteten einen Baum am Fenster des Kinderzimmers, auf dem alle bunten Vögel ihren Platz fanden. Die Kinder haben sich Botschaften überlegt, die die Vögel überbringen – für alle Kinder, die in die Bibliothek kommen.

Maker Space
Kurz vor den Sommerferien gab es ein besonderes Erlebnis: Wir machten einen Technik-Workshop und bastelten echte Lichtschwerter. Gar nicht so einfach, die richtigen Strippen zu ziehen, bis die Lampen der Lichterketten wirklich alle leuchteten. Aber DIE MACHT ist mit uns!

Lettering
Wir ließen Türschilder sprechen, die gerade für das Homeschooling und die lange Zeit Zuhause hilfreich waren. Oder einfach als lieben Gruß und herzliches Willkommen, für die Zeit, als ein Wiedersehen wieder möglich war!

Wir pflanzen…
…und wachsen wieder zusammen
Nach dem langen Winterlockdown ließen wir beim ersten Treffen in der Bibliothek neue Blumen wachsen. Vorgezogene kleine Pflanzen wurden bestimmt und eingetopft. Durch selbstgeschriebene Pflanzenstecker blieben die Namen in Erinnerung. Die Blumen wurden mit in die Schule genommen und dort beim Weiterwachsen begleitet.

Wiesenkräuter
Die gepflanzten Wiesenkräuter wuchsen in der Luisenschule weiter. Vertiefend lernten wir die Arten mit Hilfe von Büchern kennen. Beim Abzeichnen war ganz genaues Hinschauen gefragt.

Nähprojekt
In den Sommerferien kamen Schülerinnen freiwillig und nutzten das Nähangebot der Bibliothek.
Erstes Nähprojekt war ein Bücherrucksack, der auch gleich gefüllt wird!

Die Recycling Roadshow kommt nach Bielefeld

Aus alt mach neu. Getreu dem Motto werden in Bielefeld zur Zeit alte Jeans gesammelt, die in etwas neues verwandelt werden sollen: einen Bielefeld-Sweater! Organisiert wird diese Recycling Roadshow, die zur Zeit durch Europa tourt, vom Unternehmen Blue LOOP Originals. Zusammen mit der Stadt Bielefeld möchte das Unternehmen zeigen, wie Kleidung nachhaltiger produziert werden kann.

Der Bielefeld-Sweater wird aus den recycelten Jeans nachhaltig in Europa produziert – ohne Unmengen wertvollen Wassers zu verbrauchen und ohne riesigen CO2 Abdruck. Die Jeans werden in Gronau bei ALTEX zu einer Reissfaser verarbeitet, bei ESG in Belgien zu einem Garn gesponnen und in Portugal bei Sampaio und CPC zu einem individuellen Bielefeld Sweater gefertigt.

Wenn ihr auch alte abgetragene, zu klein oder zu groß gewordene oder nicht mehr reparierbare Jeans Zuhause liegen habt, könnt ihr diese bis zum 20.11.2021 bei verschiedenen Sammelstellen in Bielefeld abgeben, unter anderem auch bei uns in der Stadtbibliothek am Neumarkt. Dort findet ihr im Erdgeschoss bei den Medien aus dem Bereich Hauswirtschaft einen schwarzen Korb. Die weiteren Sammelstellen findet ihr hier. Dort wird es auch Informationen geben, wo und wann ihr die Bielefeld-Sweater kaufen könnt.

lga

Achtung Achtung, Bücherstau im Geschäftsgang

Ihr habt sicher schon einmal den Hinweis in der „Status“-Spalte im Katalog gesehen: „z.Zt. beim Lektor“. Ich kann Euch versichern, das bedeutet nicht, dass wir die Bücher erst lesen müssen (oder dürfen), bevor sie weiter eingearbeitet werden. Aber bevor die Medien fertig für die Ausleihe sind, müssen sie einen sogenannten Geschäftsgang durchlaufen. Den versuchen wir so kurz wie möglich zu halten. Doch dabei geht es nicht nur um ein einzelnes Buch, das einfach von Hand zu Hand gereicht wird und schnell mal eben inventarisiert, katalogisiert, inhaltlich erschlossen, mit den Signaturen beklebt und foliiert werden muss.

Jede Lektorin sucht Monat für Monat Medien im Rahmen ihres Etats aus, außerdem haben wir Verträge und bekommen Grundbestandstitel automatisch geliefert. Jeden Tag kommen kistenweise neue Medien. Nach der Prüfung der Lieferungen und Rechnungen müssen die Medien erst einmal katalogisiert werden. Dann bekommt jedes Exemplar den Status „z.Zt. beim Lektor“; ab jetzt seht Ihr in unserem Web-Katalog, dass wir den Titel angeschafft haben, und Ihr könnt den Geschäftsgang weiterverfolgen: „Techn. Medienbearbeitung“ oder „in Bearbeitung“ und dann endlich „Verfügbar“.

Screenshot mit Katalogdaten aus dem online-Katalog zu dem Sachbuch "Die grosse Illusion"; die Felder "Signatur" und "Status" sind markiert

Als Lektorin bin ich u.a. zuständig für die sogenannte Inhaltliche Erschließung, damit man ein Medium im Katalog auch nach inhaltlichen Gesichtspunkten finden kann. Vor allem die Sachbücher benötigen eine systematische Einordnung, denn danach werden sie im Regal sortiert, das legt also ihren genauen Standort im Regal fest. Wir nennen das „Signieren“ oder „Signatur vergeben“. Am Ende steht diese Signatur (man könnte auch Standort-Code dazu sagen) auf dem Schildchen, mit dem der Buchrücken beklebt ist; die gleiche Signatur findet Ihr im Katalog in der Spalte „Signatur“. Mit diesem Code findet Ihr somit das gewünschte Buch im Regal – und Medien mit ähnlicher Thematik direkt daneben. (Die Spalte „Standort“ zeigt übrigens das Regal oder den Bereich an; damit soll die Signatur etwas erklärt werden: z. B. das S in der Signatur Sek 4 Gross steht für den Sachbereich Tanz/Theater/Film)

Während jeder Lektor nur die Medien aus „seinem“ Sachbereich signiert, kommen alle Medien dann in die Technische Medienbearbeitung, wo sie die Signaturschilder und die Schutzfolie erhalten. Das ist aufwändiger als es klingt, denn das Titelbild und bei Romanen auch die Klappentexte müssen erst zurechtgeschnitten werden, für unterschiedliche Beilagen wie z. B. Karten, Schnittmuster, CDs, Lösungshefte müssen Taschen eingeklebt werden. AV-Medien sind noch mal schwieriger zu bearbeiten, bekommen neue Hüllen, noch mehr Aufkleber, … . Über die TMB, so nennen wir die Abteilung kurz, könnten wir einen eigenen Beitrag schreiben. Frisch beklebt und foliiert kommen die Medien von hier dann jedenfalls ausleihfertig ins Neuerwerbungs-Regal oder auf die Ausstellungsbretter in den Regalen der jeweiligen Sachgruppe. Oder in die Stadtteilbibliotheken.

Wir bestellen regelmäßig neue Medien, das sind hunderte jeden Monat. Wie gesagt, wir bemühen uns, den Geschäftsgang so kurz und fließend wie möglich zu halten. Trotzdem entsteht immer wieder etwas, das wir einen „Bücherstau“ nennen. Das geschieht vor allem, wenn besonders viele Medien gleichzeitig geliefert werden. Oder wenn wir für andere Aufgaben eingeteilt sind: so haben z.B. der Publikumsservice oder manchmal auch besondere Projekte Vorrang, dann müssen die sogenannten Hintergrundarbeiten eben ruhen – also bleiben auch neue Medien manchmal eine Weile liegen. Um einen Stau dann wieder abzuarbeiten, können wir die Medien entweder ganz nach der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeiten oder wir ziehen die Medien vor, die besonders gefragt werden.
Immer vorgezogen werden übrigens die Bestseller-Medien, die haben ohnehin einen verkürzten Geschäftsgang.

Tja, und dann gibt es noch Verzögerungen durch Krankheit und Urlaub. 😏 Klar, immer genau dann, wenn Ihr doch auf diesen einen wichtigen Titel wartet.

Ach ja, Lektor*innen und ebenso alle Bibliotheksmitarbeiter*innen lesen natürlich gerne und viel – und neue Bücher besonders gerne. Dann leihen wir aber aus, so wie Ihr. Manchmal benötigen wir die Medien – z. B. zur Vorbereitung von Veranstaltungen – tatsächlich etwas länger.

Im Online-Katalog seht Ihr den Stand des Geschäftsgangs im Feld Status. Fragt im Eilt-Fall gerne nach, aber bitte nicht bei jedem Wunschtitel. Wenn wir alle Medien gleichzeitig vorziehen, geht natürlich gar nichts schneller. Ist wie beim Stau auf der Autobahn, da lässt man auch nicht für jeden Wagen eine Gasse, sondern nur für die mit Blaulicht. 😉 Okay, der Vergleich hinkt jetzt ein wenig. Aber wenn wir auf all den Bücherwagen ein einzelnes Buch suchen, geht ja nur weitere Zeit verloren; darum machen wir das auch nur in wichtigen Einzelfällen.

Ich könnte jetzt erzählen, dass der Geschäftsgang früher sogar Monate brauchte. Vor allem durch die elektronische Datenverarbeitung und Digitalisierung konnten mehrere Arbeitsschritte zusammengefasst und vereinfacht werden. Außerdem übernehmen wir sogenannte Fremddaten, also Katalogdaten, Inhaltsangaben etc., die bereits von anderen Bibliotheken oder Datenbanken erstellt sind und die wir übernehmen dürfen.

Heute diskutieren wir aus verschiedenen Gründen über weitere Vereinfachungen, z.B.: Wo können wir die Foliierung wegfallen lassen? Das spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern letztlich auch Müll.

Aber das ist wieder ein eigenes Thema.

HilDa

Vom Puzzle der Balken zum fertigen Fachwerkhaus

Wie baut man eigentlich ein Fachwerkhaus? Das haben 13 Kinder im Rahmen der Ferienspiele des Amts Heepen erkunden können. Die 8- bis 13-Jährigen haben an drei Tagen im Juli an dem Projekt „Fachwerkbau“ teilgenommen, das vom Heeper Heimat- und Geschichtsverein (HGV) und dem Förderverein zum Erhalt der Stadtteilbibliothek Heepen angeboten wurde.

Am ersten Tag des Projekts, das in der Alten Vogtei (passenderweise selbst ein altes Fachwerkhaus) stattfand, wurde gemeinsam in der Stadtteilbibliothek und im Archiv des HGV zu Fachwerkhäusern recherchiert. Die Kinder lernten spielerisch die Grundlagen des Fachwerkbaus – und damit auch Begriffe wie Pfette und Schelle, Rähm und Strebe – kennen.

Tag zwei brachte einen Exkurs zu römischen Zahlen mit sich, da die Holzbauteile im Fachwerkhaus mit römischen Zahlen gekennzeichnet sind. Die Kinder konnten mit viel Gelächter persönliche Tischkarten aus Holz mit Namen und römisch geschriebenem Geburtsdatum anfertigen. Beim Bau kleiner Modellhäuser wurden die am vorigen Tag gelernten Begriffe verfestigt. Ein Spaziergang mit dem Suchen von Fachwerkhäusern im Heeper Ortskern und etliche Spiele rundeten den Tag ab.

Abschluss des Projekts bildete am dritten Tag der Aufbau echter Fachwerkhäuser! Na gut, Miniaturfachwerkhäuser, aber das Prinzip konnten die Kinder so auch praktisch erfahren. Die Teile für die Fachwerkhäuser wurden im Vorfeld vom Handwerksbildungszentrum in Brackwede angefertigt. Unter der Leitung der Handwerksmeister Markus Ortmann und Lukas Kassing haben einige Auszubildende des ersten Lehrjahrs in Eigenregie Häuser geplant und die Balken vorgefertigt. Dabei wurden 2,3 Festmeter heimisches Holz verbaut. Das gesamte Holz hat die Firma Holzland Brinkmann in Brake großzügig gespendet und geliefert.

Die Kinder konnten in drei Gruppen jeweils ein Haus aufbauen – durch die gute Vorbereitung an den vorherigen Tagen ging das Ruckzuck. Eins darf nach einem Hausbau natürlich nicht fehlen: das Richtfest! Und so wurden noch Richtkränze gebastelt. Beim anschließenden Fest trugen die Kinder auch einen traditionellen Richtspruch vor.

Dann war es endlich geschafft! Stolz und mit viel Applaus ging es mit Kuchen von Bäckerei Wulfhorst und Bionade zum Richtschmaus. Als Ehrengäste konnten Holm Sternbacher, Herr Skarabis und Markus Ortmann vom Handwerks-Bildungszentrum begrüßt werden.

Ganz erledigt war die Arbeit damit aber noch nicht. Die Initiatoren Adelheid Speer, Anne Krüger-Gembus, Christian Gembus und Wilhelm Speer bauten am nächsten Tag die Häuser wieder ab und lagerten sie für den nächsten Einsatz bei Schulen, Stadtteilfesten und Ferienspielen ein, um auch in Zukunft die Frage, wie man eigentlich ein Fachwerkhaus baut, anschaulich beantworten zu können.