Perspektivenwechsel

Der Blog war gerade am Start, da erhielten wir folgende Nachricht:

Liebe Blog-Redaktion!

Ich habe gehört, dass Ihr noch Texte für das neugestartete Blog braucht. Ich habe mich entschlossen, mit einem kleinen Text beizutragen. Da ich tagsüber arbeiten muss, schreibe ich meine Beiträge in der Nacht. Und ihr werdet die Beiträge auf diese Art bekommen (in Papierform, Anm. d. Red.). Sollte ich sehen, dass mein Text veröffentlicht wird, bin ich gewillt, mir noch eine E-Mail Adresse einzurichten.

Ich wünsche viel Spaß mit dem neuen Blog!

Ihr

Herr Ventilator
Info, 1 OG

Und er schrieb:

Hallo,

Mein Name ist Ventilator Lüfter von Windmaschine. Ihr könnt mich aber nur Ventilator nennen, also bitte Herr Ventilator. Ich arbeite in der Stadtbibliothek Bielefeld, vier Monate schon. Und arbeite intensiv, jeden Tag, und nicht nur ab 11 Uhr, wie einige (Naja, wir öffnen um elf aber sind trotzdem früher da, irgendjemand stellt dich ja an! Anm. d. Red.). Ach ja, ich habe vergessen zu schreiben, was ich so mache: also ich bin ein Bibliotheksventilator, das heißt – ich bin für die Kühlung von Bibliotheksräumen verantwortlich. Mein Name kommt aus dem Lateinischen. Ich bin meistens im 1. Obergeschoss eingesetzt, zum Lüften, also. Und ich lüfte, den ganzen Tag. Keiner kümmert sich darum, dass ich auch eine Pause brauche, keiner kommt um mich abzulösen. Naja. Ich bin auch nicht traurig, ich arbeite ja gern. Häufig bin ich der einzige, der da arbeitet, aber das ist eine andere Geschichte (Meinst Du das ernst? Anm. d. Red.). Mich hat auch keiner so richtig vorgestellt. Ein Herr hat mich am Schreibtisch abgesetzt und ist sofort wieder weggegangen. Zuerst arbeitete ich mit einem Kollegen. Er war etwas klein, hatte kein so schönes langes Bein wie ich. Dafür eine etwas bessere Perspektive von unten. Je, nachdem wer sich da gerade so bewegte, und was der (oder die!) so anhatte (Ganz ehrlich? – Daran merkt man, dass Du männlich bist. Anm. d. Red.). Ja ja, die Geschichte mit Marilyn Monroe, hat mein Kollege super gemacht. Warum er versetzt wurde, weiß ich nicht so richtig. Wahrscheinlich war woanders mehr Bedarf. Ah, die Marilyn, die könnte ja bald ihr 90. Jubiläum feiern, wenn sie nicht so viel geraucht hätte. Frische Luft, also Lüftung, das ist wichtig. Und ICH bin sehr wichtig! Stellt euch vor, liebe Kollegen und Kolleginnen, ich wäre gar nicht da? Schön, was? Aber ich bin ja da! Und kriege vieles mit! (Klar, Du stehst ja den ganzen Tag da unten bei uns! Anm. d. Red.). Ihr werdet Euch noch wundern, wieviel ich so mitbekomme. Auch dass die Bibliothek jetzt bald 111 Jahre alt wird, weiß ich schon. Na, dann dachte ich mir, ich stelle mich auch mal vor. Es darf doch jeder mitmachen, oder? (Ja! Anm. d. Red.)
Jetzt werde ich mich aber verabschieden, denn ICH muss ja arbeiten! Bis zum nächsten Mal!

Herr Ventilator

Schlusswort d. Red.: So richtig bemitleiden tun wir dich aber nicht. Du gehst schließlich bald in den Winterschlaf, während WIR weiter arbeiten… Auf die Mailadresse freuen wir uns, denn die gängige Praxis ist eigentlich, dass wir die Beiträge nicht noch einmal abtippen (inkl. Grammatik- und Rechtschreibfehlern). 🙂

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