Hörbuchtipp: Die Deutschen

Auf der Suche nach einem neuen Hörbuch bin ich in der Onleihe über den Titel Die Deutschen: vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert gestolpert. Irgendwie kam mir das Ganze seltsam bekannt vor, die Inhaltsangabe verriet auch wieso. Begleitet wird das Buch nämlich von einer 10-teiligen ZDF-Doku, die ich vor Jahren mal gesehen habe. Es gibt auch ein zweites Buch und 10 weitere Folgen der Dokumentation.

In dem Hörbuch werden nun 10 Persönlichkeiten betrachtet, die an Wendepunkten der deutschen Geschichte stehen. So etwa Otto der Große, Martin Luther oder der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II.
Ich fand es spannend zu betrachten, wie einzelne Persönlichkeiten, ob freiwillig oder unfreiwillig, zur Entstehung Deutschlands beigetragen haben. Natürlich ist es nur ein Schnelldurchlauf durch 1000 Jahre deutsche Geschichte, dafür eignet es sich aber vor allem für Neulinge auf dem Gebiet.

Das Hörbuch könnt ihr bei uns in der Onleihe ausleihen.

Die Fortsetzung Die Deutschen: von Karl dem Großen bis Rosa Luxemburg haben wir zwar nicht als Hörbuch im Bestand, dafür aber als Buch in der Geschichtsabteilung in der Bibliothek am Neumarkt.

Die Folgen der ZDF-Dokumentation finden sich frei verfügbar in der ZDF-Mediathek.

lga

Waldbaden

Es war ein einfacher Sonntagsspaziergang mit Freunden. Eine Freundin hielt es nicht auf dem geteerten Weg, ebenso wie die Kinder lief sie zwischen den Bäumen durch das Unterholz. Plötzlich blieb sie stehen, breitete die Arme aus, reckte das Gesicht nach oben und schloss die Augen dabei, sie holte tief Luft und rief glücklich: „Hach, ist das schön!“

Damals gab es den Begriff „Waldbaden“ noch nicht, aber dieses Bild habe ich sofort wieder vor Augen, wenn ich ihn heute höre. Wir mussten alle unwillkürlich lachen; aber im Stillen habe ich, haben wir wohl alle unsere Freundin ein wenig beneidet: Sie war in den Wald hineingetaucht, genoss ihn mit allen Sinnen und ließ ihrer Freude einfach freien Lauf.
Das mag jetzt nicht der Methode und den bewussten Übungen zum Waldbaden entsprechen, aber das aufmerksame und bewusste Wahrnehmen der Natur ist schon ein erster Schritt – und wirkt.

In Japan zählt Shinrin Yoku = Baden im Wald als anerkannte Stress-Management-Methode zur ganzheitlichen Gesundheitsvorsorge. Und mittlerweile hat sich auch bei uns der Begriff etabliert, die Übungen gehören zu den Naturtherapien mit stressreduzierender und immunstärkender Wirkung.

Zwei Beispieltitel zum Thema Waldbaden

 

Wer mehr über die Methode wissen möchte, wir haben natürlich Bücher zum Thema: die Katalog-Trefferliste allein zum Stichwort „Waldbaden“ hier.

 

Zwei Beispieltitel für Waldführer

Und wer einfach die Wälder der Region erwandern möchte, findet bei uns Wander- und Radwanderführer oder auch Bestimmungsbücher zu den Tieren und Pflanzen im Wald, zum Spurenlesen und Federnsammeln, Bücher zu Projekten und Erlebnisstreifzügen mit Kindern im Wald und vieles mehr.
Für Schulen und Kindergärten haben wir auch einige Medienboxen zum Thema vorbereitet.

 

Also, auch wenn jetzt die Blätter fallen und die Temperaturen sinken: Auf geht’s in den Wald, tief Luft holen, alle Sinne und Herzen öffnen und – „Hach, ist das schön!“

HilDa

 

Mittendrin Mittwoch #105

Aber vielleicht besteht, statt tiefgefroren oder geklont zu werden, ein weiterer Weg zu den Sternen darin, den Alterungsprozess zu verlangsamen oder vielleicht sogar zu stoppen.

Abschied von der Erde von Michio Kaku

Michio Kaku beschäftigt sich in seinem Buch mit Überlegungen, wie die Menschheit von der Erde Abschied nehmen und das ganze Universum besiedeln könnte. Dazu wirft er erst einmal einen Blick auf unsere nähere Nachbarschaft. Auf den Mond, der als Basis für Missionen zu unserem roten Nachbarn dienen könnte, zum Mars, zu dem Missionen der NASA geplant sind aber auch Missionen privater Unternehmer, wie Elon Musk. Um das Jahr 2050 ist vielleicht schon ein ständiger Außenposten auf dem Mars errichtet. Das können viele von uns tatsächlich noch miterleben. Aber wie sieht es in 100, 1000, oder 10.000 Jahren aus?

Das Kapitel, das ich gerade lese, beschäftigt sich mit verschiedenen Möglichkeiten, wie wir zu weit entfernten erdähnlichen Planeten gelangen könnten. Bei Reisen, die vielleicht mehrere hundert Jahre dauern, könnten Multi-Generationen-Schiffe zum Einsatz kommen, wir könnten die Astronauten in Tiefkühlschlaf versetzen oder gar die Unsterblichkeit erfinden. Vieles hört sich erst einmal wie reine Science Fiction an, umso erstaunlicher finde ich, dass zu all diesen Themen geforscht wurde und wird.

Vieles ist dabei natürlich trotzdem sehr spekulativ. Beim Lesen wird einem immer wieder bewusst gemacht, dass einige Konzepte vielleicht immer nur in der Theorie existieren werden, weil sie sich als nicht umsetzbar erweisen. Trotzdem ist es spannend darüber zu lesen, wie Roboter und künstliche Intelligenz uns bei der Besiedlung ferner Planeten helfen könnten, welche Arten von Raumschiffantrieben und -modellen schon erdacht wurden oder wie wir mit Hilfe der Stringtheorie, falls sich diese als richtig erweisen sollte, sogar das Ende unseres Universums überleben könnten.

Ich bin gespannt welche Zukunftsvisionen mich auf den letzten 150 Seiten noch erwarten. 🙂

Hier geht es zu den Katalogdaten.

lga

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Mittendrin Mittwoch #103

Shepards ruhige Stimme konnte in der Mercury-Kontrollstation laut und deutlich vernommen werden, als er sich in jeder Phase des Fluges meldete und ausführlich über die Reaktion seines Körpers auf Beschleunigung, Schwerelosigkeit und Verlangsamung sowie die Reaktion seiner Kapsel auf all diese Kräfte berichtete.

Apollo 11 : der Wettlauf zum Mond und der Erfolg einer fast unmöglichen Mission
von James Donovan

Heute vor 50 Jahren, am 24. Juli 1969, wasserte das Raumschiff Columbia, mit den Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins an Bord, im Pazifik und beendete damit die Mission, die zum ersten Mal einen Menschen auf den Mond gebracht hatte.

Zum Anlass dieses 50-jährigen Jubiläums konnte man am Wochenende teilweise rund um die Uhr Dokumentationen zum Thema im Fernsehen finden, es sind aber auch schon im Vorfeld einige interessante Bücher über die Mondlandung erschienen.

Apollo 11 von James Donovan beschreibt detailliert, wie die Amerikaner auf dem Mond landeten. Er erzählt von Wernher von Braun, vom Sputnikschock, von der Auswahl der ersten sieben Astronauten, die im Rahmen des Mercuryprogramms ins Weltall starten sollten. Dabei blickt er vor allem auf die Menschen, die beim Raumfahrtprogramm der Amerikaner mitgewirkt haben. Auf Ingenieure, Wissenschaftler, auf die Astronauten und Raketenforscher.
Immer wieder lässt er die Fortschritte der Russen einfließen, aber eher um die Reaktionen der Amerikaner darauf zu zeigen. Die russische Seite wird somit nicht eingehender beleuchtet, da es aber nun mal um die amerikanische Raumfahrt geht, finde ich das in Ordnung. (In unserem Bestand habe ich zum Beispiel dieses Buch entdeckt, das sich mit Moskaus Mondprogramm beschäftigt. Das wäre bestimmt interessant, dieses oder ein ähnliches Buch im Anschluss zu lesen.)
Die Geschichte der Mondlandung ist eine spannende Geschichte, in der es von dramatischen Ereignissen wimmelt. Dazu spart sich der Autor jegliches Fachchinesisch, sodass man richtig in die „Geschichte“ eintauchen kann.

Sobald ich das Buch durchgelesen habe (was vermutlich sehr schnell gehen wird) findet ihr es wieder im Regal unter Wko 5 (in der Gruppe stehen auch noch viele weitere Bücher zum Thema Raumfahrt) oder auch in der Onleihe als eBook.

lga

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Mittendrin Mittwoch #102

„Abenteurer oder Stubenhocker? Bis ans Ende der Welt fliegen oder auf seinem Zweig bleiben? Jeder Vogel muss eine Antwort auf diese Frage finden. Und alle haben sie unterschiedliche Meinungen …“

(Aus dem Kindersachbuch: Vögel auf Weltreise. Alles über Zugvögel
von Fleur Daugey und Sandrine Thommen; S.12)

Wissenschaftlichen Themen, von denen ich absolut keine Ahnung habe, nähere ich mich gerne auch erstmal an, indem ich schaue, ob es zu der Thematik nicht vielleicht auch ein Jugend- oder Kindersachbuch gibt. Dort wird man nicht gleich von unzähligen Fremdwörtern bzw. Fachbegriffen erschlagen und meistens wird keinerlei Vorwissen vorausgesetzt.

Da die Vogelwelt ein Hobby von mir ist und ich nicht unbedingt bei null anfangen müsste, hat mich bei diesem Kinderbuch allerdings das Cover „gekriegt“. Eine wunderschöne Illustration von heimischen Vögeln wie der Stockente und der Rauchschwalbe, aber auch uns unbekannten Arten wie dem Indigofinken und dem Rubinkehlkolibri.

Machen wir uns nichts vor – bei Büchern kommt es durchaus auch auf das Äußere an. Zumindest auf den ersten Blick.

Diese großartige Bebilderung wird auf allen 53 Seiten fortgeführt und umrandet die seitenweise aufbereiteten Themenkapitel.

Es beginnt damit, wie die Menschen sich den Vogelzug vor dessen Erforschung vorgestellt haben. Im Winterschlaf auf dem Mond oder am Boden der Seen zum Beispiel – wirklich skurril.

Beim Durchblättern sah ich, dass noch Themen wie die Vogelberingung oder der Klimawandel und seine Auswirkungen auf den Vogelzug behandelt werden. Ich bin gespannt, ob ich nicht doch 2-3 neue Dinge lerne.

Auf einen kleinen Fehler bin ich bislang gestoßen (Kranich und Graureiher sehen sich zwar schon recht ähnlich, sind aber vor allem in Bezug auf die Körpergröße enorm unterschiedlich), aber ansonsten finde ich das Buch sehr gelungen, um Groß und Klein das Wunder des Vogelzuges zu erklären. Mit dieser Meinung bin ich wohl nicht alleine, da es mit einem Preis als „Bestes naturkundliches Jugendbuch des Jahres 2015“ (in Frankreich) ausgezeichnet worden ist.

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Katalogdaten zu Buch und Hörbuch hier

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Literarische Reiseberichte #2: Neuerwerbungen

Ich habe versprochen, dass hier die neuen Reiseerzählungen kurz vorgestellt werden, also gibt es heute den Teil 2 über Literarische Reiseberichte (Teil 1 hier) in der Stadtteilbibliothek; der Schwerpunkt liegt diesmal bei einzelnen Titeln und Empfehlungen. Die Titel sind wirklich ganz frisch, das heißt, ich schreibe, noch während die Bücher für die Ausleihe eingearbeitet werden. Den aktuellen Stand könnt Ihr im Katalog sehen. Bitte bedenkt, dass die hier vorgestellten Bücher nicht die einzigen Medien sind, die sich zurzeit in der Technischen Medienbearbeitung stapeln – bei weitem nicht.

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Baedeker’s Handbuch für Schnellreisende

Ach, reist einfach mit! Geht auch ganz bequem im Lesesessel, auf Balkonien, bei Wind und Wetter oder mal eben am Wochenende: Einmal um die Welt und zurück, bitte sehr.

Zu Beginn keine Erzählung, sondern ein Rückblick auf die Anfänge des Tourismus:

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Rückseite von „Baedekers Handbuch für Schnellreisende“

Der Baedeker ist seit nunmehr fast 200 Jahren Markenname für Reiseführer. In „Baedeker’s Handbuch für Schnellreisende“ versammeln Christian Koch und seine Mitautoren Fundstücke aus den ersten Hundert Jahren des Klassikers. Das hat natürlich heute keinen praktischen Wert für die individuelle Reiseplanung, ist aber ein unterhaltsamer Exkurs in die historische Reiseliteratur und bietet eine Mischung aus skurrilen Anekdoten, exzentrischen Empfehlungen und herrlich veralteten Besichtigungen noch heute beliebter Reiseziele.

„Vogelfrei“ von Noah Strycker

Vogelfrei“ von Noah Strycker könnte auch in der Sachgruppe Naturwissenschaften stehen; der Autor ist ein Birder, ein Vogelbeobachter. Das ganze Jahr 2015 nutzte er zu einer Weltreise, auf der er über 6000 Vogelarten sichtete. Sein Big Year – und ein Weltrekord (im Anhang sind tatsächlich alle Sichtungen aufgezählt). Seine Reise ist geprägt von dieser Leidenschaft für Vögel und die Natur, aber auch von Abenteuer und beeindruckenden Menschen und Begegnungen.

 

„Allein zwischen Fjorden“ von Angelika Wilke und „Mein Sohn und der Berg“ von Torbjorn Ekelund

In diesem Jahr ist Norwegen das Gastland der Frankfurter Buchmesse im Oktober. Hier zwei sehr unterschiedliche Reiseerzählungen aus diesem faszinierenden Land: Die freie Journalistin Angelika Wilke erfüllte sich einen Traum und radelte „Allein zwischen Fjorden„.
Auch Torbjorn Ekelund ist Journalist, bekannt wurde er schon mit seinen Naturbeobachtungen „Im Wald„. In „Mein Sohn und der Berg“ erzählt er über eine Expedition durch Norwegens Naturschönheit mit seinem siebenjährigen Sohn. Sie folgen dabei den Spuren eines kleinen Jungen, der 122 Jahre zuvor in der Wildnis verschwunden war. Eine berührende Erzählung über die Unerbittlichkeit der Natur und über eine schöne Vater-Sohn-Erfahrung.

„I’ll push you“ von Patrick Gray und Justin Skeesuck

Das Wandern über den Jakobsweg in Nordspanien ist ja nach Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“ wieder sehr populär geworden, auch unabhängig vom religiösen Pilgerziel. Für Justin Skeesuck ist die Pilgertour ein Traum, bis sein bester Freund spontan zusagt: „I’ll push you“ – fast 800 Kilometer mit einem Rollstuhl. Beide Freunde erzählen abwechselnd von diesem gemeinsamen Abenteuer, das sie an die Grenzen ihrer Kräfte brachte.

 

Reisen mit einem Kleintransporter erscheint da schon etwas komfortabler.

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„Roadtrip mit Emma“ von Christina Klein

 

 

Christina Klein nennt den alten, umgebauten Van „Emma“ und entflieht zusammen mit ihrem Freund Paul dem Alltag, um ihre Großmutter in einem kleinen Dorf in Sibirien zu besuchen. Natürlich nicht auf dem kürzesten Weg – der „Roadtrip mit Emma“ führt durch halb Europa und Asien.

 

 

„Immer links der Atlantik“ von Marcus Haid

Marcus Haid und seine Familie fahren in einem VW T2 „Bulli“, Baujahr 1979, mit nur 50 PS und 80 km/h – vier Monate entschleunigtes Reisen von der Südspitze Spaniens bis zum Nordkap: „Immer links der Atlantik„. Marcus Haid ist Fotograf; das Buch enthält aber nicht nur viele schöne Fotos und einen detaillierten Reisebericht, sondern auch viele praktische Tipps und historisches Hintergrundwissen zu den einzelnen Regionen, schön illustriert von Dieter Braun.

Lust auf mehr?
Fortsetzung folgt: Die Reise geht weiter!

HilDa

Mittendrin Mittwoch #99

In Indien leben fast 1,3 Milliarden Menschen, in Pakistan sind es nur 182 Millionen. Verarmt, instabil und zersplittert, scheint sich Pakistan nur über den Gegensatz zu Indien zu definieren, während Indien sich, trotz dieser Obsession, auf vielerlei Weise definiert, zum Beispiel als aufstrebende Weltmacht mit einer wachsenden Wirtschaft und einer größer werdenden Mittelschicht.

Die Macht der Geographie von Tim Marshall

In zehn Kapiteln widmet sich der Autor zehn verschiedenen Regionen der Welt und erklärt, wie die Geographie die Weltpolitik beeinflusst.
Er zeigt auf, wie Gebirge als natürliche Grenzen fungieren, wie zum Beispiel der Himalaya zwischen Indien und China, oder wie navigierbare Flüsse Länder erfolgreich machen beziehungsweise unnavigierbare Flüsse Verbindungen von Regionen und Handel erschweren. Dabei konzentriert Tim Marshall sich aber nicht ausschließlich auf die Geographie, sondern beschreibt im allgemeinen die wesentlichen Zusammenhänge, die hinter zahlreichen heutigen Konflikten in der Welt stehen.
Ich finde das Buch bisher sehr interessant, nur die Karten waren mir manchmal etwas zu klein. Dafür habe ich mal wieder meinen Diercke Weltatlas aus Schulzeiten herausgekramt, das war für eine bessere Übersicht recht hilfreich zwischendurch auch da hinein mal einen Blick zu werfen.

Das Buch könnt ihr bei uns als eBook oder vor Ort ausleihen (und den Atlas findet ihr bei uns natürlich auch 🙂 ).

lga

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Mittendrin Mittwoch #98

In Bezug auf meine deutsche Staatsangehörigkeit musste ich jetzt ähnlich denken. Ich konnte sie nicht mehr so einfach wieder loswerden, auch wenn, sagen wir, der Brexit vielleicht doch nicht stattfinden sollte – was ich trotz allem immer noch sehr hoffe.

Exit Brexit : wie ich Deutsche wurde von Kate Connolly, Seite 284

Als ich damals davon erfahren habe, dass die Briten tatsächlich dafür gestimmt haben die EU zu verlassen, war ich einigermaßen schockiert und irritiert über diese Entscheidung. Kate Connolly beschreibt in ihrem Buch immer wieder, dass das eine ziemlich verbreitete Reaktion der ihr bekannten Deutschen war, die ihr auch immer wieder die eine Frage stellten: Warum wollen denn die Briten die EU verlassen?

Ich habe mich damals sehr für dieses Thema interessiert und das Ganze in den Medien verfolgt, vor allem, weil ich im Rahmen meiner Ausbildung ein paar Wochen nach dem Referendum ein Praktikum in der Bibliothek des Goethe Instituts in London gemacht habe. Der Brexit war auch bei den Kollegen dort ständiges Gesprächsthema. Viele der deutschen Kollegen machten sich Sorgen, ob es für sie in der Zukunft noch so einfach sein würde im Vereinigten Königreich zu leben und zu arbeiten, und auch die britischen Kollegen äußerten sich eher weniger begeistert vom Ergebnis des Referendums und fragten sich, was der Austritt aus der EU für Auswirkungen auf ihr Land haben könnte. Dennoch sind alle das Thema mit einer gewissen Gelassenheit und viel Humor angegangen.

Drei Jahre ist das mit dem Referendum nun her, und ich muss zugeben, dass mich das Thema Brexit zunehmend ermüdet hat, da gefühlt nichts vorangeht.
Vor kurzen bin ich dann auf das Buch Exit Brexit aufmerksam geworden. Die in England geborene Journalistin Kate Connolly lebt schon seit einigen Jahren in Deutschland und berichtet unter anderem für den britischen Guardian. In ihrem Buch erzählt sie von ihrer Entscheidung, nach dem Referendum die deutsche Staatsbürgerschaft zu beantragen, wie der Brexit sie und ihre Familie im Vereinigten Königreich spaltet und von vielen Begegnungen mit anderen Briten, die ebenfalls im EU-Ausland leben und arbeiten. Das macht das Buch einerseits zu einem sehr persönlichen Bericht über den Brexit, andererseits legt Connolly aber auch die vielfältigen Gründe dar, die zum Brexit führten, und die verschiedenen Ereignisse vor und nach dem Referendum.

Das letzte Kapitel in Connollys Buch fehlt mir noch, die paar Seiten kann ich aber bestimmt heute Abend im Zug noch schaffen. 🙂

Das Buch könnt ihr bei uns vor Ort oder als eBook ausleihen.

Zum Thema Brexit gibt es übrigens mittlerweile noch sehr viel mehr Literatur. Wer andere Bücher zum Thema sucht, hier der Link zu unserem Katalog.

lga

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Literarische Reisebeschreibungen

„Wenn Jemand eine Reise thut, // So kann er was erzählen“ (Matthias Claudius) – Das wird ja manchmal missverstanden als „… dann muss er viel erzählen!“

Ausschnittfoto: alter Koffer mit Aufklebern (u.a. „Stadtbibliothek“)

Den alten Koffer habe ich mir aus der Kinderbibliothek ausgeliehen

Da habe ich gleich zwei Assoziationen. Einmal eine Kindheitserinnerung: Gleich am ersten Schultag nach den Großen Ferien wussten wir, das Thema „Mein schönstes Ferienerlebnis“ – als Hausaufgabe oder gar als Klassenarbeit – würde uns nicht erspart bleiben. Das konnte uns im Nachhinein schon wieder die Ferien verleiden.
Oder wer kennt nicht den Familienbesuch bei diesem Onkel, der schon den Dia-Projektor aufgebaut hatte und schöne Bilder von der Tour mit dem alten Camping-Bulli durch Skandinavien zeigte? Endlose zweieinhalb Stunden lang!

Heute blüht uns das natürlich immer und überall: beim harmlosen Small Talk werden plötzlich die Fotos gezückt  – die hat man ja jetzt praktischerweise in der Hosentasche, sprich auf dem Smartphone immer dabei:

Dieses eine Bild muss ich Dir zeigen – wo ist es denn – *wischwisch* – hach, wir haben natürlich Hunderte Fotos gemacht, hihi – *wischwisch* – hier, da waren wir auch, Postkartenmotiv, das fotografiert ja jeder – *wischwisch* – und hier, lustig nicht – *wischwisch* – ach diese Sonnenuntergänge, jeden Abend so schön: hier und hier und hier …– *wischwisch* – aber was wollte ich dir noch mal zeigen – *wischwisch*

Ich muss leider sagen, so manche Reiseerzählung, die zwischen zwei Buchdeckeln gedruckt wird, ist nicht besser als das: eine Auswahl mehr oder weniger guter Amateurfotos und ein Text wie aus einem Schulaufsatz. Ich will jetzt nicht behaupten, dass wir bei unserer Auswahl für die Bibliothek niemals Fehlkäufe dieser Art dazwischen hätten. Und natürlich kann auch in einem Selbstverlag mal eine originelle Entdeckung zu finden sein.

aufgeklappter Koffer voller Reisebücher

Der Koffer ist gepackt: eine Auswahl Reiseberichte

Der Markt jedenfalls ist riesig. Wir könnten locker unseren gesamten Medienetat für das Sachgebiet Geografie nur für Reiseberichte und -erzählungen verbraten. Was wir aber nicht machen; unser Schwerpunkt liegt mehr bei den sachbezogenen Reiseführern, weniger bei den persönlichen Erlebnisberichten. Aber eine Auswahl schaffen wir in jedem Jahr an, denn literarische Reisebeschreibungen sind ein beliebtes Genre.

 

Beliebt war das Thema Reisen wohl schon an den Lagerfeuern der Steinzeit: Geschichten über das Gesehene und Erlebte jenseits des Horizonts wurden ausgeschmückt, über mehrere Generationen weitererzählt und schließlich zu Mythen, Legenden, Märchen, zuletzt vielleicht sogar von einem Dichter als Epos niedergeschrieben und verewigt. Das berühmteste Beispiel aus der Antike ist natürlich Homers Odyssee.

Das Motiv der Heldenreise ist ein Grundmuster in fiktionalen Erzählungen oder auch in Hollywoodfilmen: Der ungestüme Held zieht hinaus in die Welt, er muss fliehen oder wird mit einer Aufgabe fortgeschickt; er sieht wundersame Dinge, muss phantastische Abenteuer bestehen, gewinnt ungewöhnliche Freunde, muss sagenhafte Feinde besiegen; er besteht Prüfungen, löst Rätsel und erhält Zauberdinge; doch am Ende kehrt er in seine Heimat zurück – mit der rettenden Erkenntnis oder dem gesuchten Zaubergegenstand, aber vor allem klüger und verantwortungsvoller, ja erwachsener, denn die Heldenreise ist eben auch eine Reise zu sich selbst, eine Entwicklungsgeschichte, eine Initiation.

Ich habe jetzt sehr weit ausgeholt. Aber die Motive sind bis heute die gleichen geblieben, und man findet sie auch in nicht-fiktionalen Texten wie z.B. im Aufbau einiger Reisereportagen.

Als Leser erwarten wir von einer guten Reiseerzählung:

  • Exotik
  • Abenteuer und Anekdoten
  • nicht zuletzt Persönliches über den Erzählenden: wir wollen wissen, was die Reise mit ihm oder mit ihr gemacht hat.

Exotische Orte sind für uns heute nicht mehr unerreichbar, sie sind vom Pauschaltourismus erschlossen und in den Medien erklärt, sei es im Reiseführer, Bildband oder im dokumentarischen Film.
Exotisch kann aber auch die Art des Reisens sein:
Reisebücher aufgereiht auf einen alten Koffer

Das sind nur einige Beispiele.

Abenteuer und Anekdoten kann man durchaus auch im Weserbergland erleben. Es geht da weniger um Ort und Ziel der Reise, sondern um Originalität und vor allem das Wie des Erzählens. Wenn der in die Jahre gekommene Schriftsteller Bill Bryson so umwerfend komisch von seiner Wanderung zusammen mit seinem, nun sagen wir, auch nicht sehr sportlichen Freund erzählt, spielen weniger der Appalachian Trail oder die titelgebenden Bären die Hauptrolle (Picknick mit Bären, übrigens auch hinreißend verfilmt).

Reiseerzählung vor einem alten Koffer

Frühstück mit Kängurus / von Bill Bryson

Bill Bryson könnte, glaube ich, über jeden beliebigen Gegenstand humorvoll, selbstironisch und geistreich berichten.

Ähnlich gelang es Hape Kerkeling, das Pilgern und die historischen Pilgerrouten losgelöst vom religiösen Kontext wieder populär zu machen. Natürlich durch seine Komik, klar: Der berühmte Comedian machte aus dem Thema einen deutschen Mega-Bestseller, gedruckt und verfilmt; und auf dem Jakobsweg stieg in den Jahren nach der Veröffentlichung von „Ich bin dann mal weg“ die Zahl der deutschen Touristen auffällig an (der „Kerkeling-Effekt“). Der Autor gibt allerdings auch viel von sich selber preis, wie er in einer Schaffenskrise aufbricht zu einer ungewöhnlichen Reise und als veränderter Mensch heimkehrt. Und uns alle lässt er daran teilhaben.

Reisebuch vor altem Koffer

„Die Welt im Notizbuch“ von Ryszard Kapuscinski

Bei einer Reisereportage und einem Reisebericht erwarten wir, dass die Autorin / der Autor tatsächliche Begebenheiten schildert und wahre Erlebnisse erzählt. Aber nicht nur Karl May hat seine „Reiseerzählungen“ schlicht erfunden. In Polen wurde Ryszard Kapuściński als Journalist des Jahrhunderts ausgezeichnet; doch wenige Jahre nach seinem Tod wurden Zweifel am Wahrheitsgehalt einiger seiner Reportagen laut. Er habe fabuliert und die Fakten seinem erzählerischen Ziel untergeordnet, schrieb sein Biograf Domosławski. Aber auch wenn man diese Reportagen jetzt etwas zwiespältiger liest, gut geschriebene Literatur ist es allemal.

Ob am Lagerfeuer, in gedruckter Form, verfilmt oder im Blog – so viel hat sich nicht in diesem Genre geändert. Fakt und Fiktion fließen gerne mal durcheinander, sei es um der Dramaturgie des Textes willen oder um an der eigenen Legende zu stricken.

Das setzt mich als Bibliothekarin dann vor das Problem, dass ich nicht immer weiß, wohin ich das Buch stellen soll:

  • Reisebuch vor altem Koffer

    „Post aus Hawaii“ von Mark Twain

    Mark Twains vergnügliche Reiseberichte (z. B. „Post aus Hawaii„) aus dem Ende des 19. Jahrhunderts vielleicht besser nicht zur Geografie, sondern neben seine anderen Erzählungen und Romane? Oder zu seinen autobiografischen Schriften in die Literaturwissenschaft?

  • Hape Kerkelings Buch zu den Schauspieler-Biografien?

Geht es in einem Reisebericht um das Reisen an sich oder steht die Beschreibung einer Region,  der dortigen Sitten und der Bewohner im Vordergrund? Wo findet das Werk am ehesten seine Leser*innen?

Wenn Ihr in der Bibliothek ganz allgemein nach Reiseberichten fragt, findet Ihr diese nicht alle an einer Stelle versammelt. Die literarische Reisebeschreibung ist nun mal kein eindeutiges Genre und passt schlecht in unsere eindimensionale Aufstellungssystematik.

Nur kurz erwähnen möchte ich noch die wissenschaftliche Reisebeschreibung: die Berichte und Tagebücher zu den großen Forschungs- und Entdeckungsreisen der Geschichte. In diesem Jahr ist da besonders Alexander von Humboldt und sein Werk zu nennen.

Wir wollen Land und Leute erleben, wie wir sie selbst wohl nie mit eigenen Augen wahrnehmen und schon gar nicht in Worte fassen könnten. Wir wollen beim Lesen unterhalten werden, vielleicht mitlachen, vielleicht mitleiden – und schön bequem die Füße dabei hochlegen können. Wir wollen mehr über die Persönlichkeit des Autors oder der Autorin erfahren und durch die  Erfahrungen des anderen auch selbst ein wenig klüger und verantwortungsvoller, ja erwachsener werden. Denn Lesen und das Eintauchen in die Gedanken und Erkenntnisse eines anderen kann eben auch eine Reise zu sich selbst sein, eine Entwicklungsgeschichte, eine Heldenreise im Lesesessel.

Einige wenige Beispiele und Empfehlungen habe ich in diesen Text einfließen lassen. Mit den Hashtags #Reisebericht und #LesezeichenDerWoche geben wir einzelne Tipps auf Twitter. Und auch hier im Blog werden wir auf das Thema sicher zurückkommen: Wir haben gerade erst neue Reiseerzählungen bestellt.

Alter Koffer auf einem Rollwagen in einem leeren FlurDer nächste Koffer kann also demnächst gepackt und vorgeführt werden.

 

HilDa

 

(Für das Blog überarbeiteter Vortrag)

Bart Somers und Peter Zudeick

Bart Somers „Zusammen leben“ am 7.3. und Peter Zudeick „Heimat. Volk. Vaterland“ am 11.3.

Plakat zu den Veranstaltungen in der Stadtbibliothek bei den Aktionstagen gegen Rassismus 2019

Am 7. März kam Bart Somers, der Bürgermeister der belgischen Stadt Mechelen, auf unsere Literaturbühne. 2016 wurde er von der City Mayors Foundation zum „besten Bürgermeister der Welt“ ausgezeichnet; vor allem für sein erfolgreiches Integrationskonzept ist er berühmt und gefragt. Das ist auch das Thema seines Buches „Zusammen leben. Meine Rezepte gegen Kriminalität und Terror“ (Originaltitel: Samen leven. Een hoopvolle strategie tegen IS), in dem er sehr anschaulich und mit vielen Beispielen über seine Ideen und die Umsetzung in seiner Gemeinde erzählt.

Lesung und Podiumsgespräch mit Thomas Wolff (Vorleser des deutschen Textes), Bart Somers, Brenda Kreis (Übersetzerin) und Hidayet Tuncer (Moderator) (v.l.n.r)

Die gut zweistündige Lesung und Podiumsdiskussion begann Bart Somers mit einem sehr persönlichen Einstieg: Sein Onkel, der Lieblingsbruder seines Vaters, wurde 1944 in Paderborn beerdigt, er hatte für die Deutschen als Soldat gekämpft, aus Überzeugung als flämischer Patriot. Ein Jahr später verbrachten die Familienangehörigen einige Monate im Exil in Paderborn, weil sie fürchteten, in Belgien als Kollaborateure verurteilt zu werden. Das Bewusstsein über Radikalisierung und Kollaboration in seiner eigenen gutbürgerlichen Familie wurde Jahrzehnte später zur Motivation für das politische Engagement des 1964 geborenen Bart Somers.

Bart Somers liest in der Stadtbibliothek

In seinem Vortrag erklärte er, was für ihn gelebte Diversität bedeutet, warum er die Glaubwürdigkeit des Rechtsstaates und die Einhaltung, notfalls auch Durchsetzung von Regeln, die für alle gleichermaßen gelten müssen, für eine Grundvoraussetzung hält: Ungerechtigkeit und Diskriminierung zerstören das Vertrauen. Wichtig sei der Kampf gegen Kriminalität, für Sauberkeit in den Stadtteilen und für eine Kultur der Bürgerschaft, an der sich alle Gruppen beteiligen können und sollen; alle sollen angesprochen werden, sollen gehört werden, aber auch selber zuhören. Freiheit sei nicht nur Anspruch, sondern auch Verantwortung. Wenn sich der Einzelne, egal welcher Gruppe er angehöre, als individueller Bürger und nicht als Klischee angenommen fühle, könne die Entmenschlichung durch die Radikalisierer und populistischen Verführer aufgebrochen werden.

Im Buch beschreibt der Autor viele Beispiele und persönlichen Erfahrungen. Seine Sprache ist verständlich und klar, ein gut lesbares politisches Buch. Doch noch mitreißender ist es, den charismatischen Bürgermeister selbst zu hören. Das Publikum wirkte an diesem Abend sehr konzentriert und nachdenklich.

Peter Zudeick kannte ich bisher vor allem durch seinen Satirischen Wochenrückblick, der mir – beim Autofahren gehört – schon so manchen fragenden Blick von Passanten an roten Ampeln eingebracht hat, weil ich lauthals lachend am Steuer sitze; und so manches Mal bleibt das Lachen auch im Halse stecken bei seiner politischen Satire – vielleicht auch nicht gut während einer Autofahrt. Aber ich schweife ab.

Heimat.Volk.Vaterland / von Peter Zudeick

 

Der Journalist Peter Zudeick kam am 11. März zu uns mit seinem Buch „Heimat. Volk. Vaterland : eine Kampfansage an Rechts“.

 

 

In ihrer Begrüßung erinnerte Angelika Teller an Victor Klemperer und sein wichtiges Werk „LTI : Notizbuch eines Philologen„, in dem der Sprach- und Literaturwissenschaftler bereits 1947 die Sprache des Nationalsozialismus und ihre Wirkungsmacht analysierte.

Peter Zudeick auf der Literaturbühne

Peter Zudeick möchte wenigstens einige Begriffe wieder aus dem Propaganda-Feld der Nazis zurückholen. Ganz im Sinne des Philosophen Ernst Bloch hinterfragt er „Heimat“, „Vaterland“ und „Volk“ nach ihrer ursprünglichen Bedeutung und versucht, diese Begriffe von ideologischer Vereinnahmung und Verkitschung zu lösen. Denn sie gehören zur emotionalen Grundausstattung vieler Menschen und: „Wir dürfen ihnen [den Rechten] nicht das Begriffs-Arsenal überlassen, mit denen das ‚Volk‘ für dumm verkauft werden soll.“ (Vorwort, Seite 15)

Unsere Kollegin Angelika Teller, die die beiden Veranstaltungen im Rahmen der Bielefelder Aktionswochen gegen Rassismus vorbereitet hatte, war selbst überrascht, wie gut beide doch eigentlich so unterschiedlichen Lesungen inhaltlich zusammenpassten und sich ergänzten.

Wer nicht zu den Veranstaltungen kommen konnte, kann aber natürlich noch nachlesen: die Katalogdaten zu den beiden Werken:

HilDa