Mittendrin Mittwoch #67

Die landwirtschaftliche Revolution ist eine der umstrittensten Ereignisse der Geschichte. Ihre Befürworter behaupten, sie habe ein neues Zeitalter von Fortschritt und Wohlstand eingeläutet. Kritiker halten dagegen, die Wende zur Landwirtschaft sei der Anfang vom Ende gewesen, denn mit ihr habe der Homo sapiens den Kontakt zu seiner natürlichen Umwelt verloren und den Weg der Gier und Entfremdung eingeschlagen.

(“Eine kurze Geschichte der Menschheit“ von  Yuval Noah Harari. Seite  126)

„Eine kurze Geschichte der Menschheit“ von Yuval Noah Harari

Das Buch war ein Weihnachtsgeschenk, und tatsächlich lese ich schon etliche Wochen darin, an den Wochenenden nur ein paar kleine Kapitel, mit durchaus größeren Lektüreunterbrechungen (das geht bei einem Sachbuch ja besser als bei einem Roman). Trotzdem genieße ich jedes Wort in diesem wunderbaren Buch.

Wie man an der oben zitierten Stelle erkennt, bin ich gerade erst am Ende der Steinzeit angelangt: Einige Menschen haben eine neue Lebensform für sich entdeckt, die sich ausbreitet und nahezu alles verändert: Landwirtschaft, Sesshaftigkeit, Leben in größeren Gemeinschaften auf engem Raum. Das neue Kapitel ist überschrieben mit „Pyramiden bauen“: Die ersten Städte entstehen, ja Metropolen und Zivilisationen bilden sich.

Vor- und Frühgeschichte interessieren mich schon immer, da habe ich bereits einiges gelesen, im Fernsehen schaue ich mir fast jede Dokumentation dazu an. Aber Harari schreibt anders über das Thema. Es geht weniger darum, uns ein Bild über das Leben in grauer Vorzeit auszumalen, Harari stellt vielmehr in Frage. Was können wir aus den wenigen gefundenen Artefakten für Schlussfolgerungen ziehen, was ist Interpretation (und eben nur eine von womöglich vielen), was gar reine Spekulation. Auch Wissenschaftler sehen vielleicht nur, was sie sehen wollen, haben Vorurteile, sind von ihrem eigenen kulturellen Umfeld geprägt und übersehen darum ihnen fremdes. Hararis Ansatz und seine Fragen haben mindestens so viel mit uns heute wie mit Evolution und Geschichte des Homo Sapiens in den vergangenen 100 000 Jahren zu tun. Das ist spannend, interessant, aufschlussreich, manchmal überraschend und provokant, vor allem aber allgemeinverständlich und auch kurzweilig und mit Humor geschrieben.

Gar so kurz ist die Geschichte der Menschheit dann doch nicht, ich habe noch viele Seiten vor mir. Aber empfehlen kann ich das Werk jetzt schon. Das Buch ist ein Geschenk!

HilDa

In der Stadtbibliothek findet Ihr das Buch in der Onleihe und im Sachbuchbestand; die Katalogdaten sind hier.

Elizzy von read books and fall in love hat sich für alle, die teilnehmen mögen, folgende Blogaktion ausgedacht: der „Mittendrin Mittwoch“. Er besteht aus immer neuen Zeilen aus Büchern, in denen wir aktuell wortwörtlich mittendrin stecken.

Ein Gedanke zu “Mittendrin Mittwoch #67

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